Grüne Studentengruppe unterstützt verfassungsfeindliche Antifa AK

An der Kölner Universität ist etwa unerhörtes geschehen: Eine nichtlinke Gruppe hat die Mehrheit im Asta gewonnen. Nun wurde dadurch bekannt, dass der AStA zuvor mit vielen Tausend Euro eine verfassungsfeindliche Antifa-Organisation finanzierte.

Wer in den 1970ern schon denkend unterwegs war, der kann sich erinnern an die ellenlangen Büchertische linker oder linksradikaler Gruppierungen mit so gut wie allem an Material, dass zu einer linken Bibliothek dazugehört. Vor Hörsälen, vor der Mensa oder vor dem verlotterten AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss), da wo die Aschenbecher von selbstgedrehten Zigaretten überquollen und die WG-Zimmer-Gesuche aus Jahrzehnten übereinander gepappt eine Wand an der Wand bildeten.

Mit Nostalgie hatte das wenig zu tun. Glücklich, wer von so etwas befreit studieren konnte beispielsweise in Bayern, wo es solche AStA-Mitbestimmungsmodelle nicht gab, wo linksradikale Tagespolitik nicht jederzeit die Hörsäle kapern und so die Fachlehre lähmen konnte.

Übertrieben? Eines der bekanntesten Beispiele ist hier sicher ein Aufruf unter dem Pseudonym „Göttinger Mescalero“ in der Zeitung des Göttinger AStA, worin eine spontane Freude über den Mord der RAF am Generalbundesanwalt Siegfried Buback verbreitet wurde.

Der linksrevolutionäre Habitus ist den Studentenvertretungen bis heute geblieben und wird von vielen Gruppen auch Jahrzehnte nach 68 und RAF entsprechend gepflegt und nur von einer Minderheit der Studenten aktiv und offen in Frage gestellt, so sie sich überhaupt politisch engagieren. Dominiert wird der AStA heute Länderübergreifend von Gruppierungen mit Nähe zur Grünen Jugend, der Linksjugend und der Jungsozialisten.

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Da, wo sich diese Gruppen studentisch engagieren, heißt es dann aber auch für den Verfassungsschutz Obacht geben – nicht erst seit jetzt bekannt wurde, dass der AStA  in Köln die Arbeit einer unter Verfassungsschutzbeobachtung stehenden Organisation Jahr für Jahr mitfinanziert. Die Welt berichtete gerade davon, dass der AStA  in seinem Haushaltsplan 2020/21 für den „Antifa AK“ 8500 Euro eingeplant hat. Auch schon vor zehn Jahren, 2010/11, seien es 5000 Euro gewesen, so die Zeitung. Das Budget des AStA wird durch Abgaben der eingeschriebenen Studenten finanziert. Die somit also subventionierte Antifa AK wird vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft.

Der Verfassungsschutzbericht für 2019 ordnet Antifa AK Köln ein unter: „Gruppierungen, bei denen die vorliegenden tatsächlichen Anhaltspunkte in ihrer Gesamtschau zu der Bewertung geführt haben, dass die Gruppierung verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, es sich mithin um eine extremistische Gruppierung handelt.“

Eine Besonderheit gibt es in Köln rund um den AStA allerdings seit Ende Januar: Aktuell führen da nicht die üblichen Verdächtigen das Zepter. Mit einer pfiffigen Listenstrategie haben sich konservativ eingestellte Studenten die Mehrheit gesichert  – zur großen Überraschung und Empörung der linken und linksradikalen Gruppierungen, die sonst uneingeschränkt die Nase vorne hatten, auch aus Mangel an Beteiligung – zu viele Wirtschaftswissenschaftler in Köln, zu wenige Geisteswissenschaftler?

Für die grüne Gruppe in Köln („campus: grün“) ist die Abwahl linker Vormachtstellung in der Führung der Studentenvertretung eine Katastrophe. Eine Art rechter Putsch wird behauptet mit dem Fazit: „Damit gibt es an der Universität zu Köln nun einen rechten AStA – ein Eklat.“

Aber Campus:grün will in der Opposition noch aktiver sein: „Campus:grün wird sich als stärkste Oppositionsgruppe maßgeblich daran beteiligen die Studierendenschaft vor der drohenden Entpolitisierung zu schützen …“

Und weil nun auch die Co-Finanzierung der vom Verfassungsschutz als linksextrem beobachteten Kölner Antifa vakant werden könnte, senden die grünen Studenten ihre Solidarisierungsadresse: „Danke Antifa AK für die wichtige Arbeit.“ Aber was sichert man sich damit? Aktive Hilfe, auch wenn es darum geht, wieder die Hoheit zurückzugewinnen über die studentischen Vertretungen und Ausschüsse? Eine Win-Win-Situation zwischen Grünen, Linksextremisten und dem AStA von gestern und morgen wieder.

Die grünen Studenten geben übrigens an, 161-prozentig hinter der Antifa zu stehen. Die Zahl kommt nicht von ungefähr, sie steht für die Reihenfolge im Alphabet (1=A, 6=F) für AFA (Kurzbezeichnung Antifa). Solche Zahlenspielchen kennt man übrigens auch von Nazis, die sich mit „88“ (für HH, also „Heil Hitler“) begrüßen.

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Kommentare ( 38 )

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H.Arno
3 Monate her

Die Wahl einer Studenten-Vertretung in Köln, die „nicht“ Links-Grün ist –
geht ja nun gar nicht!
Hat die sozialistische Diktatur-Merkel das nicht erfahren?
Die Merkel-Ächtung dieser Wahl – mit sofortiger Links-Grüner Neubesetzung
der Studenten-Vertretung – sowie Zwangs-Förderung des ANTIFA-Terrors – ist
ja wohl das mindeste, was man von Studenten in Köln verlangen kann!

Michael M.
3 Monate her

Zu den Alphabet-Zahlenspielchen, Sozialisten (national und international) unter sich, passt doch …

Thorsten
3 Monate her

Das erste was nach der Wende (war 2ohl 1991) die Dozenten an der TU-Dresden nach der Stasi-Prüfung in Aufregung versetzte, war dass die AStA sich einnisten wollen.

Sonny
3 Monate her

Ganz ehrlich: DANKE für diese gute Nachricht!
Jede gewonnene Wahl – egal wo – gegen diese linke Seuche ist eine gute Wahl!
Da scheint es zumindest in Köln eine Gruppe von jungen Erwachsenen zu geben, die die Schnauze gestrichen voll haben.
Klasse!

Nibelung
3 Monate her

Wer das damals mit offenen Augen wahrgenommen hat, konnte sich nur wundern über diese Spinner, die so gesehen wurden, sich aber bald zu einer marxistischen Gefahr entwickelten und eine Gegengesellschaft bildeten, sogar noch auf Kosten derselben um ihre teils radikalen und mörderischen Umtriebe durchzuführen. Natürlich war es auch schon damals legitim, gegen die Vergangenheit zu protestieren, nur die Wahl der Mittel waren eindeutig überzogen und sie nahmen das doch nur zum Anlaß, genau wie heute, um über ihre Vordenker den Marxismus zu etablieren und einer ihrer Schlagworte waren ja, wer einmal mit der Gleichen pennt, der gehört zum Etablishment. Diese… Mehr

Alexander Wallasch
3 Monate her
Antworten an  Nibelung

Eine Facette kommt hier allerdings etwas kurz: Ich halte den Protest damals durchaus für legitim. Versagt haben doch letztlich die Konservativen, die hier nicht genug Gegengewicht geliefert haben. Und die aus reiner macht ihr so wie Angela Merkel heute, jeden Kompromiss nach links und grün eingehen, um nicht in die Opposition gehen zu müssen. Die waren Deutschland Verächter sind hier also leider die Konservativen. Und hier kann man nicht ständig sagen, es wäre ja eigentlich gar keine mehr. So kann man dann alles infrage stellen

Andreas aus E.
3 Monate her
Antworten an  Alexander Wallasch

Ich halte den Protest damals auch für legitim, manche Zöpfe waren wohl tatsächlich abschnittreif. Aber wie so oft wurde dann maßlos über das Ziel hinausgeschossen, und das nicht eingehegt zu haben, ist in der Tat dem Versagen der Konservativen zuzuschreiben.

peer stevens
3 Monate her
Antworten an  Andreas aus E.

…Was waren das denn fuer Zoepfe, die abgeschnitten werden mussten …dass geistig minderbemittelte Chaoten mit ihrem weiblichen Anhang die Seminare stuermten …Professoren verhoehnten wegen deren Lehrinhalte, …deren Inhaltszoepfe mussten ja „abgeschnitten“, also verhindert/verboten werden (…und das wiederholt sich ja heute wieder) …na, und wo sind die wirklich neuen und besseren Inhalte geblieben, an Stelle der „abgeschnittenen Zoepfe“…….? …ausser Stuhlkreis, mit viel Bier und spaeter mit dem Joint als Denkhilfe …klar, da ist bei vielen dieser Akteure ausser inhaltloser Eloquenz nicht mehr als „heisse Luft“ herausgekommen und das hat sich ja bis heute nicht geaendert … viel zu wenig also ,… Mehr

Hans Wurst
3 Monate her

Werte Redaktion, was Sie hier beschreiben, ist seit Jahrzehnten gängige Praxis auf deutschen Hochschulen und allgemein bekannt. Ich habe um das Jahr 2000 herum in Hannover studiert, da hatte es sich der ASTA zur Aufgabe gemacht, die Expo zu verhindern. Zigtausende wurden zur Finanzierung von Demos, Plakataktionen, Widerstandstrainings etc. Dies alles führte dazu, dass der Verfassungsschutz eine V-Frau einschläuste. Bitte googeln Sie mal ‚Kirsti Weiß‘ Übrigens, in den 2000ern wurde an mehreren Hochschulen durch rcds, Studentenverbindungen und liberale Fachschaftsvertreter teilweise erfolgreich versucht, den Spuk zu beenden. Jedoch zeigte die teils massive Propaganda besonders gegen den Corporationen bald Wirkung und die… Mehr

Protestwaehler
3 Monate her

„Solche Zahlenspielchen kennt man übrigens auch von Nazis“ …natürlich, die S/Antifa ist doch nichts anderes. Solche Bilder ähneln sich nicht nur zufällig: https://cdni.rt.com/deutsch/images/2018.07/article/5b3e4e3b0d04033f0d8b4568.jpg https://img.welt.de/img/regionales/nrw/mobile184613856/4761352367-ci16x9-w1300/Drittes-Reich-Reichsparteitag-1937.jpg Rote Fahne, mittig weißer Kreis, nur das Logo wurde überarbeitet. Guckt man sich die Flyer der damaligen „Schwarzen Front“ an, und vergleicht die mit denen der Antifa (Schwarzer Block) heute, könnte man annehmen die stammen aus der selben Feder. Bei youtube hatte ich einen Kanal der Antifa entdeckt auf dem die sich selbst sogar als schwarz-rote Front bezeichneten. Den hirnlosen Mitläufern dieser Gruppierung unterstelle ich einfach mal nur Dummheit solche Paralellen nicht zu erkennen, aber wer… Mehr

RenaC.
3 Monate her

Bravo! Endlich trauen sich die Nicht-161%igen auch mal aus der Deckung. Dem RCDS (CDU nah) erging es in den 70er Jahren an den Unis wie heute der AfD bundesweit. Die ständige Kampfbereitschaft in den sozialistischen Hirnen verhindert das Denken. Wer soll z.B. verstehen, dass sie sich in diesem unserem Lande als „Mescaleros“ begreifen, die, wie dereinst in New Mexico, einen Guerillakampf gegen weiße Unterdrücker führen müssen. In Wirklichkeit kämpfen diese Verirrten gegen ihren und unseren Wohlstand und singen dazu „Venceremos !“ (wir werden siegen) … Soviel geballte Dummheit muss nicht noch subventioniert werden. Das Gegenteil wäre angebracht.

M. Stoll
3 Monate her

Das Erstaunliche ist nicht, dass Grüne, Linke und Jusos verfassungsfeindliche Organisationen finanzieren.
Das ist normal.
Das Erstaunliche ist, dass in Köln nichtlinke Studenten die Mehrheit im AStA haben.
Das ist wirklich ungewöhnlich, fast unglaublich in der heutigen Idiokratie an den Hochschulen.

Maja Schneider
3 Monate her
Antworten an  M. Stoll

Möge es als Beispiel dienen und anderen Hochschulen Mut machen!

Biskaborn
3 Monate her

Wird an deutschen Hochschulen überhaupt noch studiert oder behindern zunehmend Linksextremisten den Studienablauf, ich befürchte Letzteres. Das sinkende Bildungsniveau des Landes dürfte eine eindeutige Antwort geben,