Die „Grauen Wölfe“ feiern in Dortmund, die SPD-regierte Stadt reagiert gleichgültig

Das SPD-regierte Dortmund verweigert den „Kampf gegen rechts“. Jedenfalls gegen den türkischen Rechtsextremismus der „Grauen Wölfe“, die dort Versammlungen abhalten. Die Reaktion der Stadt zeugt bestenfalls von Desinteresse.

IMAGO / Jochen Tack
Demonstration der Graue-Wölfe-Bewegung in Dortmund, 15.01.2017

Wenn es um den „Kampf gegen rechts“ geht, sind Sozialdemokraten meist eifrig bei der Sache. So auch der sozialdemokratische Oberbürgermeister von Dortmund Thomas Westphal, der zum Beispiel zum „Internationalen Tag gegen Rassismus“ am 31. März über den Facebook-Account der Stadt Unterstützung für die Aktionswochen der Stiftung gegen Rassismus bekundete und selbst an „einer nicht öffentlichen Konferenz mit Dortmunder Expert*innen zum Thema Rassismus“ teilnahm. Weniger Eifer zeigt die sozialdemokratisch geführte Stadt Dortmund, wenn es um den Rassismus der „Grauen Wölfe“ geht.

Die hielten, wie das Portal Der Westen (zur Funke-Mediengruppe gehörend) berichtet, in der Ruhrgebietsstadt am 27. Dezember eine aufwendige Veranstaltung ab, bei der neben den Flaggen der Türkei und Aserbaidschans auch „Wolfsflaggen“ und der „Wolfsgruß“ gezeigt wurden. Der Verfassungsschutz beobachtet Organisationen der Grauen Wölfe, auch „Ülkücü“-Bewegung genannt, als „türkischen Rechtsextremismus“. Viele ihrer Anhänger träumen von einem Großreich „Turan“ aller Turk-Völker. In einer Broschüre spricht das Bundesamt von der „Überhöhung des türkischen Volkes bei gleichzeitiger Abwertung anderer Ethnien, Staaten und Religionen, vor allem aber der Juden, Israels und der Armenier“. In Frankreich und Österreich ist die gesamte Bewegung verboten, auch der Bundestag hat 2020 einen Prüfantrag für ein Verbot der „Grauen Wölfe“ verabschiedet.

Die Zeitung konfrontierte die SPD-regierte Stadt mit Bildern, die den rechtsextremistischen Charakter der Veranstaltung in Dortmund verdeutlichen, und fragte, ob der Stadt bekannt sei, was da offenbar wiederholt stattfindet. Die Reaktion des Sprechers von Oberbürgermeister Westphal war lapidar: „Ja, die Stadt hat Kenntnis davon, dass gelegentlich Veranstaltungen dieser Art in privat geführten Hallen stattfinden und hat so weit es geht einen Blick auf die Szene.“ Der Autor des Artikels, Metin Gülmen, hält es für „unfassbar, wie die Stadt reagiert“. Der Politologe und Türkei-Experte Burak Çopur kritisiert im selben Artikel die „aus einem einzigen Satz bestehende nichtssagende dilettantische Antwort“ und fordert „eine offensive Haltung und Handlung gegenüber dem Rechtsextremismus jeglicher Couleur“.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 21 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

21 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Gotthelm Fugge
1 Jahr her

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR bzw. UDHR) ist eine rechtlich nicht bindende Resolution der Generalversammlung der UN zu den Menschenrechten von 19481210.   Der Allgemeinen UN-Erklärung steht im strengen Gegensatz die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ (CDHRI) von 19900805 gegenüber, wo EINDEUTIG definiert wird, dass NUR die Scharia als „alleinige Grundlage von Menschenrechten“ gilt. Entgegen allen anderen Religionen in der Welt erhebt der Islam einen Ausschließlichkeitsanspruch für seine Gläubiger-Gemeinschaft, andere Religionen zählen nicht, sie müssen unterworfen werden.   Und – Weil es nur den einen, den UNVERÄNDERLICHEN Islam gibt! Die Al-Azhar-Universität in Kairo gilt als weltweit führende Institution… Mehr

giesemann
1 Jahr her

Das islamische Grundgesetz haben wir schon: https://religion-weltanschauung-recht.net/2015/10/23/das-islamische-grundgesetz/
Rechtslage

  • In Deutschland ist das Zeigen des Wolfsgrußes nicht strafbar.
  • In Österreich ist seit 1. März 2019 das Zeigen des Wolfsgrußes strafbar (§ 2 Symbole-Gesetz).[6] „Die in öffentlichen Bereichen verwendeten Bilder bzw. Symbole (z. B. Abzeichen der Grauen Wölfe, Wolfsgruß, Logo der MHP – drei weiße Halbmonde) gelten als Zeichen der rechtsextremen türkisch-nationalistischen und somit demokratie-kritischen Einstellung, weshalb ein Symbole-Verwendungsverbot gerechtfertigt erscheint“, lautet eine erläuternde Bemerkung zur österreichischen Strafbestimmung.[7]

https://de.wikipedia.org/wiki/Leisefuchs
Die Deutschen wollen offenbar partout den Islam hier haben, wie Hadschi Mohammed Kaiser Willem Zwo schon und seine Nachfolger im Geiste, Hitler und Himmler, https://www.deutschlandfunkkultur.de/ns-geschichte-wie-die-nazis-den-islam-vereinnahmen-wollten-100.html und https://schmid.welt.de/2018/10/26/dschihad-fuer-das-reich-wie-deutschland-im-ersten-weltkrieg-den-islamismus-befeuerte/

teanopos
1 Jahr her

Nunja, die Sozis brauchen und hofieren halt ihre ganz eigenen Schlägertrupps. Dazu gehört bekanntermaßen nicht nur die Antifa, sondern auch alle Migranten, die Sozis versuchen sich an alles heranzuwanzen was Opfer oder Minderheit schreit und nicht bei drei auf den Bäumen ist. Nur mit dem Deutschen Bürger selbst, und seinen Interessen, mit ihm haben die Sozis so ein Problem, aber auch nur wenn es nicht gerade um Steuern und bezahlen geht, schließlich braucht man weiterhin jemanden der den ganzen hirnlosen, pseudoprogressiven Müll der linken und grünen bezahlt. Und deswegen gehen die Steuern bei der SPD auch rauf(Klingbeil, Esken haben dies… Mehr

Last edited 1 Jahr her by teanopos
Ralf Poehling
1 Jahr her

Das passt der SPD nicht ins ideologische Bild, wenn Ausländer rechtsradikal und faschistisch daherkommen. Intern wissen die das längst, kommunizieren es aber nicht nach außen, weil sie das ihre Wählerschaft nicht vermitteln können. Gilt genauso für die Grünen und bisher auch für die CDU, die den hart-islamischen Kurswechsel in der Türkei viel zu lange ignoriert hat und das bisher hat laufen lassen, in der falschen Annahme, islamisch-konservativ wäre das selbe wie deutsch-konservativ. Das ist aber nicht der Fall. Nicht im Ansatz. Konservativ führt je nach Gesellschaft zu anderen Ergebnissen. Islamisch-konservativ steht mit unserem Grundgesetz und mit unserer Verfassung hart auf… Mehr

Last edited 1 Jahr her by Ralf Poehling
Marc Greiner
1 Jahr her

Der „Kampf-gegen-Rechts“ ist eben nur ein Code für Kampf gegen das Abendland, also gegen die jüdisch-christliche Zivilisation.

Nibelung
1 Jahr her

Der lange Arm von Ankara und die könnten schon heute wenn sie wollten in bestimmten Bezirken sich unabhängig erklären und die Bewaffnung könnte vorher einsickern und mal sehen wie man dem begegnen will, das wäre ein Szenario, was man sich garnicht ausmalen will, insbesondere dann, wenn sich andere anschließen und eine Phalanx gegen die Urdeutschen bilden, wo dann ein Bürgerkrieg entsteht mit ungeahnden Folgen und das alles wenn man etwas vorausdenken kann, für alle Fälle. So wird unser Land immer mehr zur Beute fremder Interessen und das ganz legal bis hin zu schei,,,, egal, weil ehedem nichts mehr zu retten… Mehr

Manfred_Hbg
1 Jahr her

Zitat: „„Ja, die Stadt hat Kenntnis davon, dass gelegentlich Veranstaltungen dieser Art in privat geführten Hallen stattfinden und hat so weit es geht einen Blick auf die Szene.“ > Och mennoooo, wie lieb und nett: „die Stadt hat Kenntnis“ und hat -zumindest soweit möglich- „einen Blick auf die Szene“. Hier wäre es doch wohl an der Zeit das dem lupenreinen Oberdemokraten und Oberbürgermeister von Dortmund, Thomas Westphal, endlich mal ein Orden für seinen knallharten Kampf gegen Rechtsextremismus verliehen wird. Denn mehr als eine „Kenntnisnahme“ und „einen Blick zu werfen“ kann man in diesen Fall nun jawohl wirklich nicht verlangen und… Mehr

Hueckfried69
1 Jahr her

Für den zeitgenössischen Sozi sind die Grauen Wölfe in erster Linie „Opfer“ (Faschos of Color, gewissermaßen), weil es sich um Zuwanderer handelt. Dieser Status bedingt einen entsprechenden „Bonus“. Aus dieser Sicht sind nur autochtone Rechtsextremisten wirklich böse.

Last edited 1 Jahr her by Hueckfried69
Andreas aus E.
1 Jahr her

Warum wurden auf den Bildern die Gesichter „verbalkt“? Die Leute stehen dort doch, um „Gesicht zu zeigen“, und den Gefallen sollte man denen doch tun, ganz einerlei, was für politische Ansichten die vertreten. Ich zum Beispiel gehe am Montag auch „oben ohne“ spazieren. Das ist natürlich ganz anderer Beweggrund als der, welcher diese „grauen Wölfe“ antreibt, aber prinzipiell ist das ganz das Gleiche: Man steht dafür ein, wofür man steht, zeigt sein Gesicht, muß in schlimmen Fall auch mit Konsequenzen rechnen, aber das ist doch Sinn und Zweck einer Demo oder so einer Veranstaltung, wo Fahnen hochgehalten werden. Den „grauen… Mehr

Berlindiesel
1 Jahr her

TE irrt. Die Grauen Wölfe sind nicht „rechts“. Nur in Deutschland (vielleicht noch Österreich) existiert die zwingende Konnotation von „für das eigene Volk“ als „völkisch“ versus eines aufgeklärt-toleranten weltbürgerlichen Transnationalismus, der aber zwingend das eigene abwerten und relativieren und der Fremdenliebe huldigen muss. Alle deutschen Parteien außer der AfD hängen dieser Weltsicht an – manche mehr, wie die SPD/Grünen oder die FDP, manche weniger, wie Teile der CDU, aber gesellschaftlicher Konsens unter Eliten und Akademikern besteht, dass Nationalstolz und der Wunsch nach ethnischer Homogenität zwingend zu Hitler und Auschwitz führen, auch heute. Genau darum lehnt auch TE die AfD ab,… Mehr

Protestwaehler
1 Jahr her
Antworten an  Berlindiesel

Genau, und bei all dem Nationalstolz haben die ein besseres Leben dann in der Ferne erhofft hahaha…. Sorry, müsste ich auswandern weil mir mein eigenes Land nichts zu bieten hat, käme ich mir vor wie ein Bettler und würde mich für meine Herkunft eher schämes als sie öffentlich so derart schwachsinnig zur Schau zu stellen.
Wenn die Türken ihre Heimat doch so sehr lieben, was machen die dann noch in Deutschland? Koffer packen und ab nach Hause!
Heimatliebe realisiert sich nicht im Ausland.

Ralf Poehling
1 Jahr her
Antworten an  Protestwaehler

Richtig, die nationalislamischen Türken sollten alle ihre Koffer packen und hier ganz schnell verschwinden.

Berlindiesel
1 Jahr her
Antworten an  Protestwaehler

Mit Verlaub, Herr Protestaehler, aber ich halte Ihre Antwort für „typisch deutsch“. Warum sollte irgendein Auswanderer sich für sein Heimatland „schämen“ oder seine Herkunft verbergen? Das ist nun wirklich etwas typisch deutsches, allerspätestens sein dem Vormärz oder der gescheiterten Revolution von 1848. Genau das projizieren wir auf andere Völker und haben eine entsprechende Erwartungshaltung an die, wenn sie sich hier ansiedeln. Schauen Sie auf die USA. Wir Deutschen stellen dort die bei weiten größte Gruppe der europäischen Einwanderer dar, tatsächlich mehr als Briten und Iren zusammen. Dennoch haben die Deutschen so wenig wie kaum ein anderes Volk gewisser Größe keinerlei… Mehr

amendewirdallesgut
1 Jahr her
Antworten an  Berlindiesel

98 % volle Zustimmung habe es genau so im akademischlastigen Bekanntenkreis erfahren müssen , A B E R daß ein aufgeklärt-toleranter weltbürgerlicher Transnationalismus, oder Internationalismus zwingend das Eigene abwerten und relativieren und der Fremdenliebe huldigen muss (Sie verwechseln es wohl eher mit Transhumanismus ) , dem wiederspreche ich , niemand muß gar nichts ,wenn er selbstwertbewußt bereit ist kulturell homogen und territorial geschützt Mehrwert und Überlegenheit allen leistungsgerecht zu Gute kommen zu lassen WIN WIN dies bedingt ausschließlich die verpflichtende Einhaltung und eines gemeinsamen Codex und der gemeinsamen Spielregeln Humanismus hat hier aber nur eine Basis und Grundfunktion zu erfüllen… Mehr