Starke Einbußen bei der Ernte wegen Regen

Zusammen mit sinkenden Getreide-Qualitäten, hohen Energiekosten und Dieselkosten für die Landmaschinen rechnen die Landwirte damit, dass die Ernte in diesem Jahr zu einer der teuersten zu werden droht.

IMAGO / agrarmotive
Missernte im Sommer 2023 - Dauerregen erschwert die Weizenernte

Auf den Äckern herrscht jetzt wieder für die Bauern Stress und Zeitnot. Bisher haben die Mähdrescher gestanden, der Regen hatte die Felder so unter Wasser gesetzt, dass an ernten nicht zu denken war. Doch das Getreide müsste jetzt dringend eingebracht werden, bevor es wieder anfängt zu regnen.

Auf vielen Flächen, vor allem in der Mitte und im Norden, hat das Korn bereits auf dem Halm zu keimen begonnen, und damit wird es wertloser. Es kann nicht mehr für das Backen von Brot verwendet werden, weil im Korn bereits enzymatische Prozesse abgelaufen sind. Dieser Weizen kann nur noch als Tierfutter benutzt werden.

In anderen Gebieten, vor allem im Süden Deutschlands, hatten die Bauern mehr Glück und konnten ihre Getreideernte noch vor Einbruch des Regens einbringen.

Schwierige Entscheidungen müssen jetzt die Landwirte treffen: Was zuerst ernten? Viele Bestände sind noch nass, der Sturm vor ein paar Tagen hat noch einmal vieles Getreide umgelegt, und das Schneidwerk der Mähdrescher kann nicht mehr alles aufnehmen. Unter Landwirten heißt es derzeit, zu retten, was noch zu retten ist – und zu rechnen. Das Getreide muss teilweise getrocknet werden, und das ist sehr teuer.

Zusammen mit sinkenden Getreide-Qualitäten, hohen Energiekosten und Dieselkosten für die Landmaschinen rechnen die Landwirte damit, dass die Ernte in diesem Jahr zu einer der teuersten Ernten zu werden droht.

In einigen Gebieten sind zudem Weizenbestände aufgrund der Feuchtigkeit von Schwärzepilzen befallen und schwarz geworden. In weiten Teilen erwarten die Bauern erhebliche Qualitäts- und Ertragseinbußen. Das Frühjahr war lange zu trocken, die Pflanzen konnten nicht richtig wachsen. In Brandenburg beispielsweise rechnet der Landesbauernverband mit Ertrags- und Qualitätseinbußen von bis zu 30 Prozent.

Gut dürfte sich der Regen auf das Wachstum des Maises auswirken und die Maisernte ab Mitte September verbessern. Auch in den USA gab es zuletzt in den Maisanbaugebieten ergiebige Regenfälle, die ebenfalls eine gute Maisernte erwarten lassen.

Gespannt sehen die Bauern auch auf das Ergebnis der weltweiten Ernteschätzung des tonangebenden amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Die wird heute Abend veröffentlicht.

Das zeigt, wie schwierig es ist, der Natur eine einigermaßen gute Ernte abzutrotzen, die möglichst viele Menschen satt macht. Nur zu satt Gewordene können höhere Preise für Lebensmittel fordern und darüber sinnieren, dass Lebensmittel scheinbar viel zu billig seien.

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Kommentare ( 54 )

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Oliver Koenig
10 Monate her

Das bilden die Bauern sich nur ein. Wir haben doch die Hitzeapokalypse, die Dürrekatastrophe. Sagen die Medien und Karl Lauterbach.?

Yakult
10 Monate her

Als wenn die Russen ihre Getreide nicht loswerden würden. Wegen Deutschland wird da sicher nichts vergammeln. Zumal sie sich ja durch Beeinträchtigung der Ukraine ohnehin neue Märkte erschlossen haben.

Aboriginal
10 Monate her

Ich bin ja einmal gespannt, wie viele Ernteeinbussen wir durch Rotorblattpartikel der WKA’s zukünftig haben werden, oder glaubt jemand allen Ernstes, dass die aufgelesen werden. Es wäre doch eine spannende Aufgabe für Foodwatch, zu untersuchen, ob und in welcher Konzentration diese Partikel auf dem Tisch landen, und nicht nur über Gemüse, sondern auch Fleisch und Fisch.

ketzerlehrling
10 Monate her

Die Deutschen hören auf zu essen, sie hungern nicht. Frei nach Robert Habeck.

Joy La Mancha
10 Monate her

Ja, alles richtig. Ich staune auch immer wieder, wieviele Kommentare gerade HIER bei TE zu finden sind, die ganz den Vorurteilen des Bauernbashings entspringen, das ja so gern in der MS-Presse gepflegt wird. Hätte ich gerade hier nicht in der Menge erwartet, sind wohl zu satt.

Joy La Mancha
10 Monate her

Wer soll das deutsche Volk denn fragen und wer hört auf dessen Wünsche?
Abgesehen davon würde es unsere deutschen Landwirte noch weiter an die Wand fahren, es gehen schon zu viele von ihnen bankrott dank EU und den Grünen.

Last edited 10 Monate her by Joy La Mancha
Clemens Anton
10 Monate her

An alle, die diesen und andere Berichte über Schwierigkeiten mit dem Einbringen der diesjährigen Ernte, dazu nutzen, um sich über die Landwirte lustig zu machen, hämische Kommentare abgeben und/oder sich abfällig zu den Subventionen äußert, hier mal ein paar Punkte: 1) Die Subventionen sind politisch gewollt, den Landwirten wäre es lieber, wenn sie die gleichen Wettbewerbsbedingungen wie in Nicht EU – Ländern hätten: billige Energiekosten, niedrige Arbeitslöhne, geringe Umweltschutzauflagen, weniger Bürokratie. 2) Jeder, wirklich jeder Bürger bezieht in irgendeiner Form eine oder mehrere staatliche Leistungen, bzw. steuerliche Vorteile außer Autofahrern, Alkoholkonsumenten und Rauchern. 3) Jede schlechte Ernte wirkt sich direkt… Mehr

Joy La Mancha
10 Monate her
Antworten an  Clemens Anton

Ganz wichtig: „geringe Umweltschutzauflagen“, weil nämlich jeder Landwirt schon aus Eigeninteresse darauf achtet, die Natur zu erhalten und die Umwelt nicht zu belasten. Landwirte haben nämlich mehr Fachwissen über die Natur, als so ein Grüner, der nur der Ideologie folgt, jemals zu verstehen in der Lage ist.
Das fällt zu oft unter den Tisch!

Evelyn Beatrice Hall
10 Monate her

Das Brot kommt beim Discounter aus dem Backautomaten, natürlich „frisch gebacken“. Und wer’s etwas vornehmer haben will, geht beim Bäcker seines Vertrauens vorbei. Brot gibt es immer und überall. Ich danke Herrn Douglas, daß er den Blick auf die Menschen lenkt, die dafür sorgen, daß es einem so vorkommen könnte wie gerade beschrieben. Wir haben es nämlich nur unseren Bauern und ihrer professionellen Arbeit zu verdanken, daß Hunger für uns ein Fremdwort geworden ist, wir kennen ihn nur noch aus der Geschichte oder aus fernen Ländern. Und Gott bewahre, daß wir noch einmal nähere Bekanntschaft mit ihm machen müssen. Dieser… Mehr

pcn
10 Monate her

Der Klimawandel bringt natürlich Wetterextreme mit. Ein Problem, das grundsätzlich nicht gerade so mal eben zu lösen ist – jedenfalls nicht, was die Getreideernte betrifft. Den Teuerungseffekt für uns Verbraucher abzumildern ist nur durch Importe zu machen. Ist aber ein zweischneidiges Schwert der Problemlösung, weil unsere Landwirte natürlich einen Preis verlangen müssen, der ihrer Ernteschäden entspricht. Die Quadratur des Kreises ist weiterhin unmöglich. Seit der Woche vor Siebenschläfer (27. Juni) und eine Woche danach habe ich mir die Wetterküche im Nordatlantik angeschaut, den Jetstream und die riesige Anzahl der Tiefdruckgebiete, die aufgrund des mäandernden Jetstreams Richtung Nord und Mitteleuropa geblasen… Mehr

Last edited 10 Monate her by pcn
Joy La Mancha
10 Monate her
Antworten an  pcn

Der Klimawandel bringt natürlich Wetterextreme mit.“:
Nein, es gibt nachweislich nicht mehr Wetterextreme derzeit, als es schon immer gab. Im Gegenteil, die Anzahl der Waldbrände z.B. ist signifikant gesunken. Mal Herrn Vahrenholt fragen, der hat Einzelheiten dazu…;)
UND: Klima und Wetter sind NICHT das Gleiche…;)

Anglesachse
10 Monate her
Antworten an  pcn

…möchte ich auf ein aktuellen Artikel Prof.Vahrenholt,s vom Mi. hinweisen: Es ist ein stratosphärischer(?) Ausläufer eines Vulkanausbruches (Tonga) von 01.2022, der nun die Nordhalbkugel erreicht hat und unser Wetter 2023 bestimmt. Viel Wasser-viel Regen!
Durch das Klima-Gedöns, Dürre-Panik und Hitze-Geschrei ist Dies nur nicht von den MS publiziert worden….

Andrea Weber
10 Monate her
Antworten an  Anglesachse

Einzelmeinung und für mich unglaubwürdig. Mir scheinen es Auswirkungen der Wettermodifikation zu sein, die man tagtäglich beobachten kann und die ständig zunimmt.

Andrea Weber
10 Monate her
Antworten an  pcn

Wetterextreme entstehen durch hemmunglose Wettermanipulation, die mittlerweile nahezu täglich stattfiindet. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann künstlich erzeugte Wolken von natürlichen unterscheiden, sieht die Veränderungen im Minutentakt am Himmel und weiß, dass Aprilwetter im Hochsommer menschengemacht ist. Vor 20 Jahren berichteten selbst ARD und ZDF noch kritisch über diese kriminelle Praxis. Heute werden Kritiker des Geoengineering als „Chemtrail“-Spinner und „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert. Die Frage, die sich jeder stellen sollte, lautet: Warum werden diese Wetterextreme provoziert? Soll die Ernte vorsätzlich vernichtet werden, um Landwirte in den Ruin zu treiben und die Bevölkerung durch hohe Lebensmittelpreise weiter indirekt zu enteignen?… Mehr

MariaundJosef
10 Monate her

Ich kann es bestätigen…war gestern beim Hunde-Spaziergang entsetzt. Der Hafer steht dunkel und mickrig auf dem Feld. Der Bauer ist ein Guter, seine Felder stehen jedes Jahr prächtig.