Das Weihnachtsgeschenk für die Welt

Das schönste Weihnachtsgeschenk gibt es für die ganze Welt: billiges Öl. Lassen wir es uns nicht vermiesen.

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Billiges Öl ist der Super-Treibstoff für die Weltwirtschaft. Immer, wenn das Ölkartell der Scheichs die Preise hochgetrieben hat, wurde der Wohlstand abgewürgt. Jetzt geht es andersherum: Jeder von uns spürt das an der Tanke oder Nebenkostenabrechnung: Für einen Durchschnittshaushalt macht das schnell 1.000 Euro und mehr aus. Damit gleicht das derzeit billige Öl die Mehrkosten aus, die in Deutschland durch die Energiewende und die vielen Aufschläge auf den Strompreis entstehen – natürlich je nach Verbrauch und Technik etwas unterschiedlich. Aber die Richtung stimmt.

Dafür können wir einkaufen, verreisen, die Unternehmen können investieren. Damit fließt mehr von unserem Einkommen in unsere eigene Wirtschaft, statt bei Ölkonzernen und in Ölstaaten zu versickern.

Aber nicht nur ums Heizen und Fahren geht es: Öl steckt in fast jedem Produkt der Chemie und treibt dort die Kosten; teures Öl macht Tomaten, Kotelett und Brot teuer, denn Diesel ist Preistreiber: Nicht mehr der Bauer hinter dem Ochsen zieht den Pflug, sondern ein Traktor.

Billiges Öl hilft daher mit, dass die Hungrigen in der Welt satt werden, weil Lebensmittel im Preis fallen. Die Länder der Dritten Welt können statt nur ihre Energierechnung abzustottern auch in Bildung und Infrastruktur investieren. Vor allem: Es lohnt sich nicht mehr, wenn das Öl billig ist, den teuren Mais in die Tanks zu schütten – billiges Öl bringt Lebensmittel zurück auf die Teller. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Debatte „Brot in den Tank“ etwa von Misereor und anderen „NGOs“ verstummt ist? Weil das „grüne“ oder „nachhaltige“ Energieformen sind, spielt Hunger plötzlich keine Rolle mehr bei den Weltmächten der Doppelmoral.

It’s still oil, stupid!

Es gibt auch Verlierer: Wladimir Putin kriegt weniger Milliarden für sein Gas und Öl – jetzt muss er bei teuren Superjets und Kampfpanzern sparen. Die Scheichs bleiben immer noch superreich. Aber habt Mitleid mit den Hermès-Händlern und Gucci-Dealern, die Öl-Kundschaft bleibt weg!

Dafür haben WIR jetzt mehr Geld für den Supermarkt. Nicht mehr aus jedem Förderloch wird durch umweltschädliches Fracking Öl herausgepresst. Jetzt haben wir wieder Geld für die Erforschung wirklich neuer Energiequellen, denn mit Windrädern allein läuft die Welt nicht rund.

Wenn das Öl fließt, kann sie wieder laufen, sogar ziemlich lang. Gerade bohrt Kasachstan die gewaltigsten Ölquellen seit 30 Jahren an. Vorbei ist das Gerede vom „Peak Oil“, also der sinkenden Versorgung. Es wird wieder mehr gefunden. Natürlich ist der Ölpreis politisch beeinflusst; aber derzeit sieht es danach aus, als ob er längere Zeit niedrig bleiben könnte. Widerlegt ist die These, dass Energiepreise nur eine Richtung kennen würden – nach oben. Weltweit fallen die Energiepreise sogar, nur in Deutschland nicht. Wir haben uns ja bekanntlich in der Energiewende verrannt. Vielleicht sollte man sich auf ständig sinkende Preise auf lange Zeit nicht  verlassen – aber die Atempause genießen und die geschenkte Zeit nutzen, um wirklich neue Formen der Energieversorgung zu entwickeln. Denn nur mit Solar und Windrädern und ihrer gelegentlichen Lieferung kann kein Stromnetz und kein Stromkunde existieren.

Billiges Öl ist wunderbar. Lassen wir uns dieses Fest nicht wieder von Miesmachern versauen, für die schon ein saftiges Kotelett ein Verbrechen an der Menschheit ist – und die überall nur Risiken befürchten. Eine längere Analyse lesen Sie von Bettina Röhl hier. 

Kürzer auch in Bild am Sonntag erschienen.

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