Bundesregierung erscheint uninteressiert an Nord-Stream-Aufklärung

Die Bundesregierung zeigt wenig Interesse daran, die Hintergründe der Nord-Stream-Sprengung aufzuklären; das legt eine Anfrage der AfD an die Bundesregierung nahe. Von Noemi Johler

IMAGO / BildFunkMV
Ehemaliger Info-Container für die Ostseepipeline Nordstream2 im Industriehafen von Lubmin

Auf eine Anfrage der AfD zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipeline hat die Bundesregierung nun ihre Auffassung geäußert. Umweltschwere und energiepolitische Folgen, welche auch für Deutschland enorme Auswirkungen haben, nimmt die Bundesregierung zur Kenntnis und kehrt sie unter den UN-Teppich.

Der Investigativjournalist im TE-Gespräch
Seymour Hersh: „Seit meiner ersten Nord-Stream-Story wurde Scholz zum Kollaborateur“
Am 28. März hat die AfD eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, um Informationen über die jüngsten Anschläge auf die Nord-Stream-Pipeline zu erhalten. Nach einem Medienbericht sind diese Anschläge unter anderem verantwortlich für die größte menschengemachte Methanfreisetzung. Die AfD forderte daher die Bundesregierung auf, die Täter zu identifizieren und Konsequenzen für diese zu definieren.

Nach der ersten UN-Sicherheitsratssitzung am 30. September 2022 zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipeline folgte auf Grund der Erkenntnisse des investigativen US-amerikanischen Journalisten Seymour Hersh eine Aufforderung von Seiten Russlands zu einer erneuten Sitzung. Die Bundesregierung hat, wie Dänemark und Schweden, keine Teilnahme als Nichtmitglied des UN-Sicherheitsrates beantragt und es scheint in der letzten Zeit an ehrlicher Bemühung einer Aufklärung durch die Bundesregierung zu fehlen. Das zeigten auch die neuesten Äußerungen von Annalena Baerbock, welche eine verharmlosende und abweisende Haltung verdeutlichen.

Die Bundesregierung hat auf die Anfrage der AfD am 11. März 2023 geantwortet, dass die Ermittlungen zu den Anschlägen im Gange sind und sie keinen Grund sehe, die Ermittlungen der zuständigen Behörden zu duplizieren. Auf die Nachfrage zu der Auffassung von Vertretern der USA, Frankreich und Großbritannien, dass die von Russland beantragte Sitzung zur Ablenkung des Jahrestages des Ukraine-Krieges diene und Verschwörungstheorien im Internet zu verbreiten, sieht die Bundesregierung kein Anlass zu kommentieren. Es sei zu früh, um genaue Informationen über die Täter sowie die Ursache der Anschläge zu geben und die Konsequenzen obliegen den zuständigen Gerichten. Die Bundesregierung betont, dass sie eng mit den betroffenen Ländern und internationalen Partnern zusammenarbeiten werde, um einer Aufklärung nachzugehen sowie Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Pipeline zu gewährleisten.

Hintermänner noch immer unbekannt

New York Times
Nord-Stream-Sprengung: Womöglich war es eine „pro-ukrainische Gruppe“
Die AfD-Anfrage hat eine hitzige Debatte ausgelöst, da einige politische Parteien die AfD beschuldigen, die Anschläge auszunutzen, um ihre politische Agenda voranzutreiben. Andere argumentieren, dass die Anfrage berechtigt und dass es wichtig sei, dass die Bundesregierung transparent ist und Informationen über die Anschläge und ihre Folgen zur Verfügung stellt.

Seymour Hersh ist ein renommierter investigativer Journalist und veröffentlichte zu den jüngsten Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipeline seine eigenen Erkenntnisse. In einem Artikel schreibt Hersh, dass die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipeline Teil eines größeren geopolitischen Konflikts zwischen den USA und Russland sind. Hersh zitiert anonyme Quellen aus Geheimdienstkreisen und Experten, um seine Behauptungen zu stützen.

Laut Hersh haben die USA ein Interesse daran, die Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu verringern und ihre eigene Position als wichtiger Energieexporteur zu stärken. Die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipeline seien Teil eines Plans, um Europa dazu zu bringen, sich von russischem Gas abzuwenden und stattdessen amerikanisches Flüssiggas zu kaufen.

Hersh’s Artikel hat heftige Reaktionen ausgelöst, einige Experten kritisieren seine Behauptungen als haltlos und spekulativ. Andere unterstützen seine Argumentation und behaupten, dass die USA in der Vergangenheit ähnliche Taktiken angewendet haben, um ihre Interessen zu fördern. Die New York Times hingegen will eine Pro-Ukrainische Gruppe hinter dem Anschlag ausgemacht haben und berichtete von Ermittlungen internationaler Polizeibehörden in diese Richtung.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 46 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

46 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Axel Fachtan
1 Jahr her

Nun, Gerd07, Sie mäkeln hier vor Stunden, dass die Redaktion eine Sprengung der Nordstreampipeline durch die USA als möglich annimmt. Eine direkte Beweisführung ist nicht möglich. Keiner der ggf.beteiligten US-Amerikaner möchte enden wie Julian Assange. Also wird sich keiner „outen“. Die indirekte Beweisführung erscheint mit aber als hochgradig wahrscheinlich. 1) Motivationslage der USA Die wollten weder Nordstream 1 noch 2. Deutschland und Europa sollten bei der Energieversorgung ganz und gar von den USA abhängig bleiben und bei den Preisen schlechter dastehen, als die Industrie in den USA. Die haben mit Sanktionen versucht die Fertigstellung zu verhindern. Deutschland hat getrickst, um… Mehr

Gerd07
1 Jahr her

Wieder die Geschichte von den USA als Täter?!

Dafür gibt es nur die unbestätigte Behauptung einer Quelle deren Identität nicht mal Hersh selbst kennt. Das trotzdem zu veröffentlichen ist ein Verstoß gegen mehrere journalistische Standards.

Von den Russen wissen wir dass sie Mittel, Gelegenheit, Motiv und Präzedenzfall hatten.

Eines ihrer Spezialschiffe wurde unmittelbar vor der Tat am Tatort gesehen und schon früher haben sie ihre eigenen Pipelines gesprengt(Georgien Konflikt).

https://oalexanderdk.substack.com/p/danish-defence-command-confirms-russian

Last edited 1 Jahr her by Gerd07
Teiresias
1 Jahr her
Antworten an  Gerd07

Erst war es der heilige Geist, dann war es „eine proukrainische Gruppe mit einem Segelboot“, und knapp ein halbes Jahr später fiel einem Dänen ein, daß er doch tatsächlich ein Schiff der bösen Russen vor Ort gesehen haben will.

Das kann man glauben, wenn man unbedingt will.

Thorsten Lehr
1 Jahr her

? Selbstverständlich zeigt unsere sogenannte ‚Bundesregierung‘ wenig bis kein Interesse an einer Aufklärung des Anschlages auf die Nordstream 2 Pipeline. ? Der aktuell dilletierende ‚Regierungschef‘ ist doch eigens nach Washington geflogen, um sich zu diesem Thema briefen zu lassen. ? Sollte er ein zu großes Interesse an einer Aufklärung zeigen würde im sein Vorgesetzter nachdrücklich auf die Finger klopfen. ? Andererseits hätte Herr Scholz es ohnehin sehr bald wieder vergessen! ? Wer verfassungsrechtlich relevante Delegitimierung von Politikern findet kann mich mal gerne haben! ?

November Man
1 Jahr her

Da gibt es auch nichts zu klären. Der terroristische Anschlag auf die deutsche Energieversorgung ist geklärt. Die Indizien-Beweiskette des Journalisten Hersh ist glaubhaft, sauber recherchiert und eindeutig.

fatherted
1 Jahr her

Die Frage ist….kommt das irgendwann mal definitiv raus….und vor allem….ist das dann strafrechtlich relevant? Evtl. sogar der Tatbestand des Hochverrats stünde im Raum? Warum sollte man da also aufklären? Man würde am eigenen Ast sägen….man stelle sich vor….irgendein Ermittler würde die „Wahrheit“ leaken….ups…..Julian Assange Nr. 2?

Waldorf
1 Jahr her

Wer politisch interessiert und für den das Internet kein „Neuland“ ist, aka alle, die nicht auf „etablierte“ Gatekeeper, Cover-up und Framing-Outlets angewiesen sind, haben bereits eine ziemlich genaue Vorstellung, wer für den Anschlag auf NS1+2 verantwortlich ist. Diese politisch Interessierten wissen auch, dass weder Joe Biden noch Victoria Nuland jemals als Angeklagte vor einem deutschen oder internationalen Gericht sitzen werden. Damit ist auch klar, dass der ganze „strafrechtliche“ Ermittlungsaspekt für die Tonne ist, bestenfalls Zeitvertreib oder ABM für gelangweilte Journalisten oder Dienstler ist. Die Verantwortlichen werden von uns zumindest niemals zur Verantwortung gezogen werden können. Und ob die politischen Feinde… Mehr

Nibelung
1 Jahr her

Wer unter der Knute des US-Hegemons steht, wird sich hüten in dieser Frage eigene Aufklärung zu betreiben, denn Wiederstand ist zwecklos, solange wir solche Verhältnisse haben und die deutsche Politik den Kotau macht, weil wir seit dem 2. Weltkrieg unsere eigene Souveräntät verloren haben und keiner der US-Lakaien es wagt sich frei zu schwimmen. Das alles ist wie ein bösartiges unterirdisches Pilzgeflecht und hat nahezu ganz Europa befallen und die Transatlantiker sind der Schlüssel zu diesem unglückseligen Zustand für unser Vaterland, was im übrigen auch gegen alle Konventionen verstößt und auf Umwegen gehegt und gepflegt wird, aber nicht vom gemeinen… Mehr

bkkopp
1 Jahr her

Seymour Hersh hat keine Beweise. Er hat nur verbale Hinweise und Informationen. Auch seine Informanten haben keine Beweise, nur Hinweise / Indizien. Ich halte seine These für plausibel. Ich halte auch die von These von Jeffrey Sachs, dass die erste Tauchaktion zur Schadensstelle, angeblich von Norwegern, tatsächlich eine Tatortreinigung war, für plausibel. Es muß deshalb als wahrscheinlich gelten, dass es keine Beweise zu sammeln gibt, und dass es niemanden gibt, den man dazu zwingen könnte Fakten auf den Tisch zu legen. Jedes Aufklärungsverlangen wird damit zum leeren Spektakel.

Teiresias
1 Jahr her

Sie sind zu feige, sich mit den USA anzulegen.
Cum-Ex Scholz z.B. muss befürchten, daß US-Geheimdienste seine Erinnerungslücken beleuchten – die haben sicher ergiebige Akten über die meisten deutschen Politiker.
Dazu kontrollieren unsere Freunde aus Übersee einen Grossteil der deutschen Medien (Bertelsmann, Springer), und welcher Politiker will sich schon negative Presse einhandeln?
Wenn man ehrlich ist, haben wir keine Regierung, sondern nur Statthalter der USA.
Mit dem Zerfall der UdSSR und der deutschen Wiedervereinigung hat die BRD seine Funktion als Frontstaat im kalten Krieg eingebüsst.
Jetzt sind wir überflüssig, und der Morgenthau-Plan kann umgesetzt werden.
Deutschland ist zur Plünderung freigegeben.

maps
1 Jahr her

So ist das in einer freiheitlichen Demokratie, halt alles nur Schein und Simulation.