Mit über 140.000 Euro hat die Bundesregierung die Weimer Media Group des gleichnamigen Kulturstaatsministers Wolfram Weimer finanziert. Das Geld floss in Anzeigen für höchst fragwürdige Medien mit geringer Wirkung.
picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Längst gilt Wolfram Weimer als Doppelverdiener: als Staatsminister für Kultur im Bundeskanzleramt und als Verleger. Nun ergibt eine Anfrage des medienpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Erwin Renner, dass Weimer nicht nur erhebliche Förderung für seinen privaten sogenannten „Ludwig Erhard Gipfel“ in Höhe von über 300.000 Euro aus diversen Kassen der Bayerischen Staatsregierung erhalten hat sowie im Jahr 2025 in Höhe von 30.000 Euro aus der hessischen Landeskasse. Auch Anzeigen wurden auf den Potemkinschen Medienportalen der Weimer Group geschaltet – die ohne nennenswerte Reichweite vor sich hin dümpeln.
So hat das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung Anzeigen bei den Medien der Weimer Media Group GmbH in Höhe von insgesamt 37.087,89 Euro (brutto) in den Jahren 2023 und 2024 geschaltet. Die Schaltungen dienten zur Bewerbung des Deutschen Fachkräftepreises, so die Auskunft der Bundesregierung.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat Anzeigen bei Medien der Weimer Media Group GmbH in Höhe von 47.338 Euro (brutto) im Jahr 2024 und 63.886,34 Euro (brutto) in den Jahren 2022 und 2023 geschaltet. Die Schaltungen dienten zur Information zu Förderprogrammen im Bereich Industrie und Energie.
Genannt werden immer wieder „verschiedene Titel“. Doch den Titeln der Weimer-Group ist immer eines gemeinsam: Sie haben kaum Reichweite und Anzeigen bleiben damit ohne Sichtbarkeit und Wirkung. Folgt man dem Reichweiten-Zählwerk Similar Web, dann erreichte das „Flaggschiff“ der WMG ‚The European‘ im September 2025 ganze 21.879 Visits; ‚Markt&Mittelstand‘ 35.306, die elektronisch gefeierte ‚Börse am Sonntag‘ zählt 26.237 Visits, der ‚Wirtschaftskurier‘ 948.
„Markt und Mittelstand“, das mit einer Druckauflage von beachtlichen 62.500 Stück so etwas wie das Flaggschiff der WMG ist, hatte zuletzt gerade einmal 290 zahlende Abonnenten. Fast die gesamte Auflage wird als Freistücke (16.500) und Bordauflage (44.600) verschenkt, so notiert die Auflagenmessung IVW.
Ob elektronisch oder Print – die Medienmacht der Weimer Group ist eher ein Ameisenhügelchen mit einem Dutzend Kleinstbewohnern. Sie hat keine Leser, Weimer ist allenfalls ein publizistischer Scheinriese: Je näher man kommt, um o kleiner die Muskeln. Verdient wird nicht durch Vertrieb oder Werbeeinnahmen, sondern über fragwürdige Abkassiermodelle. Ob schwarz, ob rot, ob grün – Wolfram Weimer kassiert immer. Und ist damit möglicherweise seinen Gönnern zum Wohlverhalten verpflichtet. Von seiner Behörde jedenfalls ist nicht bekannt, dass einer der vielen rotgrünen Vorfeld-Organisationen oder NGOs auch nur ein Cent gestrichen worden wäre. Man kennt sich und die Kontonummer.
Zugegeben wurde auch die enge Verbindung von Mitgliedern der Bundesregierung mit den fragwürdigen Veranstaltungen Weimers. Am Frankfurt Finance & Future Summit 2025 haben Bundesministerin Bär und Parlamentarische Staatssekretärin Connemann teilgenommen, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Interessenverquickung von Amt und Unternehmen und die vielfachen und möglicherweise strafbaren Vergehen gegen Urheber- und Persönlichkeitsrecht längst bekannt waren.
In der Bundesregierung setzt man weiter darauf, dass es keinen Interessenkonflikt zwischen dem privaten Unternehmen Weimers und seinem Amt gegeben habe – schließlich habe er nach dem massiven Druck in der Öffentlichkeit die Geschäftsführung an seine Frau abgegeben. Ist das so?
Das sei völlig in Ordnung. Schließlich sollen „Mitglieder der Bundesregierung bzw. Parlamentarische Staatssekretäre, die ein eigenes Unternehmen betreiben, nicht zu dessen Geschäftsaufgabe gezwungen (werden); es reicht aus, dass das Unternehmen durch eine Vertretung (z.B. Ehefrau) geführt wird, da nicht beabsichtigt ist, die wirtschaftliche Existenz der Regierungsmitglieder zu vernichten. Verboten ist ihnen lediglich die berufliche Tätigkeit während ihrer Zugehörigkeit zur Regierung.“
Ganz wohl fühlt man sich aber bei der erkennbaren Interessenkollision nicht und gesteht ein: „Für die Zukunft wurde festgelegt, dass bei einem etwaigen verwaltungs- oder privatwirtschaftlichen Handeln des BKM als Behörde gegenüber der Weimer Media Group GmbH bzw. gegenüber deren Geschäftsführung nicht Herr Staatsminister Dr. Weimer, sondern der Leitende Beamte, Herr Dr. Schmidt-Werthern, die Behörde in eigener Zuständigkeit umfassend vertreten wird.“
Das bedeutet: Geld an die wirkungslosen Weimer-Medien wird auch weiter fließen. Ein Beamter ist dann nur gezwungen, seinen Kopf dafür hinzuhalten.


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Wie schreibe ich schon länger: das deutsche „System“ (wie auch in den USA oder England) ist mittlerweile ein einziger kaputter, korrupter Sumpf. Wobei die Korruption längst in vielen Bereichen legalisiert ist und damit systemisch ist. Sie ist, dank der Macht der Parteien und des über Jahre angewachsenen Klüngels, systemimmanent. Jede Partei wird diesem „System“ mit der Zeit verfallen, die Versuchung ist zu groß. Daher muss dieses System komplett verändert und modernisiert werden, die Macht der Parteien maximal eingeschränkt, Volksabstimmungen, Trennung von Amt und Mandat, Fachleute-Zwang (mehrjährige Berufspraxis) für alle Ministerien, Ämter, Behörden, Amtshaftung, Mehraugenprinzipien, Strikte Kontrolle und Überwachung des Lobbyismus,… Mehr
Also ich hätte ja Angst vor den Konsequenzen, wenn die auch erst später sichtbar werden aber anscheinend gibt es Menschen. die fürchten sich vor nichts.
Filz wohin man sieht und nicht erst seit heute, wo sich mein alter Herr aus der schreibenden Zunft schon in den fünfziger Jahren genug erregt hat und das ist nicht nur geblieben, sondern hat sich multipliziert und ist heute Bestandteil jedes Geschäftes, was am Ende die gesamte Gesellschaft zerstört. Im übrigen gibt es genug Auffälligkeiten wo das Protzgehabe über den vermeintlichen Einkünften steht und man sich dieserhalb mal die Mühe machen sollte, es nähers zu durchleuchten und wenn die Finanzämter, wie man ja gesehen hat, schon längst in den Fängen der Mächtigen sind, muß man sich doch nicht wundern, wenn… Mehr
Das ist das letzte Mosaiksteinchen, das mir für das Verständnis des Gesamtkomplexes noch gefehlt hat. Jetzt ist klar, warum Weimer und Merz so unbeindruckt von dem Skandal über die Geschäfte mit der kaufbaren Einflussnahme auf Spitzenpolitiker sein können. Der Kontext ist schlicht schon so viel größer als gedacht.
Weimer und Merz sowie der Politikbetrieb insgesamt werden einfach so weitermachen, als wäre nichts gewesen. Von wegen Strafanträge oder Konsequenzen: In dieser Richtung wird rein gar nichts passieren!
Und er klebt weiter auf seinem Stuhl, gehalten von einem gewissen Herrn Merz und „Kumpels“, den selben Leuten, die uns täglich mit der Propaganda „DemokratieLeben“ beschallen. Und keine im Lande will diesen Widerspruch wirksam und medial benennen? Und viele scheinen sich auch vor dem Erkennen drücken zu wollen, wählen immer wieder genau diese Konstellation. Warum ?
Amigo-Filz…..in anderen bereichen wird knallhart gehandelt*.
Hätte er gesagt er tut das der Umwelt zu Liebe. wäre ein Orden auf jeden Fall drin gewesen.
Es ist schon anerkennenswert, mit einem kaum besuchten second-hand shop eine einflussreiche und einträgliche Existenz aufzubauen.
Am 18.11. schrieb TE „Weimers Tage als Kulturstaatsminister sind gezählt.“
Das werde ich so schnell nicht vergessen. Weimer hat sich doch mit dem was er tat ganz exclusiv befähigt gezeigt zwischen vdLeyen, Merz, Klingbeil, Selensky und wie sie alle heißen mögen, seine Funktion als Extremismusförderer und Finanzierer wunderbar auszufüllen. Er ist erste Wahl für diesen Politbetrieb. Wer sollte seine Tage zählen von den Politclowns? Ich zähle meine Tage bis mir der Staat das Wahlrecht entzieht, weil ich diese Hansels kritisiere.
Das hier ist nur noch ein Sumpf, früher müssten sie schon bei Kleinigkeiten abtreten, aber jetzt? Ich will gar nicht wissen, wie sie sich an dem Ukr. Krieg bereichern, deshalb ist ihnen die Korruption in der Ukraine egal. Wer wieß, wohin all die Gelder, die sie in der ganze Welt verteilen gehen und was wirklich damit geschied. Man kann gar nicht so viel essen, wie man speiben muss.
Was für ein elendes Pack ist eigentlich da am Werke?