Berliner Verkehrsbetriebe wollen „sauber” bleiben: Kein Essen, keine AfD

Die Berliner Verkehrsbetriebe fordern auf Social-Media dazu auf, man möge die Züge „sauber“ halten. Dazu ein Piktogramm mit durchgestrichenem Essen, aber auch ein durchgestrichener AfD-Schriftzug. Kritiker sprechen von Entmenschlichung und Ausgrenzung.

Screenprint: via twitter

In einer bemerkenswerten Parteinahme und Entmenschlichung haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf ihren Social-Media-Kanälen ein Bild veröffentlicht, in dem sie neben einem üblichen Piktogramm zum Verbot von Essen und Trinken in öffentlichen Verkehrsmittel auch einen durchgestrichenen Schriftzug AfD zeigten. Darunter steht der aus Bus und Bahn bekannte Hinweis „Danke, dass Du den Zug sauber hältst!“

Die BVG hat ihren Tweet zwischenzeitlich wieder gelöscht.

Was im Marketing-Team der BVG wohl als witzige Spitze gedacht wurde, stößt zurecht bei vielen Menschen auf Empörung. Die Implikation, AfD-Wähler – die mittlerweile 20,5 Prozent der Wählerschaft Deutschlands ausmachen – wären „unrein“ und sollten von der Nutzung in den öffentlichen Verkehrsbetrieben ausgeschlossen werden, weckte vielerorts unschöne Erinnerungen an diverse Formen von Ausgrenzung, Segregation und Entmenschlichung.

Man darf davon ausgehen, dass die Aufischtsratvorsitzende der BVG und ehemalige Kurzzeitbürgermeisterin, Senatorin Franziska Giffey, hier schon bald regulierend einschreitet, den Einsatz ihrer Partei für ein friedvolles Miteinander und gegen jegliche Form der Diskriminierung unterstreicht und dafür sorgt, dass solche menschenverachtenden Kampagnen in Berlin in Zukunft keinen Platz mehr haben werden.

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Kommentare ( 163 )

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Querdenker73
1 Jahr her

Interessant ist immer wieder, wie Schleimer und A.-Kriecher in den Verwaltungen sich auf diese Weise anbiedern! Man stelle sich vor, die Berliner S.-Bahn fordere Grün/Rot auf nur noch zu laufen, damit sich in der S.-Bahn kein faschistoider grün/roter Bodensatz ansammeln kann! Schnappatmung allenthalben! Faeser & Co. würden rotieren! Haldenwang würde sofort zurückfragen, was er denn nun tun solle. Dabei ist alles ganz einfach: Er sollte sich vehement dafür einsetzen, dass ein Amtsbruder in Thüringen sein beleidigendes Mundwerk hält (um es mal diplomatisch auszudrücken) und beginnen, seine Arbeitgeberin massiv zu beobachten. Könnte ihm ja irgend wann von Nutzen sein! Spätestens dann,… Mehr

Paroline
1 Jahr her

AfD-Wähler gehören in Berlin zu den wenigen, die ihr Ticket noch voll bezahlen, die BVG sollte sich mal zurückhalten.

Kristin Kreukz
1 Jahr her

Liebe BVG, ich hätte mal eine Anfrage. Ihr wollt ja Eure Fahrzeuge „reinlich“ halten, also Kein Essen, Keine AFD, Keine Getränke. Kommen demnächst noch Piktogramme zum Einsatz die Messer und Macheten verbieten da diese Gegenstände,meiner Meinung nach, bei unsachgemäßem Gebrauch ja nicht gerade der „Reinlichkeit“ zugänglich sind? Und letzte Frage, darf ich als gebürtige Chinesin in gewissen Fahrzeugen nur noch hinten einsteigen, oder besser gar nicht?

RA.Dobke
1 Jahr her

Ich unterstelle, dass dem so ist, wie im Artikel beschrieben, dann hat die Staatsanwaltschaft wohl von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Tut sie es nicht, laufen die dort Verantwortlichen wohl Gefahr selbst strafrechtlich respektive disziplinarisch verfolgt zu werden!

BeVo
1 Jahr her

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben für Werbung ein privates Werbeunternehmen engagiert.

Paroline
1 Jahr her
Antworten an  BeVo

Ich möchte wissen, wieso die BVG überhaupt Millionen für Werbung ausgibt für ein Unternehmen, dass ja konkurrenzlos ist. Das ist rausgeschmissenes Geld und gehört verboten. Die alberne Werbung dieses Unternehmens geht mir schon lange auf den Geist… Da nehmen die sich zum Teil selbst auf die Schippe, weil sie nichts gebacken kriegen. Eine Schande ist das!

CIVIS
1 Jahr her

So so, …“Berliner Verkehrsbetriebe wollen „sauber” bleiben“

Kann mir schlecht verstellen dass das gelingt.
Wer kübelweise soviel Dreck und Mist über sich selbst ausschüttet, wie sollte der sauber bleiben geschweige denn jemals wieder sauber werden ?

bfwied
1 Jahr her

Ja, die Frage ist jedoch: wohin! Haus verkaufen? In meinem bevorzugten Wohngebiet stehen 3 Häuser zum Verkauf, eines, nicht alt, recht schön mit gepflegtem Garten, Alpensicht, sehr ruhig, schon seit 1,5 Jahren. Die Höchstpreise, mit denen die Gemeinden bei der Grundsteuer rechnen, gibt es längst nicht mehr, auch halb so hohe Preise werden nicht bezahlt, und das trotz bestens gedämmter Bausubstanz!
Also, man kann auch aus diesem Grund nicht einfach gehen. Was bleibt, ist die Bekämpfung der Linksgrünen, die bisher nur Schwachsinn und Unverschämtheiten gebracht haben.

Alt-Uewi
1 Jahr her

Wenn das nicht faschistoid ist, was dann? Und: Wer vom Stalinismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen! Denn er hat beides nicht begriffen.

Leopold Schmidt
1 Jahr her

IMMER NÜCHTERN UND GELASSEN BLEIBEN ! Aus rechtlicher Sicht: Von „Entmenschlichung“ würde ich hier nicht sprechen. Die BVG sagt ja nicht, AfD Mitglieder oder Wähler seien keine Menschen. Allerdings sind die BVG eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Verantwortlich ist also letztlich der Regierende Bürgermeister. Ich hoffe sehr, die AfD läßt sich die Gelegenheit nicht entgehen und fragt im Senat von Berlin nach der Rechtsgrundlage dieser von den BVG in ihren amtlichen Medien veröffentlichten Maßnahme. Sind weitere Beförderungsverbote geplant? Woran werden die festgemacht werden? Wahlverhalten? Hautfarbe? Religion? Falls diese Maßnahme ohne Rechtsgrundlage getroffen wurde, ist der Rücktritt der BVG-Leitung und des… Mehr

Casta Diva
1 Jahr her

Soeben per e-Mail an die BVG abgesetzt:
Sehr geehrte Damen und Herren, 

als ehemaliges SPD-Mitglied bin ich zunehmend fassungslos, was in diesem Land so alles möglich geworden ist! Schämen Sie sich nicht, wenigstens ein bisschen, dass Sie AfD-Mitgliedern bzw. -Wählern oder -Sympathisanten als personae-non-gratae, als unerwünschte Personen also, brandmarken? Wo soll diese unerträgliche Hetze noch hinführen? Wollen Sie mit solchen Aussagen wirklich Brandbeschleuniger sein für unsägliche Entwicklungen, die für jeden, der noch alle Tassen im Schrank hat, unübersehbar sind? Ernsthaft jetzt? Ein Armutszeugnis, das Sie hier abliefern. 

Zutiefst entsetzte Grüße