»Beim Thema Zuwanderung hat unsere Gesellschaft ihre Dialogfähigkeit in weiten Teilen verloren«

Joachim Wagners »Die Macht der Moschee. Scheitert die Integration am Islam?« erntete schon 2018 Lob. Der langjährige ARD-Korrespondent Joachim Wagner fragte, wie integrationsfähig Deutschland ist – und fand beunruhigende Antworten. Nun legt er eine Neufassung vor.

© Johannes Simon / Getty Images
Joachim Wagner, einst Leiter des ARD-Magazins »Panorama«, später Korrespondent in London und Berlin, hat jahrelang zu Migration, Integration und der Rolle des Islams recherchiert und nun – nach anderthalb Jahren – eine aktualisierte Neuausgabe seines Buches »Die Macht der Moschee. Scheitert die Integration am Islam?« vorgelegt. In der Erstausgabe wies er auf die alltagsprägende Macht des Islams ebenso hin wie auf die zunehmende Re-Islamisierung der hier lebenden Türken und Araber. Vor allem die »kulturelle Integration« der Muslime hält er für ein übersehenes und unterschätztes Thema und weist auf Themen wie Antisemitismus, Homophobie, die islamische Kleiderordnung und Paralleljustiz sowie aus dem Boden sprießende Moscheevereine hin.

2018 hatte Wagner breite Zustimmung für dieses Buch geerntet, so unter anderen von Peer Steinbrück, Ex-Kanzlerkandidat der SPD, der die »saharatrockene« Darstellung Wagners lobte und das Buch als nüchternen Gegenentwurf zu Angela Merkels »Wir schaffen das« pries. Tatsächlich veröffentlichte sogar die Bundeszentrale für politische Bildung eine Lizenzausgabe des Bandes. »Unsere Kultur«, schrieb Steinbrück damals und meinte die politische Theologie des Islam, gelte es gegen Einflüsse zu verteidigen, die »im Gegensatz zu den Errungenschaften der Aufklärung stehen«.

Eine der Kernthesen Wagners ist, dass Deutschland schon vor 2015 mit den Ergebnissen einer jahrelang eintröpfelnden Migration überfordert war. Vor allem die »Migrationsprobleme« der schon länger hier lebenden Muslime waren damals noch keineswegs gelöst, und Muslime waren es ja, die in der Hauptsache seit dem Sommer 2015 hinzukamen. Auch seit der großen Zuwanderungskrise hat sich der Rebus Integration kaum lösen lassen – trotz gewaltiger Anstrengungen von Staat und Bürgergesellschaft. Wagner jedenfalls kann laut einem Interview, das er Matthias Iken in der »Berliner Morgenpost« gab, »kaum Fortschritte« erkennen. Die brennendsten Probleme sieht er derzeit im Bildungssystem und auf dem Wohnungsmarkt.

Die neue Schweigespirale

Bedenklich scheint ihm auch der allgemeine Stand der Debatte zur Migration in Deutschland. Einige gute Veranstaltungen habe es gegeben, darunter auch mit unverdächtigen Gesprächspartnern wie den Hamburger Grünen, doch im großen und ganzen konstatiert Wagner ein »repressives Meinungsklima«, in dem die Diskussion eines der drängendsten politischen Probleme der Gegenwart offenbar gar nicht erwünscht sei: »Beim Thema Zuwanderung hat unsere Gesellschaft ihre Dialog- und Streitfähigkeit in weiten Teilen verloren. Die Bereitschaft, andere Meinungen überhaupt zu hören, erodiert.« Hier kann Wagner natürlich auch auf die bekannte Allensbach-Umfrage verweisen, die eine neue Schweigespirale feststellt: 71% der befragten Bürger glauben, man könne sich »nur mit Vorsicht zur Flüchtlingsproblematik« äußern. In der Mitte der Gesellschaft regiere »die Sprachlosigkeit, aus Angst in die rechte Ecke gestellt zu werden«.

Diese Angst könnte auch Wagner betreffen, kümmert ihn aber offenbar kaum. Auch er ist als Rassist beschimpft und als AfD-nah beargwöhnt worden. Wagner macht tapfer weiter, hat etlichen Bundestagsabgeordneten – alten Bekannten – angeboten, unbezahlt Vorträge zum Thema in ihren Wahlkreisen zu halten. Doch kein einziger sagte zu. Nur drei Parteiveranstaltungen hat er am Ende gemacht, stattdessen einige bei Bürgerinitiativen, in Kirchengemeinden und bürgerlichen Salons. Besonders fruchtbar wurde der Meinungsaustausch laut Wagner, wenn er mit den »Praktikern der Integrationsarbeit« sprach: Lehrern, Erziehern, Lokalpolitikern, die häufig sehr genau wissen, wovon sie sprechen. Die Unterdrückung der öffentlichen Diskussion hält Wagner für »brandgefährlich«. Die derzeit zugelassene Einwanderungsquote von 200.000 im Jahr ist seines Erachtens kaum noch zu verkraften. Die alte Seehofer-Quote entspricht der Bevölkerung von Kassel, Erfurt oder Rostock, die jedes Jahr erneut ins Land strömt: »Und diese Menschen müssen die gesellschaftlichen Institutionen zusätzlich auffangen.«

Sorgen machen Wagner dabei vor allem die Schulen. So zitiert er die neue Pisa-Studie, die von »signifikanten Rückschritten bei der Lesekompetenz, bei Kenntnissen der Mathematik und Naturwissenschaften« berichtet. Als eine der Ursachen sehen sogar die Autoren der Studie den »deutlich gestiegenen Anteil« von Schülern mit »Migrationserfahrung«, von denen die Hälfte zudem »sozioökonomisch benachteiligt« sei, also arm oder bildungsfern, wie immer man dieses Faktorenbündel auch ausdrücken will. Gegenüber den Kindern einheimischer Eltern sollen die Schüler mehr oder minder neu zugewanderter Eltern im Durchschnitt zwei Jahre im Rückstand sein. Sie beherrschen eine einfache Alltagssprache, nicht aber das bildungssprachliche Deutsch. Wagner mahnt folgerichtig eine wahre Bildungsoffensive an, die allerdings noch in keinem Parteiprogramm gesichtet werden konnte.

Deutschland »besonders attraktiv für Zuwanderer mit niedrigem Bildungsniveau«

Am schlechtesten schneiden die Schüler mit türkischem und arabischem Hintergrund ab. Wagner erklärt das wiederum mit einem Bündel von Ursachen: Der sozioökonomische Status der Eltern spiele natürlich auch hier eine Rolle, aber zum Teil auch mangelnder Bildungsehrgeiz. Darüber hinaus werde die Integration in die deutsche Mehrheitsgesellschaft behindert durch die Ungleichbehandlung von Jungen und Mädchen in der islamischen Kultur, also die Heranziehung der Jungen zu Machos, der Mädchen zu Hausfrauen und Müttern, durch die »Kultur der Ehre« wie auch durch den Glauben an die Überlegenheit des Islams und seiner Bildungssegnungen.

Der Knackpunkt besteht laut Wagner darin, dass Deutschland »besonders attraktiv für Zuwanderer mit niedrigem Bildungsniveau« ist. Zudem würden die Migranten auch nicht gerecht im Land verteilt. So landeten etwa in Berlin die meisten von ihnen in den Bezirken am östlichen Stadtrand (Marzahn, Hellersdorf) oder in den ohnehin schon von einem hohen Ausländeranteil geprägten Stadtteilen (Neukölln, Kreuzberg, Tempelhof und Schöneberg). Das fördert natürlich die Entstehung von Parallelgesellschaften. Für die entstehenden »Brennpunktschulen« fehlen Lehrer. Die freien Stellen können oft auch durch Seiteneinsteiger nicht mehr besetzt werden. Außerdem gibt es für Wagner eine »noch dunklere Perspektive«: In Berlin wie andernorts gibt es bereits Schulen, in denen die Deutschstämmigen die Minderheit stellen und folglich nicht mehr als Rollenvorbild existieren, was Sprach- und Kulturerwerb angeht. In Berlin soll das schon an 53% der Haupt-, Real- und Gesamtschulen der Fall sein.

Die politische Klasse aber zieht es vor, sich nur hinter den Kulissen offen und ehrlich zu den anstehenden Problemen zu äußern. So berichtet Wagner von einer SPD-Politikerin, die ihm nicht während der offiziellen Veranstaltung, sondern erst danach »bei einem Glas Wein« von »heftigen Verteilungskämpfen zwischen Hartz-IV-Empfängern, Rentnern und Flüchtlingen bei der Wohnungssuche« erzählt. Die Verantwortungsethik habe es in Deutschland eben schwer gegen die Gesinnungsethik. Die Moral der Refugees-welcome-Bewegung schlage allemal die vernünftigen Gegengründe der Skeptiker und Kritiker aus dem Mittelgrund der Gesellschaft. Für Joachim Wagner ist die deutsche Debatte dabei vor allem noch immer eins: »tabubelastet«.

Die eigentliche Frage ist, welches Leitbild für alle verbindlich sein kann

Ein Kabinettstück des Buches ist der geführte Nachweis, dass auch die linke Seite des politischen Spektrums kulturelle »Leitbilder« für den Zusammenhalt der Gesellschaft aufstellt, auch wenn sie diese nicht als »Leitkultur« bezeichnen will. Die oft genannte Akzeptanz des Grundgesetzes reicht also zur Integration nicht aus. Vielmehr muss es daneben Werte, Regeln und Traditionen geben, die eine Gesellschaft verbinden.

Die eigentliche Frage ist, welches Leitbild für alle verbindlich sein soll, denn nur dann kann es seine Wirkung entfalten. Aber auf diese Frage scheint es heute mehrere Antworten zu geben – konservative, nationale, liberale, grüne, multikulturelle, vielleicht am Ende sogar eine muslimische. Zu entscheiden wird sein, ob man eher der vom Mainzer Historiker und CDU-Mitglied Andreas Rödder ersonnenen »Kultur des Regenbogens« – also postmoderne Diversität als das Einigende – folgen will oder daneben klassischere Konzepte von kultureller Orientierung beibehalten möchte, wie sie Thomas de Maizière, aber auch Boris Palmer vorschweben dürften. Auch Peer Steinbrück sprach übrigens von der »Vermittlung unseres Wertekanons« als einem »dicken Brett«. Bis jetzt seien »vornehmlich Kindergärtnerinnen, Lehrer, Arbeitgeber, Universitäten oder Bürgermeister« dem Umgang mit religiös-konservativen Muslimen ausgesetzt. Bald dürften wir es alle sein.

Und, weil es so schön war, noch ein kurzes Zitat aus Steinbrücks Rezension in der ZEIT von letztem Jahr: »In der öffentlichen Debatte hat die Politik dem verbreiteten Irrtum entgegenzuwirken, dass das Grundgesetz und die Genfer Flüchtlingskonvention eine Pflicht zur dauerhaften Aufnahme und Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen vorgeben. Sie gewähren tatsächlich einen vorübergehenden Schutz bei politischer Verfolgung und einer Gefahr für Gesundheit und Leben. Insofern liegt der Akzent eindeutig auf der Rückführung dieser Menschen, wenn die Gründe ihrer Aufnahme entfallen. Das wird die Politik durchsetzen müssen. Eine zweite Flüchtlingswelle wie 2015/16 wird sie angesichts der gegebenen Probleme nicht zulassen können.« Und doch erlebt Deutschland in nur je fünf Jahren immer wieder von neuem eine solche Welle von einer Million Einwanderern.


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Kommentare ( 181 )

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181 Kommentare auf "»Beim Thema Zuwanderung hat unsere Gesellschaft ihre Dialogfähigkeit in weiten Teilen verloren«"

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„In Berlin wie andernorts gibt es bereits Schulen, in denen die Deutschstämmigen die Minderheit stellen [..]“
Korrektur: In Berlin gibt es zunehmend Schulen, in denen die *Deutschstämmigen* vollständig fehlen.

*
1.)Kinder deutschsprachiger Eltern; zusätzlich aber auch:
2.)Kinder, in deren Herkunftsfamilie deutsch gesprochen wird
und ebenso zunehmend:
3.) Kinder, welche im Geiste der westlich-europäischen Aufklärung der modernen Gesellschaft sozialisiert werden

Wenn man sich mit der selbstverschuldeten Lage in Deutschland intensiv beschäftigt, kommt man zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass in Deutschland nur eine Diktatur mit dem Motto „Germany first“ und nur für die schon länger hier lebenden Bürger für ein bis zwei Generationen an die Macht kommen muss um wieder für reale Verhältnisse zu sorgen. Kommt diese Diktatur nicht in absehbarer Zeit, wird es unweigerlich zu einem Bürgerkrieg kommen. Die Demokratie in Deutschland hat sich einem kindisch agierenden Sektenwahn unterworfen die mit Machtverlustängsten in eine Scheinwelt abgeglitten ist wie sie eigentlich nur in geschlossenen Anstalten vorkommt.

Es ist schon auffällig, dass im Zusammenhang mit dem Antisemitismus, dessen gefährliche Zunahme in diesen Tagen in allen Nachrichten von ARD bis ZDF beklagt und beschworen wird, immer vom »rechten« und nie vom muslimischen Antisemitismus die Rede ist.

Dies, obwohl der Antisemitismus des Islam – sowohl was die Zahl, als auch was seine Virulenz (die Terrorgefahr) betrifft, den rechten weit hinter sich lässt.

Auch hier greift die »Schweigespirale« – bis hinein in die Medien.

Tja, so ist das eben. Denn alles Böse kommt nur von RECHTS.
Mit jedem Vorwurf und Unterstellungen gegen RECHTS versucht man die AfD aus dem Feld zu schlagen und seine eigenen Pfründe zu sichern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass so manche Drohungen gegen Politiker der etablierten Sorte die Handschrift der Antifa trägt aber den Rechten zugeschoben wird. War ja auch die Taktik in der NS-Zeit.

Natürlich, nur die einheimischen Deutschen können „Nazis“ sein – so die Logik in diesem Land. Deutsche mit Migrationshintergrund können das einfach nicht sein. Und selbstverständlich können das auch nicht die seit 2015 zu uns „Geflüchteten“ sein – schließlich „fliehen“ sie ja angeblich alle vor der Gewalt in ihren jeweiligen Ländern, sind „traumatisiert“ und „schutzbedürftig“ – auf der Suche nach „Demokratie“. Deshalb sind sie „wertvoller als Gold“, wie ein bekannter SPD-Politiker wusste!

Weit jenseits des 20% Neueinwanderanteils (Hugenotten und Co. lassen wir außen vor), ist allein die Erwähnung des Wortes Integration schon eine Roßtäuscherei…. Die demographische Entwicklung ist bekannt, der Verlust des ehemals hier Lebenden hausgemacht.
Die baldigen Minderheitsrestdeutschen (wiederum ersteinmal 20%) müssen in der Tat von den Segen ihrer Integration in die Bevölkerung von Gnaden der Politkaste überzeugt werden.

Ist der Islam wirklich das Problem, welches wir haben ? Klimahype, Gutmenschentum, Flugscham, Fleischscham, Kultur-Kampf gegen das Auto etc.,etc., all diese Themen werden nicht durch Muslime angestoßen.
Habeck, KGE, Merkel, Maaß, CR, Greta, Kardinal Marx, Bedfort-Strom, Carola Rakete, Annette Kahane, usw., sind alles keine Muslime.

Der Islam ist das konkurrierende Problem zu dem linksgrünen, das Sie nennen. Der Islam vertritt eine alternative Globalisierung im Namen der islamischen totalen Rechtsordnung, die der eigentliche Kern dieser sogenannten Religion ist. Die linksgrüne Vision einer neuen klimaneutralen und multikulturellen Weltordnung und der Islam mit seiner allumfassenden Gesellschaftsordnung sehen sich im Aufstieg zur Macht verbündet, werden sich aber letztendlich gegenseitig bekämpfen. Sehen Sie im Kosovo im Kleinen, was sich abspielen wird.

»Verfassungspatriotismus« als Rettung: eine Münchhausen-Idee! Ein tiefgreifender Kulturwandel, wie er z.B. unter dem Einfluss einer forcierten Einwanderung z.Zt. stattfindet, wird auch vor der Verfassung nicht Halt machen. Wie alle historischen Beispiele zeigen, beeinflusst jeder größere kulturelle Wandel auch die Definition von Grundrechten [erinnert sei nur an die »neue Auslegung« von Ehe und Familie unter dem Einfluss der Genderideologie…]. Deshalb gleicht die Idee, ein »Verfassungspatriotismus« könne die Grund- und Menschenrechte quasi »von selbst« garantieren (d.h. unabhängig von der kulturellen Basis – die eines Tages vielleicht mehrheitlich muslimisch sein wird), der Illusion des Baron von Münchhausen, er könne sich – ohne Grund… Mehr
Einmal Kassel – aber nicht mehr zurück. Immer kommen lassen, nur keinen gehen lassen. Machen wir uns ehrlich, als wenn es auf die paar Menschen noch ankäme, die werden wir auch noch satt bekommen.Was wirklich wichtig ist, bringt die Kanz(e)lerin stets in aktualisierter Form aufs Tapet: Libyen befrieden, der Welt Hitzewellen und -wallungen ersparen…sowas. Eine solche Kümmerin der Herzen tut das, was wir von ihr erwarten dürfen: sie schaut uns aufs Maul und auf die brennenden (Finger-)Nägel. Und dann wird sich gerettet, wer kann. Denn: das Retten ist der Angla Lust, das Retten, das Retten. [Was, wenn nicht das Retten,… Mehr

Die Dialogfähigkeit gibt es auch bei anderen Themen nicht mehr…

„CO2 ist ungiftig und löst keine Klimakatastrophe aus“ -> „Klimaleugner! Von Ölkonzernen gekauft! Nazi!“

„Die DNA bestimmt, ob jemand Mann oder Frau ist“ -> „Transphobie! Hassrede! Strafrechtlich relevante Diskriminierung! Nazi!“

Oder auch das Thema, zu dem man sich überhaupt nicht äussern darf:

„Israel hat etwas falsch gemacht“ -> „Antisemit! Nazi!“ kombiniert mit „Israel hat etwas richtig gemacht“ -> „Islamophobia! Nazi!“

Zu Ihrem Israel-Post: Mir wurde in Israel mehrfach erläutert, dass man meiner Generation nicht die Shoah vorwirft, aber verärgert ist, über den Quatsch, der in den deutschen Medien über Israel berichtet wird und über meine Generation, die dem Quatsch nicht entgegentritt. Ihrer Meinung, dass man israelische Politik nicht kritisieren darf, stimme ich überhaupt nicht zu. Es vergeht kein Tag, an dem Israel nicht kritisiert wird, überwiegend mit falscher Faktenlage und abstrusen Vorwürfen. Man bekommt allerdings Widerspruch, wenn man wie ich frei äußert, dass – man von Israel sehr viel lernen kann, weil es Sozialstaat und Einwanderungsland ist – Israel die… Mehr

Ich habe da schon von beiden Seiten massiven Widerspruch bekommen — ich halte Israel für ein Land, von dem wir durchaus einiges lernen können und das einiges richtig macht (das gibt dann Nazi-Vorwürfe von denen, die denken, dass jedes Wort für Israel ein Angriff auf alle Muslime ist), das aber auch Fehler macht, für die es kritisiert werden muss (z.B. Siedlungspolitik), da heisst es dann sehr schnell, man wäre Antisemit und Nazi.

Das putzige ist nur, das namhafte israelische Politiker von uns genau die Einwanderungspolitik fordern, die sie selbst berechtigterweise strikt ablehnen.

@Michael Theren
Bitte nennen Sie mir diesen israelischen Politiker! Wer soll das sein?

Es treffen zwei sehr unterschiedliche Aspekte in der unikat deutschen Migrationsproblematik aufeinander. Auf der einen Seite die als „Gutmenschentum“ vollkommen falsch charakterisierte Agenda einer radikal linkspolitischen Minorität, die es geschickt verstand und versteht, die Gremien, Institutionen und vor allem die Medien dieses Landes bis in die Tiefe hinein zu okkupieren und damit eine subtile Meinungsführerschaft zu erringen, deren Ziel die Umerziehung des Menschen vom selbstverantwortlichen Individuum zum systemkonformen Apparatschik ist. Massenweiser Import von prekären, kultur- und bildungsfremden Existenzen und deren absolute Gleichstellung gegenüber der prinzipiell eher argwöhnischen und sperrigen heimischen Majorität senkt auf Sicht unweigerlich das intellektuelle Gesamtniveau. Die dergestalt… Mehr
Integration setzt Selbstbewußtsein der Aufnahmegesellschaft und Stolz auf die eigene Kultur voraus. Bevor jemand sich von seiner mitgebrachten eigenen abwendet bzw. diese relativiert, muß er überzeugt sein, daß die neue mehr zu bieten hat. Mit der unterwürfigen Geringschätzung alles deutschen und der moralischen Schuldlarmoyanz, derer sich eine meinungsbildende Minderheit hier befleißigt, wird das nichts. Außerdem gehört zur Integration die richtige Dosis an Einwanderern, deren geschickte Auswahl und der feste Wille, die Mehrheit der autochtonen Bevölkerung zu erhalten und die gesellschaftlichen Spielregeln zu bestimmen. All das wird bei uns versäumt. Deshalb ist nichts da, in das man integrieren könnte. Niemand integriert… Mehr

Toller Kommentar, volle Zustimmung! Einzige Ergänzung: Daß die von Ihnen genannten allseits erprobten Bedingungen einer funktionierenden Einwanderungsgesellschaft bei uns geradezu pervertiert werden, ist kein Versäumnis, sondern Programm. Die dabei zu erwartenden schmerzhaften Verwerfungen werden von unseren Apologeten der offenen, toleranten und bunten Multikulti-Gesellschaft als „Genesungsschmerzen“ einer im Grunde immer noch latent völkisch veranlagten ehemals monoethnischen Mehrheitsgesellschaft gesehen, die bei der erfolgreichen Transformation in den sozialen Fortschritt hinzunehmen sind.

Absolut richtig!