500 Wissenschaftler erklären: „Es gibt keinen Klimanotfall“

In einer „European Climate Declaration“ fordern 500 Wissenschaftler aus dreizehn Ländern eine neue Klimapolitik, und zwar auf der Grundlage seriöser wissenschaftlicher Analysen.

© Alexander Gerst / ESA via Getty Images

Einer der Unterzeichner ist der ehemalige Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt (SPD). Für die internationale Gesamtorganisation der Deklaration ist der niederländische Professor Guus Berkhout verantwortlich.

Die Wissenschaftler wenden sich mit ihrem Offenen Brief an den UNO-Generalsekretär António Manuel de Oliveira Guterres und an die Leiterin des UN-Klimasekretariats in Bonn, Patricia Espinosa Cantellano: Vor dem Hintergrund des UN-Klimagipfels und des Hypes um das16-jährige schwedische Mädchen Greta Thunberg kritisieren sie die „sinnlose Verschwendung von Billionen Dollar auf der Grundlage unwissenschaftlicher Annahmen und ‚unreifer’ Klimamodelle“.

Aktuelle „Klimamodelle“: Als Entscheidungsgrundlage ungeeignet

In dieser „European Climate Declaration“ schreiben die „Scientists and Researchers“, die „Klimamodelle“, auf denen die internationalen Politikziele derzeit basieren, seien „ungeeignet“. Die jetzige Klimapolitik höhle das wirtschaftliche System aus und gefährde Menschenleben in Ländern, denen der Zugang zu bezahlbarer elektrischer Energie verweigert werde. Deswegen fordern die Unterzeichner, „eine Klimapolitik (…), die sich auf seriöse Wissenschaft stützt“.

Politisch wichtig sei es, als Entscheidungsgrundlagen nicht nur die Forschungsergebnisse der Mainstream-Wissenschaftler heranzuziehen. Vielmehr müssten auch die Arbeiten solcher Forscher eingehend analysiert und diskutiert werden, die den derzeit dominierenden Klimamodellen dezidiert kritisch – und zwar auf der Basis seriöser wissenschaftlicher Analysen – gegenüberstehen.

Für eine wirklich wissenschaftliche Arbeit gehöre es unabdingbar, auch „Gegenmeinungen“ angemessen auszuwerten. Die Wissenschaftler fordern daher ein „konstruktives Treffen auf höchster Ebene zwischen Weltklasse-Wissenschaftlern auf beiden Seiten der Klimadebatte“.

Dann formulieren die Unterzeichner sechs Thesen zum „Klimawandel“:

  • Die Erwärmung verläuft erheblich langsamer als prophezeit
    Die Welt habe sich mit weniger als der Hälfte der ursprünglich vorhergesagten Rate erwärmt und mit weniger als der Hälfte der Rate, die aufgrund des anthropogenen Nettoantriebs und des Strahlungsungleichgewichts zu erwarten ist“. Das zeige „uns, dass wir den Klimawandel nicht verstehen“.
  • Welche Faktoren sorgen für eine Erwärmung?
    Das „geologische Archiv“ verdeutliche, „dass sich das Erdklima seit Bestehen des Planeten mit natürlichen Kälte- und Warmphasen verändert hat“. „Die kleine Eiszeit“ etwa „endete erst mit 1850“. Deswegen sei „es nicht verwunderlich, dass wir jetzt eine Phase der Erwärmung erleben“.
  • Die herrschende Klimapolitik stützt sich auf qualitativ ungenügende Modelle
    Die aktuellen Klimamodelle wiesen „viele Mängel auf und sind als politische Instrumente nicht aus der Ferne plausibel“. Außerdem „übertreiben sie höchstwahrscheinlich die Wirkung von Treibhausgasen wie CO2“. Auch „ignorieren sie die Tatsache, dass die Anreicherung der Atmosphäre mit CO2 von Vorteil ist“.
  • CO2 ist eine pflanzliche Nahrung, die eine der Grundlagen allen Lebens auf der Erde ist
    CO2 sei „kein Schadstoff“. Den protestierenden Wissenschaftlern zufolge ist CO2 vielmehr „wesentlich für alles Leben auf der Erde“. „Die Photosynthese“ sei „ein Segen“. Und mehr CO2 schone „die Natur und die Erde“: „Zusätzliches CO2 in der Luft“ habe „das Wachstum der globalen Pflanzenbiomasse gefördert“. Das sei „auch gut für die Landwirtschaft und erhöht die Ernteerträge weltweit“.
  • Die globale Erwärmung hat auf der Erde die Naturkatastrophen nicht verstärkt
    Es gebe „keine statistischen Belege dafür, dass durch die globale Erwärmung Hurrikane, Überschwemmungen, Dürren und ähnliche Naturkatastrophen verstärkt oder häufiger werden“. „CO2-Minderungsmaßnahmen“ seien „ebenso schädlich wie kostspielig“. Beispielsweise „töten Windkraftanlagen Vögel und Fledermäuse“. Und „Palmölplantagen zerstören die Artenvielfalt der Regenwälder“.
  • Die Politik muss für ihre Entscheidungen die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Realitäten berücksichtigen
    Es gebe „keinen Klimanotfall“. Die Unterzeichner sehen „keinen Grund für Panik und Alarm“. Sie lehnen daher „die schädliche und unrealistische“ CO2-Null-Strategie „nachdrücklich ab“. Wenn in Zukunft „bessere Ansätze“ entstünden (und das sei durchaus zu erwarten), „haben wir genügend Zeit, um zu überlegen und uns anzupassen“. „Ziel der internationalen Politik“ solle es jedenfalls sein, „jederzeit und weltweit verlässliche und bezahlbare Energie zur Verfügung zu stellen“.
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Kommentare ( 191 )

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191 Kommentare auf "500 Wissenschaftler erklären: „Es gibt keinen Klimanotfall“"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

BenjaminG: Sie argumentieren ausschließlich ad personam. Was ist den an den sechs Thesen falsch?

Das ist schade, dass bei näherem Hinsehen diese „Thesen“ von so wenig Fachkunde untermauert sind. Aus Deutschland war Vahrenholt federführend dabei – seit 1997 der Energiewirtschaft in Vorstandspositionen verbunden (z.B. Shell, RWE). Der einzige „Klimaforscher“, der sich aus Deutschland findet, ist gar keiner, sondern bezeichnet sich lediglich selbst so (Werner Kirstein befindet sich nahe an den Chem-Trail-Obskurantisten)), ansonsten sind von 13 Namen 7 emiritierte Professoren aus den unterschiedlichsten Fächern, die fachlich nur sehr bedingt etwas mit den Sachfragen zu tun hatten. Wie gesagt, das ist mehr als schade, nämlich traurig, dass diese Thesen der „Vernunft“ eher Antithesen des Ressentiments sind.… Mehr
Lesen Sie mal, wie die 97% Zustimmung unter Wissenschaftlern zustande kommen: 2013 wertete ein Team unter der Leitung des australischen Kognitionswissenschaftlers John Cook die Zusammenfassungen (Abstracts) von 12 000 wissenschaftlichen Publikationen aus 1980 Zeitschriften aus, die die Stichwörter «Klimawandel» oder «Klimaerwärmung» enthielten. Die erfassten Fachartikel wurden in acht Kategorien unterteilt : a) Die Klimaerwärmung ist hauptsächlich durch Menschen verursacht. b) Der Mensch ist an der Klimaerwärmung beteiligt. c) Die Studie nimmt Bezug auf eine menschenverursachte Erwärmung. d) Es wird keine Aussage zur menschengemachten Klimaerwärmung gemacht. e) Die Rolle des Menschen wird erwähnt, es werden aber keine Schlüsse gezogen. f) Der Mensch… Mehr

500 Wissenschaftler, 500 Stimmen der Vernunft.
In der aufgeheizten quasi-religiösen Klima-Atmosphäre werden allerdings Stimmen der Vernunft mit Klima-Ketzern gleichgesetzt, die kein Gehör bei den fanatischen Gläubigen um das Heilige Gretl und ihre Predigten finden dürfen.
Es verstärkt sich bei mir das Gefühl immer mehr, in einer Irrenanstalt zu leben.

Wenn nun 500 Wissenschaftler diesen Aufruf unterzeichnen, und man die Behauptung des 97 % Konsenses dagegen setzt, müssten es ja nur 17500 Unterschriften geben, die bei https://www.scientists4future.org/ unterschrieben hätten. Dort aber wird von 26500 gesprochen. Was bedeutet das? Eigentlich nichts, denn Wissenschaft ist keine Demokratie, in der Mehrheiten entscheiden könnten.

Nach uns die Sintflut ist wohl ein seit langem überlieferter Spruch, ich glaube aus dem alten Testament. Soweit ich weiß, wurde in dem Buch der Dieselmotor nicht erwähnt.

Sie haben natürlich recht, Herr Herles, die Menschen müssen sich auf den Klimawandel einrichten, statt ihre Wirtschaftskraft und unnütze Emergiewenden mit Abermilliarden zu ruinieren!

Vermutlich werden wir nie erfahren wie viele von den 500 Wissenschaftlern ihren Job verlieren oder samt Familie über Nacht einfach verschwinden…

So weit sind wir noch nicht – NOCH steht die Machtergreifung der Fridays for Plem-Plem mit totalitären Ansätzen aus. Selbst die verbreiteten Medien bringen zunehmend verhaltene Kritik und im Internet verbreiten sich die Inhalte ungehindert – eine Zensur wie in China gibt es ebenso nicht.

Ein weiterer Artikel über die Mogeleien beim Klimaschutz – wer IPCC kritische Fragen stellt, hört als Antwort bloß „falsche Frage“:

https://uebermedien.de/41860/die-homogenisierung-der-klima-berichterstattung-ist-ein-problem/?utm_source=pocket-newtab

Ich glaube nicht, dass es mittlerweile schon so schlimm ist. Es genügt, sachlich zu informieren, um auch unentschlossenen die Möglichkeit zum Umdenken anzubieten. Kommentare, die überziehen, verhärten die Fronten eher. Aber der Trend, dass sich Wissenschaftler jenseits des Mainstreams mit beruflichen Nachteilen zu rechnen haben, ist sehr wohl feststellbar.

@ MartinLa. Doch. Ich denke, es ist bereits so schlimm. Ich habe schon einige Male versucht, Kritik am IPCC anzubringen, der bezeichnender Weise nur in Deutschland mit der Bezeichnung „Weltklimarat“ hochgestapelt wird. Zuletzt habe ich einen Kommentar an die WELT gepostet, in dem es u.a darum ging, bewusst zu machen, dass es für die zahlreichen, nahezu diktatorischen Behauptungen des IPCC (…das CO2 sei klimaschädlich…es sei für die Erderwärmung zuständig… der Mensch trage die Verantwortung für den CO2-Gehalt der Atmosphäre etc.) bis zum heutigen Tag überhaupt keinen einzigen WISSENSCHAFTLICHEN Beweis gibt und es ging darum, dass wir diesen fehlenden Beweis hartnäckig… Mehr

Wenn man andeutet, dass Leute über Nacht verschwinden, kann die Ablehnung nicht wundern. Mal schauen, was aus einem Posting wird, welches auf Xing ähnliche Thematik anspricht:

https://www.xing.com/communities/posts/greta-thunberg-ein-ganz-aussergewoehnlicher-mensch-1016458330?comment=37074448

Belege VOR Vorschlägen astronomischer CO2-Preise und anderer Radikalschritte sollte man natürlich fordern, aber möglichst in einer Tonart, die sich von Gretas Wutreden unterscheidet. Wenn alle Politiker etwa bloß zur ‚Polit-„Elite“ ‚ werden sollten, werden sie sicherlich nicht zum Nachhaken motiviert – Shitstorms kassieren sie bereits für leiseste Greta-Kritik.

Das Wort „Polit-Elite“ habe ich in meinem Post an die WELT nicht verwendet… obwohl es absolut zutreffend ist und außerdem schon gar kein Grund sein sollte, einen Kommentar NICHT zu veröffentlichen. „Polit-Elite“ zu verwenden ist kein Zeichen von Hass, Hetze oder Beleidigng, sondern eine zulässige Form der Meinungsäußerung.

Dieser Klimazirkus, den Thunberg und die Grünen mitsamt ihren politischen und medialen Hofschranzen betreiben ist an Dummheit nicht zu überbieten.
Thunberg löst in einer neurotisierte Nation, ich spreche von Deutschland, eine Massenpsychose aus und die Jugend rennt ihr nach wie beim Rattenfänger von Hameln.
Aber es sind ja auch nur Klimawissenschaftler – Hexer und Gottseibeiuns – die auf den Scheiterhaufen gehören.
Ich bin stink sauer.

Immer die gleichen Fehler: mit nüchtern begründeten Argumenten gegen Klimaglauben-Hysterie. Windmühlenkampf.

Nach meiner Auffassung ist dieser offene Brief erst einmal nicht zu toppen. Allerdings fehlt mir der entscheidende Hinweis. Nämlich der, dass es bis heute keinen einzigen WISSENSCHAFTLICHEN Beweis für die vom IPCC aufgestellten Behauptungen gibt. Es kann und darf doch nicht sein, dass unsere Regierung sofort über jedes Stöckchen springt, das ihr irgendwelche Lobbyisten hinhalten – OHNE dass diese den ECHTEN (wissenschaftlichen) Beweis über die Richtigkeit der geforderten Maßnahmen erbracht haben. Dr. Mann, ein bekannter IPCC-Vertreter (ob er tatsächlich Naturwissenschaftler ist, mögen bitte andere beurteilen) wurde durch ein kanadisches Gericht dazu verdonnert, die Gerichtskosten sowie einen nennenswerten Betrag an den… Mehr

Ich kann zwar verstehen, dass es manchmal als ein Kampf gegen Windmühlen anmutet, aber auch trotz bescheidener Erfolgsaussicht ist es der einzige Weg, der zumindest Teilerfolge in Aussicht stellt. Was wäre sonst eine Alternative?

Mit Hysterien auf Hysterie der Fridays for Plem-Plem zu antworten bestimmt nicht. Besonders Entscheidungsträger denken eher nüchtern – wobei das laute Geschrei der Hysteriker leider zu den Faktoren gehört. Schon wieder kommen wir zum Thema einer breiten Gegenbewegung gegen Hysterie und Gängelungen – die die meisten Leute keinesfalls wollen. (Laut einer N-TV-Umfrage wollen 83% auf keinen Fall für den Klimaschutz mehr zahlen.) Wenn die OECD 30 EUR/Tonne CO2 vorschlägt, aber ein paar Klimatologen 45 gleich und 180 in wenigen Jahren wollen – es müsste klar sein, dass nicht nur der Sprit viel teurer wäre, sondern so ziemlich alles? Selbst wenn… Mehr

Endlich mal eine Stimme der Vernunft anstatt autistischer pubpertierender Jugendlicher.

Ausgezeichnet, daß sich mal eine größere Menge der eigentlichen Wahrheit annimmt!
Das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ ist ja inzwischen zum Alltag in unserer Banana-Bundesrepublik geworden. Und die Kindergesichter, die früher im ÖR und Mainstreammedien als „Flüchtlinge“ herhalten mussten, werden nunmehr leibhaftig heulend auf die Bühne gestellt.
Es muß endlich einen Aufstand der Restmenge geben, die noch von Gott mit Hirn ausgestattet wurden. Viele sind es ohnehin nicht.