Die Presse aus Wien: „Viele Türken würden für Geld gehen“

Die Erdoğan-nahe Union europäisch-türkischer Demokraten (UETD) befragte 1.270 Austrotürken. Demnach würden 53,5 Prozent sofort das Land verlassen – weitere 39,8 Prozent wollen ein finanzielles Angebot des Staates.

Screenshot Die Presse online

Im Juli kommentierte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz, ÖVP, die von der UETD (Union europäisch-türkischer Demokraten) organisierte Demonstration von tausenden Türkischstämmigen nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei für Präsident Recep Tayyip Erdoğan: „Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren will, dem steht es frei, unser Land zu verlassen“.

Von einer Umfrage der UETD unter 1.270 türkischstämmigen Österreichern berichtet Die Presse:

„Demnach wären 53,5 Prozent sofort bereit, das Land zu verlassen. Weitere 39,8 Prozent wollen vorher noch auf ein entsprechendes Angebot warten. Und das müsste folgendermaßen aussehen: 43,8 Prozent würden Österreich verlassen, sofern sie 100.000 Euro bezahlt bekommen würden. 16,6 Prozent wollen 50.000 Euro. 27,6 Prozent würden sich mit einer Summe zwischen 10.000 und 20.000 Euro begnügen und ein weiteres Drittel bevorzugt ein individuell ausgehandeltes Angebot. Auf die Frage, wo man gern leben würde, geben 88,8 Prozent die Türkei an.“

Damit ist die UETD die zweite türkische Organisation, die sagt, „dass Austrotürken in Scharen das Land verlassen wollen.“ Der Vorarlberger Landeshauptmann, Markus Wallner, ÖVP, habe einen Brief der türkisch dominierten Arbeiterkammerfraktion Neue Bewegung für die Zukunft (NBZ) erhalten, wonach Türkischsstämmige Österreich mitsamt Familien verlassen wollen, „wenn ihnen die bisher einbezahlten Sozialleistungen wie auch die Beiträge in die Pensionskasse ausgehändigt werden.“

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Wie Die Presse weiter berichtet, geben in der Verbandsumfrage als Gründe für ihren Frust 84,5 Prozent „die zunehmende Islamophobie in Österreich an“, 42,7 Prozent sagen, „mittlerweile nicht mehr in Österreich leben zu wollen“ und nur 2,4 Prozent beschrieben ihre Situation als „sehr gut“.

Die UETD gilt nach Beurteilung der Presse „als verlängerter Arm von Erdoğans Partei, AKP, und hat in Österreich vor allem auf den konservativen Teil der türkischstämmigen Bevölkerung großen Einfluss.“

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