Der bayerische Autobauer riskiert in seiner wirtschaftlichen Krise nun auch eine offene Gegnerschaft zur AfD: Der eben gewählte Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, Tobias Rausch, soll keinen Dienst-BMW fahren dürfen. Aktuell leben fast 20 Millionen AfD-Sympathisanten in Deutschland.
IMAGO / Robert Michael
Haltung statt Leasing: Zwei Tage nach einer historischen Wahl ist der neue Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt mit einer bisher in der deutschen Innenpolitik noch nie dagewesenen Feindseligkeit konfrontiert – die BMW Group hat am 6. Oktober ein zuvor abgegebenes Leasingangebot an den Landtag zurückgezogen. An genau diesem Tag war der 35-jährige AfD-Politiker Tobias Rausch im ersten Wahlgang zum Parlamentspräsidenten gewählt worden. Die Landtagsverwaltung bestätigte den Rückzug gegenüber der Zeit. BMW selbst erklärt diesen Vorgang nicht, ein Konzernsprecher sagte lediglich, die BMW Group äußere sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen.
Storno-Drohungen auf X
Dieses Signal des bayerischen Autobauers, bei dem aktuell tausende Mitarbeiter vor der Kündigung stehen, wird bereits intensiv auf Social-Media-Plattformen wie X diskutiert: „40 Jahre BMW im Haushalt, das ist jetzt vorbei. Wenn BMW meint politisch aktiv zu werden kann es nicht schnell genug vorbei sei“, postet etwa der X-User Thomas Blank. Und H. Müller stellt auf X klar: „Ich habe heute den Einkauf angewiesen, den Leasingvertragsentwurf für den für mich ab März 2027 geplanten Geschäftswagen der Marke BMW kommentarlos dem BMW-Autohaus zurückzusenden und jegliche Kommunikation mit dem Hersteller BMW zu beenden. Zudem informiert der Einkauf meines Unternehmens die Firma BMW über unsere Absicht, künftig konkurrierende Hersteller für betrieblich genutzte Fahrzeuge zu bevorzugen. Mitarbeiter und Betriebsrat sind informiert.“ Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch fragt, ob Musk bereit wäre, Rausch einen Tesla als Dienstwagen bereitzustellen.
X-User Alexander Möhnle meint dazu: „BMW streicht das Auto für den AfD-Präsidenten des Landtags Sachsen-Anhalt: Vielleicht hat Elon Musk noch einen netten Tesla Cybertruck übrig?“
Fast 20 Millionen AfD-Sympathisanten
Noch einige Daten, die auch für den BMW-Vorstand von Interesse sein könnten: Bundesweit liegt die AfD in aktuellen Sonntagsfragen zwischen 26 und 30,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 waren 60,51 Millionen Menschen wahlberechtigt. Dreißig Prozent dieser Gruppe wären also 18,2 Millionen Personen. BMW ist damit der erste Autohersteller der Welt, der fast 20 Millionen potentiellen Kunden den Kauf eines Wagens aus Bayern ziemlich schwer macht.
Dass die nun offen gezeigte Feindschaft zur AfD in der derzeitigen Krise von BMW helfen kann, darf jedenfalls bezweifelt werden.



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