Was Deutschland für die Ukraine leistet: 102 Milliarden Euro bisher

In den sozialen Medien kommen der Besuch des Kanzlers in der Ukraine und seine Zusage von 1,35 Milliarden Euro als weitere Hilfsleistung nicht gut an – viele der von Sparbefehlen genervten Bürger wollen ein Ende dieser Zahlungen. Bisher flossen bereits fast 102 Milliarden Euro nach Kiew.

Wolodymyr Selenskyj und Friedrich Merz in Kiew. IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Wolodymyr Selenskyj und Friedrich Merz in Kiew.

Wie viel Geld bisher offiziell aus Deutschland an die Ukraine geflossen ist, lässt sich sehr gut dokumentieren: Die Bundesregierung hat seit Kriegsbeginn über 43,3 Milliarden Euro für die zivile Unterstützung der Ukraine geleistet. Um das Durchhaltevermögen des ukrainischen Staates und seine Handlungsfähigkeit zu stärken, wurden von den Mitteln, die das Auswärtige Amt seit Beginn des russischen Angriffskriegs zur Verfügung gestellt hat, zudem 254,5 Millionen Euro für die Stabilisierungsarbeit eingesetzt.

Dazu kommt die militärische Unterstützung in einem Ausmaß von bisher 57,6 Milliarden Euro. Deutschland ist damit der größte bilaterale Unterstützer der Ukraine, insgesamt flossen so fast 102 Milliarden Euro nach Kiew.

Zum Vergleich: Der Bundestag hat den Bundeshaushalt 2026 mit Ausgaben von 524,54 Milliarden Euro beschlossen. Die Zahlungen an die Ukraine erreichen also bereits knapp 20 Prozent eines Bundesbudgets.

Weitere Milliardenhilfe angekündigt

Und während die deutschen Steuerzahler immer wieder hören, dass nun aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation im eigenen Land gespart werden müsse, kündigte Friedrich Merz (CDU) bei seinem aktuellen Besuch in Kiew weitere Unterstützung für die Ukraine an: eine Milliarde Euro als Militärhilfe, 350 Millionen Euro als Unterstützung bei der Reparatur der Energie-Infrastruktur. Die Begründung der Bundesregierung: Die Ukraine solle sich schützen und damit den Frieden in Europa sichern können. Friedrich Merz dazu in Kiew: „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns.“ Die Hilfe sei im Eigeninteresse, auch aufgrund der Cyberangriffe und der Desinformations-Attacken aus Russland.

Sonderzug in Kiew eingetroffen
Merz und Reiche trotz Warnungen in der Ukraine
Zusätzlich zu diesen Summen droht Deutschland eine weitere gewaltige Belastung aufgrund der Finanznöte der Ukraine: Für den 90-Milliarden-Kredit der Europäischen Union an Kiew haftet auch Deutschland anteilsmäßig. Dass die ständig vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine diese Kreditsumme je zurückzahlen wird, kann wohl ausgeschlossen werden. Somit werden die EU-Nettozahler auch hier extrem hohe Summen zu leisten haben – Deutschlands Anteil wird auf 23 bis 25 Milliarden Euro kalkuliert. Das ist jedoch eine Eventualhaftung, keine bereits überwiesene Summe.

Damit summiert sich die Gesamtbelastung der deutschen Steuerzahler durch die Unterstützungsleistungen für die Ukraine auf mehr als 127 Milliarden Euro. 127 Milliarden Euro, die im eigenen Land fehlen.

Finanzminister Lars Klingbeil mahnte bekanntlich am 23. September: „Wer glaubt, wir könnten einfach so weitermachen wie bisher, der irrt sich.“ Es werde für Deutschland „mutige und teils unbequeme Entscheidungen“ geben. Auch an gewisse Sätze von Friedrich Merz wird auf Social-Media-Plattformen im Zusammenhang mit den Ukraine-Milliarden erinnert. Etwa daran: „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten.“ Oder: „Wir können uns dieses System, das wir heute so haben, einfach nicht mehr leisten.“ Und auch: „Das wird schmerzhafte Entscheidungen, das wird Einschnitte bedeuten.“

Sechs Milliarden Euro für Ukrainer in Deutschland

Was bei dieser Zahlungs-Aufstellung der Bundesregierung noch fehlt: Die Kosten für nach Deutschland geflüchtete Ukrainer. In Deutschland leben aktuell etwa 1,18 Millionen Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit, nach Angaben des Arbeitsministeriums wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits 2,9 Milliarden Euro als Bürgergeld an 633.000 Ukrainer ausbezahlt, pro Jahr summiert sich diese Sozialunterstützung somit auf knapp sechs Milliarden Euro. Bleiben die meisten dieser ukrainischen Zuwanderer und bekommen weiterhin keine Jobs, dann erreicht dieser Ausgabenposten in nur 5 Jahren ein Volumen von 30 Milliarden Euro.

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Kommentare ( 23 )

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Raul Gutmann
7 Minuten her

Völkischer Selbsthaß, selbstzerstörerische linke Ideologie plus Ignorieren der Wirklichkeit mündet darin, medialen, wirtschaftlichen und vor allem finanziellen Krieg gegen Rußland zu führen, wenn auch (noch) ohne massiven Einsatz von Soldaten.

Peter Gramm
12 Minuten her

Was soll’s. Die Griechen melden sich ja auch schon wieder und wollen Milliardenbeträge und den Polen ist das Fordern ja auch nicht abhold. Der Krieg scheint bei bestimmten Politikern ein lukratives Geschäftsmodell zu sein. Nicht so bei den Amis. Die scheren sich einen feuchten Kericht um die bei ihren Friedensfeldzügen angerichteten Schäden. Wie lange läßt sich der Michel dies noch gefallen.

Deutscher
14 Minuten her

Der Krieg ist ein lukratives Geschäft für Kiew. Sogar das BIP in US-Dollar gerechnet, hat sich seit 2020 fast verdoppelt.

rolandino
15 Minuten her

„Die Hilfe sei im Eigeninteresse, auch aufgrund der Cyberangriffe und der Desinformations-Attacken aus Russland“

Für Desinformations-Attacken ist der unwahrheitssagende Friedrich Merz eher der Spezialist. Also besser mal ein wenig runterfahren Friedrich.

Hendo Renka
1 Stunde her

Alles für die Ukraine und wir sollen sparen, dh für diesen Kanzler spielt “ sein Land “ nur in eine Richtung eine Rolle!

Jens Frisch
1 Stunde her

„Euro. 127 Milliarden Euro, die im eigenen Land fehlen.“
Ach, das sind nur Peanuts verglichen mit all den anderen Desastern, die uns die Regierungen allein in den letzten 20 Jahren eingebrockt hat: Euro- oder Griechenland „Rettung“,Target II Salden, Abriss funktionierender Atom- und Kohlekraftwerke samt „Energiewende“ – das alles lässt sich bezahlen, sogar die Beamtenpensionen werden wir irgendwie stemmen.
Das ultimative Verbrechen gegen unser Land ist die Flutung mit kulturfremden Männern – da geht geht es nicht mehr um Euro und Cent, da geht es um Shakespeare: „Sein oder nicht sein! „

Sanijo
1 Stunde her

Warum gibt es keine Instanzen die den Merz sofort verhaften, wenn er Deutsches Steuergeld an die Ukraine verschenkt, die in Deutschlands Infrastruktur fehlen und uns gleichzeitig mit Islamisten und Afrikaner Flutet, auf unsere Kosten! Hier stürzen Brücken (Carolabrücke Dresden) ein und der nicht gewählte Bandit Merz verschenkt unser Steuergelder an Ukrainische Nazis! Und nein, dass Deutsche Volk steht nicht hinter der Ukraine, wie Merz in Kiew behauptete!

Last edited 1 Stunde her by Sanijo
Peter Gramm
8 Minuten her
Antworten an  Sanijo

Vermutlich arbeitet Merz im Auftrag. Scheinbar berichtet er Black Rock. Die Beteiligungen von B-R müssen sich ja rentieren.

ThomasP1965
1 Stunde her

Dafür muss man sich bei Putin bedanken, der einen imperialistischen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Deutschland sollte anstreben, Reparationen von Russland zu bekommen.
Ich bin außerdem sehr gespannt, wie die „Experten“ hier das rechtliche Problem lösen wollen, dass Gazprom schadensersatzpflichtig für die Einstellung der Gasversorgung 2022 ist. Das sind x Milliarden, die zu entrichten wären. Wenn Gazprom die auf die Gaspreise (wo sie dann hingehören) aufschlägt, hat sich’s mit billigem russischen Gas.

rolandino
8 Minuten her
Antworten an  ThomasP1965

Einer der letzten Merz-Unterstützer. Irgendwo her müssen die verbliebenen 10% ja kommen, habe mich schon gewundert.

Elmar
7 Minuten her
Antworten an  ThomasP1965

So einen Stuss kann nur jemand verzapfen, der ausschließlich seiner eigenen Propaganda vertraut.

Britsch
5 Minuten her
Antworten an  ThomasP1965

Ich erinnere daran, daß wenig nach beginn des krieges ein Dokument zur Beenedigung des Krieges unterschriftsreif vorlag. Die Europäer das zustande kommen aber verhinderten und den Krieg finanzieren. Ich erinnere daran was Rutte z.B. sagte „wir haben Russland schon einmal am Boden gehabt, wir werden es wieder schaffen“

Marie
1 Stunde her

Realsatire
oder
Amerika sichert sich das Geschäft – Merz schleppt Milliarden nach Kiew
Deutschland finanziert den Krieg, die USA werden Russlands neuer Energiepartner…
https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/deutschland-finanziert-den-krieg-die-usa-werden-russlands-neuer-energiepartner

Waldschrat
1 Stunde her

Es wäre mal interessant zu wissen, wieviel davon in die privaten Kassen von Merz, Selenskij und deren Helfershelfer fließen.

Bernd Simonis
1 Stunde her

Ich verstehe es immer noch nicht. Mit einer neutralen Ukraine, ohne EU und NATO Pläne, hätte es wahrscheinlich keinen Krieg gegeben. Der Wohlstand wäre für alle Beteiligten höher. Verantwortlich für den Krieg war westlicher Hyper Moralismus. Der Glaube an das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine. Ein korruptes Land, in weiten Teilen Russland näher als dem Westen. Geschichtsvergessenheit. Ich fürchte, die westlichen Entscheidungsprozesse werden niemals ans Tageslicht kommen, man wird Akten vernichten. So wird man nicht definitiv feststellen können, wer für alles verantwortlich ist. Ja Putin ist der Angreifer. Aber wir blicken auf 2000 Jahre Geschichtsschreibung zurück und haben nichts daraus gelernt.