Laut Ifo sieht jedes zwölfte Unternehmen seinen Fortbestand gefährdet. Besonders hart trifft es Einzelhandel, Gastronomie und Bau – während Kosten, Bürokratie und Nachfrageflaute weiter drücken.
picture alliance / imageBROKER | Markus Beck
Die Krise der deutschen Wirtschaft geht weiter. Nach einer aktuellen Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts vom April sehen 8,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland den eigenen Fortbestand gefährdet. Damit steht rechnerisch etwa jedes zwölfte Unternehmen unter existenziellem Druck.
„Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Die Insolvenzzahlen dürften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben.“
Besonders dramatisch ist die Lage im Einzelhandel. Dort sehen 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Existenz bedroht, ein neuer Höchststand. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher bleibt das beherrschende Problem. Hinzu kommen der wachsende Online-Handel und der Druck durch Billiganbieter aus dem Ausland. Für den gesamten Handel, also Groß- und Einzelhandel zusammen, fürchten 1,6 Prozent der Unternehmen, ihr Geschäft aufgeben zu müssen.
Branchenübergreifend nennen die Unternehmen drei zentrale Belastungen: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie eine immer schwerer wiegende Bürokratie. Viele Betriebe geraten zudem in Liquiditätsengpässe, weil Kunden sparen oder selbst insolvent werden. „Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten“, sagte Wohlrabe. „Wenn Kunden wegbrechen oder Aufträge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht.“
Auch bei den Dienstleistern bleibt die Lage angespannt. 7,6 Prozent der Unternehmen sehen sich dort in ihrer Existenz bedroht. Besonders hart trifft es Beherbergung und Gastronomie: In diesen Bereichen liegt der Wert bei fast 20 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil auch in Werbung und Marktforschung mit 14,3 Prozent.
In der Industrie ist der Anteil der existenzgefährdeten Unternehmen zwar leicht auf 7,5 Prozent zurückgegangen. Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile gegenüber asiatischen Anbietern belasten vor allem exportorientierte Branchen.
Im Bauhauptgewerbe stieg der Anteil leicht auf 7,3 Prozent. Der Einbruch im Wohnungsbau hält an. Lange Genehmigungsverfahren und die Zurückhaltung der Banken bei der Baufinanzierung setzen der Branche weiter zu.
Die Ifo-Zahlen zeigen damit ein Bild, das sich nicht mehr als vorübergehende Delle verkaufen lässt. Schwache Nachfrage, hohe Kosten, Bürokratie und ausbleibende Investitionen drücken gleichzeitig auf die Betriebe. Während die Politik weiter von Transformation, Förderung und Entlastung spricht, rechnen immer mehr Unternehmer längst mit der Frage, ob ihr Betrieb überhaupt noch durchhält.

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Schwache Nachfrage, ja ei, wie das? Und ich dachte, man müsse nur immerzu kosequente Angebotspolitik machen, Löhne, Gehälter, und Renten immerfort tüchtig kürzen, und alle sparen privat für Krankheit, Rente und Pflege, und dann boomt das hier. Und auf einmal fehlt Nachfrage. Komisch.
Jedes zwölfte Unternehmen sieht eigenen Fortbestand als gefährdet.
Jedoch bemerkenswert ist der Fatalismus, die Gelassenheit, mit der die Deutschen auf all das reagieren: Klimahysterie, Sondervermögen, Energiekosten, Integrationkosten usw.
Massenproteste auf den Straßen und Schlangen vor Banken sind noch nicht in Sicht. Obwohl die schwarz/rote Bundesregierung der Nation solche schon lange jede Fantasie und alle historischen Vergleiche sprengenden wahnwitzigen Verpflichtungen für Generationen aufbürdet herrscht gespenstische Ruhe.
Das Leben geht weiter, fast ist es, als sei mittlerweile die Schwelle überschritten, hinter der noch irgendjemand durch irgendeine Summe zu erschüttern sei.
Nur jedes zwölfte?? Werden da die hunderttausend Vorschalt- (und Nachschalt-) Organisationen der besten Regierung die es je gab als „Wirtschaft“ mitgezählt oder wie kommt so eine niedrige Quote zustande?
„Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten“
Ehrlich gesagt, wo denn sonst im Wirtschaftsleben? Einer mit dem Du nichts zu tun hast, der kann dir doch weder als Lieferant wegfallen noch kann er dich als Lieferanten hängenlassen.
„Für den gesamten Handel, also Groß- und Einzelhandel zusammen, fürchten 1,6 Prozent der Unternehmen, ihr Geschäft aufgeben zu müssen.“
Im Einzelhandel sehen sich 17,4 Prozent existensbedroht und im gesamten Handel fürchten 1,6 Prozent der Unternehmen ihr Geschäft aufgeben müssen. Stimmen die 1,6% denn da, der Einzelhandel müsste doch bei der Bezugsgröße Unternehmenszahl voll durchschlagen??
Wo ist das Problem? Unternehmer, die ihre Existenz aufgeben müssen, werden automatisch verbeamtet oder erhalten eine Stelle im öffentlichen Dienst. Merz wird dann verkünden „wir tun was“ und die deutschen Insassen werden weiter vor sich hinschnarchen (noch ist der Kühlschrank voll).
> Während die Politik weiter von Transformation, Förderung und Entlastung spricht, rechnen immer mehr Unternehmer längst mit der Frage, ob ihr Betrieb überhaupt noch durchhält. Wenn der Michel nicht wirklich den Ökosozialismus beenden will… Böses Medium brachte übrigens gestern: „Yanis Varoufakis: „Europa steht vor einem Jahrhundert der Demütigung““ > „… Das Ende sei absehbar, meint der griechische Ex-Minister, und habe Europa in ein Jahrhundert der Stagnation geführt. Europa produziere keine Solarpaneele mehr, keine konkurrenzfähigen E-Autos und investiere nicht in KI oder „Cloud Capital“. Politische Zwerge regieren, während die technologische Zukunft an Europa vorbeiziehe. Varoufakis sieht keine automatische Rettung. Dennoch schließt… Mehr
Jedes zwölfte Unternehmen sieht eigenen Fortbestand gefährdet?
Ich sehe nach einer historisch objektiv belegten Analyse durch Dokumente und Zeitzeugen den Fortbestand dieses Landes Deutschland gefährdet.
Das sind dann alle Unternehmen. Kein Problem, braucht man dann ja nicht mehr.