Bei Maischberger: Angst, Krieg und der Feminismus

Wäre da nicht der Welt-Journalist Marc Felix Serrao gewesen, hätten Sandra Maischberger, Theo Koll, Anna Lehmann und Sandra Navidi (zugeschaltet) samt Wladimir Klitschko eine nette Plauderstunde haben können.

Screenprint: ARD / Maischberger

Vorhersehbar geht es wieder bei Sandra Maischberger zu. Wie es um die USA, die Ukraine oder um Deutschland steht, fragen zum wiederholten Male die Gäste. Mit einer Abwechslung: ein Plädoyer für Wokismus von einer alten weisen Dame.

Eine „kostenlose Gymnastik“ hätten Mike Johnson und JD Vance durch die Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump erhalten, so der Journalist Theo Koll. Die „Show eines Narzissten“ sei diese Rede und überhaupt weswegen muss hierfür aufgesprungen und applaudiert werden. Kaum ist die Sendung ein paar Minuten ausgestrahlt, erhebt darauf der unliebsame Gast und Welt-Journalist Marc Felix Serrao das Wort.

Rede zur Lage der Nation
Trump vor dem Kongress: „Wir sind besser, größer und reicher als je zuvor“
Dass Trump selbstverliebt ist und sich für den größten hält, bestreitet er nicht. Doch dies außen vor gelassen, wäre es doch eine erfolgreiche Bilanz, die Trump vortragen konnte: „Es waren noch nie so viele Amerikaner in Arbeit wie jetzt. Das haben ja auch Fakten-Checker sofort festgestellt. Die Mordrate ist historisch niedrig. Die Börsen haben Höchststände.“ Besonders seine Tischnachbarin, die bekannte Anna Lehmann von der taz, fügt schnell hinzu, dass Trumps Umfragewerte extrem sinken – also toll finden die Amerikaner diese Erfolge wohl sicher nicht.

Um genau dies zu unterstreichen, wird zum Panel aus den USA die „USA-Expertin“ Sandra Navidi zugeschaltet. Die weibliche Form von Elmar Theveßen gewinnt der Trump-Administration nichts Gutes ab und feuert scheinbar mit ihrer „Expertise“ Lehmann erst so richtig an. Beide unterstellen Trump die Abschaffung der Demokratie und Lehmann fügt brennend hinzu: „Der Umbau der USA, hin zu einer Autokratie ist meiner Beobachtung nach im vollen Gange.“ Vereinzelte Zuschauer applaudieren aggressiv, werden aber von Serrao unterbrochen.

US-Trump zieht den UN-Stecker
Erst werden die Americas geordnet und dann die Welt
Wieder holt er die ÖRR-Journalisten runter. Beschwichtigend und seine Tischnachbarin meidend, protestiert er gegen die Behauptung, die Demokratie in den USA sei gefährdet. Auch Obama hätte Richter schon persönlich angegriffen und dass Trump eine dritte Amtszeit anstrebe, gebe die Verfassung schlicht nicht her. Maischberger lenkt wieder zur „USA-Expertin“, welche Serrao einheizt – auf die „Experten“ ist eben Verlass.

Einen Skandal hat Maischberger noch in petto. Maischbergers unspektakuläres Interview mit Hillary Clinton wird eingeschnitten, welches die Epstein-Files nicht einmal ansatzweise kritisch beleuchtete. Aber das ist in Maischbergers Augen nicht der Skandal: Vielmehr sind die unterstellten Beziehungen von Trump zu Russland der Skandal. Und überhaupt hat Trump in seiner Rede die Ukraine nur am Rande erwähnt – in seiner Rede zur Lage der Nation Amerika. Das wäre dem deutschen Kanzler Merz nicht passiert, dieser kriecht ja in China vor Xi – nicht zu vergessen „auf Augenhöhe“ – um die Partnerschaft auf ein neues Niveau zu heben. Eine Frechheit, findet Lehmann. Neben Putin und Trump, wäre doch genau Xi derjenige, der die Macht hätte, den Krieg zu beenden. Aber keiner von ihnen möchte den Krieg beenden, so Lehmann. Trumps Friedensverhandlungen werden kurzerhand ausgeblendet. Die passen eben nicht ins Bild.

Handelspolitik
Rückschlag für US-Regierung: Oberster Gerichtshof kippt Zölle
Dafür passt der Freiheitskämpfer Wladimir Klitschko ins Bild. Im Interview mit Maischberger wird er mit Selenskyjs Kritik an seinem Bruder Vitali Klitschko, dem Bürgermeister von Kiew, konfrontiert. Das Verhältnis dieser beiden Rivalen scheint auch im neuen Jahr keine Besserung zu erfahren. Doch Klitschko geht darauf nicht ein, wie auch auf Maischbergers Versuche, Trumps Administration die Schuld in die Schuhe zu schieben. Auch Merz möchte er nach einem Jahr nicht einschätzen. Dass Merz auch seine Versprechen gegenüber der Ukraine nicht ganz eingehalten habe, fällt nur im Nebensatz.

Im Panel geht es dann weiter nach Skript. Steht die CDU vor einer Weggabelung, heißt das Motto. Fest steht, dass die Union und die SPD kein Dreamteam sind, aber Knoll ist zuversichtlich: „Es ist ein Geben und Nehmen.“ Schließlich hätten sie gemeinsam ein neues Heizungsgesetz beschlossen. Für Lehmann, wie zu erwarten, eine Katastrophe für die Einhaltung der Klimaziele.

Serrao dagegen bringt es auf den Punkt: „Das Problem für Friedrich Merz ist, indem er sich an die SPD kettet, hat die SPD letztlich, was alle wichtigen Reformen angeht, was die gesamte Politik angeht, immer das letzte Wort. De facto haben wir also eine reine SPD-Regierung.“ Der Mangel an Alternative – „Brandmauer“ – führe zu Zerreißung der CDU.

Oval Office und Golfclub als Pressebühne
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Knoll findet „den politischen Flirt und sei es aus strategischen Gründen mit einer zum Teil verfassungsfeindlichen Partei einfach falsch.“ Lehmann holt noch mehr aus: „Rechtsextreme Partei“, „Holocaust-Leugner“ und „völkische Nationalisten“, welche im Prinzip dasselbe wie Trump in den USA wolle – also nach Lehmann die Abschaffung der Demokratie. Serraos Einwurf, die Union habe keine Berührungsängste mit der teils antisemitischen Linken, findet Lehmann dann aber wirklich dreist.

Und auch für Maischberger ist dann genug kommentiert worden, aber noch nicht genug indoktriniert. Dafür wird ein bereits aufgenommenes Interview mit der Schauspielerin Iris Berber ausgestrahlt. Es geht vor allem um die Promotion ihres neuen Filmes: Eine Kunstprofessorin, die einem alten weisen Mann die Welt erklärt und auf keinen Fall heiraten möchte. Eine Rolle wie auf Berben zugeschnitten. Sie selbst ist Feministin, wollte nie heiraten und schon immer die „Retterin der Sprachlosen“ sein. Wie um alles in der Welt so viele Frauen Donald Trump wählen konnten, kann sie nicht verstehen. Für Angela Merkel als Bundespräsidentin brennt sie dagegen. Noch ein erfolgreiches Interview für Maischberger.

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Kommentare ( 9 )

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Dr. Rehmstack
1 Stunde her

Gerade das Gespräch mit Iris Berben zeigt, auf welches vorjournalistisches Niveau Frau Maischberger abgesunken ist. Völlig gehaltlose Allgemeinplätze, aber keine Frage dazu wie Frau Berben, vorher überwiegend bekannt durch ihren pro israelischen Gratismut, nun, nachdem ihre „Künstler“ Kollegen wohl mehrheitlich der Hamas zuneigen, zu der Sache Israel/Palästina steht. Jetzt hätte Iris Berben den Beweis antreten können, wie sehr sie tatsächlich auf der Seite der Israel steht und ihre pro Israel Aussagen nicht nur ihrer eigenen öffentlichen Wahrnehmung geschuldet waren. Da sie sich dazu nicht mehr äußert, ist wohl offensichtlich Letzteres ihr Hauptmotiv gewesen. Es hätte ein interessantes Gespräch werden können,… Mehr

Kassandra
3 Stunden her

Der Punkt aus SOTU, der dort in den USA wohl am meisten Furor macht, wird hier gar nicht angesprochen. Es sind die dems, die nicht für die US-Amerikaner einstehen wollen – und das haben sie bei der Rede öffentlich zum Ausdruck gebracht: The ask was simple: stand if you believe your number one duty is to protect American citizens, not illegal aliens. The Left remained seated. “ They view illegal aliens as their constituents…. they depend on the headcount in the census of those illegal aliens and other https://x.com/KevinRobertsTX/status/2026734400084337037 . The most revealing moment of the night—leftists in Congress eliminating any doubt… Mehr

verblichene Rose
3 Stunden her

…„Der Umbau der USA, hin zu einer Autokratie ist meiner Beobachtung nach im vollen Gange.“… Was immer man auch unter einer Autokratie zu verstehen hat! Für mich erklärt sich der Frust einiger Amerikaner ganz anders. Und dafür gibt es sogar einen Spruch, der dieses Verhalten m.E. besonders gut umschreibt: „Alle wollen zurück zur Natur. Nur bloß nicht zu Fuß…!“ Wenn also neuerdings noch nie so viele Amerikaner in Arbeit waren, dann erklärt das zunächst nur eines, nämlich daß die Amerikaner vor allem „wieder“ arbeiten! Ganz offensichtlich war das also vorher nicht so. Aber kann man das auf ewig und ständig… Mehr

Haba Orwell
4 Stunden her

> Maischbergers unspektakuläres Interview mit Hillary Clinton wird eingeschnitten, welches die Epstein-Files nicht einmal ansatzweise kritisch beleuchtete. Wäre es nicht besser, einen der vielen Artikel unabhängiger Medien über Epstein zu besprechen? Schauen wir – gleich neuester Artikel auf UncutNews: https://uncutnews.ch/unter-eid-enthuellt-epsteins-machtzugang-fuehrte-ueber-europas-reichste-dynastie/ > „… Im Februar 2016 schrieb Jeffrey Epstein eine E-Mail an Peter Thiel, Mitgründer von PayPal und Palantir, mit einem Satz, der es auf die Titelseite jeder Zeitung in der westlichen Welt hätte schaffen müssen: „Wie Sie wahrscheinlich wissen, vertrete ich die Rothschilds.“ Der Satz steht in den Epstein-Akten. Es ist ein offizielles Dokument des Justizministeriums der Vereinigten Staaten. …… Mehr

humerd
4 Stunden her

Boris Pistorius verballert das Sondervermögen, selbst das träge Parlament zeiht ganz langsam die Reißleine, und bei Maischbergeer gehts wieder nur um Trump bashing, Klima darf eh nie fehlen und Ukraine first,koste es uns, was es wolle ….
„Die Lüge des Boris P. – ein Minister veralbert das ParlamentBundesverteidigungsminister Boris Pistorius stolpert von einem Beschaffungs-Fiasko ins nächste. Seine Truppe ist längst entnervt. „
https://www.focus.de/politik/briefing/die-grosse-luege-des-boris-pistorius-ein-minister-veralbert-das-parlament_99f91136-4006-41d5-98d1-ae2a4ba5cb98.html

Kassandra
2 Stunden her
Antworten an  humerd

Pistorius spricht hier von einem Billionen-Euro-Transfer in die Ukraine – und weil die Waffenlager leer sind sollen jetzt weitere Gelder folgen?
European weapon stockpiles are empty of extra weapons and ammo to send to Ukraine. “There is nothing left in the stockpiles that can be provided to Ukraine.” Germany Defence Minister Boris Pistorius   https://x.com/WallStreetMav/status/2021906575913628116
 
„Die europäischen Waffenlager sind leer, es gibt keine zusätzlichen Waffen und Munition mehr, die an die Ukraine geliefert werden könnten. „Es gibt nichts mehr in den Lagern, was wir der Ukraine zur Verfügung stellen könnten“, so der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius.“

Haba Orwell
4 Stunden her

> hätten Sandra Maischberger, Theo Koll, Anna Lehmann und Sandra Navidi (zugeschaltet) samt Wladimir Klitschko eine nette Plauderstunde haben können. Aha. Andere Medien schreiben über wichtige Dinge: https://tkp.at/2026/02/26/jahrtausend-weltveraenderungen-oder-nur-interne-machtkaempfe/ > „… Europäische Länder … bereiten die Ukraine auf nukleare Waffenfähigkeit vor, um dem Druck von USA und Russland, Frieden durch Gebietsveränderungen zu erreichen, zu verhindern. Und die Ukraine bombardiert Interessen der USA. Undenkbare Veränderungen deuten sich an, oder doch nicht? …“ Wieso will Trump den Iran bombardieren, wo Atomwaffen weiter mit einer Fatwa belegt sind, statt die Banderas samt Helfeshelfer in Westeuropa? > „… Nachdem immer deutlicher wird, wie europäische Aktivitäten… Mehr

Laurenz
4 Stunden her

Solange die ARD nicht Tim Kellner als Moderatoren beschäftigt, bleibt Maischberger verschwendete Lebenszeit.

Kassandra
2 Stunden her
Antworten an  Laurenz

Muss man halt Tim Kellner als Alternativprogramm unter youtube betrachten.