Staatsdefizit steigt auf 71,3 Milliarden Euro

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, beträgt das staatliche Defizit im ersten Halbjahr 2026 nach vorläufigen Berechnungen 71,3 Milliarden Euro: um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum.

picture alliance/KEYSTONE | GIAN EHRENZELLER

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen ergibt sich für das erste Halbjahr 2026 eine Defizitquote von 3,1 Prozent. Der Maastricht-Vertrag legt u. a. den Referenzwert für das Staatsdefizit mit drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts fest.

Bei den Ergebnissen handelt es sich um Daten in Abgrenzung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010. Sie bilden die Grundlage für die Überwachung der Haushaltslage in den EU-Mitgliedstaaten nach dem Stabilitäts- und Wachstumspakt (Maastricht-Kriterien) und sind nicht identisch mit dem Finanzierungssaldo des Öffentlichen Gesamthaushalts in der Abgrenzung der Finanzstatistiken. Aus den Ergebnissen für das erste Halbjahr lassen sich den Statistikern zufolge nur begrenzt Rückschlüsse auf das Jahresergebnis ziehen.

Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 ist zu großen Teilen auf das Finanzierungsdefizit des Bundes (48,1 Milliarden Euro) zurückzuführen. Dabei stieg das Defizit des Bundes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29,0 Milliarden Euro. Die Ausgaben sind hier stärker gestiegen als die Einnahmen. Auch die Länder verzeichneten Defizitzuwächse in Höhe von 3,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und lagen damit im ersten Halbjahr 2026 bei 6,5 Milliarden Euro. Die Gemeinden verringerten hingegen ihr Defizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Milliarden Euro auf 14,8 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung verzeichnete ein Defizit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch ein Überschuss in Höhe von 3,8 Milliarden Euro erzielt wurde. Dies lag insbesondere an höheren Ausgaben in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Im ersten Halbjahr 2026 betrugen die Einnahmen des Staates in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 1.073,2 Milliarden Euro. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent lag vor allem an Zuwächsen bei den Sozialbeiträgen. So stiegen die Einnahmen bei den Sozialbeiträgen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent. Der Anstieg der laufenden Steuereinnahmen lag nur bei 1,9 Prozent. Die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer stiegen überdurchschnittlich um 2,6 Prozent. Der Rückgang der Vermögenstransfers ist auf einen Basiseffekt bei den Erbschaftsteuereinnahmen zurückzuführen. Diese waren im ersten Halbjahr 2025 außergewöhnlich hoch und wiesen 2026 einen Rückgang um 2,7 Milliarden Euro auf 6,1 Milliarden Euro (-30,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf.

Die Ausgaben des Staates in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erhöhten sich im ersten Halbjahr 2026 um 6,1 Prozent auf 1.144,5 Milliarden Euro. Sie stiegen damit stärker als die Einnahmen. Während die monetären Sozialleistungen um 5,2 Prozent auf 389,0 Milliarden Euro stiegen, wuchsen die sozialen Sachleistungen um 8,2 Prozent auf 222,5 Milliarden Euro an. Weitere Gründe sind höhere Ausgaben für Subventionen, Vermögenstransfers und ein Anstieg der laufenden Transfers.

Die Subventionen stiegen im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,1 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 wurden vor allem aus Bundesmitteln Forschungsvorhaben zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen sowie Forschung im Bereich der Batterietechnologie gefördert. Gleichzeitig wurden Übertragungsnetzkosten subventioniert. Investitionen insgesamt stiegen um 19,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 27,5 Milliarden, insbesondere um Ausgaben aus den Sonderschulden für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie höhere Ausgaben an multilaterale Entwicklungsbanken. Die übrigen laufenden Transfers stiegen um 11,8 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro, in die auch die seit 2026 eingeführte E-Autoförderung eingeflossen ist. Die Zinsausgaben stiegen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 11,6 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro.

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Kommentare ( 4 )

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4 Comments
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Traum-Yogi
23 Minuten her

Die Einkommen der Reichen müssen stark begrenzt werden. Die Immobilienspekulation muss beendet werden. Und es muss ein Kapitalzinsverbot geben.
https://cna343.wordpress.com

OJ
24 Minuten her

Deutschland wird an der Wahlurne lebendig begraben, weil eine starrsinnige, lernresistente Rentner-Mehrheit stur SPD und Union wählt, um sich die restliche Wartezeit bis six feet under mit den Filetstücken der Zukunft ihrer Enkel zu versüßen❗

Last edited 22 Minuten her by OJ
Laurenz
26 Minuten her

Antifa-Lars steigt schon bei Zahlen mit 3 Stellen aus.

Haba Orwell
32 Minuten her

> Weitere Gründe sind höhere Ausgaben für Subventionen, Vermögenstransfers und ein Anstieg der laufenden Transfers.

Im Klartext: Epsteinokratie-Oligarchen pampern und Sozialamt der Welt.