Nach 40 Minuten Nichtabfahrt leerte sich der vorher fast vollbesetzte Großraumwagen: Offensichtlich trauten viele Reisende der Bahn nicht und suchten alternative Lösungen. Das erinnert an das Wahlverhalten der Deutschen: Man verlässt still und leise die alten Parteien und wählt neue (AfD oder LINKE).
picture alliance / Wagner | Ulrich Wagner
Wer Deutschland und die deutsche Politik verstehen will, muss heute Bahn fahren. „Alle reden vom Wetter! Wir nicht“ – mit diesem Slogan machte vor fünfzig Jahren die Deutsche Bahn Werbung: Deutsche Pünktlichkeit eben. Inzwischen verspätet sich die Bahn auch bei schönem Wetter. Das Land hat sich verändert – wie eine 160 km-Bahnfahrt von Tutzing (am Starnberger See) über München nach Regensburg zeigt.
Für die Strecke Tutzing – Regensburg nimmt man normalerweise zunächst bis München den Regionalzug, der mit einem Zwischenhalt bis München Hauptbahnhof durchfährt, und steigt dort nach Regensburg um. Derzeit herrschen aber in der Region München keine normalen Verkehrsverhältnisse: Die Bahn hat zahlreiche Baustellen, und so fuhr am sommerlichen 8. Juni kein Zug von Tutzing nach München, sondern nur die S-Bahn, die eine Viertelstunde länger braucht.
Ich stieg in Tutzing in die S-Bahn ein, die pünktlich (12:44) abfuhr. In München Hauptbahnhof kam sie mit einigen Minuten Verspätung an, aber es reichte, um in den Anschlusszug nach Prag über Regensburg bequem umzusteigen. Der Zug – im Internet mit „geringe Auslastung“ angekündigt – war ziemlich voll: Ich nehme Platz in einem Großraumwagen der tschechischen Staatsbahn an der Spitze des Zuges und erwarte die Abfahrt. Aber der Zug, planmäßige Abfahrt 14:44, fährt nicht ab. Um 15:00 Uhr erfolgt eine kurze Ansage, die auf „ein technisches Problem“ hinweist und „in einigen Minuten“ die Abfahrt ankündigt. Der Zug fährt immer noch nicht. Um 15:20 neue Ansage: Es gebe ein Problem mit dem letzten Wagon, der abgekoppelt werden müsse.
Unterdessen leert sich der vorher fast vollbesetzte Großraumwagen: Offensichtlich trauen viele Reisende der Bahn nicht und suchen alternative Lösungen. Kein lauter Protest, sondern eine schweigende Umorientierung auf andere Verkehrsverbindungen, zum Beispiel die Züge, die 15:40 und 16:04 Richtung Regensburg fahren.
Das erinnert an das aktuelle Wahlverhalten der Deutschen: Man verlässt still und leise die alten Parteien und wählt neue (AfD oder LINKE).
Schließlich, um 15:32, setzte sich der Zug in Bewegung und per Ansage wird als Grund für die verspätete Abfahrt eine „Störung am Zug“ angegeben und „um Verständnis“ gebeten. Der Zug nimmt Fahrt auf, stoppt auf offener Strecke zweimal kurz und erreicht zu guter Letzt um 17:03, mit fast einstündiger Verspätung, Regensburg Hauptbahnhof. Fahrkarten wurden übrigens nicht kontrolliert, das Zugpersonal trat nicht in Erscheinung.
Im Großraumwagen, der nach Prag geht, saßen auch einige Tschechen, welche die Ansagen nicht verstanden und denen von den Mitreisenden die Lage erklärt wurde. Dabei kamen häufig die Ausdrücke „Deutsche Bahn“ (German Railways) und „Deutschland“ (Germany“) vor, allerdings nicht freundlich gemeint.
Fazit: Die Deutsche Bahn bietet das Abbild eines Landes und Staates, die nicht mehr funktionieren. Leider.
PS. Die Rückfahrt von Regensburg nach Tutzing am Folgetag verlief wegen zweier „Signalstörungen“ so chaotisch, dass eine Schilderung den Umfang dieses Artikels sprengen würde.

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Der Bundesrechnungshof hat in seinen jährlichen Gutachten die Ursachen des Chaos klar benannt: Missmanagement In einem „normalem“ Land wie z.B. Argentinien, USA oder Japan, hätte es niemals diese Zustände gegeben. In einem „normalem“ Land, wäre das vollständige Management ausgetauscht worden. Würde anschließen auch das die Zustände nicht maßgeblich verbessern, dann würde man unter „normalen“ Umständen, den Konzern zerschlagen und verkaufen. In meinen Augen sind die Grenzen bereits überschritten. Das DB Management ist zu einer realen Gefahr für die Infrastruktur, die Geschäftspartner des Konzerns, für die Reisenden und schadet dem Ansehen Deutschlands auf internationaler Ebene. Zeitgleich werden enorme Summe an Steuergelder… Mehr
Stolz wird berichtet, dass die Strecke Berlin-Hamburg fertiggestellt sei. Gleichzeitig wird die Strecke Hamburg-Hannover wegen Bauarbeiten sehr lange Zeit gesperrt.
Die 250 km zwischen Hamburg und Berlin seien jetzt in 100 Minuten zu bewältigen – vor einigen Jahren ging es sogar noch etwas schneller.
„Die Linke“ ist aber keine neue Partei, sondern eine sehr alte, hieß früher SED und hat einen Teil des Landes komplett an die Wand gefahren.
Ehrlich gesagt, ich bin mal gespannt, wie es wird, wenn vermehrt die Absolventen unserer migrantischen Schulklassen in Wirtschaft und Verwaltung aufgenommen werden. Das dürfte dann zum endgültigen Zusammenbruch dieses Systems führen. Gott stehe uns bei…. 🐰🐰🐰
In einer westdeutschen Nachbarstadt wurde spontan eine zentrale Autobahnbrücke stillgelegt. Eine Katastrophe für Nahverkehr, Gewerbe und Pendler….Was sitzen da für Leute in den Behördenleitungen ? Ein einziger Wahnsinn…. 🤡🤡🤡
ich bin im Frühling 1993 mal von Nordbaden bis Jersey mit der deutschen Bundesbahn gefahren,mittels Kursbuch und händischer Verbindungssuche des Schalterbeamten…hat damals wunderbar und auf die Minute funktioniert……
Tempi passati,die DB wurde von deutschen Politikern „modernisiert“,seitdem funktioniert nichts mehr
Die grundlegende Erfahrung aus den letzten 20 Jahren, früher regelmäßiger, jetzt zum Glück selten gewordener Bahnfahrten auf Strecken über 500 km: Solbald es anfängt irgendwo zu klemmen, IMMER den nächstbesten Zug in die richtige Richtung nehmen, Wenn es also etwa von Frankfurt nach Dresden klemmt, bloß nicht in Frankfurt auf einen ICE nach Dresden warten. Da nimmt man den nächsten ICE Richtung der in Richtung Ost fährt, z.b. den nach Hamburg und wenn der in Fulda abbiegt, dann schaut man eben dort, was als nächstes weiter fährt. Wenn der ICE-Verkehr einen richtig schweren Tag hat, dann muss man auch mal… Mehr
Die Partei der Mauermörder ist über 80 Jahre alt. Wer die wählt,……
Es ist Herbst. Nebel! Sicht <80m. Es kommt ein Passagierflugzeug aus Singapur. Solange der Pilot die Finger von der Steuerung lässt, setzt die Maschine mit >300 Passagiere in Frankfurt auf und rollt an das richtige Terminal. Das ist Technik. In Bayern knallen zwei schienengebundene Fahrzeuge (Züge) zusammen, weil eine Person im Stellwerk am Smartphone „spielt“. Die DE-Bahn suchte vor kurzem einen WIN 3.11 Administrator und Reparaturen an Steuerungen müssen gelegentlich auf Bauteile warten die aus Geräten stammen, die andere Verschrotten. Meine Lösung: Die Politiker und Beamten bekommen ein Deutschland-Ticket und die Dienstfahrzeugen kommen weg! Dann sind sie bei den Menschen… Mehr
> Man verlässt still und leise die alten Parteien und wählt neue (AfD oder LINKE).
So neu ist die SED gar nicht – einmal hat sie bereits ein Land heruntergewirtschaftet.
Ja aber das weiß der Michel ja nicht mehr. Das Gedächtnis reicht mittlerweile nicht einmal mehr für eine Legislaturperiode!