Seit Wochen wird die Einbindung von Hausärzten in die Impfstrategie diskutiert und immer wieder verschoben. Politiker misstrauen Ärzten. Doch in der Bevölkerung ist das Vertrauen anders verteilt.
IMAGO / MiS
Künftig sollen auch Ärzte ihre Patienten gegen Corona impfen dürfen. Dabei wurden immer wieder verschiedene Termine angekündigt: erst Ende März, dann Anfang April. Mal ist die Rede vom 19. April, und gestern sprachen einige von Mai. Ein Arzt sagt in der Welt: „Die Menschen müssen sich aber auf die Aussagen der Bundesregierung verlassen können. Viele meiner Patienten haben den Versuch aufgegeben, einen Termin im Impfzentrum auszumachen, und wollen lieber abwarten, bis ich sie impfen kann. Die hängen nun vielleicht Monate wegen falscher Ankündigungen in der Luft. Wieder andere versuchen seit Wochen erfolglos, einen Impftermin zu bekommen.“
Und er fügt hinzu, dass Ärzte ihre Patienten sehr genau kennen und wissen, wer in der Impfreihenfolge in Priorität 1 oder 2 steht – diese beiden Gruppen sind jetzt bereits impfberechtigt. „Außerdem haben wir doch selbst größtes Interesse daran, unsere Hochrisikopatienten so schnell wie möglich zu schützen. Der Vorwurf, wir würden diese Prioritäten ignorieren und wahllos Menschen impfen, ist eine Frechheit.“
In Deutschland siegt mal wieder der Gerechtigkeitswahn und die von Neid getriebene Furcht, irgendein „Bessergestellter“ könne wegen guter Beziehungen zu seinem Arzt „außer der Reihe“ geimpft werden, über den Pragmatismus. In den USA wird überall geimpft, u.a. auch in Drogerien. Nun gut, wir können uns ja damit trösten, dass wir zwar weit hinten im Impfranking verschiedener Länder stehen, dafür jedoch unangefochtene Weltmeister im Impf-Bürokratismus und im Kampf gegen „Impfnationalismus“ sind.


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