Warum die AfD auch in westdeutschen Bundesländern aufholt

Die rot-grüne Regierungskoalition in Niedersachsen muss laut neuester Umfrage Verluste von minus 7,9 Prozent seit ihrer Wahl vor zwei Jahren hinnehmen. Niedersachsen ist Bauernland. Und Niedersachsen ist auch VW-Land – und VW geht es immer schlechter, wofür auch die Bundesregierung Verantwortung trägt. Sieht man auf die Zahlen in Niedersachsen, nützten die Großkampagnen und Verleumdungen nichts.

IMAGO
Ein Bild aus dem niedersächsischen Landtagswahlkampf 2022

Die letzte Wahlumfrage für Niedersachsen ist erstens für Niedersachsen und zweitens im Angesicht der großen Mühe, die sich SPD, Grüne, Liberale und Merzens grüne Union, die unzähligen staatsfinanzierten NGOs, zu denen man mittlerweile die Kirchen zählen muss, und natürlich die mehr oder weniger informellen Staatsmedien gegeben haben, um den blauen Teufel an die Wand zu malen, enttäuschend. Die AfD hat im Vergleich zur Landtagswahl vom 9. Oktober 2022 ihr Ergebnis in der Wahlumfrage fast verdoppelt: von 10 Prozent auf 21 Prozent. Die CDU nahm um 1,9 Prozentpunkte auf 30 Prozent zu, gefolgt von der SPD, die -4,4 Prozentpunkte verzeichnet und auf 29 Prozent fällt. Die Grünen landen auf dem 4. Platz, verlieren -3,5 Prozentpunkte und können nur noch 11 Prozent der Wähler überzeugen, Tendenz fallend.

Und das in Niedersachsen. Aber Niedersachsen ist Bauernland, Niedersachsen ist auch VW-Land – und VW geht es immer schlechter, woran die Bundesregierung und die willige Konzernführung die Schuld tragen. Auch die FDP verliert noch einmal -0,7 Prozent und ist mit 4 Prozent weiter von einem Einzug in den Landtag entfernt als noch zur Wahl im Jahr 2022. Die Linke ist mit 2 Prozent eigentlich kaum noch vorhanden.

Die Regierungsparteien in Niedersachsen müssen Verluste von -7,9 Prozent seit ihrer Wahl vor zwei Jahren hinnehmen. Damit hätte die rot-grüne Koalition keine Mehrheit mehr und würde auf 40 Prozent der Stimmen kommen; es könnten hingegen CDU und AfD mit 51 Prozent locker ein Bündnis schmieden: Koalition oder Tolerierung. Natürlich wird das die CDU nicht machen, denn an einem wird sich nichts mehr ändern: Jede Stimme für die CDU ist eine Stimme für den Erhalt der Grünen-Regierung, weil jede Regierung mit den Grünen eine Regierung der Grünen ist. Wer diese Wahrheit nicht erkennt, ist im Herzen ein Grüner.

Der Regen fällt, wie Brecht sagt, niemals von unten nach oben, und die CDU bleibt grün. Jede Stimme für Merz ist eine Stimme für Habeck. Es geht auch nicht mehr um rechts oder links – auch wenn diejenigen, die für die Regierung aufmarschieren, das glauben mögen. Es geht darum, den exklusiven Club der älteren Parteien nicht für andere zu öffnen, auch wenn dieser Club immer weniger Interessen der Bürger vertritt, eigentlich nur noch sich selbst, die eigene Macht, das eigene Auskommen, die eigenen Utopien, die eigenen Beschäftigungsverhältnisse – auch derer in den sogenannten NGOs.

Feindbild „Gegen rechts“
Ein Land im Gleichschritt
Der Staat ist tief geworden, weil Merkel und Scholz und nun die Ampel, vornehmlich Paus und Faeser, immer mehr NGOs vor sich in Stellung bringen, dadurch rückt der ganze Staat nach hinten, die „Zivilgesellschaft“ rückt nach vorne und bildet mit den Ampelparteien eine hermetisch abgeschlossene Echokammer. Doch das war noch im Oktober 2023 so. Seit November 2023 stellt sich die Frage, ob NGOs, ob Propaganda-Häuser wie Correctiv auf irgendeine Weise mit dem Verfassungsschutz kooperieren.

Für Correctiv-Mitarbeiter Jean Peters, geht man nach seiner Webseite, sind nur die Fakten, die er selbst erfunden hat, wirkliche Fakten. Auf seiner Webseite hatte er noch vor kurzem seine Vorstellung von Journalismus und Berichterstattung selbstsicher definiert:

„Ich entwickele Aktionen und erfinde Geschichten, mit denen ich in das politische und ökonomische Geschehen interveniere. Besonders wichtig dabei: Mit der passenden Medienstrategie Aufmerksamkeit erregen, den gesellschaftlichen Diskurs anregen und so zum Wandel beitragen.“

Krise der Parteien
Es sind die Grünen
Bedeutet Faktenchecken bei Correctiv, erstens zu prüfen, ob die „Fakten“ Grünen-genehm sind, und zweitens, ob der fiktive Gehalt nicht unter 90 Prozent sinkt, was letztlich auf das Gleiche herauskommt, und schließlich drittens, Geschichten zu erfinden? Schließlich gilt es: „Mit der passenden Medienstrategie Aufmerksamkeit erregen, den gesellschaftlichen Diskurs anregen und so zum Wandel beitragen.“ Wird Correctiv deshalb von der Bundesregierung so bereitwillig finanziell unterstützt? Unterstützt man auch deshalb 530 NGOs, wie der Entwurf für das Jahr 2024 für den Bundeshaushalt im Oktober 2023 aussagt, also kurz vor der kreativen Arbeit von Jean Peters und seiner Freunde, damit die helfen, dann auch genügend Leute auf die Straße zu bringen? Zum Wandel beizutragen? Wohin zum Wandel? Wenn wir in einer Demokratie leben, was heißt dann zum Wandel der Demokratie beitragen?

Sieht man auf die Zahlen in Niedersachsen, nützten die Großkampagnen und auch Verleumdungen nichts. Freilich, es werden hemmungslos und brutal Existenzen vernichtet. Was den Familienmitgliedern, den Kindern der Betroffenen widerfährt, interessiert Correctiv, interessiert Faeser, interessiert die Staatspropagandisten nicht. Hat sie noch nie interessiert. Man kennt das.

Correctiv-Affäre
Wie die CDU die Correctiv-Story übernahm – und zum Eigentor verwandelte
Die CDU forciert derweil eine Stalinistische Reinigung in den Reihen ihrer Partei. Der Hotelier des Landhauses Adlon, der Mitglied des Kreisvorstandes der CDU Potsdam ist, soll aus der CDU ausgeschlossen werden. Der CDU-Kreisvorsitzende Potsdams, Steeven Breetz, dazu: „Bei uns ist bislang kein Austrittsschreiben von Herrn Wilderink eingegangen. Deshalb wird der in der vergangenen Woche gefasste Beschluss, wonach der Kreisvorstand beauftragt wurde, ein Ausschlussverfahren vorzubereiten, umgesetzt.“ Gegen Simone Baum beschloss der CDU-Kreisverband Oberberg (Nordrhein-Westfalen), ein Ausschlussverfahren einzuleiten. Und auch gegen Ulrich Vosgerau hat Wegners Pantisano-CDU ein Ausschlussverfahren beschlossen.

Irgendwie wird Friedrich Merz Gerald Götting immer ähnlicher. Die Richtung gibt der Grüne Winfried Kretschmann vor, wonach die CDU noch „gegen Rechts“ gebraucht wird. Und Ricarda Lang kann sich sehr gut ein Bündnis mit der Union vorstellen – gegen Rechts. Merz als Hilfssheriff der Grünen? Zwar hätte sich mit der Gründung einer Partei aus der Werteunion der Ausschluss bei Simone Baum und bei Ulrich Vosgerau ohnehin erledigt, doch, so die Welt, Friedrich Merz will ein Zeichen setzen.

Ist ihm gelungen. Das Zeichen ist angekommen. Man wird sehen, ob die Werteunion Partei wird, man wird sehen, wie sich das auf die Umfragewerte auswirkt, die noch relativ hoch für die CDU sind. Doch das kann sich ändern.

Friedrich Merz wird indessen empfohlen, wenn er ein noch größeres Zeichen setzen will, das nächste Mal am Rednerpult des Bundestages folgendes Lied zu singen:

„So, aus Habeckschen Geist,
Wächst, von Merzen geschweißt,
Die Partei – die Partei – die Partei.“


Unterstützung
oder

Kommentare ( 127 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

127 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
spindoctor
15 Tage her

Die „Gruppe- Haldenwang“ kann halt nicht allein die Auseinandersetzung mit der AfD führen, da braucht es auch einen Haufen bezahlter Zivilknechte und -Knechtinnen, auch genannt: Zivilgesellschaft.

Brauer
15 Tage her

Ich habe nur auf den Wahnsinn der „Staatsmacht“ hingewiesen!
https://exxpress.at/staatsschutz-ermittelt-wegen-hitler-schneemann-vor-afd-buero/

Anglesachse
15 Tage her

Ich möchte an dieser Stelle auf ein Fokus(!)-Artikel (06.02.24) von Prof.B.Lucke verweisen:
Dort wird klar aufgelistet, wie die mediale „Extremisierung“ der Partei dazu führt(e), dass das Verlassen der liberalen Partei-Mitglieder einem Rechtruck der Partei brachte.
Nicht also die Partei, sondern die Medien waren der Urheber….

Quelle: https://m.focus.de/politik/meinung/gastbeitrag-von-bernd-lucke-wenn-wir-nicht-sachlich-bleiben-befeuern-wir-einen-fatalen-afd-mechanismus_id_259641715.html

Horst Johnson
15 Tage her
Antworten an  Anglesachse

Lucke redet hier viel Blödsinn. Vosgerau, Staatsrechtler, war anwesend bei diesem Potsdamer Treffen. Da war nichts Verfassungsfeindliches dabei.

Anglesachse
14 Tage her
Antworten an  Horst Johnson

Hmm…“Viel Blödsinn“ ist vielleicht ein etwas schwaches Argument, da das Wort „weil…“ fehlt.
Aber Danke für den äusserst fundamentierten Einwand.

pcn
15 Tage her

Heute Morgen um 6 Uhr im Deutschlandfunk: Die Republikaner der USA haben weitere finanzielle Hilfe für Waffen abgelehnt. Kiesewetter (SPD) fordert so wörtlich, „einen Doppelwumms in Höhe von 250 Milliarden“, auf Steuerzahlerkosten, um den US-Ausfall zu ersetzen. Es ist gekommen wie es kommen musste und von Anfang an des Ukrainekrieges vorhersehbar war: Die Illusion, dass der Westen mit der Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen könnte, hat sich nun zu einem Krieg zwischen Westen und Russland entwickelt. Wir sind in die Falle geraten, in die Biden uns als unfähigsten Präsidenten der USA gebracht hat und aus der Deutschland nicht mehr… Mehr

Last edited 15 Tage her by pcn
Fatmah
15 Tage her

Im Laufe der Schmutzkampagne gegen die AFD seitens der „Anständigen“ wurde heute verkündet das viele Reichsbürger AFD Mitglieder seien. Ja dann soll der Verfassungsschutz das doch der AFD Geschäftsstelle melden, es gibt nämlich eine Unvereinbarkeitsrichtlinie nach der auch sog. Reichsbürger nicht AFD Mitglied sein können.

Autour
15 Tage her

Danke Herr Mai für diesen tollen Artikel der alles genau beim Namen nennt!

Jede Stimme für die CDU ist eine Stimme für den Erhalt der Grünen-Regierung, weil jede Regierung mit den Grünen eine Regierung der Grünen ist. Wer diese Wahrheit nicht erkennt, ist im Herzen ein Grüner.

Schön wieder mal einen Artikel von Ihnen hier zum politgeschehen lesen zu dürfen!

Alt-Badener
15 Tage her

So gut wie alle Aktivitäten und Beschlüsse der Grünen schaden diesem Land, werden nur gefasst, um dem Land und seinen Bürgern Schaden zuzufügen. Und wer das tut, tut es nur, weil er, wie Weidel sagte, dieses Land, oder besser gesagt sein Land, hasst. Und so wird es ein unumstößlicher Fakt, wenn der Merz die Bundes-CDU für die Grünen öffnet, dass auch die CDU dieses Land, bzw. ihr Land, hasst, aus, Punkt. Diese Hass-Koalitionen sind ja schon in einigen Bundesländern sehr negativ spürbar.

Walter81
15 Tage her
Antworten an  Alt-Badener

Das ist nur die logische Folge der deutschfeindlichen, linksdrehenden Dauerpropaganda in den Altmedien. Die Folge der Frankfurt School of Marxism.

Die Folge der Lethargie der Deutschen selbst. Sie müssten sich endlich der Altmedien entledigen und in die AfD eintreten !

Angela Honecker
15 Tage her

Erst, wenn die Balken von CDU, SPD und Grünen so aussehen, wie in der Umfrage die drei letzten, erst dann wird sich was ändern. So gesehen sind aber weiterhin 75 bis 80 Prozent für „Weiter so“. Also immer noch kein Grund zur Freude. In den Niederlanden schafft es Geert Wilders ja auch nicht, eine Regierung zu bilden. 1999 in Österreich war das noch anders. Die damals noch wirklich konservative ÖVP unter Wolfgang Schüssel koalierte mit der FPÖ Jörg Haiders. Es gab großes Geschrei, aber sie schafften auch eine zweite Legislaturperiode.

FrankV
15 Tage her

Also wenn ich von meinen Kunden wie heute früh höre, 80 % Umsatzrückgang, Entlassungen und Kurzarbeit und das auch bei deren Kunden im Metallbereich und dazu noch Miele mit Entlassungen, dann vermute ich, das gerade ein Kipppunkt erreicht wird dessen Zuspitzung von den Medien heruntergespielt, marginalisiert und bewusst ignoriert wird. Diejenigen, die jetzt eher zur AfD tendieren werden aufmerksam beobachten wie ihre „innere“ Entscheidung von der Politik behandelt wird und wie sie als Person ernst genommen und „geframt“ werden. Das dieses Framing auf „Wutbürger“ mit einer latent rechten und antisemitischen Einstellung der Mitte der Gesellschaft hinauslaufen wird, dürfte klar sein,… Mehr

Walter81
15 Tage her
Antworten an  FrankV

Framing von Altmedien und Altparteien sollte uns kaltlassen. Stattdessen sollte man sich mit viel Energie in die AfD einbringen.

Die Deutschen müssen lernen, für ihre Interessen zu kämpfen, da die Altmedien und Altparteien fest in der Hand ausländischer Oligarchen sind.

kasimir
16 Tage her

Einer meiner besten Freunde (Wessi), hat mir gesagt, dass er bereits bei der letzten Wahl AfD gewählt hat und es auch weiterhin tun wird, bis sich die Zustände im Land wieder normalisieren.
Er war eigentlich ein jahrelanger, treuer FDP-Wähler. Nach dem er gesehen hat, wie vor 2 Wochen die Leute zu Demos gegen Rechts mobilisiert wurden, war sein Kommentar nur: „Jetzt erst recht“.
Hoffentlich werden von den Wählern im westlichen Teil Deutschland auch noch schnell ein paar mehr wach.

HPs
15 Tage her
Antworten an  kasimir

Umgekehrt wird ein Schuh draus.
Hoffentlich bemerken Ossis auf was für Schiffschaukelbremsern sie reinfallen.

Spyderco
15 Tage her
Antworten an  HPs

Im Vergleich zu Pleitiers, Finanzkriminellen und BlackRock-Lobbyisten,sind Schiffsschaukelbremser ehrenwerte Arbeiter .

Was ist denn Ihre Alternative zur Alternative, wenn man Massenmigration, Klimawahnsinn, LGBTXYZ-Kult und Geldgeschenke von Afghanistan bis Ukraine ablehnt?

Last edited 15 Tage her by Spyderco