Das Sankt-Florian-Prinzip des Arbeitgeberpräsidenten

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat der Bundesregierung ein Ultimatum von 70 Tagen gesetzt und fordert Reformen, die ihrerseits nicht an die Ursache gehen. Ein Kommentar von Rechtsanwalt und Steuerberater Christian Moser

picture alliance/dpa | Fabian Sommer
Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident, spricht beim Arbeitgebertag 2025, Berlin, 25.11.2025

„Heiliger St. Florian, verschon’ mein Haus, zünd’ andere an!”, die alte Weisheit mit der liebenswürdigen doppelten Heiligkeit hat mir meine Oma schon gesagt. Die Menschen ändern sich nicht. Besonders deutsche Lobbyverbände sind gut darin, die katastrophale Politik der Regierung zum eigenen Vorteil und zum Nachteil ihrer vermeintlichen Gegner zu nutzen. Unternehmer und Arbeiter lassen sich immer wieder gut gegeneinander aufbringen. Wer ist der lachende Dritte?

Seit Jahrzehnten leben wir in einem rot lackierten Umverteilungsstaat, leiden unter der Klientelpolitik sozialistischer Tagediebe, die selbst nie etwas produziert haben und die ihre Klientel, die ebenfalls nie arbeiten wird, mit dem abgepressten Geld arbeitender Menschen finanzieren. Dieses auf das Gewaltmonopol gestützte Raubrittertum hat die deutsche Wirtschaft, ihren Erfindungsreichtum und den Fleiß unseres Volkes jahrzehntelang ausgeblutet. Die deutsche Melkkuh ist nun so abgemagert, dass aus ihr nichts mehr herauszupressen ist.

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Unsere Grundprobleme sind daher ein Sozialstaat, der die halbe Welt auf Kosten deutscher Arbeiter verköstigt, und eine Staatsverwaltung, die aus den Unternehmern und Arbeitern den letzten Steuergroschen herauspresst, um damit Unsinn in aller Welt, Oligarchen in der Ukraine und die eigene sakrosankte Verwaltung, diesen schmarotzenden Wasserkopf, in Lohn und Brot und damit in der eigenen Abhängigkeit zu halten.

Hat der Arbeitgeberpräsident irgendetwas davon angesprochen? Nein, hat er nicht. Die Arbeitgeber-Organisationen in Deutschland sind selbst Teil des Problems, denn sie haben sich in diesem Geflecht von Abhängigkeiten gut eingerichtet. Stattdessen fordert er auf Kosten der Arbeiter Einschnitte im Sozialsystem. Die indifferente Forderung nach mehr Netto vom Brutto geht darin fast unter, solange sie die Ursache des Problems nicht benennt.

An wen richten sich solche albernen Ultimaten eigentlich? An eine Bundesregierung, die es nicht für nötig befindet, unsere Wirtschaft, unser Land und Volk, gegen einen Angriff auf seine Infrastruktur zu verteidigen? Nord Stream 2? Stromanschlag in Berlin? Die Menschen in Deutschland und die Wirtschaft kranken an wahnwitzig überhöhten Energiekosten. Die sind nur deshalb so hoch, weil unsere Regierung unsere Energieversorgung mutwillig zerstört hat, die Kernkraftwerke, die Gasversorgung. Aber dafür sollen die Arbeitnehmer nun Einschnitte hinnehmen?

Unser Bundeskanzler meint, die Deutschen arbeiten zu wenig? Vielleicht sollten die Herren und Damen, die der Energiewende zugestimmt haben, die mitschuldig sind an der Sprengung von Nord Stream 2, die am Verbrennerverbot mitgewirkt und unsere Kernkraftwerke gesprengt haben, die finanziellen Folgen aus ihrer Privatschatulle bezahlen. Genug Apanagen haben sie ja für so viel Mitläufertum.

Keine Ziele, keine Ambition
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Solange dieser Staat uns für fremde Interessen und den Machterhalt seiner Kaste ausbeutet, solange brauchen wir über soziale Einschnitte zu Lasten der Arbeiter nicht zu sprechen. Und solange der Wähler das nicht begreift, und solange er nicht begreift, wer ihn hier verrät und schröpft, wird er eben weiter bluten müssen.

Es ist erstaunlich, dass dieses Teile-und-Herrsche- und das St-Florians-Prinzip immer noch funktionieren. Die deutsche Wirtschaft wird nicht gerettet, wenn Arbeitnehmer und Unternehmer sich gegenseitig bekämpfen, sondern wenn beide endlich aufhören, sich von den Umverteilern gegeneinander ausspielen und ausrauben zu lassen. Arbeitnehmer und Unternehmer müssen miteinander arbeiten, nicht gegeneinander. Das ist doch wohl der Sinn eines Betriebes.

Und was sind bitte 70 Tage? Das Ultimatum der Notwendigkeit ist seit Jahrzehnten abgelaufen. Herr Dulger mag noch Rücklagen für 70 Tage haben. Die meisten Deutschen haben sie nicht. Dank der Politik des Staates und der Verbände haben die Deutschen in Europa das geringste Privatvermögen.

Notiz am Rande: Nein, Herr Dulger, die telefonische Krankschreibung ist kein Relikt aus der Corona-Zeit, die gab es vorher schon. Im Gegenteil! Während der sogenannten „Pandemie” wurden Ärzte ins Gefängnis gesteckt, weil sie telefonische Atteste ausgestellt hatten. Auch dies ist wieder ein Beispiel, wie wenig Bezug zur Realität in gewissen Sphären der oberen Zehntausend in Deutschland noch vorhanden ist.

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