Kardinal Müller: In Brüssel begrüßten „linksfaschistische Aktivisten“ den Entzug der Grundrechte

Kardinal Gerhard Ludwig Müller war mit anderen konservativen Politikern und Denkern von der Polizei im Zuge der NatCon eingekesselt worden. In einer deutlichen Stellungnahme rechnet er insbesondere mit dem verantwortlichen Bürgermeister ab. TE bildet das Dokument ab.

IMAGO / Belga
Auf Anfrage bezüglich der Vorgänge in Brüssel im Zuge des mehrfachen Versuchs, eine Konfernz konservativer Intellektueller und Politiker zu beeinträchtigen, einzuschüchtern und zu verhindern, schildert Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Bischof von Regensburg, seine Erlebnisse in einer Stellungnahme. TE gibt sie hier in Gänze wieder.

Vorhersehbar war die zwangsneurotische Reaktion diskursfeindlicher Ideologen auf das Treffen der National Conservatism Conference in Brüssel (17. April 2024), die von der Edmund Burke Foundation veranstaltet wurde. Linksfaschistische Aktivisten begrüßten emphatisch den Entzug des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit der zu einem großen Teil jüdischen Veranstalter, Teilnehmer und Redner dieses internationalen und multikulturellen Kongresses.

In ihrem Siegesrausch über die von ihnen als „Rechts“ und „Nazis“ diffamierten mehreren Hundert Besucher hatten sie allerdings übersehen, dass der zuständige Ortsbürgermeister, der eine rechtswidrige Instrumentalisierung der Polizei zu verantworten hat, sogar aus der sozialistischen Partei geworfen worden ist, weil er – wie Medien berichten – den Genozid an den Armeniern geleugnet haben soll und ihm ein ungeklärtes Verhältnis zu terroristischen Gruppierungen in der Türkei zugeschrieben wird.

Zu meinem Part ist zu sagen, dass ich nicht als Politiker eingeladen war und mich auch keineswegs parteipolitisch geäußert hätte, sondern als Theologe, um mit einem Philosophieprofessor von der University of Cambrigde öffentlich über die Idee des christlichen Europa zu diskutieren. Wer in der Wahrnehmung der Wirklichkeit nicht totalitär-ideologisch verblendet ist, sondern die gottebenbildliche Würde des Menschen als Maß und Grenze der Politik anerkennt, der müsste wissen, dass die jüdisch-christliche Tradition Europas das beste Heilsmittel ist gegen den Angriff auf die grundlegenden Menschenrechte und das Abgleiten der pluralistischen Demokratien in totalitäre Herrschaftssysteme (vgl. dazu die Studien von Hannah Arendt und des israelischen Historikers Jacob Leib Talmon zur Alternative von liberaler und totalitärer Demokratie).

Der genannte Stadtteilbürgermeister mit seinen linksradikalen Gesinnungsgenossen hat ungewollt den ideologischen Rückfall ins absolutistische Staatsdenken geoffenbart, wenn in einem Anfall von erschütternder Selbstironie Brüssel als Rechts-Freie Zone ausgerufen wurde. Die zuständigen gerichtlichen Instanzen und viele Repräsentanten europäischer Rechtsstaaten haben seine Aktionen als antidemokratisch verurteilt. Denn der Mandatsträger in einem demokratischen Gemeinwesen ist nicht der Herr und Besitzer seines Territoriums nach dem Prinzip des frühneuzeitlichen Absolutismus, „wessen das Land – dessen ist die Religion/Konfession“ (cuius regio – eius religio), also dass der Inhaber der politischen Macht das Recht habe, den Bürgern wie Untertanen und Leibeigenen sein eigenes Glaubensbekenntnis gewaltsam aufzudrängen.

Dem entsprechen heute die faschistischen, nationalsozialistischen, kommunistischen, gender-wokistischen (d.h. ehe- und familienfeindlichen) und infantizid-wütigen (d.h. abtreibungswilligen) Ideologen, die allen Bewohnern des von ihnen beherrschten Territoriums vorschreiben wollen, was sie zu denken und was sie zu essen haben oder wie sie sprechen und sich kleiden müssen. Die von ihren fixen Ideen her als Dissidenten gebrandmarkten Mitbürger mit Verbannung, Freiheitsberaubung und Vermögensentzug (Sperrung von Bankkonten) bestrafen zu müssen, halten sie sich ebenso berechtigt, wie einst die absolutistischen Herrscher und heute die totalitären Polit- und Meinungsdiktatoren der Gegenwart, wobei deren abgründiger Mangel an Bildung die größte Tortur ist für alle, die sich ihres von Gott gegebenen Verstandes zu bedienen wissen.

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Kommentare ( 35 )

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ThomasP1965
1 Monat her

Ob Herr Müller noch signifikante christliche Gruppen vertritt, darf mit Fug und Recht bestritten werden.
Vom christlichen Menschenbild jedenfalls hat er sich weit entfernt, wenn er sich in AfD nahe Kreise bewegt. Denn AfD und Christentum, Jesus schließen sich gegenseitig definitiv aus. Libertäre Vorstellungen vertragen sich nicht damit, dem Leidenden zu helfen und wie war das mit dem Reichen und dem Nadelöhr?

Sancho
1 Monat her

Und warum hört man zu diesem Skandal weder etwas von der kat. Kirche, noch von den MS-Medien oder noch gar vom ÖRR?
Die Untertanen haben sich versteckt.

h.milde
1 Monat her

Soweit ich weiß, wurden Kardinal Müller, ebenso wie Kardinal Gänswein, Viganp ua. schon von der „Kurie“ iS. des CEO-Vaticano Inc. Bergoglio, kaltgestellt. Von den Methoden, zu denen angeblich die Borgias neigten, hat man wohl abgesehen.

Christa Born
1 Monat her

Danke Herr Kardinal für Ihre Worte! Wahre Eminenz! Sowas bräuchte es öfter mal aus der deutschen katholischen Kirche!

Hannibal ante portas
1 Monat her

Größtenteils sehe ich die Situation ähnlich wie Kardinal Müller. Aber die Phrase: „…dass die jüdisch-christliche Tradition Europas“, ist einfach nur Geschichtsklitterung! Bis weit ins 19. Jh. bestand diese „jüdisch-christliche Tradition“ bestenfalls in der Toleranz (im klassischen Sinne: „Obwohl ich persönlich eine ganz andere Überzeugung habe, nehme ich Deine Überzeugung hin!“) der großen christlichen Mehrheit gegenüber den jüdischen Mitbewohnern. Von Mitbürgern kann man damals einfach nicht sprechen, da sie eben nicht dieselben Rechte hatten. Einfach sagen was ist und was war und auch keine politische Überkorrektheit an den Tag legen mit „jüdisch-christlich“ anstatt „christlich-jüdisch“. Geschichte sollte möglichst so gesehen werden, wie… Mehr

h.milde
1 Monat her
Antworten an  Hannibal ante portas

Ich verstehe Kardinal Müller so, daß das Christentum ohne das Judentum gar nicht hätte entstehen können, weil ja JESUS selbst gebürtiger und praktizierender Jude war, und wohl auch keine eigene, antijüdische Religion gründen wollte.
Daß große Teile der RK & EK sich im Namen JESUS dann im Laufe der Zeit gegen ihre eigenen Wurzeln wandte, und Juden sogar verfolgen ließen, bzw. dieses befürworteten, ist vielleicht auch als ein massenpsychologisches Phänomen aus/mit niedrigsten Beweggründen erklärbar?

Warte nicht auf bessre zeiten
1 Monat her

Das ist die Sprache, die gesprochen werden muss. Wir akzeptieren keine Art von Totalitarismus und auch nicht deren Vertreter. Was ist aus dem „antitotalitären Konsens“ geworden?

Marco Mahlmann
1 Monat her

Der Begriff „Linksfaschismus“ ist ein schwarzer Rappe. Der Grundsatz „cuis regio eius religio“ des Augsburger Religionsfriedens 1555 geht keineswegs einher mit dem Recht des Landesherren, seinen Untertanen die Konfession aufzuzwingen, schon gar nicht mit Gewalt. Vielmehr kann der Landesherr damit die Konfession in seinem Landstrich zwar bestimmen, muß aber konversionsunwillige Leute fortziehen lassen. Der Absolutismus ist auch nicht totalitär. Der Absolutismus ist der Herrschaftsanspruch des Monarchen über den gesamten Staat, aber nicht über die gesamte Lebensweise des Volkes. Was wir heute haben durch die woken linksgrünen Mandatsträger, ist die ideologisch motivierte Überzeugung, das einzig Richtige schlechthin erkannt zu haben, woraus… Mehr

Jatoh
1 Monat her
Antworten an  Marco Mahlmann

Nicht schlecht argumentiert.
So kamen z.B. die Hugenotten nach Preußen.
Wo aber ziehen wir hin, als Flüchtlinge.
Wer nimmt uns auf?

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Jatoh

Die Russen?
Die haben schon mal unter einer Zarin viele Deutsche ins Land geholt. Bis sie dann wieder hierher zurück kamen.
Was viel über „Integration“ aussagt. Denn auch diese Deutschen haben ihr Land und ihre Sprache immer weiter in sich getragen.
Auch damals wurden hier welche religiös verfolgt.

Last edited 1 Monat her by Kassandra
giesemann
1 Monat her
Antworten an  Jatoh
Haba Orwell
1 Monat her

> In Brüssel begrüßten „linksfaschistische Aktivisten“ den Entzug der Grundrechte

In Brüssel war neben Orban auch ein Herr Morawiecki anwesend, der die letzten Jshre seines Regierens unvorstellbar eifrig dem Woken Imperium im entscheidenden Kampf diente. Wer hat am lautesten in noch mehr Wirtschafrskrieg gehetzt? Was wurde da erzählt – man müsse die Grandiose Westliche Demokratie vor dem Bösen Putin verteidigen? In Brüssel hat ihn die Grandiose Westliche Demokratie aus dem Konferenzsaal befördert. Leider kam es nicht dazu, dass die grandios demokratischen Polizisten Schlagstöcke eingesetzt hätten, was richtig greifbar Westliche Werte vermittelt hätte.

FundamentalOpposition
1 Monat her

Weshalb fällt es Deutschen nur so schwer das Übel beim Namen zu nennen, Sozialismus. Pleonasmen wie „Links-Faschismus“ um das Kind nicht beim Namen zu nennen sind unnötig oder feige

Forist_
1 Monat her

„Sozialismus“ als Ursache ist falsch, mit Sozialismus hat der neue Totalitarismus nur am Rand zu tun. Das sage ich als jemand der in einer „sozialistischen“ Diktatur einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbracht hat.

FundamentalOpposition
1 Monat her
Antworten an  Forist_

Was Sie erlebt haben war der marxistisch-leninistische Ansatz, brutal und brachial. Man hat versucht den „Sozialistischen Menschen“ mit der Brechstange zu schaffen. Was gerade passiert ist der Neo-Marxistisch-Gramascianiche Ansatz im Neu Liberalen Gewand, subtiler, nicht weniger Totalitär, nicht weniger Menschenverachtend, mit dem selben universalitischen Anspruch wie der marxistisch-leninistische, mit genau den gleichen Zielen, den „Sozialistischen Menschen“ Top Down zu schaffen (gegebenenfalls Nicht-Sozialistische Menschen zu vernichten); nur langsam kommt die Farbe ab und man besinnt sich wieder auf den marxistisch-leninistischen Ansatz – oder sehen Sie die Parallelen zur DDR und zum Dritten Reich, zur Soviet Union, den diversen Muslimischen Baath Regimen,… Mehr

Jens Frisch
1 Monat her
Antworten an  Forist_

„Der Todestrieb in der Geschichte – Erscheinungsformen des Sozialismus“ von Igor Schafarewitsch. Lege ich ihnen wärmstens ans Herz: Doch, das Monster heißt „Sozialismus“!