Die Moralisierung schadet der deutschen Klima- und Energiepolitik

Eine vernünftige, sachliche und lösungsorientierte Klima- und Energiepolitik wird durch die reflexhafte Moralisierung immer schwieriger. Es gibt nicht mehr richtige und falsche Konzepte, sondern nur noch gute und böse Akteure. Ergebnis ist eine eine unheilvolle gesellschaftliche Selbstbeschränkung. Von Rupert Pritzl und Fritz Söllner

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Die Warnung des Philosophen Hermann Lübbe vor einer zunehmenden »Neigung, auf die Herausforderungen von Gegenwartsproblemen moralisierend zu reagieren«, die dieser schon 1984 in einem Vortrag aussprach, ist heute aktueller denn je. Nicht ohne Grund wurde der auf diesem Vortrag basierende Essay 2019 wieder veröffentlicht. Denn der gesellschaftliche Diskurs in Deutschland wird in vielen Politikbereichen von einem politischen Moralismus geprägt, der eine unvoreingenommene, kritische und sachlich geführte Diskussion behindert bzw. unmöglich macht. Dies wird ganz besonders in der Klima- und Energiepolitik sichtbar, die durch hohe Emotionalisierung und Moralisierung gekennzeichnet ist. Sie beruht auf wenigen emotionalen Großentscheidungen: der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000; dem Ausstieg aus der Kernenergie nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011; und dem im Gefolge der »Klimahysterie« von 2019 beschlossenen Ende der Nutzung der Kohleenergie im Jahr 2020.

Wenn man – wie Hermann Lübbe – den politischen Moralismus als die Aufforderung interpretiert, »dem Verstand zu gebieten, doch endlich den Mund zu halten«, so wird schnell klar, dass sich eine moderne Gesellschaft mit einem politischen Moralismus in eine unheilvolle gesellschaftliche Selbstbeschränkung hineinmanövriert, in der Sachargumente nicht mehr zählen und eine sachliche gesellschaftliche Diskussion in vielen Bereichen nicht mehr möglich ist. Der politische Moralismus kann daher als Paradebeispiel für die schon von Max Weber kritisierte Gesinnungsethik gelten, was schon aus dem Untertitel von Lübbes Essay deutlich wird. Der politische Moralismus stellt gewissermaßen die typische Erscheinungsform der Gesinnungsethik im Bereich der Politik dar.

Die vier Aspekte des politischen Moralismus und ihre Rolle in der aktuellen Klima- und Energiepolitik

Lübbe identifiziert vier wesentliche Charakteristika des politischen Moralismus. Alle vier lassen sich unschwer in der aktuellen Klima- und Energiepolitik wiederfinden. Mehr noch, sie prägen diese Politik so stark, dass dieselbe als der Idealtyp einer moralisierenden Politik gelten kann.

Erstens gehört zum politischen Moralismus »die zivilisationskritische Praxis, die Folgelasten moderner Zivilisationen, die in etlichen Lebensbereichen inzwischen rascher als ihre Lebensvorzüge wachsen, statt als entwicklungsbegrenzende Kosten als Beweis für die geschichtsphilosophische These zu interpretieren, dass die moderne Zivilisation das Endstadium einer bis in die Moral unseres kulturellen Naturverhältnisses hinreichenden Verfallsgeschichte sei«.

Als Ursache für die Klimakrise wird in der öffentlichen Diskussion häufig die niedrige Gesinnung vieler Menschen genannt. Das Klima werde destabilisiert, weil böswillige und rücksichtslose Menschen das Klima absichtlich gefährden oder eine Gefährdung desselben zumindest in Kauf nehmen würden, um ihre egoistischen Ziele zu verfolgen – zu Lasten ihrer umweltbewussten und gutwilligen Zeitgenossen und zu Lasten künftiger Generationen.

Typisch für diese Art der Schuldzuweisung ist die wütende Anklage von Greta Thunberg: »How dare you!« Die Aussage, dass der Klimawandel »menschengemacht« sei, und die zumindest zum Teil auch zutrifft, wird weitergehend interpretiert und in dem Sinn gebraucht, dass der Klimawandel das Produkt von Vorsatz und Fahrlässigkeit, also ein Produkt absichtlichen Handelns sei. Eine solche Kausalattribution ist einfach und bequem; sie schafft ein klares Feindbild; und sie motiviert die »Klimaaktivisten« durch emotionale Appelle an die Verworfenheit der anderen und die eigene moralische Überlegenheit. Aber sie ist falsch.

Negative Zivilisationsfolgen, wie etwa die Gefährdung des Klimas, haben in der heutigen Welt »überwiegend die handlungstheoretische Charakteristik von Nebenfolgen«. Damit ist nicht gemeint, dass es sich um unwichtige oder vernachlässigbare Phänomene handelt, sondern dass dieselben nicht bewusst herbeigeführt wurden; vielmehr treten sie typischerweise als unbeabsichtigte Konsequenz der Verfolgung anderer, häufig allgemein akzeptierter Ziele auf. Die Chinesen bauen keine Kohlekraftwerke, um den Gehalt der Atmosphäre an Treibhausgasen zu erhöhen, sondern um ihre Wirtschaft verlässlich und günstig mit Energie zu versorgen und um so hunderte von Millionen von Menschen aus der Armut zu befreien und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Und der deutsche Autofahrer nutzt einen Diesel-PKW nicht, um Feinstaub und CO2 in die Luft zu blasen, sondern weil dieser sein Mobilitätsbedürfnis am besten befriedigt, ihm also den besten Kompromiss aus Anschaffungskosten, Unterhaltskosten, Reichweite, Fahrleistung und Komfort bietet.

Eine solche Sicht der Dinge würde vielleicht die Klimaaktivisten dazu bringen anzuerkennen, dass auch sie selbst von dem zivilisatorischen Fortschritt profitieren, der durch die Verfolgung des eigentlichen Ziels der Wirtschaftspolitik der westlichen Industrieländer, nämlich dem der Steigerung der wirtschaftlichen Wohlfahrt, erreicht wurde – und dass deshalb für die »Nebenfolgen« letztlich die gesamte Gesellschaft verantwortlich ist.

Sowohl im Sinn des gesellschaftlichen Friedens als auch der Erarbeitung von Lösungen zur Bewältigung der »Nebenfolgen« ist es wenig zielführend, mit moralischen Anklagen und mit Schuldzuweisungen zu arbeiten. Stattdessen ist es notwendig, die Komplexität der modernen, arbeitsteiligen und ausdifferenzierten Gesellschaft und die vielfältigen Interdependenzen zwischen dieser und ihrer natürlichen Umwelt anzuerkennen. Das mag zwar anstrengender und emotional weniger befriedigend sein, als die Welt in »Böse« und »Gute« einzuteilen, ist aber die Grundvoraussetzung für eine rationale Lösung des Klimaproblems und anderer komplexer Probleme.

Zweitens ist ein Kennzeichen des politischen Moralismus »die rhetorische Praxis des Umschaltens vom Argument gegen Ansichten und Absichten des Gegners auf das Argument der Bezweiflung seiner moralischen Integrität; statt der Meinung des Gegners zu widersprechen, drückt man Empörung darüber aus, dass er sich gestattet, eine solche Meinung zu haben und zu äußern«.

Wenn man die Ursache der Klimakrise in einer »klimaschädlichen« Gesinnung sieht, dann ist es mehr als naheliegend, die moralische Integrität und den guten Willen der so Gesinnten zu bezweifeln. Deshalb verdienen es deren Ansichten und Argumente nicht, angehört und diskutiert zu werden, sondern diese müssen unterdrückt und unschädlich gemacht werden, damit nicht Gutgesinnte zum Zweifeln gebracht und Unsichere auf Abwege geführt werden.

Es ist daher gängige Praxis, dass kritischen Stimmen zur Energie- und Klimapolitik nicht angehört, sondern mit Vorwürfen zum Schweigen gebracht werden sollen, die von »Totengräber der Energiewende« über »Klimawandelleugner« oder gar »Klimaleugner« (eine in letzter Zeit sehr beliebte, aber an Unsinnigkeit kaum zu überbietende Bezeichnung) bis hin zu »Klimaverbrecher« reichen. Gemeinsam ist allen diesen Totschlag»argumenten«, dass sie die moralische Gesinnung der Kritiker höchstpersönlich in Abrede stellen bzw. dieselben von vornherein grundlegend diskreditieren und so keine sachliche Auseinandersetzung zulassen. Nicht die argumentative Entgegnung in der klimapolitischen Diskussion wird beabsichtigt, sondern die Diskreditierung und moralische Entwertung der Person des Gegenübers. Für diesen ist diese Stigmatisierung meist nur schwer behebbar und bedeutet womöglich sein gesellschaftliches Aus, mit der Folge, dass er ad personam an keiner öffentlichen Diskussion mehr teilnehmen kann.

Auf diese Weise wird mittels Emotionalisierung, Moralisierung und »Personalisierung« der öffentlichen Debatte eine vernünftige und sachliche Diskussion unmöglich gemacht. Gegenstand einer solchen müsste einerseits die Notwendigkeit bzw. Sinnhaftigkeit klima- und energiepolitischer Ziele, andererseits die Auswahl der zur Erreichung dieser Ziele geeigneten Instrumente sein. Die hierbei maßgeblichen Kriterien wären die Effektivität und die Effizienz der Energie- und Klimapolitik in Bezug auf das eigentliche Ziel derselben, das doch unbestreitbar in der weltweiten Verringerung der Treibhausgasemissionen liegt. Da die aktuelle Politik aber diesen Kriterien ganz offensichtlich nicht genügt, sind deren Vertreter an einer offenen und kritischen Diskussion letztlich gar nicht interessiert.

Man könnte hier von einem Teufelskreis zwischen der Art der Politik und der Art der Politikdiskussion sprechen: Einerseits trägt eine moralisierende Debatte zu einer irrationalen Politik bei; andererseits befördern die Vertreter und Nutznießer dieser Politik die Moralisierung der öffentlichen Diskussion nach besten Kräften.
Zu einem wesentlichen Teil mitverantwortlich für die Art und Weise, wie in Deutschland über die Energie- und Klimapolitik diskutiert wird, ist die Berichterstattung in den Medien. Denn diese beschäftigt sich häufig weniger mit der Aufarbeitung und Darstellung des komplexen Sachzusammenhangs und aktueller Forschungsergebnisse, sondern konzentriert sich vor allem auf die Skandalisierung der Folgen der Erderwärmung und auf die emotionale bzw. emphatische Darstellung von Einzelschicksalen (»Emotionalisierungsstrategie«). In Deutschland sehen sich die Journalisten verpflichtet, vor allem über die Risiken des Klimawandels zu berichten und dabei die bestehenden Unsicherheiten bezüglich der Forschungsergebnisse – aus hehren Klimaschutzmotiven (»noble cause corruption«) – eher zu verschweigen. Knapp zwei Drittel der im Jahr 2014 befragten Journalisten geben an, mit ihrer Berichterstattung die Notwendigkeit ökologischer Reformen in Politik und Wirtschaft hervorheben zu wollen. Journalisten geben damit ihre investigative Funktion und ihre fachlich-unabhängige Position auf und machen sich selbst zu Sprachrohren der Politik und betreiben vor allem affirmative kritiklose Politikbeschreibung und einseitige Krisenrhetorik.

Die Klimadebatte in Deutschland ist daher weniger geprägt von fundiert recherchierten Fakten und ausgewogener Berichterstattung, als vielmehr von der politisch-wohlmeinenden Gesinnung der Journalisten und der Moralisierung der Berichterstattung. Statt investigativem Journalismus sehen wir einen (vermeintlich) wohlmeinenden »Haltungs- bzw. Gesinnungsjournalismus« mit einer eklatanten politischen Unausgewogenheit.

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Kommentare ( 61 )

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61 Comments
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Johann Gambolputty
3 Jahre her

Moralische Empörung,
das ist die Würde der Dummen!

Sabine M
3 Jahre her

Moralismus schadet immer. Es macht Menschen zu Denunziaten und gibt ihnen das Gefuehl besser zu sein als die anderen.

Corona und Klima beherrschen jede Diskussion und zwar nicht mit sachlichen Eingaben und Fakten sondern mit Moral und Gesinnung. Zudem die Beschraenkungen, die der Allgemeinheit vorgegeben werden, von den „Eliten“ selbst nicht eingehalten werden.

Anstatt zu kaempfen bin ich gefluechtet in einen „Bananenstaat“ und bin frei. Sehr oft habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht geblieben bin um fuer die Freiheit zu kaempfen.

Dr. Michael Kubina
3 Jahre her

Lübbes Essay ist in der Tat genial, nicht zuletzt weil er trickreich „antifaschistisch“ einsteigt. Sprachlich dürfte er die meisten junge Menschen aber heute überfordern. Eine so konzentrierte Sprache ist heute kaum noch jemand in der Lage zu lesen. Schriebe das heute jemand, bräuchte der mindestens fünfmal soviel Worte, ohne mehr auszusagen oder präziser zu sein. Ich habe mir auf Empfehlung eines Leserkommentators hier auf TE Heiliger Ziorn von Catherine Nixey gekauft (Wie die frühen Christen die Antike zerstörten). Inhaltlich tatsächlich interessant, aber sprachlich und stilistisch eine Zumutung. Man hat das Gefühl, jede Aussage mindestens dreimal zu lesen, und zwar direkt… Mehr

Joerg Gerhard
3 Jahre her

The 4th Turning hat das genau so vorausgesagt, auf Basis der Charaktereigenschaften der in den Turnings bestimmenden Generationen.
Generell verwoehnte und moralistische Boomer und Millennials sind hier das Problem.
Wer das Buch liest, versteht vieles besser.
Leider wird uns diese moralistisch kommunitaere Phase demnach wohl noch mindestens 30 Jahre erhalten bleiben.

Aboriginal
3 Jahre her
Antworten an  Joerg Gerhard

Das werden wir noch sehen, denn „Erst kommt das Fressen und dann die Moral.“

anita b.
3 Jahre her

Sehr interessanter Artikel. Politischer moralismus bestimmt die energiepolitik. Das ist zweifelsohne sichtbar. Trotzdem verstehe ich nicht, wie es mit Zertifikaten oder einer co2 – steuer gehen soll. Beides gibt es doch schon. Und, da die co2 – steuer doch tatsächlich von den Konsumenten bezahlt wird, bringt sie doch letztens endes keine co2 Reduzierung.

Menkfiedle
3 Jahre her
Antworten an  anita b.

Das ist richtig, aber:
Je höher der CO2-Preis desto grösser der Anreiz, CO2-neutrale Technologien zu entwickeln. Wenn der Liter fossiles Kerosin 3 Euro kostet und CO2-neutrales Kerosin 2 Euro, dann ist Fliegen CO2-neutral.

KoelnerJeck
3 Jahre her
Antworten an  Menkfiedle

Falsch! Je höher der CO2-Preis, desto grösser der Anreiz, die Produktion in das Ausland zu verlegen, z.B. nach China. China kehrt sich übrigens einen feuchten Dreck um den CO2-Ausstoß!
Was ist an teuren Spritpreisen eingentlich sozial?

Menkfiedle
3 Jahre her
Antworten an  KoelnerJeck

Sie haben es nicht verstanden: China oder sonstwieviele können soviel fossiles Kerosin produzieren wie sie wollen. Wenn aber in D, in der EU und in ausreichend weiteren Ländern Landerechte nur dann gewährt werden, wenn Flieger mit CO2-neutralem Kerosin betrieben werden, dann wird Fliegen CO2 neutral. Weil es für die Fluggesellschaften keinen Sinn macht, Flieger für beide Systeme vorzuhalten. Das führt dann dazu, dass China oder sonstwieviele kein fossiles Kerosin mehr produzieren, weil der Markt dafür zusammengebrochen ist. Bleihaltiges Benzin bekommen Sie weltweit so gut wie nicht mehr, weil Motoren dafür nicht mehr ausgelegt sind. Und das, obwohl nur wenige Länder… Mehr

hoho
3 Jahre her
Antworten an  Menkfiedle

Ich finde die Annahme, dass CO2 neutrale Kersin auch CO2 neutral sei, ziemlich lustig. Noch eins. Wenn man ernsthaft an CO2 Ausstoß arbeiten wollte, würde zB die moderne Gas-KW in der Nähe von Hamburg nicht geschlossen. AKWs würden vlt ausgebaut. Nun das passiert nicht. Ich nehme also an, dass das Ziel eher der Große Sprung in sich ist, als das Erreichen von irgendwelchen Klimazielen wie auch immer sinnlos sie gestellt sind. Ich bin natürlich nicht dafür, Brennstoffe ohne Hemmungen einfach zu verbrennen. Nun wenn man das verbietet erreicht man genau das Gegenteil von dem was man sagt, das man will.… Mehr

Last edited 3 Jahre her by hoho
bfwied
3 Jahre her
Antworten an  Menkfiedle

Deutschland: 83 Mio. Menschen, EU ca. 500 Mio., China: 1.450 MIo., Indien 1.400 Mio., Südamerika: 450 Mio., Nordamerika (inkl. Karibik, Grönl., Überseeb. etc.) 550 Mio., Afrika: 1.400 Mio.! Was glauben Sie, hat dieses kleine Deutschland oder auch die kleine marode bedeutungsmäßig abtauchende EU weltweit für ein Gewicht!? Glauben Sie, dass der Markt wegen der EU, oder noch schlimmer, wegen D. zusammenbricht? Wer Gewicht haben und mitspielen will, muss das im System tun, es ist ein feines Räderwerk: Wenn weniger geflogen wird, bricht die gesamte Flugindustrie ein, angefangen von Lotsen, Caterer, Wartungsbetrieben, der Flugzeugindustrie und ihren Zulieferern …! Und damit verschwindet… Mehr

Menkfiedle
3 Jahre her

Oder Mitglied in einem Ethikrat. Der die Überbevölkerung und ausbleibende Verhütung allein deshalb negiert, weil Kritik daran unmoralisch sei.

Vivi_Virtual
3 Jahre her

Offenbar herrscht allgemeiner Konsens, dass in allen Bereichen unbedingt die Frauenquote erhöht werden muß. Eine Abkehr von Emotionen/Moralismus sehe ich daher als chancenlos an. Sämtliche technischen Bereiche, z. B. auch die Digitalisierung, werden der femininen Sichtweise untergeordnet werden.
Auch eine Physik-Ausbildung hilft da wenig:
der Journalist Jan Fleischhauer berichtete im gestrigen Presseclub, dass er nach dem Atomkraft-Ausstieg ein Gespräch mit Frau Merkel führte, in dem diese klar zugab, keine von der Atomenergie ausgehenden Gefahren zu erkennen. Auch nicht nach Fukushima. Aber die Umfragen…

hoho
3 Jahre her
Antworten an  Vivi_Virtual

Sehe ich auch so.
Gleichberechtigung also Massenbeteiligung der Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft (außer natürlich Gebieten wie Müllabfuhr, Abwassersysteme usw.) ein einmaliges Experiment gewesen sei und dass ein Ergebnis immer noch nicht klar ist.
Meine Frage ist ob das eher mit moderne Kommunikationstechnologie (Twitter, FB usw) zu tun hat oder eher mit der Gleichberechtigung. Beides vlt?

Mausi
3 Jahre her

Es ist nicht nur eine Selbstbeschränkung. Gut oder böse führt zur Zersplitterung. Denn mit Böse geht man nicht um, vom Bösen hält man Abstand. Im Staat D leben bisher die unterschiedlichsten Gruppen friedlich zusammen. Das ist m. E. u. a. Sinn und Verdienst eines Staates. Aber es wird in meinen Augen immer deutlicher, dass friedliches Zusammenleben in Zukunft bedeutet, alle folgen einer Ausrichtung. Im Zeifel mit gutem Zwang. Bisher durch Gewalt gegen Menschen und Sachen, bis die digitale Kontrolle aufgebaut ist.

Last edited 3 Jahre her by Mausi
Evero
3 Jahre her

Die Politik von Sozialisten sind ein Schneeballsystem an Heilsversprechen an dessen Ende der Zusammenbruch steht.

Evero
3 Jahre her

Ein wirklich aktuelles Thema. Hier liegt viel Stoff für Diplom- und Dissertationsarbeiten auf der Straße. Ich hätte gerne faktenbasiert gewußt, inwiefern dieses Phänomen der „zunehmenden Moralisierung des Alltags der Menschen in Deutschland“ ursächlich zusammenhängt, a) mit der Zunahme des Anteils von Frauen in der Politik, b) mit dem Auftauchen der grünen Umweltapostel, c) mit dem Zusammenbruch der DDR, d) mit global agierenden, linken ideologischen Bewegungen, e) mit der Zunahme von subventionierten NGOs, f) mit linker Unterwanderung der universitären Lehre, g) mit faktenbasierter Wissenschaft (Fakten-Check). Mein Verstand sagt mir, dass diese „Moral“ politisch-ideologische, egoistische und auf gewisse Weise auch ökonomisch begründete… Mehr

Menkfiedle
3 Jahre her
Antworten an  Evero

h): Negieren des Rechts und des Rechtsstaates. Recht und Rechtsstaat werden dann beansprucht, wenn es der eigenen Agenda dient. Wenn nicht, darf Recht negiert werden mit dem Argument, geltendes Recht sei unmoralisch. So wird Recht nachjustiert wie es einem gerade passt.

anita b.
3 Jahre her
Antworten an  Evero

Es ist eine verlogene scheinmoral . Die Protagonisten aber merken es noch nicht einmal.
Im dlf sagte eine Aktivistin dass sie ihre Mutter verstehen könne, wenn sie das Auto benutz, da der öffentl. Nahverkehr teurer und langsamer ist.