Wie geht es im Iran weiter? Wird Trump den Menschen wirklich zu Hilfe eilen? Wird er einen Krieg provozieren?, fragt Miosga. In ihrem abendlichen Gesprächskreis bekommen alle wertvolle Tipps – die USA, die Europäer und sogar der nächste Schah von Persien. Von Brunhilde Plog
Screenprint: ARD / Caren Miosga
Wer schaut sich allen Ernstes live einen Talk bei Caren Miosga an? Wer investiert eine Stunde wertvoller Lebenszeit in den Besuch eines TV-Studios, um einer Debatte zu lauschen, die schon am Fernsehschirm zur Qual wird, zum Langeweile-Marathon zwischen Kühlschrank und Klo. Ein Kameraschwenk durchs Publikum an diesem Abend gibt Aufschluss: Die Leute wissen es erkennbar selbst nicht. Lauter gelangweilte Gesichter, die sogar für den Schluss-Applaus ein Kommando brauchen.
Das hat einen Grund: Sowohl das Thema wie auch die eingeladenen Experten aus der altbekannten ÖRR-Experten-Monokultur machen den Abend zu einer öden Mischung aus Stochern im Nebel und scheinklugen Ratschlägen. Die Aufstände, Donald Trump, seine Kriegsschiffe. Quo vadis, Iran?
Wie gut, dass wir Experten wie Neumann haben. Nächste Woche zu Maischberger, bitte. Unbedingt.
Natalie Amiri, ehemalige Iran-Korrespondentin der ARD, ist überrascht: Das militärische Aufgebot vor der Straße von Hormus sei „momentan größer als vor dem Afghanistan-Einmarsch“. Für sie ist völlig klar: „Er will auf jeden Fall auf der Gewinnerseite stehen.“
Aber Amiri hat noch mehr: „Also Trump geht’s nicht um Menschenrechte“, sagt sie. „Trump ist interessiert an Öl. Er will Rohstoffe haben, er will ’nen Deal haben, er will glänzen und vielleicht auch innenpolitisch von Problemen ablenken.“
Daniel Gerlach (Herausgeber des Nahost-Magazins „Zenith“) wundert sich, dass die Anrainerstaaten „eigentlich business as usual betreiben. Das finde ich bemerkenswert angesichts dieser Bedrohungslage“. Schnelles Zuschalten der US-Korrespondentin. Gudrun Engel, eigentlich in Washington, steht heute neben einem Protestzug in Minneapolis, wo gegen die Einwanderungsbehörde ICE marschiert wird. Prima, wäre auch das Thema untergebracht. Engel bestätigt: Trump will im Iran sicher keine „Boots on the Ground“, also keinen Einmarsch, lieber „einmal schnell rein“.
Ob er wohl von den Epstein-Files ablenken will, fragt Miosga. Engel winkt ab: Das sei „gar nicht mal so das große Thema“ momentan in den USA.
Doch Miosga hat das offenbar überhört. Sie bleibt bei ihrer These: „Gelingt Donald Trump so ein Ablenkungsmanöver?“, fragt sie Neumann. Der wiederum ist schon um die nächste Kurve in den Trump’schen Gehirnwindungen gebogen. „Die übernächste Station ist wahrscheinlich bereits Kuba“, sagt er. Das Thema wird nicht vertieft. Hatte Neumann bei Lanz schon vergeblich versucht.
Was den Iran angeht, hat Neumann für den US-Präsidenten bereits eine Strategie: Er werde wohl zunächst die Luftabwehr außer Gefecht setzen, dann die Raketensysteme vernichten und schließlich ein paar „symbolische Angriffe auf Einrichtungen der Revolutionsgarden“ vornehmen. Amiri warnt: „Es ist kein Kinderspiel, diesen Angriff zu organisieren. Das muss perfekt durchgeführt werden.“
Sofa-Generäle bei der Arbeit. Kurzer Schwenk durchs Publikum? Ach, lassen wir das.
„Ich hab’ eine Idee, also zwei Ideen sogar“, sagt Neumann. „Weil Europa kein Akteur in diesem Konflikt ist: Wir brauchen keine Vermittlungsmission.“ Stattdessen empfiehlt er, dass der Nationale Sicherheitsrat „sitzen“ und „eine Liste zusammenstellen“ solle. Mit „individuellen Sanktionen gegen einzelne Funktionäre“ und anderen Maßnahmen. Man könne zum Beispiel „bestimmte Vermögen einfrieren“ – eine Idee, die ja bereits bei Russland bestens geklappt hat und seitdem das internationale Finanzwesen in seinen Grundfesten erschüttert. Egal. Neumann empfehlt außerdem, „politische Stiftungen könnten die Opposition unterstützen“. Wichtig sei die Erkenntnis: „Wir wollen eine kalibrierte Antwort.“
Ratschläge wolle er ja eigentlich nicht geben, sagt Neumann, aber gut, wenn er schonmal da ist, gibt er sie halt trotzdem. Und zwar an den Sohn des 1979 gestürzten Schah Reza Pahlavi. Pahlavi junior, der in den USA lebt, sei bei den Protesten aus der Ferne bereits „der Taktgeber gewesen“, aber jetzt komme es darauf an. Neumann: „Er muss es schaffen, seine Bewegung zu verbreitern.“
Wow, jemand sollte dringend bei Pahlavi anrufen und ihm das erzählen. Aber der hat diese wichtige Sendung bestimmt selbst gesehen.




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Glaube es wird erst enden, wenn die IRANISCHE Opposition sich bewaffnet und MULLAHS und Kommunisten im Arbeitslager enden … genügend Vorlagen dazu gibt es ja .. zu viel wurde dem iranischen Volk angetan seit der Wahnsinnige mit Unterstützung Frankreichs den Laden übernommen hat.
10000de ermordete, unbewaffnete Zivilisten klagen die „geistlichen Mörder und Hetzer an“, von den komischerweise alle zu Millionären oder Milliardären wurden …
Zeit Gleichen mit Gleichem zu vergelten … ?
Schlimm ist nur, dass wir für solchen Schwachsinn GEZ-Zwangsgebühren zahlen müssen! Die Verblödung wird sozusagen fremdfinanziert!
Da der Schah bei den letzten Landeswahlen nicht dabei war, sondern jetzt nachträglich von Trump aus dem Ärmel gezogen wurde, ist das alles undemokratisch. Der Sohn des Schah war unter den 80 Präsidentschaftsbewerbern 2024 nicht dabei. Wovon also redet die Miosga?
Pardon, las mir gerade die Kommentare durch. Offenbar genügt der „Besenstiel“ öffentlich -rechtlich um Klischees zu produzieren. Andererseits zeigt die Klischeebildung auch die Fehler der „Öffis“ auf. Partiell sollte man sich jedoch von fremden und eigenen Fehlwahrnehmungen schützen…dh. gelegentlich auch der „Neuen“, Frau Miosga, eine neue Chance geben.
Der Tante ein neue (die wievielte wäre das dann, Minimum 3-stellig) Chance geben? Echt jetzt?!
Sorry, aber jetzt wird’s wirklich lächerlich ‼️
Dieter Hallervorden brachte es letztes Jahr auf den Punkt:
„Was interessiert uns Polynesien, solang der Pole haust in Schlesien.“
oder etwas entschärft und übersetzt:
solange hier im Lande nichts in Ordnung gebracht wird, sind derartige Diskussionen wie diese über Iran und eigentlich Trump überflüssig.
Zumal der Einfluss Deutschlands im Ausland auf Jahre hinaus gen Null herabgewirtschaftet wurde.
Hochgradige Ablenkung von eigenen Problemen und der Unfähigkeit der deutschen Altparteien-Kaste diese zu lösen – ganz im Sinne und Stil von Merz & Co.
Im Gegensatz zur Autorin Brunhilde Plog bin ich durchaus der Meinung das Frau Miosga journalistisch – vorerst – immer bessere wird. Die „Iran-Runde“ gestern war frei von „Rumdröhnern“ und einseitigen Besserwissern. Jeden der beteiligten merkte man die Suche nach der Frage und der Antwort an, wie es im Iran weiter geht – und wie Trump handeln wird. Die Abwägung von Trumps Maximen hatte dabei nichts ehrenrühriges an sich, sondern war nachvollziehbar erfahrungsgesättigt. Miosga imponiert mir zunehmend. Bei Maischberger bleibt dagegen der Fernseher aus.
Auch wenn man hi und da diesen Eindruck gewinnen könnte (meist bei für Deutschlands Bürger unmaßgeblichen Themen) – die westdeutsche Sozialisierung, sprich ein ideologisch einseitiges Weltbild – schlägt immer wieder durch bei den Protagonisten in Politik, Medien, Kultur und Wissenschaft.
Und ist und bleibt damit nicht zielführend – außer für die Protagonisten selbst und die Herde der Schlafschafe.
Logiker – bei mir griffen Sie, sozialisationstechnisch daneben. Ich habe keine westzonale Sozialisierung. Um ein wenig, es ist jetzt 19:05 Uhr „zurückzuschießen“: Nicht jeder Fehlschuß trifft ein Schlafschaf…
Ich halte es nicht so mit persönlicher Kritik an den Kommentatoren hier, sondern mit m.E. verallgemeinerungswürdigen Beobachtungen und Feststellungen – versehen mit den Zusatz: Ausnahmen bestätigen die Regel. Die im Westen über mehr als 75 Jahre bis heute einseitig geprägte und anerzogene Denkweise mit massiven Lücken und Falschinformationen zur Geschichte der letzen 125 Jahre, insbesondere zur Historie des eigenen Landes, hinterlässt ihre Spuren. Man muss sich nur ansehen, was nur die dunklen 12 Jahre in Deutschland an ideologischem Dunst in den Hirnen hinterlassen haben oder die „nur“ 40 Jahre DDR. Beides ist größtenteils überwunden – die 75 Jahre Westdoktrin nicht.… Mehr
Für die FAZ war diese Sendung eines Lobes wert, weil angeblich Experten zu Wort kamen.
Außer vertrautem Trump-Bashing habe ich keine neuen Erkenntnisse gewonnen.
Über die EU wurde gnädigerweise geschwiegen, obwohl der Iran vor unserer Haustür liegt.
Was ist die FAZ bitte ? Eine „Zeitung“ die überwiegende Teile ihres Einkommens aus Steuergeld bezieht … die Dank Bahn & Staatsbetrieben immer noch Print verkauft wie die SZ und andere linksbunte „Schmierblättchen“.
Der heimliche Merkel-Putsch von 2014 hat wieder Staatsmedien möglich gemacht …
Nur Masochisten tuen sich Miosga an.
Liebe Frau Plog,
vielen Dank für diese Analyse, aber ich glaube, Sie haben den Zweck der Sendung nicht erfasst: die Staatspropagands lenkt vor den Problemen in der EU und Deutschland ab, sei es Gasmangellage, Zensursula oder Landtagswahlen im März. Das ist der Sendung gelungen.
Wilhelm Roepke: Berichte über den Iran sind nach Ihren Worten Problemablenkung. Es leben ca 90 Millionen Menschen im Iran. Haben Sie keine Phantasie, wie eine Flüchtlingswelle aussähe und welche Folgen sie haben könnte?
Wiewohl sie alle rumeiern müssen und dem POTUS Gedanken in den Kopf legen, weil sich nichts wissen – da sie tatsächlich nichts wissen können von der weiteren Vorgehensweise –
auf beiden Seiten.
So wie ich das gelesen habe, wurde die eine Seite sogar ganz ausgelassen.
Das nennen sie Berichte ? Für mich wertloses Geplapper und AgitProp … TrashTV für sie und ihre Genossen
Ja schon, allerdings nur bei Leuten, die sich diesen Grantenbockmist immer noch anschauen, und die sind nun wirklich eh schon komplett verloren.
Wo war Röttgen, um der Sendung den Todesstoß zu geben? Mittlerweile fehlt er mir wie ein C-Promi, der zu früh aus dem Dschungel fliegt. Ist Röttgen auch geflogen?