Merkel bei Will: Das Endspiel hat begonnen!

Die Weltgeschichte sauste soeben wie ein D-Zug an Angela Merkel vorbei. Europa isoliert und zerstritten. Migrationsmanagement eine Blamage. Und, ja, Merkel „in gewisser Weise auch verantwortlich“.

Screenprint: ARD/Anne Will

Gütiger Himmel, haben wir gedacht. Was will denn Merkel schon wieder bei Will? War irgendetwas Wichtiges? Zum G7-Gipfel hat doch die Merkelbegleitpresse schon alles einseitig zusammengefasst (Tenor: „Wie US-Präsident Trump die internationale Handelsordnung zerstört“), deshalb muss die Kanzlerin sich doch nicht extra die Mühe machen, auch noch …

Anscheinend doch. Denn die Rücknahme des „mühsam ausgehandelten Kommuniqués“ per Tweet war doch „sehr ernüchternd“, wie Merkel traurig konstatierte. Oder wie es ausgerechnet Heiko per Tweet ausdrückte: „Mit einem Tweet kann unheimlich viel Vertrauen sehr schnell zerstört werden.“ (Wir sind sicher, unser Äußerster würde den Irrsinn seines eigenen Tweets nicht verstehen, selbst wenn man es ihm ganz langsam erklärte …)

"Wofür steht diese neue Regierung?"
Anne Will: Regierung Merkel IV - der Schlichtheit eine "Schangse"
Gegenmaßnahmen seien aber vorbereitet, auch „mit dem Risiko einer Eskalation“, denn „wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen“, sagte Merkel im Original-Donald-Duktus. Außerdem will sie nun umso enger „auf der Basis unserer Prinzipien und unserer Werte mit Kanada und Japan“ (Japan nimmt keinen einzigen Afrika-Flüchtling auf, soviel zu Prinzipien und Werten.) zusammen arbeiten. Nun ist sie ja nicht so vernagelt, nicht zu sehen, dass „der kanadische Premier Trudeau agiert hat, und das sind jetzt die Folgen.“

In der Tat hatte der linkspopulistische, diplomatische Grünschnabel Trudeau mit dummen Äußerungen Trumps Zorn geweckt: Trudeau habe „falsche Aussagen“ auf einer Pressekonferenz gemacht, so Trump. Kanada plane „massive Zölle auf US-Landwirte, Arbeitnehmer und Unternehmen“. Deshalb habe er seine Mitarbeiter angewiesen, das Kommuniqué nicht zu unterstützen. Überhaupt war schon die Zusammensetzung des G7 skurril. Ausgerechnet China oder Südkorea fehlten beim Treffen der „bedeutendsten Industrienationen“. Der Gipfel hätte besser E6 plus 3 (Kanada, USA und Japan) geheißen, denn die Europäer waren zu Sechst angereist: Merkel, Conte, May, Macron, Tusk und Schonklod. Jedenfalls hat Merkel gelernt, dass „durch Anheizen die Lage nicht besser“ wird. Sie hat Donald Trump allen Ernstes den Vorschlag gemacht – der Generation Schneeflöckchen wird das bestimmt gefallen – die „gegenseitige Betroffenheit auch mal aufzuschreiben.“ Oh, Mann!!!

Bleiben wir also bei Merkel, oder wie sie die Welt sieht. „Die USA“ habe ein „großes wirtschaftliches Gewicht“ (Hört, hört!) und eine große „Innovationskraft“ (ach was!), aber sie schaue auch nach Indien. „Und ich fahre jedes Jahr einmal nach China.“ Bei der „Außen- und Sicherheitspolitik würde ich Großbritannien dazuzählen“. Zu den Guten. Wenn sie sich beim perfiden Albion nicht mal gewaltig täuscht!

Merkel und die Aufrüstung: „Wir wollen aus 178 europäischen Waffensystemen 30 machen“, erläutert unsere oberste Merkelin. „Das wird mindestens 20/30 Jahre dauern“(hahaha, bis dahin sind wir tot, oder rot, oder muslimisch).

Zusammengefasst: Deutschland wird deutlich mehr ins Militär investieren, wie Trump gefordert hatte (wichtig wäre noch, Truppen-Ursel auf eine längere Expedition zu schicken, sonst geht das Geld wieder in Kitas und Shades of Grey-Reizwäsche).

Deutschland gespalten, in Europa isoliert – wann steuern Sie um, Frau Merkel?
Merkel: Hier sitze ich bei Anne. Will – und kann nicht anders
Merkel und Europa. Italiens Conte hat sie Hilfe gegen die Jugendarbeitslosigkeit versprochen. In Portugal wäre die Stimmung inzwischen wieder super, auch in Griechenland gehe es aufwärts. Mit Macron plant sie „ein Netzwerk von Instituten für Künstliche Intelligenz“ (Na, wenn‘s den beiden hilft!). Und, behauptete die Kanzlerin, die zwischendurch den in manchen Kreisen unerhörten Satz sagte „Die erste Loyalität gehört immer dem eigenen Land, die zweite aber Europa“, man habe eine „Europäische Grenzpolizei“ auf den Weg gebracht. Merkel nennt diese ominöse Truppe übrigens „gemeinsame Außengrenzschutzpolizei, die notfalls auch mal agieren kann“. Notfalls agieren? Ist das unbeholfen oder dreist? Wie man Grenzen schützt, zeigt Ungarn. Ach, das ist leicht, meint die Kanzlerin, denn Ungarn hat „eine Landgrenze, die sich besser schützen lässt.“ Merkel will jetzt mit ganzer Kraft an gemeinsamen Asyl-Standards arbeiten, denn sie hat inzwischen begriffen, dass sich an der Flüchtlingsfrage alles entscheiden wird. „Ansonsten ist Europa gefährdet.“ Nicht Europa, nur die EU!

Das „Bild-online“ Laufband meldet als „Breaking News“: „Der Mörder von Susanna muss in U-Haft.“ Dass ein Mörder in U-Haft muss und nicht bei Flüchtlingshelferinnen bis zum Prozess gehegt wird, läuft als Breaking News! Armes Deutschland!

„Tragisch, traurig, schrecklich“ nennt die eher weniger empathische Merkel den Fall Susanna. „Das sollte uns anspornen, die Ankerzentren zu machen“. Das empört Anne Will, die gleich wissen will, ob nun auch, wie vom Horst gefordert, an den Grenzen kontrolliert werden solle. „Die Grenze war nicht geschlossen und wurde nicht geschlossen“, war Merkel wichtig, noch einmal klarzustellen. Und was den „Masterplan“ von Horst angehe, sei man „in intensiven Gesprächen“. Was heißt, das wird nix.

Plauderrunde statt Problemcheck
Das Merkel-Mantra
Merkel und die Verantwortung. BAMF? Sie hat doch extra einen Führungsstab (Peter!) eingerichtet und Herrn Weise eingesetzt! Und dass die Migranten Syrer per Fragebogen werden konnten, war doch eine gemeinsame Entscheidung der Länder! Und der Dr. h.c. (humoris causa) Weise „hat Herausragendes geleistet“. Aber, seufz, stöhn, ächz, „manches ist nicht so gut gelaufen, wie man sich vorgestellt hat.“ Dass auch von jedem Illegalen (und einer blühenden Rechtsindustrie) „der Weg der Rechtsstaatlichkeit breit genutzt wird“, findet sie schön. „Ja, ich bin in gewisser Weise auch verantwortlich.“ Nein, „ich will die politische Verantwortung nicht wegreden“. Hat ja eh keine Konsequenzen.

Merkel und die Zukunft. „Das ist eine Zeit, in der man den Menschen auch sagen muss, dass wir viele Probleme haben, die wir noch nicht gelöst haben.“ Und dann zählt die Frau, die außer „Europa“ keine Antworten mehr hat, auf, was noch gelöst werden muss:

Amerika, die Ukraine, Künstliche Intelligenz, Internet im ländlichen Raum. Bessere Bezahlung in der Pflege. Das Wichtigste hat sie bei der Aufzählung natürlich vergessen.

Warum war sie da?  2015 sagte sie bei Anne Will noch: „Ich habe einen Plan.“ Und Merkels Pressetross hatte das auch zu gern geglaubt. Gestern schrieb Stefan Aust in der „Welt“: „Schaden vom Volk abzuwenden, ist zur Floskel verkommen“. Stimmt. Auch Merkel ist zur Floskel verkommen.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 257 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Für Merkel hat das Endspiel nicht begonnen, ich vermute eher, wir sind in der Nachspielzeit.

Auch wenn Merkel glaubt das Europa, Deutschland noch viele Probleme zu lösen haben gibt es in meinen Augen lediglich ein wirkliches Problem das gelöst werden muss, egal wie man es dreht und wendet, mit Merkel ist jede Situation verfahren.
Merkel sollte endlich abdanken damit Deutschland wieder in eine Normalität zurückkehren kann die unserem Land angemessen ist.

Verantwortung übernehmen? Ich hör wohl nicht richtig. Die hat sie Kraft ihres Amtes doch ohnehin.

So wird das nix, Frau Merkel – medienwirksam etwas Selbstverständliches als Leistung verkaufen zu wollen, das mag vor Jahren noch funktioniert haben. Und solange sie daraus nicht die dringend erforderlichen Konsequenzen ziehen, haben Sie entgegen Ihrer Aussage auch nie Verantwortung für nur irgendetwas übernommen und tragen auch keine. Darum wohl auch der Versuch, das BAMS ganz schnell nach Brüssel zu verlegen.

„Regierungssprecherin Anne Will im Gespräch mit der Bundeskanzlerin“, so könnte die Bildunterschrift lauten.

Wenn Merkel von Europa spricht, meinst sie eigentlich die EU, also etwas ganz anderes.
Sie bekennt sich offen zu einer Politik, die die Interessen der globalistischen Macht- und Finanzelite über nationale Interessen setzt, d.h. über die Interessen der jeweiligen Bevölkerungen.

Mehr Merkel bedeutet weniger Demokratie. Bis hin zum Auslöschen durch Migration der bisherigen Einheiten westlicher Demokratie, den Nationalstaaten.

noch vor ein paar Jahren dachte ich das mit Hitler : blöd gelaufen, so ist es eben wenn Macht missbraucht wird und Obrigkeitsdenken vorherrscht.
Heute weiss ich es hat mit den Deutschen zu tun.
Vielleicht bleibt wirklich nur noch, dass die Menschen die Grenzen selbst beschützen.
Widerstand gegen Merkel wird bitter notwendig.

Ein unabhängiger motivierter Journalist stellt freie Fragen an die Bundeskanzlerin, Nachfragen sind erlaubt, Merkel ist Geschichte. So einfach könnte es sein.

2015 sagte sie bei Anne Will noch: „Ich habe einen Plan.“
Den legendären Satz hat sie während ihrer DDR-Zeit wahrscheinlich von Egon Olsen geklaut………
Das war der Kultfilm aus Dänemark schlechthin. Und die Sprüche daraus sind im Osten immer noch Kult.
Leider muß man darauf hinweisen, dass Egon Olsen am Ende immer mit seinem Plan grandios scheiterte. Und hinter festen Toren landete…………

Danke F. Jung. Ich habe mir gerade Egon Olsen – Best of …… angeschaut. Ein Ausflug in die Normalität. Danke für den Hinweis. Echter Klamauk. Heutzutage ganz Absurdistan nur noch ein einziges verkommenes Pseudo-Gewäsch.

Ostdeutsche sind auch Migranten sagt Migrationsforscherin Naika Foroutan, anhand ähnlicher von ihr festgestellter Verhaltensmuster von Ostdeutschen und Migranten. So in einer Studie der Migrationsforscherin laut taz-Interview mit ihr und auch verbreitet von Frau Yasemin Ergin NDR Kulturjournal. Sie und die Forscherin müssen nun endlich den Ostdeutschen den Platz zuweisen, den sie für vierzig Jahre Widerstand gegen eine schlimme linke Diktatur und deren Beseitigung verdienen. Um zu wissen wie Ostdeutsche ticken, muss man wohl nicht selber dort gelebt, sondern nur echten Migrationshintergrund haben. Erst habe ich das Ganze für einen Witz gehalten. Aber dann viel mir ein, unsere Kanzlerin ist ja… Mehr

Die Sichtweise, wie sie als Migrantin die BRD gekapert, unterjocht und grausiger Idologie unterworfen hat, die mittlerweile nicht wenige Todesopfer gefordert hat, ist natürlich interessant. Das spräche als weiteres Beispiel gegen Einwanderung inkompatibler Kulturen.
Aber ich denke, dass sie keine typische Ostdeutsche ist. Oder wie leben Normalo-Ostdeutsche so im Alltag? Vernichten alles brutal, was nicht in den Kram passt, insbesondere das zivilisierte Zusammenleben?

Wie ist es möglich das eine „Fragestunde“ im Bundestag härter reglementiert ist wie die im ÖR? Was ist eine gewählter Abgeordneter überhaupt wert?
Ich sehe es so, die von der Regierung gesteuerte Fragerunde bei Will kann ich nicht ernst nehmen, würde ich es tun müsste ich im Gegenzug unsere Demokratie, den Bundestag, sämtliche Ausschüsse vom Grunde her in Frage stellen. Jedenfalls reicht es aus Merkel jegliches Vertrauen meinerseits zu entziehen und die Legitimierung des ÖR noch mehr anzuzweifeln.