Über Erfolg und Misserfolg: „Honig im Kopf“ und „Head full of honey“

Nach sechs Tagen nahm man den Film an der US-Westküste aus dem Programm. Ganze 12.350 Dollar habe er eingespielt, so das US-Portal „boxofficemojo“. Gerade einmal 6.400 deutsche Kinogänger in 86 Kinos sahen den Film.

imago images / Prod.DB

Warum macht man einen Film? Weil es eine besondere politische Botschaft oder eine bewegende Geschichte gibt, die man den Zuschauern erzählen möchte. Weil man meint, zusammen mit tollen Schauspielern vor beeindruckender Kulisse ein bleibendes Monument in bewegten Bildern erschaffen zu können. Weil man ein paar schauspielerisch begabte Töchter kennt?

Mag sein, dass den ewigen Lausebengel Til Schweiger eines dieser Motive dazu gebracht hat, seinen in Deutschland erfolgreichen Film „Honig im Kopf“ in den USA noch einmal neu unters Volk zu bringen. Vielleicht war ihm der Zuspruch „Til ist ein toller Typ“ von Altmeister Michael Douglas zu Kopf gestiegen, den er ursprünglich als Hauptdarsteller vorgesehen hatte.

Jedoch: was nach dem 60 Mio Euro-Ergebnis der Ursprungsversion geklappt hatte, wurde für Schweiger mit dem englischen Zwilling eine schmerzhafte Bauchlandung. Eigentlich hätte er aus seinen paar Nebenrollen als „der Bösewicht mit dem deutschen Akzent“ die Erfahrung mitnehmen müssen, dass man einen Oscar nicht mal eben so und schon gar nicht mit dem Brecheisen bekommt.

Der Kritiker des US-Observers verglich „Head full of Honey“ mit einer Wurzelbehandlung ohne Narkose. Andere englischsprachige Blätter ließen an dem Streifen ebenfalls kein gutes Haar. Übertroffen wurde die verbale Kritik noch von dem dröhnenden Schweigen derjenigen, die das Werk nicht einmal eines Verrisses würdigten.

Nach sechs Tagen nahm man den Film an der US-Westküste aus dem Programm. Ganze 12.350 Dollar habe er eingespielt, so das US-Portal „boxofficemojo“.

Trotzdem hielt Schweiger, der neben seinen Aktivitäten als Kneipier endlich auch öfter als Regisseur reussieren möchte, daran fest, sein US-Remake auch noch in Deutschland in die Kinos zu bringen. Gerade einmal 6.400 deutsche Kinogänger in 86 Kinos sahen den Film, bevor er (TAG24) aus den Programmen genommen wurde. Der Schauspieler wundere sich sehr und fände keine Erklärung für das Fiasko, berichtet n-tv.

Fehlersuche: es muss an den Deutschen liegen

Die englischsprachige Webseite der Deutsche Welle meinte, dem Selfmade-Director Schweiger (berüchtigt dafür, seine Streifen selbst zu schneiden und sich am Set als „Imperator“ ansprechen zu lassen) beispringen zu müssen. Sekundiert von Prof. Christof Decker, der Amerikastudien an der LMU München unterrichtet und sich auf Film und Kulturforschung spezialisiert hat, startete man einen Erklärungsversuch:
Immerhin tritt Prof. Decker zu Beginn des Interviews der Vermutung tapfer entgegen, dass die Deutschen ein erbliches Defizit beim Humor hätten – das stimme nicht, hingegen liege der Fehler bei der deutschen Filmwirtschaft selbst. Der fehle das Innovative, sie gebe sich zu oft und zu leicht mit einfachen Konzepten zufrieden.

Daraus zieht der Experte dann allerdings schnell den Schluss, dass deutsche Komödien nur für ein deutsches Publikum gemacht würden, für einen nationalen Geschmack, einer implizit angesprochenen „weißen, homogenen Mittelklasse, die ihren lifestyle in der Komödie bestätigt sehen wolle – aber das Seltsame, Intellektuelle, Nichtangepasste ablehne“. Slapstick sei harte Arbeit, aber wenn er schwerelos daherkäme, sei er am besten. „Deutsche Komödien seien viel zu oft klobig und schwermütig, und im Gegensatz zu den US-Amerikanischen (die sich ja in Deutschland grosser Beliebtheit erfreuten) weniger radikal und skrupellos – man scheine immer zu fürchten, jemanden wehtun zu können. Daher blieben viele Themen unberührt und eine weltweite Gruppe von Zuschauern könnte nicht erreicht werden.“, so Decker weiter, der noch beispielhaft den fehlenden internationalen Erfolg deutscher Schlager anführt.

Die These der DW: Deutsche Komödien seien für eine zu homogene deutsche Zuschauerschaft bestimmt, “er sehe hier das deutsche Kino in einem wirklichen Dilemma: Komödien seien seit Jahren die erfolgreichsten Produktionen in Deutschland, wie man es z.B. an der “Fack Ju Göhte“ Serie erlebe. Gleichzeitig scheine die deutsche Komödie aber nur Erfolge zu feiern, wenn sie provinziell, und nicht kosmopolitisch bleibe.“ So Prof. Decker.

Moralin als Stolperstein

Ihm zufolge weise der Film “Willkommen bei den Hartmanns”, eine der aktuell finanziell erfolgreichsten Komödien, „zudem auf eines der fundamentalen Probleme des Genres in Deutschland hin: es käme einfach nicht umhin, Komödiantisches mit moralischen Ansichten oder Doktrinen zu verbinden, um damit den aus Sicht der Mehrheitsgesellschaft bestehenden Status Quo zu bestätigen und explizit den an den Rändern auszublenden.“

Der Experte nennt sodann Loriot als positives Beispiel, der „genau wie seine Vorbilder von der britischen Truppe der „Monty Python“ den Nonsense kultiviert und seine Komödien nicht auf einfache Moralformeln hätte reduzieren wollen.“

Nun steckt „Head full of Honey“ nicht gerade voller erhobener Zeigefinger. Aber wie Til Schweiger trotz seiner US-Erfahrung diese Fehleinschätzung unterlaufen konnte, ist schon bemerkenswert. Er war offensichtlich der Ansicht, dass er die US-Zuschauer mit der Rekrutierung eines in die Jahre gekommenen Schauspielers und einer rührseligen Story gerade rechtzeitig für die Oscarnominierungen mal eben über den Löffel barbieren könnte. Die langmütigen deutschen Zuschauer konnten ihm noch viele handwerkliche Patzer und peinliche Witze vergeben, weil er „es ja gut meinte“ – und weil man sich mit der lebensechten schauspielerischen Leistung ihres Volkskomödianten „Didi“ Hallervorden identifizieren konnte.

Die Amerikaner hingegen, emotional nicht involviert, nüchtern und kritisch, zeigten dem deutschen Emporkömmling konsequent die dunkelrote Karte. Sie nahmen die Tragik der Diagnose und den tapferen Kampf der Angehörigen vor den Begehrlichkeiten des Drehbuchs in Schutz.

Schweiger hätte ahnen müssen, dass die amerikanischen Zuschauer sich das Theater wie bei der Standup-Comedy in Las Vegas fünf Minuten antun und unfähige Aspiranten dann gnadenlos auspfeifen würden. Er hätte wissen müssen, dass ihm in USA niemand schlüpfrige Witze in Kombination mit anzüglichen Anspielungen auf die wenig amüsanten Symptome von Alzheimer durchgehen lassen wird. Dass man es auch bei wenig Begeisterung für „Bad Boy“ Nick Nolte nicht zulassen würde, dass ihn ein dahergelaufener deutscher Komparse „wie einen Zweihundertjährigen“ (Observer) aussehen lässt. Dass die unterirdische Qualität von Regie, Kameraführung und Musik dem Streifen dann den Rest geben wird.

In Amerika dreht man solche Filme einfach nicht

Der Amerikaner hat ein feines Gespür dafür, wo der Kitzel mit der scharfen Klinge der Selbstironie endet, und wo die Selbstzerfleischung beginnt. In den USA gibt es eine Grenze, an der man die Kamera auslässt. Nicht dort, wo die im Grundgesetz in Artikel 1 geschützte unantastbare Würde des Menschen (hier bei der Bundeszentrale für Politische Bildung erläutert) beginnt, sondern weit davor, wo Manche eine für sie durchaus verhandelbare „hohe Achtung gebietende Stellung…“ (Duden) wittern.
Diese Messlatte, unterhalb derer man Themen der Lächerlichkeit preisgeben darf, die für viele Menschen Dreh- und Angelpunkt ihrer Lebensauffassung sind, hat Til Schweiger in den USA gerissen. Ein Kardinalsfehler in einer Zeit, in der Vielen wenig bis gar nichts mehr Achtung abnötigen kann.

Gerade hat Rainer Zitelmann bei TE Beispiele dafür genannt, was heutzutage alles verächtlich gemacht werden darf.

Vielleicht liegt diese immer wieder offenbare Angriffslust auf die persönliche Würde daran, dass man sie oft in unmittelbarer Nähe zum verminten Gelände der „Ehre“ findet? Wie weit kann man den lästigen Baldachin über den Würdenträgern einer Gesellschaft absteppen? Wir haben da erhebliche Fortschritte gemacht. Die von Ode, Lowitz und Tappert gespielten Kommissare hätten sich vom Drehbuch nie in entwürdigende Situationen bringen lassen. Ob der Alte sich besoffen, der Kommissar nachts in die Kissen geheult oder Horst durch Bordelle getappert wäre; das hätte weder vor dem Schirm noch hinter der Kamera jemanden interessiert. Die heutige Krimi-Massenproduktion glaubt hingegen, nicht ohne den Gegensatz Respektsperson – Seelenruine auskommen zu können. Auch das wäre in den USA ein no-go. Focus-Autor Josef Seitz hat bemerkt, dass bei uns die „Polizisten heute „kaputter als die Mörder sind“.

Schöner altern: die Traumwerkstatt macht es vor

Weltweit gab es Regisseure, die das von Til Schweiger gewählte Thema „Alter und seine vielfältigen Konsequenzen“ schon ausführlich – bis zu den besagten Grenzen – ausgelotet haben. Eine Auswahl findet sich auf “Ranker.com”.

Keiner dieser Filme verliert die Contenance, weder mit einer greisen Margret Thatcher (die Eiserne Lady), noch mit Judy Dench als alternder Schriftstellerin Iris Murdoch, noch mit Julianne Moore in „Still Alice“ oder Michel Piccoli in „Traveling Companion“. In Kühlschränken verlegt man höchstens mal sein Telefon. Kein Regisseur verirrt sich mit den Instrumenten der Komödie in die Demenzpflegeabteilung. Kann „Honig im Kopf“ deshalb eine Pioniertat sein?

In die Jahre gekommene Hollywoodgrößen sind ständig dabei, ihr eigenes Älterwerden filmisch aufarbeiten zu lassen. In „Picknick mit Bären“ darf Nick Nolte an der Seite des ewig jungen Robert Redford zeigen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört: hier bei der ARD.

In „The bucket list“ (Das beste kommt zum Schluss) machen Jack Nicholson und Morgan Freeman ein paar letzte dringende Besorgungen, in „Last Vegas“ (hier bei Filmfutter.com) machen sich gleich vier große Stars noch einmal zu einer gemeinsamen letzten Sause auf. Noch nie war das Altwerden so einfach. Filme eben, die Raum zur Hoffnung und den Beteiligten die Würde lassen.

Selbst in Deutschland durfte auch Dieter Hallervorden auf seine alten Tage nochmal „ein letztes Rennen“ laufen, und der Schauspielgigant Robert de Niro durfte für Anne Hathaway den weisen alten Praktikanten geben.

Aber auch Giganten können sich in den USA kräftig verheben. 2016 legte de Niro In „Dirty Grandpa“ eine Leistung ab, die die Chicago Suntimes schlicht als „Dreck“ bezeichnete. Das sei ein Film, bei dem man froh sein könne, „wenn die Frau vor einem den grossen Sonnenhut aufbehielte.“

In Punkto Würde war hier sicherlich auch die US-Grenze weit überschritten, wenngleich diese in dem Film hauptsächlich auf der Gürtellinie zu finden war. Trotzdem fuhr der unterirdische Streifen innerhalb von 8 Wochen noch ungefähr 94 Mio US-Dollar ein (Box Office Mojo).

Zu seinem Glück landete Til Schweiger mit seinem englischsprachigen Flop in den weichen, gut gepolsterten Armen der deutschen Filmförderung, die ihm dem Vernehmen nach, hier bei „n-tv“ 1,9 Mio, der „Welt“ zufolge unter 4,6 Mio Euro für den Film zuschossen.

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Da fallen mir nur die drei dünnsten Bücher der Welt ein:
Das Kochbuch von Bangladesh
Italienische Heldensagen
500 Jahre deutscher Humor

Georg Büchner hatte Humor… und musste aus Deutschland flüchten.
Heinrich Heine hatte Humor… und musste aus Deutschland flüchten.
Chridstian Grabbe hatte Humor… und hätte aus Deutschland flüchten müssen, wäre er nicht zuvor durch „Selbsttrunk“ (Heines Ausdruck) gestorben.
Kurt Tucholsky hatte Humor… und musste aus Deutschland flüchten.
Karl Kraus hatte Humor… und das Glück, in Österreich zu leben.

Die Deutschen haben schon Humor, aber angesichts von zig millionen Trollen im Land, die den ganzen Tag vorm Computer/Smartphone hocken und scannen ob irgendwer etwas gesagt hat, das man mit viel Böswilligkeit missinterpretieren und so für einen Shitstorm nutzen kann, behält man seinem Humor besser unter Kontrolle und benutzt ihn nur im engsten Freundeskreis.

Meines Wissens war das Erste das »Handbuch der Englischen Kochkunst«.
Den Bengalen würde ich unterstellen, kochen zu können, wenn sie auch die meiste Zeit
bis zu den Knien im Wasser stehen, die Armen.

„500 Jahre deutscher Humor“

Ich muß doch bitten. Nie das „Deutsche Dekameron“ gelesen?

Ich hab es Zuhause. Leihe es gerne aus!

Humor vom Feinsten.

Deutsche haben einen sehr guten Humor. Von feinsinnigen über deftig/bissigen bis zu versauten.

Das sehe ich genauso. Harald Schmidt, Hape Kerkeling, Loriot, Heinz Erhard waren, bzw. sind lustig. Helge Schneiders Hörspiele, erschienen bei RoughTrade, sind auch heute noch schreiend komisch.

Kerkelings „Der Junge muss an die frische Luft“ ist übrigens gut gelungen.

Allmählich wird es wohl Zeit, sich wieder an Werner Finck zu orientieren … .

Ich verstehe nicht, warum Schweiger überhaupt einen „neuen“ Film drehen mußte.
Ich erinnere mich gut an französische oder andere, europäische Filme, die auch international ein großer Erfolg wurden, da brauchte es keine Extra-Neuverfilmung. Entweder der Streifen taugt was oder eben nicht. Wäre der erste schon so überragend gewesen, hätten ausländische Käufer Schlange gestanden. War wohl nicht so.

Schweiger war nach dem deutschen Erfolg des Films felsenfest davon überzeugt, dass er hier den absoluten Blockbuster erschaffen hat. Das Problem: In den USA gehen die Leute nicht in einen Kinofilm, wenn der nicht auf englisch gedreht wurde. Die wenigen Ausnahmen sind fast überwiegend Martial Arts Filme. Also war in Schweigers Hirn die logische Konsequenz, auf englisch neu drehen und so richtig absahnen.

Amerikanische Remakes zünden oft nicht. Das ist nichts Besonderes. „Drei Männer und ein Baby im französischen Original“ war schön, das amerikanische Remake dämlich. Deutsche Filme als Remake gehen nicht (mehr). Man kann die handwerkliche Idee übernehmen, aber sollte von den Inhalten die Finger lassen. Ein typisches Genre der 70er war der „Problemfilm“. Diese oft als Fernsehspiel finanzierten Filme hatten im Ausland null Erfolg. Es lag nicht an den Schauspielern, nicht an der Regie, nicht am Schnitt, nicht am Gaffer. Es lag am Drehbuch. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wie gut deutsche Schauspieler sind, zeigen sie, wenn sie den… Mehr
Mir scheint, Sie sind vom Fach. Ein wirklich herausragender Kommentar, schlüssig, gut begründet, mit nachvollziehbaren und einleuchtenden Beispielen und Fakten untermauert. Vielen Dank! Im übrigen bin ich absolut Ihrer Meinung. Deutschland hat in den letzten 40 Jahren (die ich überblicken kann) in den meisten Fällen immer nur versucht, etwas bereits erfolgreiches aus dem Ausland zu kopieren (z.B. auch Schlager; man nehme einen erfolgreichen Song und haue irgendeinen dummen, deutschen Test drunter). Das mochte in Deutschland noch einigermaßen erfolgreich sein, der Rest der Welt jedoch hat die Machwerke in der Unterhaltung genau als das erkannt, was es war: entweder eine billige… Mehr

TE ist meist auch eine Folterbank, aber eine notwendige. Außerdem kann man sich danach das Geld für die Domina sparen. -)

Deutsche Filme PER SE – u. noch dazu mit T. Schweiger – gehen gar nicht (mehr). = Ein ebenfalls dem 68’iger-Auswurf zum Opfer gefallenes Kulturgut.

Guter Kommentar, danke!
Es ist aber nicht nur das platte Drehbuch und die oft fragwürdige Story. Der deutsche Film ist, gemessen am internationalen Standard, insgesamt eine Dilettantenveranstaltung.

Ja -und manchmal überfällt mich der Gedanke, dass die heutige BRD inzwischen SELBST, den Höhepunkt des „Deutschen Films“ markiert.

Das Thema Demenz und alternde Gesellschaft ist in Deutschland, einem Land mit einer der niedrigsten Geburtenraten weltweit, ein echtes Thema. Die Vergreisung der Autochthonen, nicht übertüncht von den Massen an Zuwanderern (die auch älter sind und viel weniger Kinder haben als „zu Hause“) hat in Deutschland längst spür- und im Straßenbild sichtbare Spuren hinterlassen. Und es wird noch viel schlimmer, wenn die kinderarmen Babyboomer kerngesund dement werden und keiner sie pflegen wird. Das ist in den USA anders. Das Thema ist dort einfach keins. Schweiger hat früher einfach nur gute Filme gemacht, aber das war vor Kleinohrhasen, und dann kam… Mehr

Sorry, aber dass Schweiger „früher einfach nur gute Filme“ gemacht hat, halte ich für ein Gerücht. Es gibt , mit ganz wenigen Ausnahmen, wie z. B. „das Boot“ von Petersen o. die Loriot-Filme als intelligent-ironische Komödien, keinen guten „Deutschen Film“ in der BRD, was m. E. viel mit unserer Geschichte- respektive dem morbiden Teil der 68’iger-Bewegung zu tun hat, die sich in diesem Milieu besonders gerne tummelte, um dort „Kunst“ zu machen, was natürlich (bis heute) vollkommen in die Hose ging …

„Kleine Haie“ von Sönke Wortmann.
„Wir können auch anders“ von Detlev Buck.
„Tod den Hippies, es lebe der Punk“ von Oskar Roehler.
„Die Unberührbare“ von Oskar Roehler.
„Herrliche Zeiten“ von Oskar Roehler.
Herr Lehmann. Neue Vahr Süd.
Oh Boy.

Ein paar Perlen gab es schon im Sauhaufen.

„Die Unberührbare“ mit Hannelore Elsner war ein großartiger Film.

Angelina
Hannelore Elsner spielt großartig Gisela Elsner. TE-Lesern würde der Film gefallen.

Sie beherrschte immerhin ihr Handwerk u. hatte darüberhinaus (anders als Ferres u. Co) eine klassisch-internationale Aura. Ich hätte sie mir in den 80’igern auch als schönes „Denver-Biest „Alexis“ vorstellen können 😉

Mir fallen da leider nur zwei „Perlen“ von deutscher Filmkunst, der letzten Jahrzehnte ein:

1,)“Der Name der Rose“ (unter Ägide Eichingers co-produziert, was der verebbten Karriere von S. Connery immerhin ein fulminantes Comeback als gefragter Charakterdarsteller bescherte)

u. 2.) halt Petersens „Das Boot“.

Die sind natürlich auf Hollywood-Niveau. Das Leben der Anderen müsste man noch hinzufügen. Keiner würde aufgrund der kommunistischen, bzw. mohammedanistischen Unterwanderung heute produziert werden.

Nicht zu vergessen: Die Eberhofer-Krimis!

Ich glaube, dass den meisten hier das ganze gigantische Ausmaß des Miserfolgs von Schweigers Film nicht ganz bewusst ist. Ein Einspielergebnis von 12 350 $ ist wirklich sehr, sehr, sehr wenig. Diesen Film als Flop zu bezeichnen, ist eigentlich noch eine maßlose Untertreibung. Ein Film wie „Rush Hour 3“ (USA 2007), der bei Produktionskosten von 140 000 000 $ immerhin 258 000 000 $ an den Kinokassen einspielte, aber abzüglich Werbekosten und Anteile der Kinobetreiber dem Studio immer noch Verluste bescherte, war ein „Flop“. Ein Film wie „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ (USA 2016), das mit Produktionskosten von 170… Mehr

»In „Picknick mit Bären“ darf Nick Nolte an der Seite des ewig jungen Paul Newman zeigen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört.« Der hier gemeinte Robert Redford konnte dem leider bereits vor zehn Jahren verstorbenen Paul Newman nie das Wasser reichen.

Deutsche Filme, deutsche Popmusik oder deutsche Politik, alles der gleiche Schmarrn, den außerhalb des deutschen Sprachraums keiner haben will. Deutsche Autos oder deutsche Maschinen will die ganze Welt. Also Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Leider ist auch Ihr Beitrag „Schmarrn“, tut mir leid. Fahren Sie mal durch Frankreich, Italien, Polen, Russland, selbst Spanien (Ibiza ausgenommen). Drehen Sie das Autoradio auf und dann führen wir Buch, wie viele einheimische und wie viele britische und amerikanische Titel gespielt werden. Anteil in Deutschland je nach Sender 90 bis 100 %. Außerhalb Deutschlands: 20 bis 30 %. Niemand hört in Deutschland französischen Rap oder Italo-Pop. Aber dafür hört man das in Italien und Frankreich. Und schert sich nicht darum, was gerade in den britischen „Charts“ Nummer 3 ist. In Deutschland erzählen mir das 12 öffentliche-rechtliche und 30 private… Mehr

Jeder Cineast und Filmkenner weiß eigentlich, dass die Begriffe „deutscher Film“ und „Schrottfilm“ – bis auf wenige Ausnahmen– synonym sind.

Ja – so ist es halt nun mal.

Die wenigen Ausnahmen sind an einer Hand abzuzählen. Ich würde aber in jedem Fall Eichingers (co-produzierte) „Der Name der Rose“ u. Petersens „Boot“ dazurechnen. Aber dann wird’s auch schon mau…

Ich konnte diesen Zeilen nicht gut folgen, weil ich weder das Original kenne noch das Remake. Deutsches Kino, Fernsehen oder Theater ist (so wie aktuelle deutsche Musik) in den Händen von kriechenden oder sich anbiedernden Langweilern und werde ich mir das in meinem Leben (bin Mitte 40) sicher nicht mehr antun. Ich habe mal kurz bei IMDB reingeschaut und war nun wirklich verblüfft, mit was für bekannten, internationalen Schauspielern (Nolte, Bisset, Emily Mortimer, Matt Dillon,…) Schweiger seinen Film machen durfte. Der Film ist mit 2.9 von 10 bewertet. Eine schlechtere Bewertung habe ich noch nie gesehen. Gratulation an den Macher.… Mehr

😉 Jemanden der am Boden liegt, tritt man nicht auch noch in den Hintern. Aber ich weiß eine gute Therapie: Wollte Til anno 2015 im „Schicksals-Humanitätsjahr“ nicht eine Flüchtlingsunterkunft bauen?
https://www.zeit.de/gesellschaft/2015-08/til-schweiger-fluechtlingsheim-sigmar-gabriel-twitter-kritik
Und hat sogar mit Siggi-Pop am Tresen darüber gesprochen?
Also wohlan, zwischen zwei gut bezahlten „Erziehungs-Tatort“ – Ausgaben ist das gut zu stemmen.

Das Heim wurde zum Flüchtlingskindergarten in Osnabrück und wurde in Betrieb genommen und danach ist es still und leise aus den Medien verschwunden… Guckt man auf die Homepage der Til Schweiger Foundation und schaut nach den „News“ des Kindergartens, so ist der letzte Eintrag von Oktober 2017. Die Aufmerksamkeit wurde genutzt. Jetzt interessiert es keinen mehr, News gibts auch nicht. Müsste ich wetten, so sind die Betriebs- Unterhalts- und Personalkosten mittlerweile bestimmt an den deutschen Staat übergegangen. Unter dem Link „Sponsoren“ für die Foundation finden sie: Niemanden. Wäre durchaus mal eine genauere journalistische „Ansicht“ wert, was da vor sich geht.… Mehr

Also so ähnlich wie Nenas Schule?

Die „Betriebs-und Personalkosten“ für ’nen „Til Schweiger-Film“ dürften im wesentlichen auch an den deutschen Staat übergehen (Stichwort: Filmförderungstöpfe etc). Also, kann es dem „erfolgreichsten deutschen Filmemacher“ aller Zeiten wurscht sein – zumindest geschäftlich gesehen…