Trickreiche Manager

Bei Schlemmereien auf dem Teller und im Glas kamen die Bosse überein, wie sie der AfD zu möglichst vielen Stimmen verhelfen können und ihren Unternehmen zugleich zu noch mehr Subventionen, Regierungsaufträgen und legalen Steuerschlupflöchern.

ERIC PIERMONT/AFP/Getty Images

Hätte ich nicht zufällig in der Nähe der Nymphenburger Stube bei Feinkost Käfer in München gesessen, wäre eine unglaubliche Verschwörung unserer Tage wohl für immer unentdeckt geblieben. Käfer ist nicht mein Geschmack, aber der Kollege aus Studienzeiten, immer schon ein Schleckermaul, bestand darauf, mich nach Jahrzehnten seines Lebens zwischen Potomac und Santa Barbara dort zu treffen.

Die Nymphenburger Stube hat maximal sechs Sitzplätze und die waren besetzt mit Big-Bossen von eben so vielen Großunternehmen. Bei Käfer-Schlemmereien auf dem Teller und im Glas kamen sie überein, wie sie der AfD zu möglichst vielen Stimmen verhelfen können und ihren Unternehmen gleichzeitig zu noch mehr Subventionen, Regierungsaufträgen und legalen Steuerschlupflöchern.

Sie würden den Belegschaften ihrer Unternehmen mit entsprechender Verbreitung in den Medien quasi verbieten, AfD zu wählen. Wie sie ihre Mitarbeiter, lauter gestandene Leistungsträger und selbstbewusste Bürger kennen, gäbe es keine bessere Methode, sie zum genauen Gegenteil zu ermuntern. Ich sehe meine Mannschaft schon zwinkern, sagte einer der Bosse beim Hauptgang Languste zu den anderen, wenn ich ihnen so einen Schrieb vorlese. Und, prustete der andere zum Chablis Premier Cru, mein Gesamtbetriebsratsvorsitzender schüttelt sich vor Lachen.

Das Wiedersehen mit dem alten Freund dauerte lange und am nächsten Tag dachte ich schon, das hast du wohl alles geträumt. Doch dann fiel mein Blick nach einem späten Frühstück auf TE. Und was lese ich? Firmen erteilen Wahlanweisungen. Ich hatte diesen Reality Check noch nicht richtig verdaut, als ich den Link anklicke, den mir mein Freund schickt: Nach MTU und EY schlug auch Airbus Helicopters zu. Dann zielen die Unternehmen der anderen drei aus der Nymphenburger Stube wohl auf die Wahlen in Hessen. Diese Manager: mit allen Wassern gewaschen.

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