Höchst gefährlicher Ratschlag: Viel Wasser trinken

Zwei Liter Wasser am Tag solle man mindestens trinken, empfehlen Ernährungsberater. Dabei reguliert der Durst den Wasserhaushalt ganz von allein. Und: Nur wer Salz isst, kann Wasser ausscheiden. Höchste Zeit, mit ein paar Ernährungsirrtümern aufzuräumen.

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Heute schon tief genug ins Glas geschaut? Ins Wasserglas natürlich. Wir wissen doch: ohne Wasser kein Leben. Das köstliche Nass ist ein Gesundheitselixier, von dem man nie genug bekommen kann. Zwei Liter am Tag ist bereits erste Bürgerpflicht, wenn’s denn reicht. Denn wenn man Durst empfindet, sei es zum Trinken bereits zu spät, so die Beratung. Wie wär’s mit einem Tipp zum Abschlagen des Wassers: Wenn die Blase drückt, ist es zum Pinkeln schon zu spät. Deshalb vorher aufs WC gehen.

Doch wie findet man heraus, ob man sein Soll schon erfüllt hat? Expert/-innen raten zum „Turgortest“: Wer sich in die Haut zwickt, könne mit bloßem Auge sehen, ob Wassermangel drohe. Vielleicht beißen sich die Damen mal in den Hintern, um rauszufinden, ob bald Mittagspause ist.

Es heißt, ein Erwachsener verlöre täglich 2,65 Liter an Wasser. Bereits ab zwei Prozent Wasserverlust, warnen Ärzte, drohten Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Außerdem käme dadurch „die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung im Körper nur zäh voran“. Früher waren für den Sauerstofftransport noch die roten Blutkörperchen verantwortlich.

Eine Art Kriegsberichterstattung
Manipulativer Journalismus
Bekanntlich enthalten alle Lebensmittel mehr oder weniger Wasser, Gemüse meist über 90 Prozent. Bei Gurken sind’s satte 97 Prozent – sie liefern damit mehr Wasser als die meisten Getränke. Müssen wir nun zum Gurkensalat etwas trinken, damit die Bilanz wieder stimmt, oder doch lieber etwas essen? Selbst die Trockensubstanz, also Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate, werden im Körper zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut, es entsteht metabolisches Wasser. Dazu kommt: Wie viel ein Mensch trinken soll, kann angesichts der großen individuellen Unterschiede in Stoffwechsel, Arbeitswelt und Klima nicht Gegenstand einer allgemeinen Empfehlung sein. Es gibt schließlich auch keine „gesunde“ Schuhgröße für alle Bürger.

Wasservergiftungen immer häufiger

Welcher Teufel mag die Ernährungsberatung bloß geritten haben, der Menschheit Trinkempfehlungen anzudienen? Mit Engelszungen verkünden sie nun Ratschläge, die uns bestenfalls dem ewigen Leben näherbringen. Immer öfter werden Wasservergiftungen beklagt, manchmal mit tödlichem Ausgang. Klingt zwar komisch, ist aber bitterer Ernst. Auch dann, wenn viele Menschen, ja sogar Ärzte, glauben, zu viel Flüssigkeit werde einfach wieder ausgeschieden.

Doch der Körper ist kein Bassin, bei dem man einfach den Stöpsel zieht. Zur Ausscheidung des Wassers benötigt die Niere Natrium, sprich Kochsalz. Der Mensch kann also nur so viel pieseln, wie er vorher an Salz gespeist hat. Fehlt Natrium, bleibt das Wasser notgedrungen im Körper. Dies führt schließlich zum Lungen- oder Hirnödem. Erhält der Patient nicht sofort reichlich Salz, ist er tot.

Gibt man den Fachbegriff „water intoxication“ in Pubmed ein, einer einschlägigen Datenbank für medizinische Publikationen, erhält man an die anderthalbtausend Treffer. Die meisten Vorfälle werden natürlich nicht groß publiziert, schließlich ist eine Wasservergiftung so banal wie ein entzündeter Appendix. Da ein Zuviel an Wasser zugleich ein Zuwenig an Salz bedeutet, trägt die Wasservergiftung noch einen zweiten Namen: Hyponaträmie. Pubmed liefert über 10.000 Treffer.

Von Fake-News und Fakten
Factfulness: Wie gut geht es der Welt heute?
Der Durst und nicht die Ernährungsberatung hat Tier wie Mensch seit Äonen vor Wasservergiftungen bewahrt. Wer über die Maßen getrunken hatte, den gelüstete es nach Salzigem. Gab’s zu wenig Salz, schwand der Durst. Auf diese Weise blieb der Flüssigkeitshaushalt stets im Gleichgewicht. Seit beraten wird, erweist sich die Kombination aus „viel trinken“ und „wenig Salz“ als tödliche Falle.

Opfer sind Kleinkinder ernährungsbewusster Mütter. Manche verdünnen sogar die Formulamilch, in der Hoffnung, ihr Baby zu verschlanken, denn Babyspeck macht ihnen Angst. Später tragen die Kids eine Aluflasche mit Saftschorle bei sich, an der sie aus Langeweile nuckeln. Apfelsaft enthält reichlich Kalium, den Gegenspieler des Natriums. Zudem mindert die Kalorienzufuhr durch die Fruchtsüße den Hunger. In der Folge essen die Kids weniger feste Nahrung, in der sich rettendes Salz befindet.

Typische Opfer sind Frauen auf Abnehmdiät. Um diese besser durchzuhalten, befolgen sie den Tipp, bei Hunger statt etwas zu essen lieber einen Schluck Wasser zu trinken. In der Folge kommt es zu Konzentrationsproblemen und Persönlichkeitsveränderungen. Am Steuer eines Pkw sind diese „Trinker“ genauso wenig erwünscht wie alkoholisierte Fahrer.

„Trinke nur, wenn du Durst hast“

Früher galt das ständige Wassertrinken (Polydipsie) als Hinweis auf psychiatrische Probleme, heute ist solches für viele junge Frauen normal. Unklar ist, ob die psychiatrischen Erkrankungen Polydipsie zur Folge haben oder ob diese vielmehr eine Folge des übermäßigen Wassertrinkens sind.

Am meisten leiden alte Menschen unter salzarmer Wasserkost, die ihnen gern verordnet wird. Eine schmerzhafte Folge sind Knochenbrüche. Bereits milde Hyponaträmien erhöhen das Frakturrisiko spürbar. Wenn die viele Flüssigkeit mangels Salz nicht mehr ausgeschieden werden kann, bekommt die schwächelnde Pumpe Extraarbeit. Stehen die Senioren aus ihrem Sessel auf, wird ihnen nach ein paar Schritten schwindlig, sie stürzen und brechen sich die morschen Knochen.

Besonders tückisch ist eine Symptomatik, die sich nahtlos in das Bild einer Demenz einfügt: Eine kräftige Bewässerung führt bei Greisen zu Verwirrtheit – die sich mit einer Salzgabe leicht therapieren ließe. Für manche Einrichtungen ein interessantes Geschäftsmodell, weil „demente“ Personen eine höhere Pflegestufe erhalten als Senioren, die noch selbstständig sind. Zumindest in Skandinavien versucht die Fachwelt, dem gefährlichen Trend gegenzusteuern. Im „Läkartidningen“, dem wichtigsten Ärztejournal des Nordens, werden die Kollegen regelmäßig aufgeklärt. Ein paar einschlägige Überschriften: „Wasser ist ein gefährliches Gift“, „Lebensgefährliche Hyponaträmie infolge des Irrglaubens, Wasser mache schön“. Und: „Trinke nur, wenn du Durst hast – zu viel kann dein Leben gefährden.“

Bald saufen sich in Deutschland mehr Menschen mit Wasser zu Tode als mit Alkohol.

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Kommentare ( 108 )

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Ich denke,
mehr als Einer nur der Kommentatoren verkennt so gründlich(!!!)
wie deutlich die mehr als nur Spur von Ironie in Pollmers Beitrag.
(Zu kritisieren hätte ich höchstens, dass er Ironie und Fakten miteinander an einigen Stellen recht gründlich miteinander „verknotet“.)

Kaum zu verkennen ist die Ironie HIER:
https://www.youtube.com/watch?v=uTG2eu6qRDY
😉

Danke für den lachtränenden Hinweis!!

Es kommt nicht drauf an wie viel man trinkt, sondern was man trinkt und mit was meine ich welches Wasser! Ich trinke zum Beispiel seit über einem Jahr nur noch basisch/energetisiertes Wasser (Aquion) und davon sogar nicht nur 2 sondern zwischen 3 und 5 Liter täglich!

betrifft mich nicht, was interessiert mich das ganze Geschwafel von irgendwelchen Überstudierten. Ich trinke das wozu ich gerade Lust und Appetit habe, fertig…

das ist genau das, was Udo Pollmer sagen will

Wehe dem unbedarften Leser, der bei der jetzigen Hitze einem an anderer Stelle bereits aufgefallenen Lebensmittelchemiker folgt und das Trinken vernachlässigt. Tatsache ist, dass sporadisch befragte Bekannte mühsam um die 3 Tassen Kaffee und ein oder 2 Cola als Trinkmenge pro Tag angeben, andererseits an mehreren Erkrankungen leiden, welche ursächlich auf zu wenig Wasserkonsum zumindest mehrheitlich zurückzuführen sind. Über den Tag verteilt Wasser trinken, nicht abends feststellen, zu wenig getrunken zu haben und dann 1 Liter kippen. Möglichst keine kohlensäurehaltigen Mineralwässer zu sich nehmen, die belasten den Körper mit zusätzlichem Aufwand, um der Säure Herr zu werden. Hilfreich ist in… Mehr

Ich glaube nicht, dass es so einfach ist, „Sie sind nicht krank, Sie sind durstig“.
Eine andere Überlegung könnte sein, Sie sind krank und deshalb nicht durstig. essen aber stattdessen zuviel.
Wasser ist vielleicht die schlichteste Form der Ernährung, die den Körper wieder in den Normalstand der Nahrung bringt.
Eine dadurch drohende Unterernährung könnte dann doch festzustellen sein?
Es gibt ohnehin das Heilfasten mit Wasser, um den Organismus umzustimmen.
Das ist nicht mein Ding.
Wohl aber solange zu trinken bis sich Hungergefühle erst einstellen. Man isst dann nicht soviel, auch weil der Körper das Wasser der Nahrungsmittel nicht mehr braucht?

Nun,

schon Paracelsus wusste: „Nur die Dosis macht, dass es kein Gift ist“ …

Wahrscheinlich brauchen wir das ganze Wasser, um den Zucker zu verdünnen, der uns in hinterlistigster Form in vielen „Lebensmitteln“ in hoher Dosierung untergejubelt wird.

Merke: Wer hinter jeder Sau her läuft, die durchs Dorf getrieben wird, kommt bald ausser Atem.

Alles etwas zu allgemein gesehen. So sollten Leute, bei denen die Pumpleistung des Herzens nicht mehr normal ist, mit dem Trinken Maß halten und auch mit der Salzaufnahme.

Auch mit dem Schweiß verliert man übrigens viel viel Salz.

Als Richtschnur kann für Gesunde gelten: Man sollte an warmen Tagen häufiger zum Salzstreuer greifen und im übrigen Mineralwasser zum üblichen Speis und Trank trinken. Eher etwas zuviel Salz nehmen als zu wenig: Eine gesunde Niere wird mit zuviel Salz spielend fertig – sie konzentriert den Urin und schmeißt es postwendend raus.

„… die Pumpleistung des Herzens …“
Falsch! Das Herz ist keine Pumpe, das Herz ist ein Generator!

Was mir an Herrn Pollmers Kommentaren immer gut gefällt ist, daß er dem Individuum den Rücken stärkt. Er appelliert an die Selbstverantwortung des Einzelnen. Habe den Mut, Dich Deines eigenen Instinktes zu bedienen, ohne Anleitung durch einen Dritten. Sozusagen eine kant’sche Aufklärung in Ernährungsfragen: Aufklärung als den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. (Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Instinktes, des Körpergefühls, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.) Man muß sich einmal vorstellen, was das heißt, wenn sog. Ernährungsexperten den Menschen ihr eigenes Körpergefühl… Mehr
Das sind doch Binsenweisheiten. Ein Gr0ßteil der Bedürfnisse, speisst sich aus Gewohnheiten. Man gehe zum Aldi einkaufen und schaue sich an was viele Menschen sich so täglich „gönnen“. Das hat nichts mit einer Kant’schen Mündigkeit zu tun, sondern ist schlicht einem Programm der kontinuierlichen Trägheit geschuldet. Wären es wirklich mündige Entscheidungsprozesse, so wäre klar zu erkennen, das Individuen durch einen Prozess der Suche und Ausprobierens gehen. Dies kann ich aber nicht erkennen. Es ist sogar eher eine Sklaverei der Gewohnheiten aus der der Einzelne mangels Kraft und Gelegenheit sich nicht befreien kann. Das heisst nicht das Besserwisser nun Vorschriften machen… Mehr
……… ich mache mir mal die Mühe einer Gegendarstellung wesentlicher Thesen. Der Hinweis „Wer sich in die Haut zwickt, könne mit bloßem Auge sehen, ob Wassermangel drohe.“ wird gleich zu Beginn ins lächerliche gezogen und mit Arschbeißen für die Mittagspause verglichen; dabei sind gerade die damit gemeinten „stehenden Hautfalten“ neben trockenen Schleimhäuten einer der wichtigsten Indikatoren, um Exsikkose (Austrocknung) zu erkennen. Vielleicht mal einleitend: in unseren Nieren werden täglich etwa 180 Liter Primärharn aus dem Blut gepresst und anschließend resorbiert der Körper wieder zurück, was er davon noch gebrauchen kann – auch Elektrolyte wie Natrium. Zum Schluss bleiben etwa zwei… Mehr

Nicofs, sind Sie Arzt oder Rettungssanitäter. Ihr missionarischer Eifer und die Stützung ihrer Hypothesen über einen Haufen Fallbeispiele lässt mich eher letzteres vermuten. Machen Sie doch wie so viele Ihres Schlages eine Ausbildung zum Heilpraktiker und lassen Sie alle an Ihren Erfahrungswerten und Ihrem Lehrbuchwissen, mit dem Sie vermeintlich jeden Arzt beeindrucken können, teilhaben.
Einmal so viel, was im Lehrbuch steht, ist zwar meist Stand der Wissenschaft, wenn Sie aber eine wissenschaftliche Ausbildung haben, wissen Sie, dass es Modelle und Hypothesen sind, was zu einer gewissen Vorsicht mahnt. Kennen Sie eigentlich den Mount Stupid? Einfach einmal googeln.

Danke, ich habe eine wissenschaftliche Ausbildung. Was ich hier angerissen habe, ist keineswegs genug um einen Arzt – in diesem Kontext insbesondere Nephrologen – zu begeistern, sondern kratzt allenfalls an der Oberfläche unserer wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse. Mir ist völlig bewusst, dass wir auf Hypothesen und Modellen aufbauen, deswegen sortiert man sie auch nach dem Grad ihrer Evidenz. Die Funktionsweise der Niere ist sehr gut erforscht und verstanden – ich weiß nicht so genau, was Sie hier von mir hören wollen. Ich stütze meine Hypothesen zumindest mit Quellenangaben und habe mir – im Gegensatz zum Autor – die Mühe gemacht, im… Mehr
Sie haben natürlich vollkommen Recht, dass ein bislang nicht falsifiziertes Modell, das gleichzeitig möglichst einfach ist, richtungsweisend ist. Trotzdem hege ich eine gewisse Sympathie für das intuitive Körpergefühl. So kann man ja auch berechtigterweise überlegen, ob es bei älteren Personen wirklich sinnvoll ist, den Blutdruck auf Teufel komm raus herunterzuprügeln, nur weil die Gefäße nicht mehr so geschmeidig sind. Erinnern sie sich noch an die Regel, dass sys. Blutdruck ruhig Lebensalter+100 sein kann? Ich würde das auch heute bei Greisen, die sowieso schon einen Haufen Medikamente nehmen, so sehen. Das 60+- Schwergewicht ist hingegen mit Sport besser beraten. Ähnliche Beispiele… Mehr

Wirklich klasse lieber nicofs. Auch wenn mein Ruf nach jemandem der wirklich Ahnung vom Thema hat, nicht freigeschaltet wurde, ist dieser auf wundersame Weise doch noch erhört worden. Man muß sich nur wundern wie leicht die sonst so kritischen TE-Leser auf einen derart unqualifizierten Artikel hereinfallen, wenn man nur ein wenig das Feindbild bedient.
Es liegt doch auf der Hand, daß das individuelle Durstgefühl nicht immer den tatsächlichen Flüssigkeitbedarf des Körpers abbildet. Mein Gott, sind wir jetzt schon doof zum Trinken, oder was?
Also, nochmals herzlichen Dank für ihren fundierten Kommentar.

Gerade den Wetterbericht gecheckt und siehe da: „(…) Unser Körper verrät uns, ob wir im Sommer auch ausreichend Wasser trinken. Wenn wir keinen Durst verspüren, dann sind wir auf gutem Wege (…).“
https://www.daswetter.com/nachrichten/wissenschaft/wieviel-liter-wasser-verlieren-wir-im-sommer-2.html

Ich persönlich trinke immer nur wenn ich Durst verspüre. Bin auch bei den jetzigen hohen Temperaturen noch bei guter Gesundheit.

Das dürfte der Normalfall sein.

Kriegen wir jetzt die richtigen Artikel schon in den Kommentaren?

In diesem Fall auf jeden Fall.

Auf TE gibt es keine „richtigen“ und „unrichtigen“ Artikel, sondern unterschiedliche Meinungen, die begründet werden. Wir sind kein Bekenntnis-Portal, auch wenn das manche Leser möchten.

Wenn Sie das zugrunde legen, können wir ja auch einen Meinungsaustausch darüber beginnen ob der Mond am Himmel vielleicht nicht doch eine große Scheibe Käse ist. Kann mich jedenfalls nicht erinnern, je einen solch auf oberflächliche Effekte abzielenden Artikel hier auf TE gelesen zu haben, der im Anschluß daran dann derart grandios durch einen Kommentar zerlegt wurde. So ist eben auch der schlechteste Artikel immer noch für einen guten Kommentar gut. Auch das ist TE.

Herr Thiel, vielen Dank für Ihre unfehlbare Benotung, von deren Art in meinem Text auch die Rede ist.

Einen Text, den ich wie immer mit großem Interesse gelesen habe.

Trotzdem sollte man eine – wissenschaftlich widerlegte! – Meinung dann nicht als medizinisch seriöse Handlungsempfehlung verpacken.

Wissenschaftlich ist gerade im medizinischen Bereich vieles immer nur auf Zeit belegt oder widerlegt – so meine Beobachtung seit Jahrzehnten.

Sicherlich unterliegt auch die medizinische Erkenntnis einem Wandel. Ich bin Optimist und nenne diesen Fortschritt. Müssen wir jetzt, nur weil sich auch in der Medizin dinge retrospektiv auch mal als Falsch erweisen, alles anzweifeln? Dürfen wir unseren Ärzten keinen Glauben mehr schenken? Ich denke nicht, denn gerade im Bereich der grundlegenden Körperfunktionen haben wir solide Erkenntnisse, bis hinunter auf die molekulare Ebene; Bereiche bei denen wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen können, dass die wissenschaftlich postulierten Thesen der Realität entsprechen. Ich bemühe hier mal ein plakatives Beispiel aus meinem Berufsfeld (bitte Geduld, ich hohle aus…): Im Mittelalter ist man… Mehr

Nachtigall ich hör dir trapsen.

Den Eindruck hab ich beim Arzt fast jedes Mal.

Begründung ist ein gutes Stichwort, ansonsten vielleicht nicht direkt so laut bellen, man merkt’s.

hör auf deinen Körpe und lass dich nicht von diesen Einser-Abiturienten die Hucke vollquatschen.

Meine Frau, 91, entwickelte über Monate hinweg, vom Hausarzt als ‚“altersgegemäßer“ Vorgang diagnostiziert, einhergehend mit galoppierendem körperlichen Verfall, alle Symptome einer fortschreitenden Demenz, kulminierend in einem hochdramatischen deliranten Anfall und der Spontandiagnose des alarmierten Notarztes: „Exsikkose!“ (lebensgefährliche körperliche Austrockung infolge von Flüssgkeitsmangel). Daran sterben in extremen Hitzesommern – und damit vermutlich auch heuer – tausende Insassen europäischer „Senioren-Residenzen“ wie die Fliegen dahin. Kein „Durst“, Herr Pollmer, bewahrt sie davor. Angesichts solchen – durch Flüssigkeitszufuhr vermeidbaren! – Massensterbens, um einer spektakulären Schlagzeile willen, die Parole zu propagieren „Trinke nur, wenn du Durst hast“, empfinde ich als unverantwortlich. Meiner Frau arbeitet sich… Mehr

Ein „alter Hut“ ist,
dass das Durst-GEFÜHL mit dem Alter abnimmt.
Insofern … gilt es bei diesen Einzelfallzitaten zu relativieren.

Ich habe eine „mütterliche Freundin“, die in 10 Tagen 105 Jahre alt wird. Als ihr vor cca. 40 Jahren nach einer OP ein Neuochirurg „befahl“, zusätzlich täglich mindestens 2 Flaschen Mineralwasser zu trinken, hat ihr das zumindest nicht geschadet. Ich habe sie lange nicht gesehen, stehe aber mit einigen Personen ihres „sich bereits vor 20 Jahren selbst aufgebauten Netzwerkes“ in regelmäßigem Kontakt – von Altersdemenz keine Spur. Ihnen und Ihrer Frau alles Gute.