Alle Corona-Maßnahmen aufheben? Deutschland ist gespalten

Für das Ende aller Einschränkungen gibt es keine Mehrheit. Für ihre Fortsetzung allerdings auch nicht, wie eine neue Umfrage zeigt.

IMAGO / Michael Gstettenbauer
Warnhinweis für Corona-Maske in Wuppertal, 30.08.2022

Im Nachbarland Frankreich endete der Gesundheits-Notstand zum 1. August 2022. Auch die meisten anderen europäischen Länder kehrten mittlerweile zur Vor-Corona-Normalität zurück. In Deutschland sollen nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung ab 1. Oktober bis vorerst 1. April 2023 neue Maßnahmen in Kraft treten, wenn die Länderregierungen das beschließen, beispielsweise wieder Maskenpflicht an Schulen ab Klasse 5 und auch wieder 2G-Regeln in der Gastronomie. Eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr gilt schon jetzt unverändert.

Die Stimmung zu dieser fortgesetzten Corona-Maßnahmenpolitik ist nach einer neuen Umfrage des Instituts Civey vom 31. August bis 1. September gespalten. Auf die Frage: „Sollten alle Corona-Maßnahmen in Deutschland beendet werden?“ antworteten 43,8 Prozent mit ja, 49, 5 Prozent mit nein. Im Einzelnen meinten 33,7 Prozent: auf jeden Fall aufheben, weitere 10,1 Prozent antworteten mit „eher ja“. Dagegen finden 34 Prozent, die Maßnahmen sollten auf keinen Fall nach dem Vorbild Frankreichs komplett enden. Dafür, dass sie eher nicht aufgehoben werden sollten, sprachen sich 15,5 Prozent der Befragten aus. Unentschieden blieben 6,7 Prozent.

Damit zerfällt die deutsche Öffentlichkeit in der Corona-Politik in zwei fast gleich große Lager. Allerdings hatte sich in der Vergangenheit meist eine deutliche Mehrheit für restriktive Maßnahmen ausgesprochen. Die scheint es nun nicht mehr zu geben.

Offenbar spielen auch die Urlaubseindrücke vieler Deutscher eine Rolle, die in den Nachbarländern eine Rückkehr zur Normalität beobachten.

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