Die Stimmen, die Parteien prozentual erhalten, sind die eine Sache. Entscheidend sind die Regeln, die dann zur Anwendung kommen. Nach dem britischen First-past-the-post-Prinzip hätte die AfD im Parlament von Sachsen-Anhalt 38 von 41 Sitzen gewonnen. Die Linke die übrigen drei.
IMAGO / Chris Emil Janßen
Der Ausgang von Wahlen hängt nicht nur davon ab, wer welche Partei wählt, sondern noch viel mehr davon, wie diese Stimmen gewertet werden und welches System dabei zur Anwendung kommt. Im Vereinigten Königreich wird seit dem Mittelalter nach dem First-past-the-post (FPTP) gewählt. Es ist ein Wahlsystem zur Bestimmung eines einzelnen Siegers. Gewählt ist der Kandidat, der mehr Erstpräferenzstimmen erhält als jeder andere Kandidat, also eine relative Mehrheit erreicht, selbst wenn er nicht mehr als die Hälfte aller Stimmen und damit keine absolute Mehrheit erhält.
Würde die Wahl in Sachsen-Anhalt nach diesem System bewertet, wäre das Ergebnis einfach:
Die AfD würde von den 41 Sitzen im Parlament 38 erhalten, die Linke 3.
FPTP wird seit dem Mittelalter zur Wahl eines Teils des britischen Unterhauses verwendet und verbreitete sich später im gesamten Britischen Empire, meist in Verbindung mit der Mehrheitswahl in Mehrpersonenwahlkreisen. FPTP wird weiterhin in der Mehrheit der US-Bundesstaaten bei den meisten Wahlen angewandt.
Das First-past-the-post-Prinzip (Mehrheitswahlrecht in Einerwahlkreisen) wird vor allem in Ländern angewendet, die historisch oder politisch durch das britische System geprägt sind. Wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, gewinnt das Mandat – eine absolute Mehrheit ist nicht erforderlich.
Hier sind die wichtigsten Länder, die dieses System nutzen, aufgeteilt nach Kontinenten:
- Vereinigtes Königreich: House of Commons
- USA: Repräsentantenhaus und Senat (Ausnahmen in wenigen Bundesstaaten wie Georgia oder Maine, die Stichwahlen oder Ranked-Choice-Voting nutzen).
- Kanada: House of Commons
- Indien: Unterhaus des Parlaments (Lok Sabha)
- Bangladesch: Nationales Parlament (Jatiya Sangsad)
- Malaysia: Repräsentantenhaus (Dewan Rakyat)
- Nigeria: Repräsentantenhaus und Senat
- Kenia: Nationalversammlung
- Gambia, Ghana und Sambia: Jeweils die Nationalen Parlamente
Wäre das britische System zur Anwendung gekommen, wären alle Diskussionen, die jetzt geführt werden, überflüssig. Denjenigen, die dieses System ablehnen, sei gesagt, dass die britische Labour nur wegen dieses Systems im britischen Parlament über eine derart große Mehrheit verfügt.


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Mein Vorschlag wäre, die in D herrschende Parteien-Diktatur durch das Schweizer-Modell zu ersetzen! Keine Partei erhält dort die Möglichkeit, Wähler mit abweichenden Ansichten für die nächste Ligislaturperiode mundtot zu machen! – Soweit ich das Schweizer Modell verstanden habe, entsenden alle Parteien – entsprechend ihrem Anteil am Wahlergebnis – Vertreter ins Parlament. Diese Vertreter müssen sich bei allen Gesetzesvorhaben in wechselnden Mehrheiten auf die für das Volk vorteilhafteste Variante einigen. – Außerdem ist die Beteiligung der Bevölkerung bei für das Land richtungsweisenden Entscheidungen durch Volksabstimmungen wesentlich demokratischer geregelt als bei uns!
Sollte nicht zunächst der dringende Tatverdacht der Wahlfälschung bei der Briefwahl seriös geklärt werden. Jetzt schon das Fell zu verteilen, ist unnötig. Entweder die Auszähölung der Briefwahl korrigiert das Endergebnis oder das schlaue Verhalten der AfD, das eine Neuwahl, dann mit absoluter eineindeutiger Mehrheit, forciert. Mithin, im Moment wi9rd von Seiten der Altparteien gepokert. Doch met 4 Karten kann man keinen Royal-Flash hinlegen. Jetzt spielt die Regierung nur noch auf Zeit, einer sehr kurzen Zeit. In zwei Wochen gibt es, auch wegen des jetzt widerlichen Verhaltens, die nächste Klatsche in MV. WAs in Berlin rauskommen wird, weiß wohl im Moment… Mehr
Ich könnte einem solchen System durchaus etwas abgewinnen, da es klare Verhältnisse schafft. Aber wie im Artikel richtig angedeutet wird: Das System ist ein zweischneidiges Schwert. Bei minimal veränderten Mehrheiten oder taktischem Wahlverhalten der Konkurrenz hätte es genau so gut sein können, dass die AfD am Ende fast ohne Mandate dasteht. Mehrheitswahlrecht belohnt den Ersten extrem, bestraft ihn aber bei der kleinsten Verschiebung gnadenlos.
Ich muss mich auch dem bestehenden System GNADENLOS unterwerfen…
Ja und? Wir haben dieses Wahlsystem aber nicht in Deutschland.
Das Ergebnis in SA – das wahrscheinlich auf gefakte Briefwahl zurückzuführen ist – führt zum Patt und damit zur Handlungsunfähigkeit.
Es sollten am besten gleich Neuwahlen durchgeführt werden. Eine Regierungsbildung wird bei dieser Gemengelage nicht möglich sein.
was erwarten Sie von Neuwahlen? Der Wurm steckt im System! Wir sollten die in D sich als Normal etablierte Parteiendiktatur zurechtstutzen auf eine demokratischere Basis! – Lt. Verfassung haben Parteien die Aufgabe die Bevölkerung bei der politischen Meinungsbildung zu unterstützen (nicht zu indoktrinieren!) und nicht ihren Partei-Mitgliedern mit allen Mittels (auch der Lüge, der Unterstellung falscher Behauptungen und der Diffamierung des politisch Andersdenkenden!) , auf Dauer lukrative Posten und Pöstchen zu verschaffen!
Tja, sonst würden ja die Vorlieben der Pseudoeliten im Parlament gar nicht rumsitzen dürfen…
In Deutschland wird das System angewandt das den Linksextremisten nützt und nichts anderes.