Nach sexuellen Übergriffen in Köln: Medienversagen gefährdet den sozialen Frieden

Meinungsführer-Medien verschweigen den Gewalt-Skandal nordafrikanischer Banden am Kölner Hauptbahnhof. Polizisten beklagen die Untätigkeit der Justiz.

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So viel zum Fall und dem, was bis jetzt bekannt ist. Wo setzt nun die Medienkritik an? Dazu bedarf es einer Offenlegung der bisher verwendeten Quellen. Eine der Quellen zum Tathergang und den Hintergründen ist der bereits erwähnte Kölner Express. Bei der zweiten Quelle handelt es sich um FocusOnline. Googled man gezielt nach den Vorkommnissen, erhält man zudem eine spärliche Auswahl an weiteren Berichten aus der Regional- und Lokalpresse und auch der WDR hatte zumindest eine kurze Meldung verfasst. Die meisten dieser anderen Berichte beschränken sich jedoch auf die Erstinformation. Weiterführende Artikel, aktuelle Berichte über den neusten Stand der Ermittlungen, weitere Informationen, die inzwischen durchgesickert sind? Fehlanzeige. Es bleibt beim Kölner Express und FocusOnline. Zwei Quellen, die zugegebenermaßen nicht meine erste Wahl sind, aber sie sind in diesem Fall die einzigen, wenn man den Fall irgendwie auch nur ein wenig weiterverfolgen möchte.

Nachrichtenportale und TV: Funkstille

Von den überregionalen großen Nachrichtenportalen, den großen, etablierten Medien brauche ich gar nicht erst anfangen. Die traurige Wahrheit: Kein einziger Bericht über die Vorkommnisse in Köln. Zero. Nada. Zudem keine einzige Nachrichtensendung im Fernsehen, die über den Fall berichtet. Da werden mitten auf der Straße, im öffentlichen Raum, zahlreiche Frauen von einer Gruppe aus 40-50 Männern fast vergewaltigt (wobei schon die begangene sexuelle Belästigung ausreicht, um tiefe Spuren in der Psyche junger Frauen zu hinterlassen) und wirklich keine große Nachrichtenseite scheint das auch nur annähernd für erwähnenswert zu halten. Für mich ein waschechter Skandal!

Unweigerlich wirft das die Frage auf: Wie weit darf mediale Verschwiegenheit aufgrund etwaiger Erwägungen bzgl. des sozialen Friedens in einem Land gehen? Und wird der soziale Friede wirklich dadurch gewahrt, dass man Dinge verschweigt, die früher oder später ohnehin durch Social Media und Co. herauskommen? Macht man letzten Endes damit nicht alles noch viel schlimmer? Zerstört man damit nicht einmal mehr das ohnehin nur noch spärlich vorhandene Vertrauen der Mehrheitsgesellschaft in die Politik und vor allem das Vertrauen gegenüber den Medien?

Wer meine vorangegangene Serie, insbesondere den zweiten Teil gelesen hat, der kennt meine Antwort. Dennoch ist es für mich immer wieder erstaunlich, wie sehr man sich bei den etablierten Medien darum bemüht, dem pegidaischen Vorwurf der „Lügenpresse“ gerecht zu werden, auch wenn man weniger lügt, denn verschweigt oder ignoriert. Dabei ist dieses Verhalten nicht nur ein falsches Signal für die gesamte Flüchtlingsproblematik und dem Umgang mit ihr, es befeuert auch eine zunehmende Pauschalisierung von Seiten der Gesellschaft.

Wenn der Eindruck erweckt wird, dass weder Politik noch Presse bei Flüchtlingen differenzieren, dass man es nicht für wichtig erachtet, zu erwähnen, welchen Hintergrund die Täter haben, wenn es schlussendlich ohnehin herauskommen wird, der sorgt dafür, dass die Bürger auch nicht mehr differenzieren. Nur eben in umgekehrter Richtung.

Medienversagen schadet dem sozialen Frieden

Wenn die Politik nicht konsequent all jene abschiebt, die kein Recht auf Asyl haben, wenn die Justiz nicht konsequent jene bestraft, die sich eines oder mehrerer Vergehen schuldig gemacht haben und wenn die Presse Informationen über die Herkunft der Täter verschweigt, obschon diese schon längst durchsickern, dann tut man nicht nur den deutschen Bürgern keinen Gefallen, man tut vor allem auch jenen Flüchtlingen keinen Gefallen, die absolut friedlich hier leben und eine gute Chance haben, ihren Platz in dieser Gesellschaft zu finden.

Wer das Gefühl hat, dass man den, der einmal hier ist, egal was er tut, nicht mehr los wird, dass man von den Medien noch dazu das Gefühl vermittelt bekommt, dass man das, was schiefläuft, gar nicht erst erfährt, der ist nur allzu oft irgendwann dafür, dass man gar keinen mehr hereinlässt, weil ihm das Risiko als nicht mehr überschaubar erscheint.

Es wäre also gerade im Sinne des sozialen Friedens, des friedlichen Miteinanders und der Bereitschaft zur humanitären Hilfe, würde man endlich anfangen, die deutsche Bevölkerung wie mündige Bürger zu behandeln, denen man die Karten auf den Tisch legt. Natürlich kommt es dadurch zu Verunsicherungen, aber sie werden nicht größer sein, als sie jetzt durch das diffuse Misstrauen gegenüber Staat und Medien sind.

Ich für meinen Teil werde weiter an dem Fall in Köln dranbleiben, denn nicht zuletzt ist der Umgang der Medien mit diesem Thema auch ein Schlag ins Gesicht für jedes Opfer dieses Übergriffes.

Nachtrag: Mittlerweile soll es sich um mehr als 1.000 aus Nordafrika stammende Männer handeln, die sich in der Silvesternacht an besagtem Ort aufhielten. Bislang gingen 60 Anzeigen ein, darunter eine wegen Vergewaltigung. Seit heute ca. 17 Uhr berichten auch die großen Presseorgane aufgrund des Drucks in den sozialen Medien über das Thema.

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