Kabarettistin Monika Gruber siegt vor Gericht

Kabarettistin Monika Gruber gewinnt vor Gericht. Sie darf weiterhin in ihrem Buch den vollen Namen einer linken Bloggerin erwähnen, so das Landgericht Hamburg. Satire sei erlaubt. Auch die Autorin Zana Ramadami setzt sich im Verfahren durch: Doch Hass und Hetze Linksradikaler gehen weiter: Wer strickt, ist rechtsradikal.

IMAGO, Screenprint - Collage: TE

Im Zentrum des juristischen Streits stand die beliebte Kabarettistin Monika Gruber. Gegen sie war wegen Rassismus-Vorwürfen eine einstweilige Verfügung beantragt worden. Der Grund: Gruber hatte in ihrem gemeinsam mit Andreas Hock verfassten Buch „Willkommen im falschen Film“ die „Woke-Aktivisten“ kritisiert. Dabei erwähnte sie auch den vollen Namen der Bloggerin. Die hatte zuvor auf X (vormals Twitter) vor der Unterwanderung der Handarbeitskurse durch Rechtsextreme gewarnt. Man darf sich also weiter darüber lustig machen, wenn jemand öffentlich Stricken, Häkeln und Handarbeit als Ausweis rechtsradikaler Gesinnung nennt.

Bloggerin muss Kosten für Verfahren tragen

Die Bloggerin hatte daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen Monika Gruber und den Piper-Verlag beantragt. Das Landgericht Hamburg hat nun diesen Antrag als unbegründet zurückgewiesen. Damit wurden auch die Kosten für das Verfahren vollständig der Antragstellerin auferlegt.

Die Verbreitung des vollen Namens der Bloggerin sei als erlaubte Satire und Zuspitzung einzustufen, erklärte das Gericht. Überdies habe die Bloggerin keinen Anspruch auf Anonymitätsschutz, da sie auch öffentlich unter ihrem echten Namen auftritt. Die kritisierten Passagen im Buch seien offensichtlich als nicht ernst gemeinte Überspitzungen und Meinungsäußerungen zu verstehen.

Monika Gruber: „Bin glücklich nach Wochen völlig surrealen Shitstorms“

Die Bloggerin Roma Maria Mukherjee betreibt öffentliche und nicht durch Zugangsbarrieren geschützte Accounts in sozialen Netzwerken. In ihnen äußert sie sich regelmäßig zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Ihr Anwalt Jan Froehlich kritisierte die Entscheidung scharf und ortete rassistische und sexistische Untertöne in den Angriffen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Froehlich möchte Rechtsmittel gegen sie einlegen. Überdies zeigte er sich besorgt über die seiner Meinung nach geringe Unterstützung im Kampf gegen Rechtsextremismus.

Erleichtert zeigte sich Monika Gruber: „Nach Wochen eines völlig surrealen Shitstorms gegen unser Buch und die Kunstform der Satire bin ich nicht nur glücklich, sondern vor allem enorm erleichtert, dass bei allem Irrsinn unserer Zeit jedenfalls der Rechtsstaat noch nicht seinen Kompass verloren zu haben scheint.“

Der Verlag hatte Grubers Buch wochenlang zurückgehalten und den Druck der Neuauflage verzögert. Auch Kunden unseres TE-Buchshops mussten auf die Auslieferung warten – jetzt geht es zügig weiter, verspricht der Piper-Verlag.

Ebenfalls betroffen vom aggressiven Vorgehen war die Autorin Zana Ramadani, die ursprünglich Gruber auf den Fall aufmerksam gemacht hatte. Ramadani bat um Unterstützung, um sich gegen die juristischen Angriffe zu wehren. Die Autorin und ihre junge Familie wurden von rotgrünen Aktivisten öffentlich heftig angegriffen, sodass Ramadani um die Gesundheit ihrer Töchter fürchten muss. Auch Ramadani konnte sich vor Gericht durchsetzen. Allerdings ist damit nicht sichergestellt, dass die persönlichen Angriffe im Netz und auf der Straße ausbleiben. Deutschland scheint zu einem Land verkommen zu sein, in der linke Blogger und Aktivisten nur mühsam in rechtsstaatliche Schranken verwiesen werden können.


Dieser Beitrag basiert auch auf einem Beitrag, der zuerst bei exxpress.at erschienen ist.

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Kommentare ( 30 )

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Zabka
1 Monat her

„Der Verlag hatte Grubers Buch wochenlang zurückgehalten und den Druck der Neuauflage verzögert.“   Stimmt nur halb. Der Piper-Verlag hat Grubers Buch zwar wochenlang zurückgehalten, aber die Zeit genutzt, um in der fünften Auflage den Namen der Twitter/X-Dame viermal zu schwärzen, hab ich neben mir liegen, Seite 72 und 73. Was blödsinnig ist, weil jeder, der sich für den Vorgang interessiert, weiß, wie die Dame heißt, erster Vorname italienisch, Nachname bengalisch: Mukherjee. Bei „stern“-Reporterin Kerstin Herrnkind, einer glühenden Mukherjee-Unterstützerin, erfährt man, das nur nebenbei, dass Dennis Scheck Gruber/Hock in seiner „druckfrisch“-Sendung „zwei randalierende Elefanten im Porzellanladen“ genannt und ihr Buch „Willkommen… Mehr

mediainfo
1 Monat her
Antworten an  Zabka

„Was blödsinnig ist, weil jeder, der sich für den Vorgang interessiert, weiß, wie die Dame heißt, …. „

Es geht ja nicht darum, etwas Sinnvolles in der Sache zu tun, sondern darum, dem Lager der Angreifer zu signalisieren: Wir hören euch, wir sind bei euch, wir distanzieren uns von „rechts“.

Nur Geld verdienen will man damit vorerst noch.

Anton Steiner
1 Monat her

»(…) Überdies zeigte er sich besorgt über die seiner Meinung nach geringe Unterstützung im Kampf gegen Rechtsextremismus« – was erzählt denn der Mann? Die von der ideologisch umnachteten, unfähigen Faeser betriebene Linksradikalisierung des Verfassungsschutzes etwa oder die Ausgrenzung Andersdenkender – das alles sind doch Elemente des großen Kampfes gegen „Rechtsextremismus“. Vielleicht aber glaubt dieser Mann, der Rechtsextremismus schlage nun im Richtergewand zurück?

Die Gruberin fand ich schon immer cool. Die Frau rules! Falls diese roten Querulanten die Gruberin in nächst höherer Instanz wiedersehen wollen, so drücke ich ihr die Daumen.

Der Ketzer
1 Monat her

Deutschland scheint zu einem Land verkommen zu sein, in der linke Blogger und Aktivisten nur mühsam in rechtsstaatliche Schranken verwiesen werden können.

… bleibt abzuwarten, wie anstehende neue gesetzliche Regelungen zur „Hassrede“ von den Gerichten gehandhabt werden. Ich hab‘ da so eine Ahnung …

maru
1 Monat her

In einem funktionierenden Rechtsstaat ist dieses Urteil selbstverständlich.
Leider ist der rot-grüne Mob aber auch
in der Justiz und unter Richtern stark vertreten.
Monika Gruber ist also an einen der wenigen Richter mit gesundem Menschenverstand geraten. Glückwunsch!

H. Priess
1 Monat her

Meine Mutter, jetzt 95, hat bis vor kurzem noch unsere ganze Familie bestrickt und jeder war Dankbar und hält die gestrickten Sachen in Ehren. Als ich Muttiüber ihre „rechten“ Strickerei aufklärte bekam ich ungläubige Blicke, sie meinte, der gesunde Menschenverstand ist schon lange aus diesem Land verschwunden.
Als Fan von Frau Gruber habe ich natürlich sofort nach dem Erscheinen das Ebook gekauft, also noch die reine unzensierte Fassung, und hoffe es erscheinen noch mehr solcher Bücher von ihr.

ersieesmussweg
1 Monat her

Ich fahre auf der Autobahn nur noch auf der äußeren linken Spur. Das Einhalten des Rechtsfahrgebots macht verdächtig🤓.

Julischka
1 Monat her

Man muß doch nur behaupten daß Häkeln gut fürs Klima ist und dann passt es wieder! Funktioniert ja bei den E-Karren auch!

Steffchen
1 Monat her

Reiner Zufallstreffer mit dem Gericht. Ich glaube die Justiz ist mittlerweile wie alle anderen Staatsinstanzen auch überwiegend vom woken Zeitgeist unterwandert, was man dann entsprechend in den Urteilen sieht. Grün-Linke-Aktivisten kapern gezielt Spitzenpositionen in Behörden auf allen Ebenen, um dort diese grün-linke Ideologie zu etablieren. Deutscher, hier schon länger Lebender zahlt keine GEZ-Gebühren, dann ab in den Knast. Gruppenvergewaltigende Asylbewerber kommen mit Bewährung und Verständnis davon. Wer behauptet, es gibt biologisch nur zwei Geschlechter ist ein Rechtsradikaler. Und soweiter ind sofort. Eigentlich ist Deutschland mittlerweile selbst Realsatire. Und zwar in allen Gewalten. Kaum noch zum aushalten.

Sonny
1 Monat her

Glückwunsch Frau Gruber.
Solch ein Erfolg vor Gericht in Deutschland ist keine Selbstverständlichkeit mehr in Zeiten grünroter Hetze.

Kati.D
1 Monat her

Heidewitzka, ich habe mir während einer langen, krankheitsbedingten Auszeit das Häkeln angeeignet und betreibe es jetzt mit Leidenschaft und zur Entspannung. Da habe ich mich wohl versehentlich unwissentlich radikalisiert 🫣. Vielleicht sollte ich jetzt künftig eine selbstgehäkelte, schwarz-rot-goldene Armbinde als Erkennungszeichen für Abtrünnige tragen.