Windkraft-Hersteller Enercon hält Habecks Erneuerbaren-Pläne für unrealistisch

Die Bundesregierung will den Anteil der Erneuerbaren an der Energieversorgung auf 80 Prozent steigern. Einer der wichtigsten Windkrafthersteller hält das für unrealistisch. Im vergangenen Jahr lag der Ausbau unter dem Schnitt der Vorjahre.

dts Nachrichtenagentur

Der Windkraft-Hersteller Enercon hält die deutschen Ausbau-Ziele für Erneuerbare Energien für unrealistisch. „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen – insbesondere den langen Genehmigungsverfahren – erscheint es nicht realistisch, dass die politischen Zielvorgaben erreicht werden“, sagte Enercon-Chef Jürgen Zeschky der Bild. Die Installationszahlen befänden sich weiterhin auf niedrigem Niveau: „Mit lediglich 2,1 GW Netto-Zubau lag der Onshore-Ausbau in Deutschland 2022 deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Die Zielsetzung der Politik für 2022 lag bei 3 GW.“ Man gehe davon aus, dass es noch bis 2024 dauern werde, bis dies spürbar Wirkung zeige. Auch der Netzausbau müsse in Deutschland deutlich schneller und umfangreicher erfolgen, als es derzeit tatsächlich geschieht, sagte Zeschky.

Die bisherige Abwehrhaltung im Süden, insbesondere in Bayern, sei bekannt und spiegele sich in sehr niedrigen Installationszahlen dort wider. „Aus unserer Sicht sind die größten Hürden für einen beschleunigten Onshore-Ausbau langwierige Genehmigungsverfahren, Preissteigerungen aufgrund von externen Effekten sowie Zurückhaltung bei Investitionen wegen Inflationssorgen.“ Die EU-Notfallverordnung könne insbesondere nicht die langwierigen Genehmigungsverfahren beschleunigen: „Die Effekte der Maßnahmen kommen bei den Herstellern nur langsam an.“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Montag verkündet, dass er mit einem Anstieg des Strombedarfs bis auf 700 bzw. 750 Terawattstunden bis 2030 rechne. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis dahin auf 80 Prozent steigen. Dafür nötig ist eine Verdreifachung des Ausbau-Tempos.

(dts nachrichtenagentur)

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Kommentare ( 75 )

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Peter Pascht
1 Jahr her

Auch eine Million Windkrafträder produzieren keinenStrom wenn der Wind nicht weht.
Es gibt in Deutschland gemäß Fraunhofer Institut und gemäß aufgezeichneter Betriebsstunden, im Durchschnitt nur 1600 Stunden Wind- und Sonne Vollaststunden, also etwa 1/6 der Zeit des Jahres, regional und zeitmäßig stark abweichend bis +/- 30%.
Der typische Grüne Lug und Betrug
von Erneuerbaren Energie zu faseln und damit die Menschen zu nötigen, aber dann Kohlestrom und AKW Strom zu importieren.

Or
1 Jahr her

JEDER der unfallfrei mit einem Taschenrechner umgehen kann, hält die deutschen Ausbau-Ziele für Erneuerbare Energien für unrealistisch.

Andreas aus E.
1 Jahr her

„Die Effekte der Maßnahmen kommen bei den Herstellern nur langsam an.“ Ja klar, das dauert eben, bis der Meldereiter das Telefax beglaubigt hektographiert quer durch wildes Kurdistan und Putinland geritten hat und im fernem Chinaland Kobolde diese Apparate herstellen können. Man stellt sich das wohl oft so vor wie Bestellung im Chinarestaurant: Nr, 122, bitte, und zehn Minuten später ist das dann auf dem Tisch. So geht es aber leider nicht, denn erfahrungsgemäß kleben sich immer irgendwelche Heimatschutznazis an tausend Jahre alten Bäumen fest und faseln was von Naturerhaltung, und, besonders schlimm, rotten sich noch Anwohner zusammen und blockieren Zufahrt… Mehr

Peter Schewe
1 Jahr her

Sorry, auch in diesem Beitrag wird unterschlagen, dass es sich nur um 80 % des Bedarfes an elektrischer Energie handelt. Vom Gesamtenergiebedarf (2.500 TWh) sind das nur etwa 20 %. Sollen die verbleibenden 80 % bis 2045 ebenfalls allein durch Erneuerbare über die Wasserstofftechnologie erzeugt werden, müsste sich die Zahl der Windräder und Solarflächen um das 25 bis 30-fache der heute installierten Leistung vervielfachen, abgesehen von den fehlenden Speichern zur Überbrückung windarmer Zeiten. Der grüne Traum von einer Vollversorgung durch Wind und Sonne wird zerplatzen wie eine Seifenblase, die Frage ist nur wann und was hat es uns dieser Irrweg… Mehr

Thorben-Friedrich Dohms
1 Jahr her
Antworten an  Peter Schewe

Danke für die Einordnung. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen. Alleine das E-Kerosin benötigt in der Herstellung enorme Mengen Ökostrom. Wer weiß denn, dass bis 2030 lediglich 2 Prozent E-Kerosin beigemischt werden sollen?

Die Abstimmung über die Klimaneutralität findet u.a. an den deutschen Flughäfen statt. Dort ist das Ergebnis eindeutig: Die Menschen, auch mancher Klimaaktivist, sind nicht bereit ihre Gewohneiten grundlegend zu ändern. Wie wollen die Klimaretter das ändern? In Umerziehungslagern?

MisterX
1 Jahr her

Als ob Windanlagen und Solarpanele in unseren Breitengraten die für die Herstellung aufgewandte Energie (vornehmlich Kohlestrom aus Asien) wieder reinholen würden. In der Gesamtenergiebilanz sind diese Anlagen eine Katastrophe. Mal abgesehen davon, dass sie weiterhin kein für die Industrie lebensnotwendiges Gas prodozieren, reicht es ja nicht mal um den jährlichen Strombedarf realisitsch zu decken. Aber wie in der C-Politik, der Migrations-Politik, der Bildungs-Politik usw. fehlt es nicht nur an mangelnder Kenntnis und Weitblick zu den jeweiligen Themen, es fehlt auch am politischen Willen, einen Irrweg nicht weiter zu beschreiten und nach Alternativen zu suchen oder sie gar umzusetzen. Deutschland wird… Mehr

Last edited 1 Jahr her by MisterX
Contra Merkl
1 Jahr her

Dieser ganze weitere Ausbau ist vollkommener Mist. Bläst jetzt schon der Wind mal 2 oder 3 Tage weil mal Bewegung in der Atmosphäre ist, rauscht der Strompreis gegen Null und wird ins Ausland verschenkt. Bezahlen müssen aber wir ALLE diese ganze brotlose Kunst. Das hat meinen Stromanbieter EON dazu gebracht, dass ich jetzt für 900 Kw/h im Jahr über 600 Euro zahlen soll. Die 600 Euro durch 900 Kw/h geteilt sind 0,66667 Cent pro Kw/h, die Strompreisbremse soll da schon drin sein. Solcher Betrug, anders kann ich das nicht nennen, wäre früher bei Nepper, Schlepper und Bauernfänger im Fernseh angeprangert… Mehr

Biskaborn
1 Jahr her

Auch Enercon will Geld verdienen und noch mehr Windräder aufstellen. Natürlich gibt es Widrigkeiten die der Steuerzahlen ausbügeln soll. Die Windkraftlobby lässt nichts unversucht ihre Ziele zu erreichen. Wie man den Bürger gewinnt, sich diese Dinger in unmittelbarer Nähe zum Wohnort ohne Widerstand aufstellen zu lassen stand heute bei uns ganzseitig in der Zeitung. Man verspricht sie am Gewinn des Windparks zu beteiligen. Nämlich den Strompreis für Anrainer am Windpark zu senken, mit Erfolg wie berichtet wurde. Mit Speck fängt man Mäuse. Auch hier sind die Grünen bestens unterwegs!

Okko tom Brok
1 Jahr her

Als Meldung ist der Text sachlich unvollständig, weil kein Ausbautempo der Welt (3x, 4x oder 1 Mio.x) das Problem der Versorgungsabbrüche während einer sog. Dunkelflaute beheben könnte, obwohl der Text das ein bisschen suggeriert. Vereinfacht gesagt: 3×0 = 1.000.000×0! 0 steht hier für die Tasache, dass Wind- und Solarenergie naturbedingt nicht zu 100% der Zeit liefern! Das ist auch alles hinlänglich bekannt und hier schon x-fach erläutert worden. Kurzum: Die deutsche “Energiewende” ist politisch, ökonomisch, physikalisch, moralisch und intellektuell gescheitert. Sprachlich auch, denn Energie lässt sich nicht “wenden” odet “erneuern”!

Klaus D
1 Jahr her

Jetzt rächt sich auch die politik der DieGrünen unter Schröder siehe agenda2010. Gerade die agenda2010 hat ja zu dem heutigen fachkräftemangel geführt und das ist mit das größte problem bei Robert´s plänen. Das fängt schon beim lkw fahrer an der die sachen zum aufstellort fährt. Das gleiche erleben wir ja auch beim ausbau des stromnetzes.

Ananda
1 Jahr her

“ Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis dahin auf 80 Prozent steigen.“
Dann sollen also bei zukünftigen Dunkelflauten 80 Prozent der Energieversorgung ausfallen. Hört sich Schildbürgerhaft an.
Diese hirnrissige Verschwendung an unendlichen Resourccen und Bergen an Geld für ideologische Wolkenkuckucksheime, die nicht funkionieren (können), löst langsam aber sicher gewaltigen Groll gegen die „Entscheider“ bei mir aus.
Geht es noch fahrlässiger. Schließlich hängt die Versorgungssicherheit eines 80 Millionen Volkes und die Weiterexistenz einer bereits abwandernden Industrie von diesen Entscheidungen ab.
„Agenda 2030“ und wie sie alle heißen sollten eigentlich in „bitterarm und im Kalten sitzen“ umbenannt werden.