Die Kindstötung in Viersen war womöglich kein Einzelfall

Über die Tatverdächtige berichten die Ermittler, dass es in der Berufslaufbahn der 25-Jährigen zu mehreren ähnlichen Auffälligkeiten gekommen war. Tötungen und Misshandlungen von Kindern sind leider nicht selten. In der Corona-Krise droht zusätzliche Gefahr.

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In einer Viersener Kita war ein zum Tatzeitpunkt zweijähriges Mädchen offensichtlich erstickt worden. Über die Tatverdächtige berichten die Ermittler, dass es in der Berufslaufbahn der 25-Jährigen zu mehreren ähnlichen Auffälligkeiten gekommen war. Ob es sich bei der Frau um eine Serientäterin handelt, muss noch ermittelt werden.

In der Kindertagesstätte Tönisvorst hatte es im Oktober 2019 bereits einen ähnlichen Erstickungsvorfall gegeben. Außerdem wird in weiteren Kitas, Krefeld und Kempten, ermittelt, ein erstes Tatgeschehen soll es bereits 2017 gegeben haben. Inzwischen sitzt die Tatverdächtige mit einem zweimaligen Mordvorwurf (1 x Versuch) in Untersuchungshaft. Wie konnten so einer „Erzieherin“ die jüngsten und schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft anvertraut werden, obwohl ihr keinerlei Mitgefühl, keinerlei Empathie, keinerlei Fähigkeiten zur Betreuung von Kindern schriftlich attestiert wurden? Ein Einzelfall? Ganz gewiss nicht!

Die Dunkelziffer an Misshandlungen in den Kindereinrichtungen darf keinesfalls unterschätzt werden. Je jünger ein Kind ist, desto gefährdeter ist es. Fachleute gehen davon aus, dass auf jeden festgestellten Todesfall ein weiterer unentdeckter hinzukommt. Auf diese Weise verschwinden in Deutschland jährlich Kinder in der Zahl mehrerer Schulklassen. Die Fallzahl für 2019 betrug 119 Kinder, die einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen sind, davon allein 93 Kinder unter sechs Jahren. Die Zahl der vollendeten Misshandlungen von Kindern betrug im gleichen Jahr 4.055 bekannte Opfer.

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Zur Wahrheit gehört aber auch: Kinder sind vor allem in den eigenen Familien gefährdet, die gerade durch die erteilten Corona-Einschränkungen für manche Kinder dramatische Folgen haben können. Erschreckend sind die Zahlen zum sexuellen Missbrauch (einschließlich Versuche), die erfassten Zahlen stiegen gegenüber 2018 um 9 Prozent auf 15.936 Fälle. Damit werden jeden Tag durchschnittlich 43 Kinder sexuell missbraucht. Das Dunkelfeld darf man sehr viel höher ansetzen. Eine besondere Bedeutung nimmt die Verbreitung von Kinderpornografie (+65 Prozent) ein, die selbst bei Jugendlichen untereinander (Cybermobbing) eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Wie sieht es sonst in Deutschlands Kitas aus?

Selbst in Kindertagesstätten kann viel an Brutalität im Verborgenen gedeihen. Wie sollen sich die Jüngsten zu einem psychisch und physisch gesunden und belastbaren Zeitgenossen entwickeln, wenn sie in solchen Einrichtungen misshandelt werden? Im Land Brandenburg durfte eine vorbestrafte Leiterin der Kita ihr Werk der Zerstörung weiter betreiben, obwohl sie vor 15 Monaten durch ein Gericht rechtskräftig wegen Körperverletzung und Nötigung zu 5400 Euro Geldstrafe verurteilt wurde. Es soll Schläge ins Gesicht, Zwangsernährung und stundenlange Strafen im Schrank oder in der prallen Sonne gegeben haben. Vom Urteil erfuhren die Eltern erst nach mehrfachen Nachfragen bei den Ämtern. Dies ist ein Skandal in mehrfacher Hinsicht. Einem an einem Down-Syndrom leidenden Jungen wurden keine Windeln gewechselt, stattdessen kam das Kind mit einer geschwollenen Wange nach Hause. Als die Kita-Leiterin, eine umgeschulte Anlagentechnikerin, daraufhin angesprochen wurde, sei sie ausfällig geworden. Ein Kind wollte nach den Aussagen einer Mutter nicht essen, sodass die Leiterin diesem ein belegtes Brot in den Mund gedrückt habe. Immer wieder häuften sich Beschwerden der Eltern bei den Behörden, bevor die Kita geschlossen und dem Trägerverein die Betriebserlaubnis entzogen wurde. Wieviel Leid wäre Kindern erspart geblieben, wenn die Verantwortlichen zeitnah und konsequent gehandelt sowie kontrolliert hätten? Wenn danach im zuständigen Barnimer Landratsamt die Mitarbeiterinnen der Dezernentin für Jugend, Gesundheit und Soziales zu Hochform auflaufen, dürfte das vor allem mit ihrem Selbstschutz zu tun haben. Die zweite Panne erfolgte sogleich, als im Barnimer Zentrum, Eberswalde, ein fünfjähriges unterernährtes Mädchen befreit wurde, das die Familie zwei Jahre lang gefangen gehalten hatte. Bis dahin war es den Eltern immer wieder gelungen, das Landratsamt abzuwimmeln. Der Vorfall war den Behörden somit seit 2017 bekannt. Die Mitarbeiter hatten in unverantwortlicher Art und Weise darauf verzichtet, die Polizei und Staatsanwaltschaft zu informieren. Für das Mädchen wurde damit das Überleben zum Zufall. Die Polizei will jetzt prüfen, ob eine Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht oder eine Misshandlung Schutzbefohlener vorliegt. Zu einem möglichen Tatvorwurf gegen das zuständige Jugendamt äußert man sich hingegen nicht. Warum ich diesen Fall erwähne? Es kann kein Zufall sein, dass immer wieder dieselben Behörden mit denselben Verantwortlichen auffallen, wie hier bei den zwei vorangegangenen Beispielen. Untätigkeit bedeutet für Kinder Lebensgefahr.

Ähnliches passierte in Stuttgart: Dort mussten Kinder zur Strafe den Toilettenboden ablecken. Wurde nicht aufgegessen, gab es einen Schlag mit dem Kissen ins Gesicht. Außerdem wurden die Kinder durch die Leiterin und einem Azubi aufgefordert sich gegenseitig Zungenküsse zu verabreichen. Als sich die Misshandlungsvorwürfe erhärteten, leitete das zuständige Rathaus sofort ein Entlassungsverfahren aus dem Dienst ein und zeigte die Erkenntnisse bei der Staatsanwaltschaft an.

Elisabeth Ballmann, 50-jährige Pädagogin, leitet ein privates Fortbildungsinstitut in München und war deshalb in mehr als 500 Kitas. Sie berichtet, dass psychische Gewalt »in fast jeder Kita, fast jeden Tag vorkommt. Seelische Misshandlungen zum Beispiel durch Demütigen, Anschreien oder Isolieren, sind alles andere als selten. Leitsätze wie »Wie kann man nur so dumm sein?«, »Mach nicht immer so ein Theater!« oder: »Bist du so dumm oder tust du nur so?« sorgen für eine negative Konditionierung. Das Ergebnis können lebenslange Selbstzweifel, gestörte Selbstwertgefühle und Minderwertigkeitskomplexe sein. Andere typische Verhaltensauffälligkeiten sind ein versteinerter Gesichtsausdruck und die Unfähigkeit sich zu freuen, starke Zurückgezogenheit, Schlafstörungen, wenig Lust auf körperliche Bewegung, Unruhe, aufbrausendes Verhalten bis hin zu dünnhäutigen Aggressionen und Essensverweigerung. Kinder, die in der Kita Opfer sind, laufen erhöhte Gefahr, diese Rolle ein Leben lang einzunehmen. Achten Sie darauf, wenn Ihr Kind nicht gern in seine Einrichtung geht. Ein Grund dafür könnten Misshandlungen durch die Erzieher sein. Das ändert nichts an der Tätigkeit vieler aufopferungsvoller Mitarbeiter, die in den überfüllten Gruppen eine hervorragende pädagogische Arbeit leisten.


Mobbing! Ursachen, Schutz und Abhilfe
Auszug aus dem Kapitel 1.1 „Der Zusammenhang von Mobbing und Gesellschaft, Seiten 12 bis 27

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Kommentare ( 28 )

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DDD
6 Monate her

@Jule Krause genau wegen dieser verweichlichten Einstellung sind wir mit unserem Nachwuchs da wo wir heute sind. Natürlich muss man sein Kind ordentlich erziehen, und wenn ein Kind bewusst einem auf der Nase herumtanzen will, müssen da auch mal körperliche Grenzen gezogen werden, weil sie es oft anders einfach nicht verstehen wollen. Dass man nicht mit voller Kraft ins Gesicht schlägt, versteht sich von selbst. Aber eine kleine erzieherische Backpfeife ist absolut im Rahmen des Notwendigen. @Altchemnitzer Genau diese herabsetzende Einstellung bei dir und vielen anderen ist es, die viele Leute erst zu solchen Taten motivieren. Wieso ist das Leben… Mehr

Albert Pflueger
6 Monate her

Es ist äußerst wichtig, daß die Eltern ihren Kindern glauben, wenn die Geschichten erzählen, die man für „unglaublich“ hält. Man muß andere Kinder befragen, mit anderen Eltern sprechen, auf keinen Fall weghören und die Sache übergehen. Schwierig wird es dadurch, daß manche Kinder sehr stark unter der Trennung von der Mutter leiden und beim“Abgeben“ Zeter und Mordio schreien, auch dann, wenn an der Kita nichts auszusetzen ist. Das verunsichert einen sehr, aber einen Rest von Wachsamkeit sollte man sich dennoch nicht abgewöhnen. Leider gibt es bei Erziehern genauso dafür ungeeignete Leute wie in jedem anderen Beruf. Sehr wichtig ist es,… Mehr

elly
6 Monate her

„Arbeitszeugnisse sind Makulatur“ so schrieb SPON richtig. Das Problem ist heute, es wird sich auf Bildungsabschlüsse, Zertifikate und Zeugnisse verlassen. Die Probezeit wird nicht genutzt. In der Wirtschaft ist das egal, in sozialen & medizinischen Berufen verheerend. Wohlwollende Zeugnisse sind das Ergebnis von Gerichtsurteilen.
Es gehört auch Mut dazu, Arbeitnehmer/Innen nach der Probezeit nicht zu übernehmen oder während der Probezeit zu entlassen – gerade in den Mangelberufen.
So kommt es immer wieder zu Misshandlungen in KiTas und auch in Pflegeheimen.

donpedro
6 Monate her

tichys einblick war dabei und klaert auf! tichys einblick, die BILD fuer alle die intelektuell sein wollen. nein, wir fragen nicht, was in der seele der vermutlichen taeterin an entsetzen im leben aufgebaut wurde, dass sie evuentuell taeterin werden konnte oder musste. wir fragen nur nach dem schauder einer kriminellen handlung. und wir bringen berichte, zahlen und figuren. dass eventuell die menschliche kaelte einer gesellschaft beteiligt sein kann, hinterfragen wir nicht. ich lebe seit 25 jahren in lateinamerika, habe sechs kinder und frage verstoeert, warum deutsche kinder sooft quengeln und bruellen und sich auf den boden werfen um ziele zu… Mehr

6 Monate her
Antworten an  donpedro

Ihren Beitrag nenne ich Paradigmenwechsel und Relativierung der Tat. Es gibt Millionen von jungen Menschen, die trotz einer schweren Kindheit und falscher Erziehung nicht zu Kindesmördern geworden sind. Ist das lobenswert? Nein, es ist normal. Ihre aussagen und der Gleichdenkenden führen zu einem Rechtsverständnis, leider weit verbreitet, denn ich Täterjustiz nenne. Die laschen Urteile für Gewaltverbrechen sind die Folge. Für Kindesmörder- und Kinderschänder wird das Urteil nicht im Gericht, sondern wie in diesen Fall, im Frauengefängnis gesprochen.

Gudrun Wolfrath
6 Monate her
Antworten an  donpedro

„… dass sie evuentuell taeterin werden konnte oder musste.“
Niemand muss zum Täter bzw. zur Täterin werden, unabhängig von der Kindheit. Sie machen es sich hier zu einfach.

Karl Schmidt
6 Monate her

Entschuldigung, aber man kann doch nicht von einer Tötung über den sexuellen Missbrauch, den Sadismus zum Kontrollverlust bei Verärgerung kommen. Das sind ganz andere Kategorien und es gehört auch zur Erfahrungswelt von Kindern, dass sie mit dem eigenen Ärger, der eigenen Enttäuschung ebenso umgehen lernen müssen wie mit der von anderen. Es geht nicht darum, Mimosen zu kreieren, die normale menschliche Verhaltensweisen nicht begreifen und einordnen können. Es geht um Leute, die Freude am Erniedrigen haben, an der Unterwerfung anderer. Das kann eigentlich in einem aufmerksamen Umfeld, das nicht auf Vertrauen gepolt ist (wie es derzeit allerdings von Linken als… Mehr

giesemann
6 Monate her

So etwas geht nur, wenn das Umfeld, andere Erzieherinnen, Eltern die drei Affen machen. Als ich in den 50er Jahren in die Grundschule ging, war da eine Religionslehrerin, ausgerechnet, die gerne „Tatzen“ verteilte mit einem Rohrstock (vulgo „Canon“). Ich bekam auch mal welche ab, erzählte das zu Hause, worauf mein Vater in voller Uniform der BW-Landespolizei mit einem Kollegen im Streifenwagen auf dem Schulhof vorfuhr, rein ging, den Direktor ansprach, der holte die Lehrerin aus der Klasse – von da an war Ruhe. Kam nie wieder was vor. Ich war stolz wie Bolle, hatte eine schöne Schulzeit. Mein Alter ein… Mehr

elly
6 Monate her
Antworten an  giesemann

Ich kenne die sadistischen Lehrer auch noch sehr gut. Ganz besonders tat sich ein Pfarrer im Religionsunterricht hervor. Leider hatte ich keinen Rückhalt im Elternhaus, dafür aber Selbstbewusstsein und ich las Zeitung, wusste also, dass die Prügelstrafe abgeschafft war. So bestand ich bei der örtlichen Polizei auf eine Anzeige. Gab enorme Welle im Ort und zu Hause und in der Schule, aber der Pfarrer wurde versetzt und der Lehrkörper wusste, dass es vorbei ist mit Prügelstrafe.

StefanB
6 Monate her

Man muss leider anerkennen und das tut Herr Meltzer im Artikel auch, dass die Gefahr für die Kleinsten nicht nur in der Kita droht, sondern eben in nicht wenigen Fällen auch zu Hause. Unnötig ist die in der Kita lauernde Gefahr, wo die Kinder zu Hause bei den Eltern besser aufgehoben wären. Der Sachverhalt ist in jeder Hinsicht äußerst schwierig, da es in beiden Fällen gegen die Schwächsten geht. Man muss leider auch anerkennen, dass die Möglichkeiten der Gesellschaft – in Form des Staates -effektiv einzugreifen, nicht sehr aussichtsreich, weil fast immer zu spät sind. Und selbst, wenn das Jugendamt… Mehr

kasimir
6 Monate her
Antworten an  StefanB

@StefanB: Ja, das stimmt. Die meisten Gewaltverbrechen an Kindern passieren in der Familie. Da sind sie aber (leider) auch weniger vermeidbar! Hier in diesem Fall mit der Erzieherin haben wir wohl er einen Fall des Wegsehens und Ignorierens! Der Todesfall des kleinen Mädchens wäre absolut vermeidbar gewesen, wenn bei der ersten Verfehlung der Erzieherin sofort Maßnahmen ergriffen worden wären. Ich habe in einer anderen Zeitung gelesen, daß ein kleiner Junge, der wegen des tätlichen Angriffs dieser Erzieherin ins Krankenhaus kam, sich seinen Eltern anvertraut hat und ihnen erzählt hat, daß er physisch angegriffen wurde. Hätten nicht damals schon der Kindergarten/Krankenhaus… Mehr

Jule Krause
6 Monate her
Antworten an  kasimir

Das ist leider oft in unserer Gesellschaft so. Weggucken und seine Ruhe haben wollen ist schließlich am Bequemsten! Ich persönlich verachte solche Menschen zutiefst.

myrkf
6 Monate her

Diesen letzten Absatz – „Leitsätze wie »Wie kann man nur so dumm sein?«, »Mach nicht immer so ein Theater!« oder: »Bist du so dumm oder tust du nur so?« sorgen für eine negative Konditionierung. “ – hätten sie sich getrost sparen können. Solche Aussagen im Zusammenhang zu bringen mit Kindesmißhandlungen, gar Kindermord, ist in meinen Augen Dummheit und blinder Glaube, den Kindern nur Positives zu vermitteln. Ja, Kinder sollen/müßen auf ihr Verhalten hingewiesen werden. Sonst entsteht kein Lerneffekt. Positive und negative Anreize, solange diese sich Ausgleichen, braucht ein Kind. Es lernt sonst nicht zu Unterscheiden. Mir wurden auch solche Sätze… Mehr

Ostfale
6 Monate her
Antworten an  myrkf

Daumen hoch. Sie liegen m. E. richtig. Was aus dem ewigen „in Watte packen“ herauskommt sind Kinder und Erwachsene der so lebensuntüchtigen Schneeflöckchen-Generation, die die westliche Welt mit ihren Blödheiten schurigelt. Auf Figuren wie diese unsägliche Göre aus Schweden, genannt Greta und ihre hüpfenden Nacheiferer, sei nur exemplarisch hingewiesen. Eine katastrophale und wenig lustige Pervertierung des täglichen Miteinanders müssen beispielsweise Uni- bzw. Hochschuldozenten täglich erfahren, wenn es ob Aussagen in Vorlesungen zu „erschütternden“ Gefühlsausbrüchen, vornehmlich von Studierend*-innen, kommt, die dann nicht selten zu Beendigung der Vorlesungen und der Entlassung der Dozenten aus ihrem Amte führen. Dekadenz ist der erfolgreiche Weg… Mehr

Jule Krause
6 Monate her
Antworten an  Ostfale

Schrecklich, das mit der Ohrfeige zur rechten Zeit, Ostfale!!! Damit kann man Menschen ernsthaft verletzen. Zum Glück werden Erwachsene heute dafür angezeigt. Denn ein Erwachsener gibt doch einem Erwachsenen auch keine Ohrfeige, wenn er etwas falsch macht, oder? Aber Kinder darf man so demütigen?!

Wolfram_von_Wolkenkuckucksheim
6 Monate her
Antworten an  myrkf

„Wie kann man nur so dumm sein?“ – Es ist ja das eine, ob man sowas vereinzelt zu hören bekommt oder dauernd. Zudem ist es nur als Beispiel für eine Demütigung genannt. Und Menschen zu demütigen, insbesondere Kinder, ist einfach unmöglich. Ich hatte eine eher durchwachsene Kindheit und vor allem Jugend. Ich kann mich kaum an aufbauende Worte in meiner Jugend erinnern. Sicherlich haben andere schlimmeres erlebt. Ich habe schon oft darüber nachgedacht, wie wäre, hätte man mich wertschätzender behandelt. Ich habe immerhin erfolgreich Informatik studiert, konnte mit 12 Jahren schon programmieren, mein Verhalten wurde aber pathologisiert, ich sei „computerspielsüchtig“.… Mehr

kasimir
6 Monate her

Lieber Wolfram_von_Wolkenkuckucksheim: Das klingt traurig, was Sie in Ihrer Kindheit erlebt haben. Aber Sie können doch trotzdem auch sich selbst stolz sein, daß Sie etwas aus Ihrem Leben gemacht haben!
Ja, das stimmt: in der Kindheit wird der Grundstein gelegt. Aus Kindern, die in ihren ersten Lebensjahren viel Aufmerksamkeit und Zuneigung erfahren, werden meist glückliche und selbstbewußte Menschen….

WB
6 Monate her
Antworten an  myrkf

Kinder müssen auf gar nichts hingewiesen werden. Wenn man sich im Fernsehen anschaut wie Hunde uns andere Tiere erzogen werden, könnte man es mit Kindern auch so machen. Kinder zu strafen ist der falsche Weg. Kindern kann man sehr gut erklären, warum etwas falsch ist und das man es besser machen kann. Wenn Sie für jedes mal, wenn sie etwas richtig oder gut machen, gelobt werden und in Arm genommen werden, geht Erziehung viel Einfacher. Bei dieser Art lernen Kinder sehr schnell was erwünscht oder unerwünscht ist, (bei Unerwünschten bekommen sie keine Beachtung). Jedes Kind braucht Anerkennung und Liebe vor… Mehr

Gabriele Kremmel
6 Monate her
Antworten an  myrkf

Welchen Lerneffekt soll jetzt bitte eine herabsetzende Beleidigung haben? Ein Lerneffekt entsteht, wenn man dem Kind sagt, wie es etwas richtig macht. Die zitierten Beschimpfungen sind nichts weiter als eben Beschimpfungen. Gebraucht von jemand, der pädagogisch nichts kann und/oder sich offensichtlich nicht im Griff hat.

Jule Krause
6 Monate her
Antworten an  myrkf

Sorry, aber ich finde es sehr abwertend, zu einem Kind „Wie kann man nur so dumm sein?“ zu sagen. Das ist eine Beschimpfung, die Kinder bei häufigem Hören sicher dazu bringt, sich für eben dumm zu halten. Und das ist doch schlimm, oder nicht?

Albert Pflueger
6 Monate her
Antworten an  myrkf

Die einzige Erzieherin, von der derartige Sprüche seitens meiner Tochter berichtet wurden, war selbst ziemlich dämlich. Solche sind nicht in der Lage, Kindern Gründe für ihre Regeln zu verdeutlichen und behelfen sich damit, sie bloßzustellen, dem Spott der anderen auszusetzen und sie zu demütigen.

Keineswegs sind solche Methoden erforderlich, um sinnvoll Grenzen zu setzen. Dazu reicht eine freundliche, aber deutliche Ansprache ohne Herabsetzung aus.

Eugen Karl
6 Monate her

„Außerdem wird in weiteren Kitas, Krefeld und Kempten, ermittelt, …“

Kempten liegt im Allgäu, nicht am Niederrhein. Hier ist Kempen gemeint!

Ralf Poehling
6 Monate her

Wenn ich das lese, packt mich die blanke Wut…
Was sind das für Menschen, die so etwas tun?
Und wieso sind solche Menschen in so einem Umfeld tätig?

Altchemnitzer
6 Monate her
Antworten an  Ralf Poehling

Ihre Fragen sind relativ einfach zu beantworten. Ein junges Mädchen mit 15 Lebensjahren entscheidet sich, voller idealistischer Illusionen, einen Beruf in der Kinderbetreuung zu lernen. Eventuell war es das dann, eben kein Beruf, der ein Leben lang glücklich macht.
Schnell wird Überforderung oder Unterforderung spürbar. Dieser Beruf bringt jeden Tag nur das gleiche wie gestern und morgen. Also kein TRaumberuf. Das ist natürlich kein Grund den Frust über ein verpfuschtes Leben an schwächeren auszuleben, aber irgendwie muss abreagiert werden. Der Busfahrer hat es da einfach, er tritt gegen den Vorderreifen.

kasimir
6 Monate her
Antworten an  Altchemnitzer

Wenn mir ein Beruf, der mit Kindern zu tun hat, nicht gefällt, habe ich jederzeit die Möglichkeit, die Ausbildung/Studium abzubrechen. Das ist allerdings eine schwache Entschuldigung. Und was ein Traumberuf ist, entscheidet wohl jeder für sich selbst. Ich habe in meiner Familie eine Lehrerin, die findet auch nach 20 Jahren noch, daß es ein Traumberuf ist. Sie geht jeden Tag gern und mit großem Enthusiasmus zur Arbeit. Und so sollte das auch sein. Denn einen Bus kann man reparieren, eine gebrochene Kinderseele nicht…

giesemann
6 Monate her
Antworten an  Ralf Poehling

Vielleicht gerade, weil sie in so einem Umfeld so etwas tun können. Offenbar unter den Augen anderer Erzieherinnen. Wie kann es unter den Augen der ganzen Welt 650 Millionen Kinderehen geben? https://www.dw.com/de/unicef-prangert-kinderehen-an/a-49095562

Ostfale
6 Monate her
Antworten an  Ralf Poehling

Vielleicht, weil sie die richtige Haltung in den Augen des KITA-Trägers haben? AWO, Caritas, Diakonie, Kommune – worauf kommt es denen wohl an? Auf das leibliche und geistige Wohl des Kindes? Wenn ich so höre, was unser jüngster Enkel an – in seiner KITA „aufgeschnappten“ – Weisheiten von sich gibt, dann packt mich die kalte Wut.