Burn, Rathaus, burn! – Linksradikaler Terror und Islamismus

Vom Spott über Brandopfer bis zur Verklärung politischer Gewalt: Wo Linke ihre „Haltung“ feiern, geraten die Opfer aus dem Blick. Das Bündnis zwischen Radikalen und Gläubigen setzt diese Tradition fort – und wer nach Tätern und Motiven fragt, gilt als rassistisch und islamophob.

picture alliance / MAXPPP | Elise CABANE

Als vor fast sechzig Jahren, im Frühling 1967, in einem Brüsseler Kaufhaus ein Feuer ausgebrochen und 251 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, auf jämmerliche Art ums Leben gekommen waren, zeigte sich Dieter Kunzelmann, ein überzeugter Linker, hell begeistert. „Unsere belgischen Freunde“, schrieb er in einem Flugblatt, hätten nun endlich kapiert, wie man die Bevölkerung am lustigen Treiben in Vietnam beteiligen könne. „Sie zünden ein Kaufhaus an, zweihundert saturierter Bürger beenden ihr aufregendes Leben, und Brüssel wird Hanoi!“ Mit dieser Großtat habe die vereinigte Linke die einzig richtige Antwort auf den Krieg im fernen Osten gegeben: „Burn, ware-house, burn!“

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Einige Mitbürger und insbesondere die Polizei fanden das nicht so komisch und zogen den Verfasser vor Gericht. Dort ging es so aus, wie es in Deutschland meistens und seither ziemlich regelmäßig ausgeht, wenn Linke vor Gericht stehen – wie das Hornberger Schießen nämlich. Auf Antrag von Horst Mahler – der sich damals, vor seiner Wendung nach rechts, zur radikalen Linken zählte – bestätigte ein wissenschaftliches Gutachten, dass es sich bei dem Flugblatt um einen kleinen Scherz gehandelt habe. Ein Bündnis aus Literaten und Germanisten, Leuten wie Grass, Jens, Alexander Kluge, Eberhard Lämmert und Peter Wapnewski, fühlten sich köstlich amüsiert, forderten Nachsicht und empfahlen Freispruch. Nietzsche hätte von gelehrtem Hornvieh gesprochen, heute sprechen wir lieber von Experten.

Schon damals war die organisierte Linke unzufrieden, sie wollte mehr. Ein Mitglied der Roten-Armee-Fraktion, der dichtende Revolutionär Thorwald Proll, bewies Weitblick, als er nachfasste und fragte: „Wann brennt das Brandenburger Tor? Wann brennen die Berliner Kaufhäuser? Wann brennen die Hamburger Speicher? Wann röten sich die Münchner Oktoberwiesen?“ Ob Andreas Baader und seine Freundin Gudrun Ensslin das nun gelesen hatten oder nicht – jedenfalls schritten sie zur Tat und zündeten in Frankfurt das Kaufhaus Schneider an. Im anschließenden Prozess sind Experten und Expertinnen nicht mehr zu Wort gekommen, stattdessen wurde über die Haltung räsonniert, die zu beweisen sei, und von den Zeichen geschwafelt, die gesetzt werden müssten. Nachdem die RAF genug davon gesetzt und bewiesen hatte, lag ihre Bilanz bei mehr als dreißig Toten.

Haltung muss eben gedeutet, Zeichen müssen begriffen werden; und das ist offenbar nicht ganz so leicht. Hatte der fromme Muslim, der am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, in Nizza mit seinem Lastwagen an die hundert Passanten überfahren hatte, denn kein Zeichen gesetzt? Hatten die strenggläubigen Islamisten nicht Haltung bewiesen, als sie im Bataclan-Theater die meisten Besucher niederknallten und den Rest als Geiseln nahmen?

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Das war vor gut zehn Jahren; aber die Zeit geht weiter und lässt die Haltung reifen. Wer damals Kind war, ist inzwischen groß geworden, nennt sich Schüler oder Student und darf spätestens übermorgen wählen. Jean-Luc Mélenchon weiß das und kauft Stimmen auf Vorrat, indem er sich mit dem Islamogauchisme, der Dachorganisation von Gläubigen und Radikalen, verbündet. Denn die werden die Mehrheit von morgen stellen.

Mülltonnen und Autos haben schon gebrannt, brennen immer wieder. Auch Notre Dame ist neulich abgebrannt, der Turm der Kathedrale von Rouen ebenfalls. Und weil das alles nicht verstanden worden war, ist nun ein Rathaus, das von Limoges, an der Reihe. Nach Ursachen zu suchen, nach Herkunft, Religion oder Namen der Täter auch nur zu fragen, gilt als unstatthaft, ist jedenfalls gefährlich; wer’s trotzdem tut, gibt sich als Rassisten, Faschisten usw. zu erkennen.

Wer dann auch noch aus dem Koran zitiert, die vierte Sure etwa, die verkündet: „Siehe, wer da unsere Zeichen verleugnet, den werden wir im Feuer verbrennen lassen. Sooft ihre Haut gar ist, geben wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe schmecken“ – wer das tut, ist islamophob. Obwohl er die Zeichen doch gerade nicht verleugnet, sondern gedeutet hat. Wahrscheinlich sogar richtig.

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Kommentare ( 4 )

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4 Comments
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Hendo Renka
19 Minuten her

Was wollen die in der EU eigentlich wirklich bezüglich der europäischen Bevölkerung. Sie sollen es einfach e7nmal ehrlich sagen!

Haba Orwell
20 Minuten her

> Als vor fast sechzig Jahren, im Frühling 1967, in einem Brüsseler Kaufhaus ein Feuer ausgebrochen und 251 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, auf jämmerliche Art ums Leben gekommen waren, zeigte sich Dieter Kunzelmann, ein überzeugter Linker, hell begeistert. Manche sind genauso von den Banderas begeistert, sogar hier: >>>Wie ukrainische Nazis am 2. Mai 2014 in Odessa über 40 Menschen ermordet haben – Anti-Spiegel<<< > „… Das Massaker von Odessa am 2. Oktober 2014 wurden damals und wird bis heute von den westlichen Sanktionen ignoriert. An dem Tag haben ukrainische Nazis, Anhänger des Maidan, die wenige Monate zuvor die gewählte… Mehr

Traum-Yogi
32 Minuten her

Die Krise kann beendet werden durch Remigration. Und durch eine Zerschlagung des Turbokapitalismus. Siegt Le Pen im April, werden viele Moslems Frankreich verlassen.
https://cna343.wordpress.com

Peter Pascht
32 Minuten her

Journalist berichtet von gezielten Brandanschlägen auf jüdische Geschäfte.
Na sieh mal einer an, „Kristallnacht“ in Frankreich
dem Land von „liberte, egalite et fraternite“ – nichts mehr damit? –