Wie umgehen mit den zügig wachsenden Staatsschulden? Für Frankreichs Linke kein Problem: Sie will die Schulden durch die EZB aufkaufen und im Anschluss eliminieren lassen. Warum wohl ist zuvor noch niemand auf diese geniale Idee gekommen?
IMAGO / Le Pictorium
Ökonomische Analphabeten und Sozialisten stehen vor einer fundamentalen Frage: Aus welcher Quelle speist sich der Kredit, der aus den Visionen der Zentralplaner eine neue Realität schaffen soll? Ist diese Frage beantwortet, steht die wackelige Finanzierung, geht es frisch ans Werk.
Idealerweise operieren Sozialisten in einer Nullzinswelt, in der selbst die unsinnigsten Projekte finanziert werden können, ob Atomausstieg, Bau von Windkraftanlagen in Wäldern, schuldenfinanzierte Waffenlieferungen in den Donbass oder auch milliardenschwere Subventionen für die NGO-Industrie.
Im Interview mit Les Nouveaux Médias enthüllte der französische Sozialist Jean-Luc Mélenchon sein politisches Geheimnis zur Überwindung der Schuldenkrise. Sein Rezept ist sozialistisch, simpel, eindimensional. Die französische Regierung solle ganz einfach weitere Schulden aufhäufen, ohne jede Kontrolle. Als Anleihenmülldeponie könnte dann die Europäische Zentralbank fungieren und überschüssige Papiere vom Markt aufkaufen, ist erst einmal eine Sättigung erreicht.
Darauf folgt der wenig subtile, erwartbare Trick: Die so neutralisierten Anleihen könnten bilanztechnisch schlanker Hand verbrannt werden. Sie verschwinden quasi aus dem Gedächtnis von Politik, Öffentlichkeit und Anleihenmarkt. Auch die Schuldenquote fällt – der perfekte digitale Gelddrucker, ein Sozialistenparadies der unbegrenzten Möglichkeiten.
Weshalb ist da noch niemand drauf gekommen? Denn es ist doch so: Welcher Politiker hat schon Interesse an öffentlichem Streit und an der Erkenntnis, dass unsere Welt eben nicht über unbegrenzte Ressourcen verfügt, dass ein veritables Verteilungsproblem existiert? Die Kreditpumpe könnte in dieser simplen Welt alle Probleme lösen. Niemand müsste etwas hergeben, Wohlstand wird einfach herbeigedruckt. So einfach ist die Sache.
Zentralbankpolitik weckt stets den Eindruck extremer Komplexität und einer absoluten Kontrolle des Marktgeschehens. Anleihemärkte sind quantitativ betrachtet tief, vor allen Dingen am sogenannten langen Ende, bei den längeren Laufzeiten der Staatsanleihen. Es ist mitnichten der Fall, dass eine Zentralbank diesen Markt auch nur ansatzweise kontrollieren könnte. Ihre Macht entfaltet sich bei den kurzen Laufzeiten, die auch folgerichtig den Schwerpunkt der Marktmanipulationen bilden.
Mélenchon präsentiert dann seine zweite geniale Idee: Gemeinschaftsanleihen, die von der EU-Kommission emittiert werden und ebenfalls von der Europäischen Zentralbank in einem bestimmten Zinskorridor stabilisiert werden könnten. Deutschlands Kreditwürdigkeit, noch immer Anker des gesamten Schuldensystems der EU, könnte auch im mit rund 120 Prozent überschuldeten Frankreich einen wohltuenden Effekt auf die Zinsen entfalten.
Nur Sozialisten oder Etatisten können einen solchen ökonomischen Unfug aushecken: sich grenzenlos zu verschulden, den Schuldenberg anschließend ganz einfach aus der Welt zu schaffen und die Menschen mit der auf diese Weise erzeugten Inflation im Regen stehen zu lassen. Das ist ein katastrophaler Vertrauensbruch und das Ende jeder zivilisierten Staatspolitik.
Und man bedenke, welche Politik mit der staatlichen Kreditpumpe realisiert wird: Von der Finanzierung des Ukraine-Konflikts über die Klimapolitik bis hin zur nicht endenden Massenmigration in den Wohlfahrtsstaat, der ebenfalls, dies gilt auch für das Rentensystem, mit immer größeren Kreditmitteln liquide gehalten werden muss.
Kredit als große politische Illusion. Kredit, der den wachsenden Reformdruck von schmalen politischen Schultern nimmt, um ein System zu stabilisieren, das seine ökonomischen Grenzen längst überschritten hat. Mélenchon blickt auf eine Neuverschuldung von 5,7 Prozent im laufenden Jahr und weiß genau: Das politische Patt in Paris verhindert jede Form von Haushaltskonsolidierung. Hand in Hand steuern die politischen Lager dem Staatsbankrott entgegen – und wissen wohl auch die deutsche Politik mit an Bord: Eurobonds müssen her, eine Schuldenkonsolidierung unter dem Dach der EU-Kommission.
Der erste große Testlauf: NextGenerationEU, das 750 Milliarden Euro schwere Gemeinschaftsanleihen-Projekt, das Brüssel während der Corona-Lockdowns platzierte – mit deutscher Haftung und der Liquiditätsunterstützung der EZB zur Finanzierung der gigantischen Defizite Italiens und Spaniens als Schwerpunkt.
Gemeinschaftsschulden, bekannt unter dem Begriff Eurobonds, werden der zwingend folgende Schritt der EU-Integration sein. Daran kann im Grunde kein Zweifel bestehen. Denn auch der Aufbau eines europäischen Militärsektors wird Unmengen an Ressourcen verschlingen, wie wir es von der grünen Kunstökonomie kennen. Dieser Prozess zwingt die deutsche Politik dazu, inzwischen sieben Prozent des BIP für Subventionen zu verschwenden. Der Staat verdrängt die Privatwirtschaft, und seine Bürokratie verschlingt Jahr für Jahr ein größeres Stück vom langsam schrumpfenden Wirtschaftskuchen: In der Folge steigt die Arbeitslosigkeit, während privatwirtschaftliche Investitionen verdrängt werden. Der Staat weiß sich nur noch mit massiven Steuererhöhungen zu helfen.
In der Konsequenz beobachten wir einen Finanzcrash in Zeitlupe. Dessen Schlusskapitel wird uns die übliche Rettungspolitik, Kapitalverkehrskontrollen und finanzielle Repression bescheren.





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Der S&P 500 legte in den letzten 3 Jahren um 99% zu, der Dax um 80%, der MSCI World um 18,64% pro Jahr zu. Jetzt ist es aber nicht so, daß die dort gelisteten Unternehmen ensprechend mehr Gewinn abgeworfen hätten.Die Aktienkurse bilden einfach nur die wahre Inflation ab, in Deutschland also nicht ganz 26% p.a. Das sind fast Türkische hyperinflationäre Verhältnisse. Mit Mélenchon an der Macht in Frankreich ist in 0, nichts der € 0 wert. Man kann weder Öl noch Gas oder überhaupt noch irgendwas importieren. Mio. werden in einer nie dagwesenen Kubaisierung, die ja schon längst begonnen hat,… Mehr
Ich glaube, wir haben es immer noch nicht begriffen: die klassische Geldpolitik ist schon längst durch die NMT abgelöst. Die Zentralbank übernimmt die Rolle des Staatsfinanzierers – alle fiskalischen Beschränkungen sind obsolet. Geht das gut? Niemand weiss es, aber für alle hochdefizitären Marktschwergewichte bleibt kein anderer Ausweg.
Die Schuldenspirale, die ganz Europa mitreißt, ist eng verzahnt mit der verblödeten grünen Transformation, die bisher nicht nur wirtschaftlichen Ruin hinterließ, sondern auch schädlich für die Umwelt war. US-LNG in neu gebauten Gaskraftwerken ist deutlich teurer als Erdgas und sogar schädlicher als unsere extrem effiziente Steinkohlekraft. Zusätzliche Reservekraftwerke, die nur wegen den volatilen EE vorgehalten werden, sowie die tausendfache Erhöhung an Netzregeleingriffen werden nie in die Gestehungsbilanz eingerechnet, sonst wären PV+Wind die schlechtesten Energien. Natürlich wurde alles abgerissen bevor neue Kraftwerke parat standen, die Industrie wandert immer mehr ins Ausland und dort stoßen sie auch mehr aus als hier. Auch… Mehr
Gähn, Sozialisten halt. Wie immer berauben sie die Ehrlichen und die Sparer und fühlen sich auch noch gut dabei.
Der deutsch-britische Soziologe Ralf Dahrendorf bezeichnete die Europäische Währungsunion bereits im Dezember 1995 als einen „großen Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet“. Er warnte frühzeitig, dass eine erzwungene Währungsunion ohne politische Reife und gemeinsame wirtschaftliche Voraussetzungen die Europäische Union eher schwächen als fördern werde. Er hatte recht.
Mmmmh, wir könnten den so herbei gedruckten Wohlstand doch einfach „Sondervermögen“ nennen, dann fällt es bestimmt niemandem auf!
Ich bin studierter Wirtschaftswissenschaftler und im liberal-konservativen Spektrum beheimatet. Auch wenn mein Studium schon lange her ist und ich in einem anderen Bereich arbeite, hatte ich diese Idee selbst schon einmal und fand sie gar nicht abwegig. Es kommt halt immer darauf an, bei wem man Schulden hat. Zwischen 2 normalen Markteilnehmern wäre das in der Tat eine dumme Idee, denn dann guckt einer der Beteiligten in die Röhre. Da es sich hier eh um geschaffenes „Kunstgeld“ handelt, spielt das bei einem Staat eher eine untergeordnete Rolle, wenn der seine Schulden kreativ verringern würde, wobei auch das nicht ohne gravierende… Mehr
Mit diesem Geldsystem sind alle Vermögen gleichzeitig Schulden. Mieses wies bereits 1922 in seinem Buch Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel nach, wieso der ganze Zirkus nicht funktioniert, weil in einem unbeeinflussten freien Markt zwar Schwankungen in der Kaufkraft des Geldes normal (quasi natürlich) sind, aber die typischen extremen Konjunkturschwankungen in Form von Booms und Crashs ursächlich auf inflationäre Geldschöpfung durch die Geschäfts- und seit der Bankenkrise vermehrt durch Zentralbanken zurückzuführen sind, die im Rahmen einer staatlichen Währung dem Willen der Regierungen entsprechen. Inflation ist stets Folge der Wirtschaftspolitik, es ist keine natürliche Markterscheinung. Diese Kredite sind nicht durch Ersparnisse… Mehr
Noch eine altbewährte Methode: Man verschuldet sich bei den Juden, macht diese dann für den Klimawandel verantwortlich und bringt sie um – weg sind die Schulden! Funktioniert so schon seit Jahrhunderte….
Ein perpetuum mobile nach sozialistischer Art.
Die Krise zieht immer weitere Kreise und gebiert immer neuere und absurdere Instrumente damit sich die Manager aus der Verantwortung stehlen können wenn es kracht. Neuestes Konstrukt sind die LMT’s für Fondsanleger nach dem Motto …“dem Anleger keine Chance“….Geld und Kapitalmärkte sind nur noch etwas für Insider. Es geht nur noch darum möglichst frühzeitig an Informationen zu kommen um in diesem Geschäft Geld verdienen zu können. Der normale Anleger ist bei diesem Geschäft immer der Verlierer. Insidergeschäfte sind zwar verboten, aber wen interessiert dies noch in unserer Informationsgesellschaft und dem Zustand unserer Justiz.