Autokrise: Noch größerer Kahlschlag bei Bosch?

Was als Transformation verkauft wird, ist, wenig überraschend, nichts anderes als Deindustrialisierung. Bosch denkt jetzt laut über noch mehr Entlassungen nach. Ein weiterer Weckruf, den Berlin, wie alle anderen vorher und nachher, ebenfalls ignorieren wird.

IMAGO / Bihlmayerfotografie

Neuer Weckruf von Bosch. Konzernchef Stefan Hartung, so die Nachrichtenagentur dts, denkt öffentlich darüber nach, dass in naher Zukunft deutlich mehr als die bereits geplanten 22.000 Stellen abgebaut werden könnten. Offiziell bleibt man bei Bosch in Stuttgart natürlich vorsichtig. Es sei „nicht unsere Annahme“, dass so etwas passieren könne, heißt es beschwichtigend. Doch wird deutlich, wie dünn das Eis für die deutsche Industrie mittlerweile geworden ist. Denn was hier als standortspezifische Maßnahmen verkauft werden soll, ist tatsächlich ein struktureller Rückbau einer Schlüsselindustrie, der durch katastrophale politische Entscheidungen verursacht worden ist.

Der bereits geplante und beschlossene Stellenabbau bis 2030 trifft vor allem den Autozulieferbereich bei Bosch. Also genau jenen Teil der Wertschöpfung, der über Jahrzehnte Bosch hohe und sicher Renditen gebracht hat und den massgeblich zum deutschen Wohlstand beigetragen hatte. Dass Bosch jetzt dafür sogar ein negatives Ergebnis in Kauf nimmt, zeigt, wie ernst die Lage ist. Man hofft, dass wenn man heute Rendite opfert, morgen überhaupt noch produzieren zu können.

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Besonders brisant ist Hartungs deutliche Kritik am europäischen Verbrennerverbot. Während andere Weltregionen technologieoffen bleiben, zwingt sich Europa auf einen einseitigen ideologischen Kurs – mit den jetzt bereits deutlich sichtbaren katastrophalen Folgen von Stilllegung und Abwanderung von Industrie und Gewerbe. Die Folge sind Arbeitsplatzverlust, Wohlstandsverlust und danach sinkenden, oder präziser, ausbleibenden Steuereinnahmen, denen immer höhere Ausgaben des Staates, der Länder und der Gemeinden, vor allem im Sozialbereich gegenüberstehen.

Wenn der Bosch-Chef vor einem weiteren Schrumpfen der Industrie warnt, ist das keine Lobby-Rhetorik, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme der Realität. Also etwas, dass die Politik scheut, wie der Teufel das Weihwasser. Aber da sich die Brandmauerparteien einig sind, die Realität immer weiter zu verleugnen, wird auch diese Warnung bei ihnen, wie alle anderen davor und danach, ungehört verhallen.

Die Realität ist, wenn man sie denn wahrnehmen wollte, einfach: Die Transformation und der grüne Weltrettungswahn vernichtet Arbeitsplätze. Sie schafft keine neuen. Sie ist eine öko-sozialistische Ideologie, deren Erfolg mit großem politischen Druck erzwungen werden soll. Sie wird deshalb das selbe Schicksal erleiden, wie alle anderen sozialistischen Maßnahmen im wirtschaftlichen Bereich vorher auch. Die Menschen die diese Transformation erdulden müssen werden aber das selbe Schicksal erleiden müssen, Und zwar unabhängig davon, ob sie dafür gestimmt haben und davon begeistert sind oder es zumindest einmal waren.

Hartung sagt, Bosch würde abwarten, wie die endgültige Regulierung zum Verbrennungsmotor ausfallen würde. Ein bemerkenswerter Satz, denn er zeigt, wie Unternehmen die EU-Industriepolitik einschätzen. Und solange diese Entscheidungen von mehr oder weniger sozialistischen Regierungen, gegen den klar erkennbaren Wählerwillen, ideologisch statt ökonomisch getroffen werden, wird es vermutlich nicht bei den bereits angekündigten 22.000 Stellen bei Bosch bleiben. Und Bosch ist nur eine Firma in diesem Bereich.

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