Machtwechsel in Ungarn: Brüssel stürzt seinen letzten Gegner

Viktor Orbán wurde abgewählt – trotz eines Wahlsystems, das ihm lange stabile Mehrheiten gesichert hat. Der Umschwung kommt nicht plötzlich, sondern ist das Ergebnis wachsender Unzufriedenheit – und massiver Interventionen der Europäischen Kommission in die Innenpolitik Ungarns. Maximilian Tichy im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt

 

Nach über einem Jahrzehnt wurde Viktor Orbán abgewählt – trotz eines Wahlsystems, das ihm lange stabile Mehrheiten gesichert hat. Der Umschwung kommt nicht plötzlich, sondern ist das Ergebnis wachsender Unzufriedenheit – und massiver Interventionen der Europäischen Kommission in die Innenpolitik Ungarns.

Der renommierte Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt erklärt im Gespräch, Orbáns Niederlage habe „mit seinen Politikfehlern zu tun und damit, dass in Ungarn eben eine Wechselstimmung ausgebrochen ist. Die Wähler fanden: Orbán muss weg. Es kann nur besser werden.“ Damit entlarve sich die Erzählung der europäischen Machtelite, Ungarn sei keine Demokratie mehr, als Lüge. Und weiter: „Wenn die Wählerschaft von einer Regierungsmehrheit die Nase voll hat, dann ist es gut, wenn die Opposition an die Macht kommt. Und schlecht ist es, wenn der Zustand so ist wie in Deutschland, wo die Bevölkerung wählen kann, was sie will und anschließend eben doch immer wieder die gleichen Regierungskonstellationen bekommt.“

Doch die Art, mit der die EU-Kommission um Ursula von der Leyen in den Wahlkampf Ungarns eingegriffen hat, muss erschrecken: Die Europäische Union setzt ihre Machtinteressen gegen die Regierungen der EU durch. Es geht ihr nicht um eine bessere Situation für die Menschen, sondern die Abschaffung der Nationalstaaten.

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Kommentare ( 2 )

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Aegnor
1 Stunde her

Das Problem in Ungarn ist nicht, dass Orban abgewählt wurde. Demokratie braucht den Wechsel um Verkrustungen und Filz zu vermeiden. Das Problem ist, wer an seiner Stelle gewählt wurde. Eine Kreatur Brüssels, die als Allerersten die Demokratie schwer beschädigen wird – genau wie in Polen. Wenn dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis. Das Dumme ist nur, dass mit der Herrschaft der sozialistischen EU-Kraten wird auch die boomende Wirtschaft Ungarns bald Vergangenheit sein. Genau wie bei Polen geht Brüssel nämlich das deutsche Steuergeld aus, um sich die Zustimmung der polnischen und ungarischen Wähler zu erkaufen. Da werden sich… Mehr

Retlapsneklow
2 Stunden her

Die Kunst der Politik und politischer Kritik besteht auch „oben“ nicht zuletzt in der richtigen Dosierung an der richtigen Stelle. Öffentlich allzu sehr auf den Putz zu klopfen, mag populär sein, schafft aber Gegner. Orban war ja populär…