EU-Parlament stimmt Donnerstag über den EU-US-Trade-Deal von 2025 ab

Die Ratifizierung des sogenannten Turnberry-Handelsabkommens (EU-US-Trade-Deal) aus dem Jahr 2025 steht an diesem Donnerstag, dem 26. März 2026 im EU-Parlament ohne Änderungen zur Abstimmung.

IMAGO / Panthermedia

Im Juli 2025 htten Donald Trump und Ursula von der Leyen nach zähem Zerren einen Rahmen-Handelsdeal geschlossen, um einen drohenden Zollkrieg (Trump hatte 30 % Zölle auf EU-Waren angedroht) abzuwenden. Kernpunkte:
• Die EU verpflichtet sich, bis Ende 2028 US-Energie im Wert von 750 Milliarden US-Dollar zu kaufen (ca. 250 Mrd. $ pro Jahr).
• Das umfasst vor allem LNG (verflüssigtes Erdgas), Öl und zivile Kernenergie-Technologie (inkl. Small Modular Reactors).
• Im Gegenzug senkte die USA die angedrohten Zölle auf die meisten EU-Exporte auf 15 %.

Die Ratifizierung des sogenannten Turnberry-Handelsabkommens (EU-US-Trade-Deal) aus dem Jahr 2025 steht an diesem Donnerstag, dem 26. März 2026 im EU-Parlament zur Abstimmung (ohne Änderungen).

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Durch die aktuelle Krise (Hormuz-Straße teilweise blockiert, Qatar-LNG-Anlagen stark beschädigt, russisches Pipeline-Gas weitgehend weg) ist Europa extrem abhängig von US-LNG. Preise für LNG in Europa sind bereits stark gestiegen. Trump nutzt diese Schwäche als Hebel.

Zusätzliche Investitionen europäischer Unternehmen in den USA in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar (über die bestehenden Investitionen hinaus) sollen sein mehr Käufe von US-Militärgerät, Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse und Regeln gegen „Free Rider“ (Drittländer). Trump nannte es den „größten Deal aller Zeiten“. Die EU sprach von einer „politischen Einigung“ – kein rechtlich bindender Vertrag, sondern eine Absichtserklärung.

Trump wollte mit hohen Zöllen den US-Handelsbilanzdefizit mit der EU verringern und die amerikanische Energie- und Industrieproduktion stärken. Die EU wollte einen offenen Handelskrieg vermeiden (der besonders Auto-, Pharma- und Chemieexporte getroffen hätte). Die Energie-Zusage soll die EU unabhängiger von russischen Lieferungen machen und die US-Position als „Energy Superpower“ stärken.

2024 importierte die EU aus den USA Energie im Wert von nur etwa 76 Milliarden Dollar (vor allem LNG). Die Zusage würde also eine Verdreifachung oder mehr bedeuten. Die EU importierte insgesamt Energie für rund 375 Milliarden Euro pro Jahr – die US-Anteile müssten massiv steigen. Stand Anfang 2026: Die EU hat die US-LNG-Importe bereits deutlich gesteigert (Rekord 2025), liegt aber noch weit hinter dem jährlichen Soll von 250 Milliarden Dollar.

Shanaka Anslem Perera ist ein sri-lankischer Unternehmer, Autor, unabhängiger Analyst und Kommentator zu Themen wie Geopolitik, Finanzen, KI, Technologie, Geldsystemen, Wissenschaft und globaler Souveränität.

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Kommentare ( 1 )

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ralf12
2 Stunden her

Das ist eine reife EU- Leistung. Die Abhänigkeit von russischem Gas hat man befehlsmäßig beendet. Gas, das man zu fairen und verlässlichen Bedinungen über Jahre erhalten hat. Nun gibt es von den USA Gas (natürlich teurer). Das gibt es aber nur, falls die USA nicht einen anderen Interessenten finden, der noch mehr zahlt oder falls die EU nicht brav auf jede zukünftige Erpressung durch die USA reagieren. Nochmal zum Mitschreiben: Russland war unser langjähriger fairer Partner (der Krieg in der Ukraine geht uns nichts an, ist durch die USA und damit auch EU provoziert worden). Die USA ist und war… Mehr