Lauter Faschisten!

Inzwischen gibt es nicht nur die linken Leute von rechts und die rechten Leute von links. Es ist schlimmer, in Deutschland gibt es auch den Extremismus der Mitte. Alles Bewältigen, alles Auf- und Abarbeiten hat nichts gebracht. Es gibt immer noch Leute, die am 1. Mai den „Tag der Arbeit“ stürmisch feiern oder am 9. November an den Fall der Mauer denken.

picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
1. Mai-Demo 2025 in Berlin

Dass die AfD eine rechtskonservative/rechtsradikale/rechtsextremistische Partei ist, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Aber noch lange nicht laut genug. Deswegen ist es zu begrüßen, dass es Leute gibt, die dieser prä- oder postfaschistischen Partei endlich die Maske vom Gesicht reißen. Dass die AfD für einen Parteitag ein Datum gewählt hat, an dem die NSDAP ihre Reichsparteitage in Nürnberg zu begehen pflegte, sagt doch schon alles.

Tabubruch, ruft die Antifa. Der allerdings viel tiefer reicht, als auf den ersten Blick erkennbar. Denn nicht nur die CSU hat ja an eben den Septembertagen, an denen die Nazis in Nürnberg aufmarschiert waren, in Nürnberg getagt. Und nicht nur die CDU hat es ähnlich gemacht, auch die SPD hat mindestens vier Parteitage in Nürnberg abgehalten, die Grünen immerhin drei, darunter einen sogar im September, zur selben Zeit wie die Nazis.

AfD-Schauprozess in Hamburg
Deutschlands schreckliche Richter
Ein Menetekel für alle, die im Antifaschismus eine Verpflichtung sehen. Selbst die Linke nimmt die Lehren, die aus der spezifisch deutschen Geschichte zu ziehen sind, nicht mehr so ernst, wie sie in Deutschland, dem Land der Täter, genommen werden sollten. Da die Reichsparteitage regelmäßig im September stattfanden, müsste dieser Monat für alle antifaschistischen Parteien tabu sein. Die Stadt, in der sie stattfanden, selbstverständlich auch.

Alles Bewältigen, alles Auf- und Abarbeiten hat also nichts gebracht. Die Deutschen sind immer noch nicht dazu bereit, ihre Geschichte auf die bekannten zwölf Jahre zu beschränken. Es gibt immer noch Leute, die am 9. November, dem deutschen Schicksalstag, neben der Reichskristallnacht ans Ende des Ersten Weltkriegs, den Hitlerputsch oder den Fall der Mauer denken. Und immer noch nicht vergessen haben, dass am 27. Januar nicht nur Auschwitz befreit worden ist, sondern auch Mozart geboren worden war.

Das schlimmste Zeichen der deutschen Erinnerungs-Unkultur ist allerdings der 1. Mai, der Tag der Arbeit. Es war ja Adolf Hitler, der ihn dem deutschen Volk geschenkt hatte, damals noch unter dem Namen „Tag der nationalen Arbeit“. Aber schon damals vom DGB (der damals allerdings noch ADGB hieß) stürmisch gefeiert. Weshalb damals, als der 1. Mai zum ersten Mal als arbeitsfreier Tag begangen wurde, Gewerkschaftsmitglieder zu Hunderttausenden hinter den roten Fahnen herliefen, die damals allerdings noch ein Hakenkreuz in der Mitte trugen.

Hitler kannte seine Deutschen. Aus einem kleinbürgerlichen Piefke, hat er gesagt, werde niemals ein strammer Nationalsozialist, aus einem gläubigen Linken immer. Joseph Goebbels, der abtrünnige Kommunist, hat das auf seine Art genauso überzeugend vorgelebt wie Horst Mahler, der weit von links kam und weit rechts endete. Hans-Jürgen Krahl, ein ehemaliger Corpsstudent, der es zum Chefideologen der SDS gebracht hatte, ist denselben Weg gegangen, nur in die umgekehrte Richtung.

Inzwischen gibt es nicht nur die linken Leute von rechts und die rechten Leute von links. Es ist viel schlimmer, denn in Deutschland gibt es ja auch den Extremismus der Mitte. Und keiner soll sagen, er wisse nicht, was das ist. Man muss nur darauf achten, wann sich die Parteien und wo sie sich treffen, dann weiß man, dass es in Deutschland nur noch faschistische Parteien gibt, SPD, Grüne und Linke eingeschlossen.

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Kommentare ( 23 )

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Ralph Martin
22 Minuten her

Die Antifa sagt eigentlich das Richtige. Wer will schon Faschismus.
Sie zeigen nur bewusst auf die Falschen. Weder die AfD noch die Identitären sind Faschisten.
Und auch hier hatte Oma recht: „Zeigt man auf jemand anderen, zeigen mindestens 3 Finger zurück.“

Deutscher
34 Minuten her

Die üblichen Nazikeulen sind abgedroschen. Es braucht größere Kaliber. Hier meine 3 heißesten Rethoriktipps für künftige Debatten im ÖRR und der deutschen Presse

Alice Weidel, Mutter des Faschismus
Björn Höcke, Godfather of NS
AfD, die vollendete Vision Hitlers
Trump, größter Massenmörder der jüngeren Menschheitsgeschichte

Juergen P. Schneider
40 Minuten her

Wir wissen doch seit geraumer Zeit, dass es heute mehr Nazis in Deutschland gibt als zu Zeiten des Dritten Reichs. Unsere Antifaschisten wollen halt die Machtergreifung des österreichischen Postkartenmalers mit aller Macht verhindern, weil ihnen wohl entgangen ist, dass sie fast hundert Jahre zu spät kommen. Die Nazi-Hysterie der links-grünen Deppenblase zeigt, wie hoffnungslos jeder Vernunftappell an diese gestörten Figuren ist.

ceterum censeo
40 Minuten her

Es gibt immer noch Leute, die am 9. November, dem deutschen Schicksalstag, neben der Reichskristallnacht ans Ende des Ersten Weltkriegs, den Hitlerputsch oder den Fall der Mauer denken.“ Ich bin entsetzt, ist doch meine Mutter – Gott habe sie selig – am 9. Nov. geboren worden. Darf ich ihrer nicht mehr gedenken, ohne dem Schwert des Nationalsozialismus anheim zu fallen? Ist meine konservative Einstellung (nach meiner studentischen Sturm- und Drangzeit im linken Gedankengut) vielleicht dem Geburtsdatum meiner Mutter geschuldet? Gibt es da wieder Sippenhaft?…

yeager
42 Minuten her

Mal wieder wird an Symbolen herumgedeutelt, über irgendwelche Orte und Daten Zusammenhänge herbeiphantasiert. Das „dritte Reich“ und der Nationalsozialismus wird mal wieder auf Symbolik reduziert und fein vermieden sich mit dem auseinanderzusetzen, was die Nationalsozialisten eigentlich getan haben. Selbst den organisierten Massenmord an 6 Millionen Juden mag die heutige Linke wegen ihrem Schulterschluss mit Antisemiten und Hitler-Fans nicht mehr gern erwähnen, und wenn doch wird dieses historische Verbrechen so verdreht als seien irgendwie nicht Juden sondern Muslime die Opfer gewesen. Sucht man Parallelen, z.B. zur „Sturmabteilung“, einer paramilitärischen Schlägertruppe der NSDAP, dann findet man die im heutigen Deutschland wohl eher… Mehr

haqus b.
47 Minuten her

Vorschlag, sie sollten eine Kalenderreform anstreben. Wie kann es sein das immer noch das gleiche Kalendersystem gilt wie in den 12 Jahren damals?

twsan
57 Minuten her

Und der ganze Im Artikel beschriebene Irrsinn wird gesteuert – vom ÖRR.

U.S.
15 Minuten her
Antworten an  twsan

Empfehlung:
.schauen Sie sich besser Trash TV im Privat Fernsehen an, z.B Jungle Camp, Bachelor /
-ette, Heidi K mit GNTM, ….

Die Politik News und Talks sind sehr einseitig: pro Immigration, gegen Abschiebungen, Vertuschung der Migranten Gewalt; ….pro De- Industrialisierung; pro erneuerbare Energien, pro KLIMA Schutz, pro BIO Lebensmittel, BIO Abwässer, …..

Und OeRR ist links- grün bis zum Anschlag.

Judith Panther
1 Stunde her

Zur Ergänzung:
reitschuster.de/post/afd-parteitag-2026-die-bewusst-gewaehlte-parallele/

Sagen was ist
1 Stunde her

Offenbar ist jetzt schon der Kalender verdächtig. Bald gilt jeder September-termin als latent pro oder contra narzisstisch je nach Geschmacksrichtung, und wer in Nürnberg tagt, sollte sicherheitshalber eine Erklärung zur Tiefdistanzierung von 1933 bis 1945 abgeben – schriftlich, dreifach, mit Zeitstempel.

Obacht – freie Satiremeinung

Last edited 1 Stunde her by Sagen was ist
Orlando M.
1 Stunde her

Wenn man unter Faschismus die totale Verzweckung des Volkes für Ziele, die dem Volk am Ende überwiegend Schaden bis hin zur Zerstörung der Gesellschaft zufügen versteht, dann ist es nicht allzu weit hergeholt, dass es in Deutschland nur noch faschistische Parteien in der Regierungsverantwortung gibt.