Die Gestern-Welt in München, die von Morgen dreht sich anderswo

MSC 2026: Die alte Ordnung vergeblich retten wollen oder eine neue, robuste Form finden? Dem hinterherjammern, das immer nur auf dem Papier existierte, oder raffen sich genügend der Anwesenden zu etwas mit Zukunft auf?

Durchhalten Kanzler. Es ist nur noch ein Tag bis zum weltenlenkenden MSC-Auftritt. Womit die da in Berlin-Mitte aufeinander rumhacken, ist doch wie immer nur purer Kreisverkehr.

Aufleben wird Merz bei der kolportierten Anwesenheit von 60 bis 70 Staats- und Regierungschefs, über 65 Außenministern, rund 40 Verteidigungsministern und Hunderten Oberpolitikern aus 100 bis 120 Ländern. Trump ist nicht dabei, aber stets anwesend.
Am Freitag soll es gehen um Multilateralismus, wirtschaftliche Sicherheit/Handel, Klimaschutz, hybride Kriegsführung, nukleare Sicherheit, globaler KI-Wettbewerb.
Am Samstag um Transatlantische Sicherheit, Zustand der internationalen Ordnung, aktuelle Konflikte (Ukraine, Naher Osten usw.).
Am Sonntag um Europas Handlungsfähigkeit, eine Vision für ein geeintes Europa und  Wettbewerbsfähigkeit.

Die MSC 2026 sei geprägt von der Frage, ob Europa die alte Ordnung retten oder eine neue, robustere Form finden kann, sagen die Auguren. Direkt gesagt geht es um die Frage, jammern sie dem hinterher, das immer nur auf dem Papier existierte, oder raffen sich genügend der Anwesenden zu etwas mit Zukunft auf?

Falls die Gesternleute bei der MSC zum Stichwort alte Ordnung die Rolle der UN nicht einordnen können, eine kleine Hilfe. Das Mullah-Regime des Iran wurde eben stellvertretender Vorsitzender der UN-Kommission für soziale Entwicklung zur  Förderung von Demokratie, Geschlechtergleichstellung und die Gewährleistung von Toleranz und Gewaltlosigkeit gewählt.

Sicher werden die Brüsseler Empörungsrituale auch bei der MSC zelebriert werden  der Unterstützung für Initiativen zur Redefreiheit in Europa, angekündigt von Under Secretary of State Sarah B. Rogers in Budapest bei einer Konferenz der Ungarischen Konservativen und anderswo. Doch nicht „Einmischung“ ist das Problem, sondern die Angst der EU-Eliten vor einem Gegenentwurf zu ihrem digitalen Zensurregime. USAID finanzierte jahrzehntelang Programme in Europa, allerdings als „Einmischung“ in die von Brüssel gewünschte Richtung.

Trump ist wie gesagt nicht beim MSC. Nicht gefallen werden den Gesternleuten aus Europa und Dem-Amerika die heutigen für Trump guten US-Arbeitsmarktdaten und vier Prozent Wirtschaftswachstum. Grauen wird ihnen vor einer Staatsapparat-Verkleinerung nach DOGE.

Die Europäische Zentralbank und Macron fordern Eurobonds als dauerhafte Schuldenaufnahme. Merz lehnt sie ab (bis jetzt). Den EU-Spitzen schrieb die EZB, Kommission und Staaten sollten ein „Safe Asset“ auflegen, eine besonders ausfallsichere Form der Anleihe, die „das Angebot an hochwertigen Sicherheiten verbessert und gleichzeitig angemessene Anreize für eine umsichtige Finanzpolitik bewahrt“. Neben Eurobonds will die EZB eine EU-weite Einlagensicherung. Und will für sämtliche Bürger der EU ein „Spar- und Anlagekonto mit Schwerpunkt auf Altersvorsorge“. – Die EZB will also den Zugriff auf alles, was Bürger aus Selbstverdientem noch haben könnten.

Der Vorsitzende der Atlantik-Brücke SPD-Gabriel nennt Gemeinschaftsschulden für Rüstung ebenso unausweichlich wie die direkte deutsche Unterstützung bei den Militärmaßnahmen Frankreichs und Polens. Die Deutschen „dürfen nicht länger die finanzpolitischen Taliban in Europa spielen“, sagte Gabriel (Funke). Auch hierzulande würden Rüstung und Militär über Schulden finanziert. Das sei zwar teuer und berge auch Risiken: „Aber russische Truppen an der Grenze zu Polen sind ein größeres Risiko und übrigens auch teurer … Die Not wird jeden Monat größer, schon wegen der Bedrohungslage. Sollen wir warten, bis die erste Drohne über Berlin fliegt?“ – Die SPD wie die Grünen im wundersamen Wandel von Pazifisten zu Bellizisten, vom Ostermarschierer zum Kriegstreiber.  

Bei Michael A. Arouet zu lernen. »Reicher als die USA sind in Europa: 1. Norwegen mit Öl und Gas, 2. Schweiz mit Banken, 3. Irland mit Steuerhinterziehungsmodellen von Unternehmen. Der Rest wird durch Regulierungen, übermäßige Besteuerung und Umverteilungspolitik erstickt. Wird Europa jemals wieder wohlhabend werden?« – Jedenfalls nicht bald.

EU-Witz der Woche. Um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, forderte EU-vdL beim European Industry Summit 2026 schnellere Genehmigungsverfahren und eine Vereinfachung der Regeln – einen Abbau ihrer Verregelungsverregelungen.

Merkel ante portas? Endlich mal ein Gerücht, das Berlin-Mitte erregt. BILD und andere Medien wie oe24.at berichten, in Teilen der CDU werde über Merkel als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten spekuliert. Die Bundesversammlung bestätigt den vom Parteienstaat Benannten 2027 zum Bundespräsidenten. – Merkel oder Steinmeier, ein und dieselbe Leier.

Blitzlicht Iran. Satellitenbilder zeigen, die drei Eingangstunnel zum Atomstandort in Isfahan wurden mit Erde gefüllt – als vorbeugende Maßnahme vor einem Angriff. ++ Laut Wall Street Journal erwägt die US-Regierung zur Erhöhung des Drucks auf die Mullahs, Tanker mit iranischem Öl wie in Venezuela zu kapern.

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Kommentare ( 30 )

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HDieckmann
32 Minuten her

Nennen Sie die Dinge doch einfach beim Namen: Münchner Kriegskonferenz! In der ehemaligen „Hauptstadt der Bewegung“ ein Rückfall in überwunden geglaubte Denkweisen.

Kassandra
58 Minuten her

Hier haben sie weitere Informationen über einen gewissen Nevilel Roy Singham gesammelt:
Watch the V24 investigation into Neville Roy Singham here:
The West is falling victim to one of the most successful foreign psyop operations in history. Visegrad24’s Alexander Shaw explains the curious case of the Maoist millionaire mastermind behind much of it: Neville Roy Singham.   https://x.com/visegrad24/status/2021534754324066364

Landgraf Hermann
1 Stunde her

Merkel als Bundespräsidentin? Meinen die das Ernst? Eine Grundgesetz-Verächterin? Das wäre der Witz des Jahrhunderts.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Blitzlicht Iran. Pepe Escobar zum Thema: https://uncutnews.ch/pepe-escobar-iran-zwingt-us-marine-zum-rueckzug-trump-unter-schock-als-russland-und-brics-eingreifen/ > „… Escobar betont, dass Iran den „Bluff“ von Präsident Trump – den er spöttisch als „Neo Caligula“ bezeichnet – durchschaut hat. Trump stehe nun vor einer unlösbaren Dilemma: Angreifen würde eine massive Vergeltung provozieren, einschließlich des potenziellen Versenkens von US-Flugzeugträgern oder Angriffe auf Tel Aviv. Nichts zu unternehmen, würde jedoch seine Drohungen als leer entlarven und seine Position im Globalen Süden schwächen. Die Iraner haben wiederholt signalisiert, dass sie auf jede Aggression mit voller Härte reagieren würden, was die USA in eine Position „zwischen Hammer und Amboss – auf Steroiden“ bringt.… Mehr

Kassandra
1 Stunde her

Rechtsanwalt Steinhöfel setzt nach und hat Fragen zum Auftritt Günthers bei Lanz an die Staatskanzlei in Kiel geschickt: „Steinhöfel schickte nun zehn Fragen an die Staatskanzlei, in denen er unter anderem wissen wollte, ob Günthers Reise ins Hamburger Studio des ZDF hausintern als Dienstreise gemäß dem Landesreisekostengesetz (LRKG) eingestuft und abgerechnet worden sei; wie der Umstand, dass Günther angeblich als Privatperson bei Lanz gewesen sei, bei der Buchung der Gesamtkosten berücksichtigt worden sei; wie die Nutzung des Dienstwagens abgerechnet worden sei; ob Günther von beim Land angestellten Mitarbeitern begleitet worden sei; welche Ressourcen der Staatskanzlei zur Vorbereitung des Auftritts genutzt wurden,… Mehr

verblichene Rose
1 Stunde her

…in Teilen der CDU werde über Merkel als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten spekuliert… Zu so einer Dreistigkeit fällt mir nur die Empfehlung eines sehr erfolgreichen Bankräubers ein. Der meint nämlich, daß es am unauffälligsten ist, als Fluchtauto ein Feuerwehrfahrzeug zu nutzen, daß mit eingeschalteten Blaulicht und Martinshorn vor der Bank wartet. Oder, man macht bei Bankeinbrüchen so viel Lärm (siehe Gelsenkirchen!), so daß erst gar kein „Verdacht“ aufkommt. PS: Müßte es wegen der Gender-Problematik nicht Bundespräsident*in heissen? Und wenn ja, warum? Ach so, ich weiß! Er/sie/es trug immer Hosenanzüge. OK, da darf man natürlich das genetische Sternchen weg… Mehr

Kassandra
38 Minuten her
Antworten an  verblichene Rose

Wie aber wird man das seltsame Verhalten regulieren, das bei Ertönen der Nationalhymne auffällig wird? https://www.youtube.com/watch?v=URUqqNdGXNo
Oder muss dann bei solchen Ehrenbezeugungen wie nirgends sonst auf der Welt wieder „gethront“ werden? Johnson hat das damals mitgemacht.

verblichene Rose
1 Stunde her

MSC. Klingt so ähnlich wie die bekannte Musikveranstaltung. Oder doch so, wie diese „Pride-Parade“?
Egal! Es nimmt ohnehin nicht jeder an allen Veranstaltungen teil. Ist deshalb wohl auch so etwas wie eine Mottoparty. Alle Eingeladenen dürfen kommen, sie müssen sich nur hübsch verkleiden 😉
Man fragt sich nur immer wieder, ob diese (Bezeichnung nach Gusto des Lesers) eigentlich schon von sog. Videokonferenzen gehört haben? Ist viel billiger und noch besser für die Umwelt. Für die Canapés und den Champagner muß man dann allerdings selber und natürlich auf eigene Kosten sorgen…

Last edited 1 Stunde her by verblichene Rose
Haba Orwell
1 Stunde her

> „Aber russische Truppen an der Grenze zu Polen sind ein größeres Risiko und übrigens auch teurer

Dem widersprechen sogar Geheimdienstler in Kriegstreiberei-Estland: https://tkp.at/2026/02/11/estlands-geheimdienst-gegen-nato-angst-kein-russischer-angriff-geplant/

> „… Das Baltikum – Estland, Lettland, Litauen – gilt üblicherweise als rhetorischer Scharfmacher im Konflikt der EU mit Russland und dem Stellvertreterkrieg in der Ukraine. Estland hat durch die Person Kaja Kallas, inoffizielle „Außenministerin“ der EU, eine besonders exponierte Rolle. Und gerade der dortige Auslandsgeheimdienst zerschmettert nun die anti-russische Angstmache der NATO-Propaganda. …“

littlepaullittle
1 Stunde her

Und die BBC wieder als Staffelführer der Antisemiten:
Nachdem die BBC über den Holocaust berichtete wies ein „aufmerksamer Leser wies die Redaktion darauf hin, dass der Begriff Holocaust in diesem Zusammenhang stets großgeschrieben werden müsse. Statt den Fehler schlicht zu korrigieren, antwortete ein erfahrener BBC-Journalist mit einer Erklärung, die wie ein Schlag ins Gesicht der jüdischen Gemeinschaft wirkte. „Historisch gesehen hat es auch andere Beispiele von holocausts gegeben“, schrieb er.“
Mit dieser Aussage stellte die BBC indirekt in Frage, dass der Begriff Holocaust ausschließlich für den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden steht. 
(haOlam)

Haba Orwell
1 Stunde her

> EU-Witz der Woche. Um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, forderte EU-vdL beim European Industry Summit 2026 schnellere Genehmigungsverfahren und eine Vereinfachung der Regeln – einen Abbau ihrer EU-Verregelungsverregelungen.

Dafür braucht sie sicherlich neue Zentralbehörden, für die die EUdSSR jährlich 1,2 Billionen Schulden aufnehmen soll?