Ein Formular zur Registrierung von im Ausland geborenen Kindern sorgt derzeit für Kopfschütteln: Im Dokument des Auswärtigen Amts, das Eltern mit deutscher Staatsbürgerschaft ausfüllen müssen, wenn ihr Kind im Ausland geboren wurde, ist eine Frage zur Mutter des Kindes an Absurdität kaum zu überbieten.
picture alliance / | Daniel Kalker
Deutsche Staatsbürger, die im Ausland ein Kind bekommen, können dessen Geburt nachträglich in das deutsche Geburtenregister eintragen lassen. Dafür stellt das Auswärtige Amt ein Formular bereit, das entweder über deutsche Auslandsvertretungen oder direkt beim Standesamt I in Berlin eingereicht werden kann. Diese Möglichkeit ist vor allem für Familien relevant, die dauerhaft im Ausland leben oder nie in Deutschland gemeldet waren.
Für Aufsehen sorgt eine Passage im Formular, in der Angaben zur „leiblichen Mutter (welche das Kind geboren hat)“ gemacht werden sollen. Nach den üblichen Personendaten müssen Antragsteller auch das Geschlecht zum Zeitpunkt der Geburt angeben. Zur Auswahl stehen „weiblich“, „männlich“, „divers“ oder „keine Angabe“. Vergleichbare Optionen finden sich auch bei den Angaben zum Vater sowie beim Kind selbst. Zudem wird abgefragt, ob es sich um eine Adoption handelt oder ob das Kind durch eine Leihmutter zur Welt kam.
Formulierung laut „deutscher Rechtslage“
Das Formular basiert auf der aktuellen deutschen Rechtslage. Seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2017 muss neben „männlich“ und „weiblich“ eine weitere Geschlechtsoption im Personenstandsrecht möglich sein. Behörden sind daher verpflichtet, entsprechende Eintragungsmöglichkeiten vorzusehen. Gleichzeitig ist Leihmutterschaft in Deutschland verboten, weshalb die entsprechende Abfrage ebenfalls Teil der Registrierung ist, etwa um Sachverhalte im Ausland rechtlich einordnen zu können.
„Dumm und bösartig“
Auch in Deutschland selbst gibt es immer wieder Diskussionen über den Umfang und die Form staatlicher Abfragen zu Geschlecht und Identität. Während Befürworter betonen, dass Behördenformulare die rechtlichen Möglichkeiten vollständig abbilden müssen und damit auch unterschiedliche Geschlechtseinträge berücksichtigen, sehen Kritiker darin eine extrem übertriebene Bürokratisierung und potenziell missverständliche Formulierungen.
Vermutlich werden mit derartigen Formularen aber in erster Linie gesellschaftspolitische Positionen ausgedrückt, die mehrheitlich wohl so nicht vertreten werden.


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Im Dunstkreis erzwungener Realitätsleugnung bleibt die Erkenntnis, welche Abartigkeiten man doch bereits dank politischer Verdummung der Massen hervorgebracht hat und weiterhin noch zulassen will. Wer glaubt, über der Realität zu stehen, steht in Wirklichkeit nur daneben.
„Nach den üblichen Personendaten müssen Antragsteller auch das Geschlecht zum Zeitpunkt der Geburt angeben. Zur Auswahl stehen „weiblich“, „männlich“, „divers“ oder „keine Angabe“. Nein, das steht nicht zur Auswahl, sondern das muss durch Tatsache blegt sein (§ 39 VwVfG) – widersprechen die Tatsachen dem Eintrag ist es Falschbeurkundung. Daran ist nichts ungewöhnliches, denn die Angabe des Geschlechtes darf nicht willkürlich sein. Die Angabe des Geschlechtes mus aufgrund medizinisch biologischer Festellung durch Ärtzte oder Hebamme erfolgen, also organisch biologisch belegt und beweisbar sein, auch für spätere Rechtakte, z,Bsp. für kriminaltechnische Ermittlungen. Der Eintrag im Geburtschein wie auch im Personstandregister ist ein… Mehr
…ob es sich um eine Adoption handelt oder ob das Kind durch eine Leihmutter zur Welt kam… …Gleichzeitig ist Leihmutterschaft in Deutschland verboten… Das wirft ausser dieser vollkommen absurden Frage nach dem Geschlecht der Mutter weitere Widersprüche auf. Denn mit dieser Frage wird ja quasi erzwungen, daß man zugibt wider des deutschen Gesetzes gehandelt zu haben. Und wenn man dann diese Frage aus genau diesem Grund nicht beantwortet, wird dann ein unbekannt angegeben? Immerhin muß es doch auch in diesem Fall das Recht auf Aussageverweigerung geben. Aber wer wären dann die rechtmässigen Eltern? Und ist das Kind dann nicht automatisch… Mehr
Es stellt sich vor allem die Frage, ob unsere Politiker noch alle Tassen im Schrank haben. Der entsprechende „Fragebogen“ wird leider erst 2029 wieder an das Wahlvolk ausgegeben.
Inzwischen bewertet also eine Ideologie den biologischen Status der Geschlechter bei der Fortpflanzung? Vermutlich sind die „nur“ beiden Geschlechter von alten, weißen Männern definiert worden! Was ja generell pöhse ist. Vermutlich auch rechtsradikal. Denn ein anderes Argument wäre ja wenig hilfreich.
Das gibt es nur in Gagaland. Wieviel Gehirnwäschen braucht es, dass ein vielleicht ehemals normal denkender Mensch dann die Frage nach dem biologischen Geschlecht einer Gebärenden stellt?
„dass Behördenformulare die rechtlichen Möglichkeiten vollständig abbilden müssen “ das glaube ich sofort.
Nicht das Formular ist absurd, die Gesetze und noch mehr die Urteile unserer obersten Gerichte sind es.
Mir stellt sich die Frage, welchen Vorteil haben deutsche Eltern, also nicht die mit deutschen Pass, ihr im Ausland geborenes Kind in das Geburtenregister in D eintragen zu lassen? Kindergeld für im Ausland lebende Kinder gibt doch nur für Arbeitnehmer aus anderen EU Ländern. Leben und arbeiten deutsche Eltern im Ausland gibts nichts.
Schlimmer geht immer ❗
„Dumm und bösartig“ ist noch SEHR MILDE ausgedrückt!! Aber ja, die Idiotie ist stringente Konsequenz der Rechtslage im besten Deutschland aller Zeiten.
Der eigentliche Witz daran ist ja, dass der Staat die Kategorie Geschlecht überhaupt nicht abfragen oder zur Grundlage irgendeines Handelns machen sollte. Wenn alle Menschen durch ihn gleich zu behandeln sind, darf es keine Rolle spielen welches Geschlecht sie haben. In Deutschland ging man aber explizit den anderen Weg. Abhängig vom Geschlecht hat man hier verschiedene Privilegien. Diese wollten dann wiederum andere geltend machen, die sich halt irgendeinem was auch immer Geschlecht zugehörig fühlten. Anstatt dass das Bundesverfassungsgericht aber sagt: Alle Menschen müssen gleich behandelt werden, also darf der Staat Geschlecht nicht mehr als Kategorie heranziehen (was sie gesellschaftlich machen… Mehr
Was will man von einem Staat erwarten, der seine Kraftwerke sprengt, seine Industrie zerstört, die Klimagötter mit Milliarden besänftigt und den jährlichen Wechsel des Geschlechts ermöglicht?