Es knackt im Gebälk der Sozialversicherung – höhere Beiträge und Schulden drohen

Der Verursacher Parteienstaat lässt sich von der hausgemachten Wirtschaftskrise weiter in die Sackgasse treiben und versucht, die Folgen mit Scheinaktionen zu kaschieren, um Zeit zu gewinnen. Das Ziel? Machterhalt.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

In internen Prognosen geht die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) von einem stärkeren Anstieg des Rentenbeitragssatzes aus als bisher angenommen.

Die Prognose im Überblick (nach DRV-internen Zahlen)
• 2026/2027: 18,6 %
• 2028: 19,9 % (bisher geplant: 19,8 %)
• 2029: 20,0 %
• 2031: 20,2 %
• 2032: 20,5 %
• 2033: 20,7 %
• 2034: 20,9 %
• Ab 2036 bis 2040: 21,1 % (bisherige Planung lag bei ca. 21,2 % im Jahr 2039)

Der erste große Sprung um 1,3 Prozentpunkte 2028 wäre die erste Erhöhung seit vielen Jahren und bedeutete für Arbeitnehmer (wie üblich irreführend dargestellt als zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen): Bei einer Erhöhung um 1,3 Prozentpunkte auf 19,9 % zahlt der Arbeitnehmer 0,65 Prozentpunkte mehr vom Bruttogehalt.

Beispiele (jährliche Mehrbelastung für den Arbeitnehmer):
• Bei 3.000 € Brutto: ca. 234 € mehr pro Jahr
• Bei 5.000 € Brutto: ca. 390 € mehr pro Jahr
• Bei 7.000 € Brutto: ca. 546 € mehr pro Jahr
Die genaue Belastung hängt vom individuellen Bruttolohn und eventuellen Beitragsbemessungsgrenzen ab. Wer heute jung ist, arbeitet nicht mehr für sich, sondern für die Rente der anderen.

Auch die Arbeitslosenversicherung versinkt in rot

Rote Zahlen kennzeichnen auch die Arbeitslosenversicherung. Nach der Planung von November 2025 sollte das Defizit von 3,97 Mrd. € für 2026 mit Liquiditätshilfen (Darlehen) des Bundes ausgeglichen werden. Der Schuldenstand der beitragsverschlingenden Bundesagentur für Arbeit sollte Ende 2026 bei 5,4 bis 6,2 Mrd. € liegen. Die neue interne Prognose rechnet mit einem Defizit über fünf Mrd. €, innerhalb der BA gar mit bis zu acht Mrd. €. Die größere Zahl ist in solchen Fällen leider immer die realistische.

Konkrete neue Zahlen werden offiziell nicht kommentiert, eine Sprecherin ließ durchblicken, die geplante Schuldenaufnahme werde nicht ausreichen.

Als Hauptgründe werden die schwache Wirtschaftslage mit höheren Arbeitslosenzahlen und deutlich steigenden Ausgaben für Arbeitslosengeld I genannt. Die Ausgaben für ALG I sind bereits der größte Kostenblock, 2025 über 26 Mrd. €.
Die Rücklagen der BA sind seit 2025 weitgehend aufgebraucht, daher muss der Bund weiter mit Darlehen einspringen. Das erhöht den Schuldenstand der Agentur und damit die Kosten für den Bundeshaushalt. Deutschland hat seine Reserven also bereits verfeuert. Jetzt wird es schmerzhaft.

Die Arbeitslosigkeit bewegt sich um die 2,9 bis drei Millionen, die Konjunktur erholt sich langsamer als erhofft. Die BA hatte schon für 2025 mit einem hohen Defizit (bis 5,2 Mrd. €) gerechnet.  Weitere Darlehen des Bundes – also Steuergelder – sind die Folge. Über Einsparungen bei Leistungen, Bezugsdauer oder Aktivierung von Langzeitarbeitslosen wird geredet werden, wirklich passieren eher nichts. Lieber wird der Parteienstaat wie stets die Beitragszahler und Steuerzahler für seine Ignoranz zahlen lassen.

Noch ein Schuldenloch bei Schulden-König Merz

Der Bundeshaushalt 2026 ist mit Ausgaben von 524,5 Mrd. € geplant. Darin sind bereits höhere Zuschüsse und Darlehen an Sozialversicherungen eingeplant. Die BA-Darlehen erhöhen die Netto-Neuverschuldung des Bundes. Der Bundeshaushalt sieht ohnehin eine hohe Neuverschuldung vor (im Bereich von knapp 100 Mrd. € oder mehr, je nach genauer Rechnung inkl. Sonderschulden).

Diese Darlehen sind formal rückzahlbar (die BA soll sie bei besserer Konjunktur tilgen), wirken aber in der Praxis wie eine vorübergehende Subvention aus Steuermitteln. Solange die Konjunktur schwach bleibt, verschiebt sich die Tilgung. Die kumulierten Belastungen aus der BA liegen bei acht bis 13 Mrd. €.  Der Bund berechnet bereits Defizite in anderen Sozialversicherungen (Gesundheit, Pflege) und bei der Rentenversicherung (höhere Beitragssätze und Bundeszuschuss) an Steuer- und Beitragszahler weiter. Die BA kommt erschwerend hinzu. Dazu kommen die Zinsen, die höheren Schulden durch diese Darlehen erhöhen die Zinsausgaben langfristig.

Der Bund federt die konjunkturelle Schwäche ab (höhere ALG-I-Ausgaben). Das stabilisiert die Nachfrage, birgt aber das Risiko – sprich: die Wahrscheinlichkeit –, dass aus konjunkturellen Defiziten strukturelle werden.

Im Vergleich zur Rentenversicherung mit starken Beitragssatzsteigerungen ist die BA-Belastung für den Bund direkter und kurzfristiger. Beide zusammen zeigen den demografischen und konjunkturellen Druck auf die Sozialversicherungen: Weniger Beitragszahler, mehr Leistungsempfänger, schwache Wirtschaft. Das zusätzliche BA-Defizit verschärft die ohnehin angespannte Lage des Bundeshaushalts 2026. Es treibt die Neuverschuldung weiter nach oben und reduziert den fiskalischen Spielraum für andere Prioritäten (Investitionen, Steuerentlastungen, Verteidigung). Bei anhaltender Konjunkturschwäche wird der Bund 2027 erneut nachlegen müssen.

Sehenden Auges lässt sich der Verursacher Parteienstaat von der hausgemachten Wirtschaftskrise immer weiter in die Sackgasse schieben und versucht, die Folgen mit Scheinaktionen, die nur verbal sind, zu kaschieren, um im Machterhalt Zeit zu gewinnen. Für welches Ziel? Für dieses.

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Kommentare ( 19 )

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humerd
1 Tag her

der neueste Coup von Bärbl Bas:
Bärbel Bas will Beamte in gesetzliche Rentenversicherung einbeziehenBereits bei der jetzigen Reform sollte Bas zufolge ein gemeinsames System das Ziel sein. Im Gegenzug kann sie sich in Zukunft einen späteren Renteneintritt vorstellen.“ https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/baerbel-bas-rente-reform-beamte-rentenalter
Damit befreit sie die Haushalte von Bund und Ländern von ihren Pensionsverpflichtungen, schafft eine Zwei Klassengesellschaft der Rentenbezieher, denn die Ansprüche der Beamten bleiben ja und plündert die gRV noch mehr.

Aegnor
1 Tag her
Antworten an  humerd

Glaub ich nicht. Eine Einbeziehung der Beamten in die RV bedeutet auch automatisch, dass deren Renten mittels Rentenpunkten berechnet werden müssen. Und diese Berechnung hat eine fixe Formel (Jahreslohn bis max zur Bemessungsgrenze durch Durchschnittslohn = Rentenpunkte pro Jahr). Man kann nicht einfach für Beamte eine andere Formel einführen. Damit wäre automatisch bei Einbeziehung der Beamten ins Rentensystem eine massive Kürzung der Altersbezüge auf Rentenniveau die Folge. Außerdem müssten die „aktiven“ Beamten ja dann auch Beiträge zahlen. Den „AG-Beitrag“ würde vermutlich der Steuerzahler leisten, aber den AN-Beitrag müssten sie selber berappen. Das wäre schon eine deutliche Verbesserung und vor allem… Mehr

Dirk Plotz
1 Tag her

Die AfD wird das alles richten, habe ich gehört lmao

Peter Pascht
1 Tag her

Das Ziel? Machterhalt um Beute zu machen für sich und Amigos.
„Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus“.
Zitat: Helmuth Kohl
Wir haben demnächst dieses angestrebte Ziel erreicht !
Jeder Kleinunternehmer würde bei solcher Bilanz- und Buchführung ins Gefängnis wandern wegen Betrug durch Bilanzfälschung.

Last edited 1 Tag her by Peter Pascht
deltacenter
1 Tag her

Ruiniert haben dieses Land und die sozialsysteme nicht die Arbeiter und Angestellten ! Deswegen… bevor hier irgendetwas erhöht wird, ziehen wir doch mal unsere“Angestellten“ zur Kasse bis sie nix mehr haben ….nach neuesten Aussagen wären die ja dann glücklich !!!!!also winwin

Holger Wegner
1 Tag her

Linke Umverteiler- und Arbeitslosenparteien meinen gar, von gestiegener Arbeitslosigkeit profitieren zu können?

Montesquieu
1 Tag her
Antworten an  Holger Wegner

Nur so geht’s. Umverteilungsgewinner wählen Umverteiler. Der doofe Rest geht arbeiten. Aber bald gibt’s nichts mehr zum Umverteilen.
Und dann.
Darf die AfD ran!

karlotto
1 Tag her
Antworten an  Holger Wegner

Linke , das sind keine Linken , das sind Verräter am eigenen Volk.
Wenn Deutsche , im eigenen Land nicht priviligiert sind und gegenüber „Flüchtlingen“ Bürgern , aus den USA , Japan , Israel und Rest Europa , benachteiligt werden , ist das eine Schande.

jwe
1 Tag her

Nehmt einfach die versicherungsfremden Leistungen aus Renten- und Krankenversicherung (ca. 1/3 aller Leistungen), und schon passen auch wieder die Beiträge. Aber das möchte Politik nicht, dann bliebe zur Weltenrettung weniger Geld über. Das geht gar nicht und der naive Deutsche versteht das schon! Außerdem: Was soll das Ausland von uns denken, wenn der Geldstrom ausbleibt. Man denke nur an die dutzende Milliarden jedes Jahr an Ukraine, damit der Krieg nicht beendet wird.

Fieselschweif
1 Tag her
Antworten an  jwe

Die beitragsfremden Leistungen werden zumindest offiziell über den Bundeszuschuss finanziert. Dabei streitet „man“ sich, ob der Zuschuss die versicherungsfremden Leistungen vollständig finanziert und darüber hinaus tatsächlich noch einen Zuschuss zur Stabilisierung der Rentenbeiträge leistet oder ob der Bundeszuschuss nur rund 80% der beitragsfremden Leistungen trägt, weshalb dann der Beitragszahler tatsächlich den Rest der Leistungen analog zur GKV zahlen muss. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Presse/nicht-beitragsgedeckte-leistungen.html Die Beiträge als solche finanzieren dann aber nur zu 80% die Altersrenten. Zu rund 14% werden die Beiträge für Witwenrenten und zu rund 6% Erwerbsminderungsrenten verwendet. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/statistikpublikationen/rv_in_zahlen.pdf?__blob=publicationFile&v=6 Es ist folglich nicht so, dass man etwas ändern würde, wenn man die… Mehr

Last edited 1 Tag her by Fieselschweif
humerd
1 Tag her
Antworten an  Fieselschweif

das bequeme für alle Regierungen ist, dass versicherungsfremde Leistungen bei der gRV gesetzlich nicht definiert sind. Der Bundesrechnungshof fordert dies regelmäßig und die Regierungen liefern immer nur ein bisschen
„Versicherungsfremde Leistungen sind grundsätzlich in Art und Höhe unbestimmt. Denn es ist nicht gesetzlich festgelegt, wie sie von den Versicherungsleistungen abzugrenzen sind. “ https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2023/hauptband-2023/09-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Aegnor
1 Tag her
Antworten an  humerd

Ist halt die Frage was diese Leistungen sind. Bspw ist die Mütterrente offiziell der größte Block – noch vor der „Grundrente“. Allerdings besteht die Mütterrente halt auch nur aus drei Rentenpunkten pro Kind. Da Kinder kriegen und großziehen eigentlich eine Grundvoraussetzung dafür ist, überhaupt gesetzliche Rente zu bekommen (und nein – das ist kein Kinderlosenbashing sondern einfache Mathematik), ist das eigentlich noch viel zu wenig und sollte überhaupt nicht als „versicherungsfremd“ diffamiert werden. Korrekt wäre die Kinderzahl als Faktor neben der Höhe der geleisteten Beitragszahlungen einzuführen – 0,5 aufsummiert pro Kind. Oder, wenn man es nicht ganz so direkt direkt… Mehr

Chrisamar
1 Tag her

Die „Experten“ und Fachkräfte in den Körperschaften des öffentlichen Rechts, welche von sich selbst glauben, nur ihre Pflicht zu tun und sich selbst zur Transfer – Elite gemacht haben. Vollgestopft mit Zwangsabgaben und Privilegien. Deutschland, besser die deutschen, welche sich nicht in Amt und Würden verbracht haben, bezahlen mit ihrer Lebenszeit und lebenslangem Verzicht diesen Leuten noch den verdienten „Vorruhestand“ und der Spitze der Transfer – Elite auch noch den Frisör. Und die Politik? Bleibt weiter auf Kurs. Dazu die Mutter aller Krisen: KI „Positives Fazit der Integration: Nach ihrer Überzeugung ist Deutschland bei der Integration der Geflüchteten deutlich vorangekommen.… Mehr

ceterum censeo
2 Tage her

„Wer heute jung ist, arbeitet nicht mehr für sich, sondern für die Rente der anderen.“ Ähem, das war bei dem umlagefinanzierten Rentensystem noch nie anders. Nur das früher mehr Arbeitnehmer einen Rentner finanzierten. DAS läuft jetzt sichtlich und spürbar aus dem Ruder. Gewusst hat man dieses Szenario allerdings schon vor 40 Jahren! Was man jedoch nicht wusste ist, daß Millionen von Kostgängern, die NIE etwas in die Sozialsysteme eingezahlt haben bzw. einzahlen werden, noch hinzu kommen. Dem wurde aber kein Riegel vorgeschoben. Die, die noch arbeiten, werden daher doppelt abkassiert!

Last edited 2 Tage her by ceterum censeo
Boris G
2 Tage her

Was von den Linken verleugnet wird: Die Finanzströme des Staates folgen dem Prinzip der kommunizierenden Röhren. Wenn die Rettung des Weltklimas, die Rettung der Ukraine (beides fast im Alleingang), die Stabilisierung der Südländer im Euro und die Aufnahme möglichst vieler armer Menschen aus der 2. und 3. Welt Unsummen verschlingen, Löcher reißen, die auch mit Mega-Schulden nicht mehr zu stopfen sind, dann kommt irgendwann der Tag des Kassensturzes. Dieser Tag rückt sehr rasch näher. Eigentlich kann man der einzigen Partei, die an diesem Wahnsinn etwas ändern will, keinen Wahlsieg wünschen, denn wer als Regierung diese Probleme lösen muss, wird zu… Mehr

OJ
2 Tage her

Steigende Kosten, Millionen Ausländer – die nie auf nur einen Cent eingezahlt haben.
Das gesamte Sozialversicherungssystem ist pleite, pleite und pleite ❗