Neues EU-Klimageschäft: CO₂-Einlagerung im Meeresboden

Wirtschaftlich wirkt die EU durch Überregulierung und katastrophale Energiepolitik schockgefroren. Allerdings floriert im Kontrast zur Realwirtschaft das politische Geschäft mit dem CO₂-Ablass. Dänemark eröffnet mit der CO₂-Einlagerung im Meeresboden nun den nächsten Zweig dieses fiskalischen Raubzugs.

picture alliance / Ritzau Scanpix | Bo Amstrup

In der Samstagsausgabe des Handelsblatt Morning Briefings forderten die Autoren eine positive Wachstumserzählung für Deutschland. Vieles werde schlechtgeredet. Die offenkundige Erklärung der Autoren für das Desaster lautet: Miesmacherei. Und der deutsche Hang zur schlechten Laune ist wohl schuld – und nicht eine völlig entglittene ideologische Degrowth-Politik.

Möglicherweise schreiben ja die Dänen den frustrierten deutschen Etatisten und Jüngern der Staatswirtschaft in diesen Tagen eine brandneue Aufbruchserzählung in ihre Bibel der Planwirtschaft: Bei unserem nördlichen Nachbarn beginnt nämlich mit einem Pilotprojekt die Einlagerung des vermaledeiten CO₂ – jenes Gases, das zwar als Pflanzennahrung unabkömmlicher Bestandteil natürlicher Prozesse ist, den Apologeten des Green Deal aber als herrschaftliche und moralisch aufgeladene Determinante für das Klima gilt.

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CO₂ – an diesem Gas scheiden sich die Geister. Seit dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen und dem Ende der nationalen CO₂-Politik gewinnen gerade in der Klimapolitik geopolitische Konfliktlinien an Kontur – Deutschland steht allein und treibt mit seiner CO₂- und Regulierungspolitik die eigene Ökonomie durch Sonderkosten auf dem internationalen Parkett ins Abseits. Während es also in der realen Wirtschaft immer schlechter aussieht, floriert das CO₂-Geschäft. Eine Günstlingswirtschaft ist entstanden, die aus einem stetig wachsenden Subventionsstrom schöpft.

Im vergangenen Jahr zahlte die deutsche Industrie über 21 Milliarden Euro an CO₂-Abgaben an die unterschiedlichen Staatsebenen. Von Brüssel über Berlin bis hinunter in die Kommunen ergießt sich diese Zusatzsteuer, die nun als Basis einer neuen Idee der CO₂-Kämpfer dient: der Einlagerung von abgeschiedenem CO₂ im Meeresboden der Nord- und Ostsee.

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Und hier kommen die Dänen ins Spiel. Mit dem Projekt Greensand hat Dänemark am 18. September 2026 die erste kommerzielle CO₂-Speicheranlage der EU eröffnet. Das Projekt wird von INEOS Energy gemeinsam mit Harbour Energy und dem dänischen Staatsfonds Nordsøfonden betrieben – ohne Staatsknete läuft selbstverständlich auch hier wieder nichts. Ein ehrgeiziges Ziel haben sie sich gesetzt: In der ersten kommerziellen Phase sollen bis zu 400.000 Tonnen CO₂ pro Jahr eingelagert werden; auf lange Sicht plant man eine Ausweitung dieses Subventionsgeschäfts auf vier, wenn nicht gar acht Millionen Tonnen jährlicher Einspeicherung.

Deutschland spielt in diesem neuen Extraktionsgeschäft bislang nur eine Nebenrolle. Eigene Speicherprojekte existieren noch nicht, auch ein Abkommen mit Dänemark, das den Export deutscher CO₂-Emissionen erlauben würde, fehlt. Allerdings rüstet sich die Industrie für die kommende CO₂-Infrastruktur: Heidelberg Materials will im Zementwerk Geseke ab 2029 jährlich 700.000 Tonnen CO₂ abscheiden – mehr, als Greensands gesamte Startkapazität fasst. Geht es um Fördermittel und Extraktion, sind deutsche Unternehmen letztlich doch mittendrin statt nur dabei.

Erste Lieferanten des CO₂ sollen wohl dänische Biomethananlagen sein. Nach der Abscheidung wird das CO₂ verflüssigt, per Lkw zum CO₂-Terminal im Hafen von Esbjerg transportiert und dort mit dem Schiff „Carbon Destroyer One“ (der Wahnsinn kennt keine Grenzen) zu dem rund 250 Kilometer vor der Küste gelegenen Nini West Reservoir verfrachtet. Die Einlagerung des CO₂ erfolgt dann in einer Meerestiefe von 1.800 Metern – ein Irrsinnsprojekt, das nur durch massive Staatshilfen, also die Extraktion von Steuermitteln aus dem privaten Sektor, überhaupt denkbar ist.

Wie soll dieses unprofitable Business mit der politischen Ware CO₂ künftig funktionieren? CO₂ wird im Kern von einer Belastung der Betriebe zu einer handelbaren Dienstleistung umfunktioniert. Unternehmen, bei denen CO₂-Emissionen anfallen, können in Anlagen zur Abtrennung und Verflüssigung des CO₂ investieren und dieses Endprodukt einem Speicherbetreiber liefern. Der Betreiber übernimmt den Transport und die dauerhafte Speicherung, für die er einen Preis je Tonne CO₂ verlangt.

Entscheidend ist: Die technische Speicherung allein eröffnet selbstverständlich kein profitables Geschäftsmodell. Profitabel wird dieser Spagat zwischen ideologischer Verrücktheit und Günstlingswirtschaft durch die politische Konstruktion, die sie stützt. Der zugrunde liegende Geldstrom beginnt bei den Unternehmen, die CO₂ aus ihren Produktionsprozessen abscheiden müssen oder dies als neuen Geschäftszweig betreiben werden. Sie zahlen für die Abscheidung, die Verflüssigung, den Transport und schließlich für die Einlagerung.

Aber weshalb sollte ein Unternehmen dafür überhaupt Geld in die Hand nehmen? CO₂ hat im Rahmen der europäischen Klimapolitik längst einen Preis erhalten. Über das Emissionshandelssystem sind Unternehmen dazu verpflichtet, für ihre Emissionen Zertifikate zu erwerben. Wird CO₂ dagegen abgeschieden und dauerhaft gespeichert, kann es unter den entsprechenden regulatorischen Voraussetzungen aus der Emissionsbilanz des Unternehmens herausfallen – aus einer ursprünglich kostenpflichtigen Emission wird damit ein Produkt, für dessen Entsorgung ein künstlicher Markt geschaffen wird.

Hier schließt sich der Kreis: Der Staat verteuert zunächst die Emissionen von CO₂ und schafft damit einen künstlichen wirtschaftlichen Druck. Anschließend entstehen neue Geschäftsfelder wie die Einlagerung des CO₂ im Meeresboden, deren Kosten letztendlich die Endverbraucher und Steuerzahler bezahlen. Die öffentliche Hand sorgt derweil mit Förderprogrammen, Zuschüssen und regulatorischen Vorgaben dafür, dass sich die gesamte Konstruktion tatsächlich rechnet.

Im Falle des dänischen Greensand-Projekts kommt noch eine entscheidende Ebene hinzu: Die EU finanzierte das Vorhaben über den Innovation Fund – die Betreiber erhalten also Zuschüsse aus allen möglichen Förderquellen.

Mit echtem Unternehmertum hat das alles freilich nichts mehr zu tun – doch darum geht es hier auch gar nicht. Dänemark steht in der vordersten Frontlinie zur Eröffnung eines neuen Extraktionszweigs der gigantischen CO₂-Maschine – dem Herzstück der EU-Machtpolitik, die energieintensive Betriebe in ihren Schraubstock gespannt hat und sie nun auf der nächsten Ebene auspressen wird.

Brüssels fester Wille, sich über die Klimaregulierung fiskalische Souveränität und rechtsetzende Macht über die Mitgliedstaaten zu sichern, hat bislang den Sieg davongetragen. Doch auf nationalstaatlicher Ebene wächst der Widerstand gegen den Extraktionsmechanismus des Green Deal, der für jedermann sichtbar eine Schneise ökonomischer Verwüstung durch den Kontinent gezogen hat.

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Kommentare ( 54 )

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doktorcharlyspechtgesicht
13 Tage her

Was für Unsinn! Der im CO2 gebundene Sauerstoff wird doch so dem Kreislauf entzogen – CO2 setzt sich im Verhältnis 1 : 2,67 aus Kohlenstoff und Sauerstoff zusammen. Wenn die 400.000 t CO2 / Jahr verbuddeln, verschwinden 109.000 t Kohlenstoff und 291.000 t Sauerstoff im Meeresgrund, die nie wieder durch der Photosynthese, dem grundlegenden lebensermöglichenden Prozess auf dieser Erde, zur Verfügung stehen. Wer denkt sich derart lebensfeindlichen Unsinn aus?

HPs
12 Tage her

So ein Schwachsinn.

Die Biosphäre entzieht der Atmosphäre
200 x 10⁹ Tonnen pro Jahr (200Gt/a).

Durch ihren eigenen Stoffwechsel gibt sie wieder 100Gt/a ab,

und bei der Oxidation von totem Pflanzenmaterial werden nochmal 100Gt/a CO2 abgegeben.

Sowohl bzgl. CO2 als auch bzgl. O2 ist das ein Nullsummenspiel.

Ihre 400.000 Tonnen – sind gerade mal
0,0004 Gt/a
Das ist NICHTS.

Bzgl. Erdtemperatur/Klima
Sind die anthropogenen Emissionen von Bedeutung.

Jedes Jahr +40Gt mehr in die Atmosphäre.
Aber auch hier sind die 400.000 Tonnen weniger, nichts.

Last edited 12 Tage her by HPs
doktorcharlyspechtgesicht
12 Tage her
Antworten an  HPs

Danke. Sie bestätigen mir, dass dieser eingelagerte Kohlen- und Sauerstoff dem Kreislauf entzogen wird, auch wenn es nur ein paar 100.000 Tonnen sind. Was soll dann die Einlagerung überhaupt bringen? Wie man es dreht, hundsteurer Schwachsinn, der – oh Wunder – wieder sehr viel Energie verschlingt, die wir nicht haben.

HPs
12 Tage her

Deswegen ist ja auch weniger Verbrennung von Kohle, Öl, Gas (C + O2 -> CO2) das erste Mittel der Wahl.
Nicht,
die Abtrennung und Verklappung von CO2 nachdem…

Es spricht aber nichts dagegen Langzeitests mit Abtrennung und Verklappung durchzuführen.

Vahrenholt spricht sich FÜR Kohlekraftwerke mit CCS aus.
Wirkungsgradverlust – 10% ?

Kompletter Schwachsinn aber ist zu glauben die Biosphäre „geht ein“ weil die Emissionen verringert werden

Wären die Emissionen morgen, theoretisch Null,
bliebe die Konzentration einfach stehen wo sie ist und würde nicht mehr weiter anwachsen.

Last edited 12 Tage her by HPs
Nibelung
13 Tage her

CO² ist ein Edelgas und lebensnotwendig für alles was kreucht und fleucht und seinen Höhepunkt hat es erreicht, als der CO²-Gehalt über 5% auf Erden lag, wo die Natur Kapriolen schlug und die gewaltigste Fauna und Tierwelt geschaffen hat, was wir bis heute nicht mehr erreicht haben. So hat sich nun mit dieser Vorstellung Schilda nach Kopenhagen verlagert, denn dort wollte man als neueste Idee auch den Mond mit der Stange verschieben, damit er die Stadt erleuchte und die Dänen wollen CO² im Untergrund verstecken und sitzen womöglich dann auf einer Zeitbombe, wenn man garnicht weiß, wie sich dieses Gas… Mehr

luc
13 Tage her

Vielleicht kann hier jemand mal erklären, wie das unselige CO₂ unter den Meeresboden kommen soll? Mittels riesiger Dieselaggregate, die den Stoff in den Untergrund pressen, kann’s ja wohl nicht sein. Also wie?

Phil
13 Tage her

Ist echt der Brüller, dass die Politiker jene Länder, welche für lachhafte 6.4% des anthropogenen CO2 verantwortlich sind (96% des CO2-Ausstosses sind natürlichen Ursprungs, faktisch sind die EU27 somit für genau 0.256% des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich), die Industrie und den Wohlstand ihrer eigenen Nationen zerstören, nur um diese Umverteilung, deren einziger Zweck es ist, den Kapitalismus durch Planwirtschaft zu ersetzen, aufrecht zu erhalten. Es geht um nichts anderes als um die Einführung des Kommunismus über die Hintertüre. Jeder Politiker der für Klimapolitik ist, ist eine verlogene Sackratte und handelt entweder im Interesse von China, ist ein beschissener Opportunist, oder einer… Mehr

HPs
13 Tage her
Antworten an  Phil

Diesen Blödsinn,

96% des „CO2-Ausstosses“ sind natürlichen Ursprungs,

liest man hier immer wieder.

Das ist kein Ausstoss, das ist Teil des natürlichen KohlenstoffKREISLAUFS.

Der lässt die Konzentration nicht ansteigen.
Das machen ausschließlich die 4% der anthropogenenen Emissionen.

Relevant sind die 4% ,
diese entsprechen aktuell 40Gt/a

Wolfgang Richter
13 Tage her
Antworten an  HPs

Und diese max 4 % verändern das Weltklima. Wenn der Eimer überläuft, sind nicht die zB 10 l Inhalt schuld, sondern der 1 „Dröppel“, der über den Rand läuft u. ggf den Teppich versaut.

OJ
13 Tage her

Man muss vor dieser kriminellen Dreistigkeit in den Ministerien den Hut ziehen.
Diese politischen Totalversager haben die sterbende Atmosphäre in ihre private Goldmine verwandelt und verticken die Apokalypse als lupenreine Blutdiamanten.
Die Botschaft an den Pöbel ist glasklar: Produziert mehr Dreck, damit sich die Abgeordneten die Taschen vollstopfen können! Das ist kein Versagen mehr, das ist organisierte Kriminalität im Staatsgewand.
Sie vernichten unsere Zukunft und scheißen Diamanten.
Die Mehrheit der Rentner wählen sie auch noch dafür❗

Beulenkopfmaulbrueter
13 Tage her

Nächste denkbare Eskalationsstufe: Auflage eines Raumfahrtprogramms mit Lastraketen die das CO2 ins All schießen und dabei ein vielfaches der Nutzlast in die Atmosphäre emittieren.

Ohanse
13 Tage her

Wenn sich da mal ne Blase löst, möchte ich nicht in der Nähe sein. CO2 ist schwerer als Luft, liegt also erst einmal als Schicht über der Oberfläche. Für Sauerstoffatmer ist das nicht so gut.

Teiresias
13 Tage her
Antworten an  Ohanse

Im Gegenteil.
Mit dem CO2-Anteil steigt das Pflanzenwachstum, mit dem Pflanzenwachstum steigt auch der Sauerstoffanteil in der Luft.
In der Kreidezeit stieg der Sauerstoffanteil der Atmosphäre auf über 30% als Folge des warmzeitlich hohen CO2-Anteils und des daraus resultierenden Pflanzenwachstums.
Das ist einer der Gründe, warum die Dinosaurier mit ihrem Turbostoffwechsel so gross werden konnten.

Last edited 13 Tage her by Teiresias
HPs
12 Tage her
Antworten an  Teiresias

Stimmt nicht so wirklich.

Pflanzen entziehen der Atmosphäre CO2 und geben O2 ab.
Sie verbrauchen aber wieder O2 bei ihrem Stoffwechsel, und geben wieder CO2 ab.
Bei der Verrottung von toter Pflanzenmasse verbrauchen sie nochmal O2 und geben CO2 ab.
Der Vorgang ist sowohl bzgl CO2 als auch bzgl O2 ein Nullsummenspiel.

Ausgenommen,
die tote Pflanzenmasse (heute Öl, Kohle…) verrottet nicht,
sondern wird unter Luftabschluss begraben (Sümpfe etc.)

Last edited 12 Tage her by HPs
Soder
13 Tage her

Erneuerung des mittelalterlicher Ablaßhandel. WER macht den Luther?

Wolfgang Richter
13 Tage her
Antworten an  Soder

Es gibt genug „Luthers“, die aber vom polit-medialen Komplex ruhiggestellt werden, um das Co2-Geschäftsmodell der „Rockefellers and Friends“ am Laufen zu halten, die mit Öl- und Gasförderung weltweit die Basis für ihre Vermögen gelegt haben, um nunmehr mit der Verteufelung dieser „Stoffe“ im Hinblick auf die behauptete fossile Endzeit der Vorkommen noch mal richtig monetär abzusahnen.

Soder
13 Tage her
Antworten an  Wolfgang Richter

Vielen Dank, Herr Richter. Sie formulieren die Sachlage treffend.Ein lukratives Geschäftsmodell, mit knallharten Akteuren. Ideologen, Verblendete sind das Fußvolk/Wähler.

Jatoh
13 Tage her

Was „vorne“ in den Speicher reingeht, kommt „hinten“ wieder ‚raus.
Und keiner merkt’s.

johnsmith
13 Tage her

CCS ist nicht per se schlecht – wenn man bei dem Klimaschwindel mitmachen muss weil CO2-Neutralität ins Grundgesetz geschrieben wurde kann das noch der günstigere Weg sein, da es billiger pro Tonne CO2 ist als der Kauf von CO2-Zertifikaten oder die CO2-Steuer. Allerdings haben die Grünen in Deutschland dafür gesorgt, dass CCS verboten ist. Nur Solar, Wind und grüner Wasserstoff gelten den Grünen als reine Glaubenslehre. Es gab dann zwar Bestrebungen, im kleinen Rahmen doch CCS wieder zuzulassen von SPD und CDU. Mit Rücksicht auf die Grünen aber nur sehr begrenzt: Es soll weiterhin in Deutschland verboten sein für Kohle-… Mehr