Deindustrialisierung findet statt: Kristina Schröder über die CDU, Energiewende & Reformstau

Ein CDU-Parteitag ohne Kurskorrektur: Ex-Ministerin Kristina Schröder diagnostiziert eine „politische Gefangenschaft“ mit der SPD, Reformstau bei Energie und Wirtschaft – und eine Union, die Debatten meidet, statt Brandmauer, Meinungsfreiheit und Deindustrialisierung ehrlich zu klären.

 

Warum gibt die CDU auf ihrem Parteitag keine Antworten auf die drängenden Fragen? „Die CDU führt auf Parteitagen keine großen Debatten“, sagt Ex-Familienministerin Kristina Schröder. Sie spricht über fehlende Weichenstellungen, den Reformstau in der Energiepolitik, das Spannungsverhältnis zwischen Sozialstaat und Wirtschaft und über eine schwierige Koalition mit einer schwierigen SPD: „Die CDU ist in einer politischen Gefangenschaft mit der SPD.“

Wird die Brandmauer fallen? Kann sich die Union eine Minderheitsregierung vorstellen? Wie will Friedrich Merz AfD-Wähler zurückgewinnen – und will er sie überhaupt zurückgewinnen?

Kristina Schröder geht auch mit ihrer eigenen Partei kritisch um – zum Beispiel beim Thema Deindustrialisierung („gibt Anzeichen dafür“), Meinungsfreiheit („eminent für die Demokratie“), bei Begriffen wie „Hass und Hetze“, bei staatlich geförderten Meldestellen und bei Altersgrenzen für Soziale Medien („problematisch“).

Ein spannendes und erhellendes Gespräch mit einer mutigen Frau, die über die vorgegebene Parteilinie hinausdenkt.

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Kommentare ( 21 )

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21 Comments
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Biskaborn
9 Stunden her

Ein durchaus hochinteressantes Interview! Frau Schröder hat viele interessante Ansichten geäußert, die es in der offiziellen CDU nicht mehr gibt. Sie glaubt ernsthaft ihre CDU wird irgend etwas in die richtige, dem Land dienende Richtung, lenken. Wird sie nicht. Komplett irrlichtert sie bei zwei Themen. Dem Klima, Wirkung CO2 aufs Klima, und was Herrn Finanzminister Klingbeil anbelangt , dem sie ernsthaft einen realistischen Blick auf die Wirtschaft zutraut. Klingbeil ist ein Tieflinker, von Wirtschaft und Finanzen hat der nun wirklich keine Ahnung. Auch den Tiefgrünen Özdemir schätzt sie leider völlig falsch ein. Letztendlich ist sie trotz vieler realistischer Ansichten tief… Mehr

Klaus Uhltzscht
10 Stunden her

Schade, daß der Frau Schröder nichts weiter einfällt, als die AfD und ihre Wähler zu verteufeln.
Nun, wenigstens wird Frau Schröder damit von ZDF, Herbert Grönemeyer und Antifa toleriert.

Holger Tuerm
10 Stunden her

Ach Gottchen. Kristina Schröder. Ist in die Politik gegangen, weil sie programmatische Auseinandersetzungen interessant findet. Dann hat sie schnell herausgefunden, dass das in der CDU nicht geht und ist schon 25 Jahre dabeigeblieben.Was hat sie politisch erreicht? ChatGPT: Sie war lange im Bundestag, war präsent in gesellschaftlichen Debatten, hat eine symbolische Bedeutung als Mutter im Ministeramt und war Bundesministerin. Und jetzt hockt sie in einem „Thinktank“. Sie weiß, dass die Grünen und die Linken auch gegen das eigene Wahlprogramm stimmen, wenn die AfD es vorschlägt. Ist aber ok. Die CDU darf nie mit der AfD stimmen. Die Frau hat über… Mehr

thinkSelf
11 Stunden her

Ein „Reformstau“ kann nur dann existieren, wenn sich die Dinge nicht in die geplante Richtung entwickeln. Davon kann aber keineswegs die Rede sein. Denn das Land entwickelt sich weiterhin genau in die Richtung, die 80% weiterhin begeistert begrüßen.

Lucius de Geer
11 Stunden her

Wer jetzt immer noch dieser CDU angehört, hat keinen politischen Verstand, meine ich.

Judith Panther
12 Stunden her

So lange Frau Schröder noch gemeinsam mit der CDU unter einem Stein schläft muß man nichts von dem hören, was sie meint, meinen zu müssen.

Last edited 12 Stunden her by Judith Panther
Traum-Yogi
12 Stunden her

Kristina Schröder war die bisher beste Familienministerin. Noch besser (als eine liberal-konservative Politik) ist eine öko-konservative Familien- und Wirtschaftspolitik. Wir brauchen keine grüne Planwirtschaft, sondern eine öko-konservative Wirtschaft im Sinne Herbert Gruhls.
https://jlt343.wordpress.com

roffmann
12 Stunden her

Eine der wenigen CDU-ler die sich trauen mit Herrn Tichy zu reden. Bin gespannt , wie sich das für Frau Schöder auswirken wird ? Zu viele haben den Dolch im Gewande und reden jedem nach dem Munde, so lange sie vor dir stehen. Aber , wehe du drehst dich um ….

Poetenfan
12 Stunden her

Christina Schröder vermisst eine Partei, die es so nicht mehr gibt.
Ursache: Merkel.
Sie und Katharina Reiche wären z.B.zwei Frauen, denen ich zutrauen würde, richtige Maßnahmen zu ergreifen, um die Probleme zu lösen.
Bloß: Alle sitzen sie im Brandmauergefängnis und die SPD drückt Ihnen die Gurgel zu. Schade.
Es müsste in der CDU von einigen wenigen eine Revolution ausgehen. Prof.. Rödder ist auch so ein Kandidat.
Ohne die Beseitigung der Brandmauer wird es keine Lösungen geben.
Die gesamte vermerkelte Opportunisten-Riege müsste abtreten.
Wenn das noch bis 2029 so weitergeht, ist das Land wirklich am Ende.

hansgunther
12 Stunden her

Wer diesem Taubstummen- und Blindenverein genannt CDU noch angehört, der sollte keine „klugen“ Worthülsen drechseln, sondern flugs den Parteiaustritt schriftlich niederlegen und zur Post bringen!

(Taubstumme und Blinde haben ansonsten meine größte Achtung!)

Last edited 12 Stunden her by hansgunther
Der alte Fritz
10 Stunden her
Antworten an  hansgunther

Ich habe das nach etwa 30 Jahren Zugehörigkeit 2024 gemacht. Innerlich gekündigt etwa 2011. Gehofft, gehofft, dass irgendwann die Vernunft siegt. Sinnlos. In allen Bereichen katastrophale Entscheidungen und ein Kanzler ohne Grundsätze. Nur Austritt hilft. Bei Besserung kann man wieder eintreten (aber mit Merz, Günther, Prien, Wüst …?). Die umgreifende Demokratiefeindlichkeit ist erschütternd. Als ob Hannah Arendt nie vor der Banalität des Bösen gewarnt hätte. Narrenschiff Utopia; Strauß hatte recht; wer da noch Mitglied ist, macht sich mitschuldig.