Deindustrialisierung findet statt: Kristina Schröder über die CDU, Energiewende & Reformstau

Ein CDU-Parteitag ohne Kurskorrektur: Ex-Ministerin Kristina Schröder diagnostiziert eine „politische Gefangenschaft“ mit der SPD, Reformstau bei Energie und Wirtschaft – und eine Union, die Debatten meidet, statt Brandmauer, Meinungsfreiheit und Deindustrialisierung ehrlich zu klären.

 

Warum gibt die CDU auf ihrem Parteitag keine Antworten auf die drängenden Fragen? „Die CDU führt auf Parteitagen keine großen Debatten“, sagt Ex-Familienministerin Kristina Schröder. Sie spricht über fehlende Weichenstellungen, den Reformstau in der Energiepolitik, das Spannungsverhältnis zwischen Sozialstaat und Wirtschaft und über eine schwierige Koalition mit einer schwierigen SPD: „Die CDU ist in einer politischen Gefangenschaft mit der SPD.“

Wird die Brandmauer fallen? Kann sich die Union eine Minderheitsregierung vorstellen? Wie will Friedrich Merz AfD-Wähler zurückgewinnen – und will er sie überhaupt zurückgewinnen?

Kristina Schröder geht auch mit ihrer eigenen Partei kritisch um – zum Beispiel beim Thema Deindustrialisierung („gibt Anzeichen dafür“), Meinungsfreiheit („eminent für die Demokratie“), bei Begriffen wie „Hass und Hetze“, bei staatlich geförderten Meldestellen und bei Altersgrenzen für Soziale Medien („problematisch“).

Ein spannendes und erhellendes Gespräch mit einer mutigen Frau, die über die vorgegebene Parteilinie hinausdenkt.

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Kommentare ( 44 )

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44 Comments
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Joe
1 Monat her

Frau Schröder stellt ihr Mäntelchen zur Verfügung, damit die CDU ihre grünsozialistische Agenda verschleiern kann. Bei dieser Täuschung der Wähler hilft Tichy leider zu oft mit, indem diese Feigenblätter präsentiert werden, statt die echte Opposition zu Wort kommen zu lassen.

Thomas Mairowski
1 Monat her

Tut mir leid, dieses Herumgedruckse konnte ich mir nicht lange anhören. Ich frage mich auch, welche Relevanz Fraum Schröder noch hat. Nachdem sie gesagt hat, man müsse die Unterschiede zur AFD genau herausarbeiten oder identifizieren, egal, was auch immer… da hätte ich sofort gefragt, wo denn die Unterschiede wären. Und dann hätte ich bei jedem Punkt kritisch nachgefragt. Sie hätte wahrscheinlich gesagt, dass die AFD in Erwägung gezogen hat, aus der EU auszutreten. Gut, dann hätte ich gefragt, ob denn die Fehlentwicklungen der EU im Sinne der CDU seien (natürlich nicht) und dann hätte ich gefragt, warum es von CDU… Mehr

Thomas Mairowski
1 Monat her

Die AFD ist die radikalste Partei, nicht, weil sie nicht an der Regierung ist, sondern weil gerade in Deutschland aktuell eine radikal linke Einwanderungspolitik, Umweltpolitik und Sozialpolitik betrieben wird.
In den Ländern, die ähnlich sind wie Deutschland z.B. Niederlande, Dänemark und Schweden, die also schon viel verloren haben und trotzdem noch etwas zu verlieren haben, wird längst eine andere Asylpolitik gefahren.
In Frankreich ist aufgrund der Atomkraftwerke der Strom und damit auch das Heizen viel billiger als hier. Wenn man dort die Atomkraftwerke wegsprengen würde, hätte die dortige Rechte die absolute Mehrheit.

jansobieski
1 Monat her

Schön, dass sie sich so erfrischend äußert. Allerdings sollte sie vor allem auf ihre Parteiführung und diejenigen, die öffentlich die Trends setzen einwirken, denn da steht sie diametral entgegen und ist für sie wohl ein unschöner Schandfleck aus Vormerkelzeiten.

askja
1 Monat her

Welch ein Schwachsinn, die AFD sei von den rechtspopulistischen Parteien in Europa die radikalste. Im europäischen Kontext ist sie eine der ausgewogensten Rechtsparteien und dies in einem Klima der Dauerdiskriminierung vonseiten der Altparteien.

Edward S.
1 Monat her
Antworten an  askja

Schon allein ein Name wie „Nationale Front“ (Frankreich) wäre in Deutschland undenkbar.

ebor
1 Monat her

Schon erschreckend, wie Frau Schröder zwar manche Probleme erkennt, aber vollkommen unfähig zu sein scheint, daraus die auf der Hand liegenden Schlußfolgerungen zu ziehen. Herr Tichy hat ihr ja nun schon quasi eine Steilvorlage gegeben, wie eine Minderheitsregierung der CDU wenigstens die großen Probleme dieses Landes angehen könnte, aber sie möchte lieber weiter den kleinsten gemeinsamen Nenner mit den Ökosozialisten suchen. Weil das bisher so super funktioniert hat? Ihr Wissensstand zum Klimawandel ist bedrückend veraltet bzw. ist sie hinreichend indoktriniert, die offen zu Tage liegenden Fakten zu ignorieren. Ihr Glaube an die Vernunft deutscher Gerichte ist unerschütterlich, wobei sie ganz… Mehr

pcn
1 Monat her
Antworten an  ebor

Sehe ich genauso. Frau Schröder sucht als Parteimitglied die Quadratur des Kreises zu lösen, oder anders formuliert, den Gordischen Knoten zu lösen, die beides sich die CDU mit der Brandmauer gebaut, und damit sich in Gefangenschaft der SPD begeben hat. Und genau darin liegt das Problem der sich auf einen schmalen Territorium sich bewegenden CDU, die nunmehr unaufhörlich in ihrem Gefängnis hin und her läuft und unangenehme Kompromisslösungen eingehen muss. Das musste der Partei aber schon von vornherein klar gewesen sein zu dem Zeitpunkt, als Merz seine durchaus richtigen Lösungsansätze im Wahlkampf im Nachhinein in die Tonne getreten hat. Erschreckend… Mehr

Joe
1 Monat her
Antworten an  ebor

Danke, es ist erschreckend wie selbst Frau Schröder denkt. Es besteht keine Hoffnung, dass mit der CDU eine Wende zum besseren gelingt, wenn selbst die innerparteiliche Opposition so schräg unterwegs ist. Wenn dieses Interview einen Sinn hatte, dann ist es diese Erkenntnis. Damit sollte es aber auch sein Bewenden haben, hier ständig scheinbar „vernünftige“ CDU-Politiker zu präsentieren.

luxlimbus
1 Monat her

Es wäre ja schön, wenn Herr Tichy Frau Schröder in sein Boot holen könnte. Unionspolitiker blinken in Wahlzeiten jedoch nur allzu gern in alle möglichen Richtungen. Einen Versuch war es, zugegeben, wert gewesen.

Talleyrand
1 Monat her

Nur dass die Frau Schröder am längst überholten Ammenmärchen vom menschengemachten, CO2 induzierten Klimawandel festklebt, ist geradezu unverzeihlich bei jemandem, der ansonsten einen intelligenten Eindruck macht. Weit intelligenter als der Kollege Pinocchio.

Sonny
1 Monat her

Christina Schröder ist mit Sicherheit eine kritische Stimme in der cdu, sie ist aber offensichtlich zu weit weg und lebt zu sehr im vom Steuerzahler finanzierten Himmelreich, um die wahren Gefahren und Fallstricke und den Ernst des erreichten Zustandes wahrzunehmen. Dieses Drumherumgerede bringt keine Verbesserungen. Die cdu ist handlungsunfähig und unterwirft sich. Und aus genau solchen Menschen bestehen Deutschlands Altparteien. Sie registrieren die Probleme, sie machen sich darüber Gedanken und dann: Machen sie nix und hoffen. Und verlieren sich im Anschluss im Mini-Konsens mit der radikalen Linken und werden damit selbst dazu. Die cdu ist zu satt. Genau daran zerbricht… Mehr

Last edited 1 Monat her by Sonny
Nibelung
1 Monat her

Sie hat recht mit ihren Feststellungen, die aber leider nichts bewegen, denn der politische Karren ist bereits so festgefahren, daß er im Morast versinkt und ein Neuanfang ist mit dieser Gurkentruppe nicht zu erwarten, denn alles spricht dagegen und es reicht auch nicht aus nur die Pferde zu wechseln, wenn es beim gleichen Kutscher bleibt, denn gelenkt wird das Gespann von ihm und darüber kann die Fuhre nicht mehr gerettet werden und so bleibt es beim alten und blamiert die ganze Innung und der Pinscher auf dem Bock kann auch nichts mehr retten und muß das weite suchen, weil er… Mehr