Putins nukleare Vorsicht

Mit der Nato trifft Putin auf ein ganz anderes, ja einzigartiges Kaliber. Das liegt nicht daran, dass sie drei Atommächte umfasst, sondern daran, dass sie nicht-nuklear und dennoch massiv zurückschlagen kann.

IMAGO / ZUMA Wire
Russlands Machthaber Wladimir Putin bei seiner Fernsehansprache zur Teilmobilmachung, 21.09.2022

Grausam bin ich und gefährlich, will Putin der Welt beweisen. Wie aber soll das gehen? Was seine Einsatzgruppen mit Folter, Verstümmelung und dann erst Ermordung in der Ukraine praktizieren, geht ohnehin als Putin-Methode in die Genozid-Annalen ein. Doch womit will er militärisch Eindruck machen? Mit iranischen Dohnen oder nordkoreanischen Patronen? Mit den fahrbaren Särgen seiner Panzerdivisionen? Mit 300.000 Zwangsrekrutrierten, von denen sicher nur ist, dass sie die – nun zum Großgefängnis werdende – Heimat gegen ihn aufbringen?

Man stelle sich das Beben der Bundesrepublik vor, wenn sie – auf ihre Bevölkerung umgerechnet – plötzlich 170.000 Jünglinge in Todesgefahr schicken würde. Schon ein kleines Kontingent von 1.400 Bundeswehrsoldaten in Mali macht Berlin nervös. Oder man denke an die Proteste in den USA, wenn auf einen Schlag 730.000 Mann an die Front müssten. Solche Dimensionen kennen seit 1945 weder der Westen noch Russland. Im Zweiten Weltkrieg aber gibt es auf 1.000 Alte noch 2.000 bis 3.000 Jünglinge und entsprechend viele Freiwillige. Heute sind es 600 bis 1.000, denen es an lebenswerten Alternativen zu Sieg oder Heldentod nicht mangelt.

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Mithin kann Putins Drohen mit Atomwaffen nicht überraschen. Allein sie verschaffen ihm wirklich Gehör. Und in der Tat lassen sich Gegner ohne eigene Massenvernichtungsmittel damit sehr wohl in Schach halten. Auch der Widerstand einer Macht mit nur wenigen Atomwaffen kann mit einem taktischen Nuklearschlag gebrochen werden. Sie könnte zwar nuklear zurückschlagen, würde aber in der nächsten Runde durch strategische Waffen vernichtet und dann doch lieber aufgeben.

Doch mit der Nato trifft Putin auf ein ganz anderes, ja einzigartiges Kaliber. Das liegt nicht daran, dass sie drei Atommächte umfasst, sondern daran, dass sie nicht-nuklear und dennoch massiv zurückschlagen kann. Sie würde gegen einen taktischen Nuklearangriff also bewusst ins Konventionelle deeskalieren und dennoch in wenigen Stunden Flotten, Flugplätze und Kommandozentralen mit chirurgischen Hightechwaffen ausschalten können. Russland behielte das Stigma des nuklearen Erstschlägers und verlöre zusätzlich seine konventionelle Kriegsfähigkeit. Eine relativ kleine und doch ungeheuerliche Aktion, die auf dem Gefechtsfeld Vorteile bringt, aber einen Krieg kaum entscheidet, hätte sich als Bumerang erwiesen.

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Putin – falls von den eigenen Leute dann nicht längst beseitigt – könnte anschließend zwar mit gegenseitiger Auslöschung durch interkontinentale Nuklearraketen drohen. Er bekäme es aber mit nicht-suizidalen Kommandeuren sowie ihren Geliebten und Familien daheim zu tun. Die würden nach dem Verlust der konventionellen Macht Ruhe für einen Neubeginn vorziehen. Ohne sie aber kann die aufwendige Aktivierung der apokalyptischen Waffen nicht in Gang gesetzt werden. Entsprechende Bewegungen würden sofort bemerkt und nicht nur die Nato, sondern sämtliche Atommächte gegen Russland positionieren. Schließlich kann niemand aus einer teilweise unbewohnbaren Erde Vorteile ziehen. Bereits die Vorbereitung auch eines nur taktischen Atomschlags würde deshalb alle Atommächte gegen Putin einigen.

Der Kreml-Chef dürfte das ahnen, falls es ihm China und Indien als mitbetroffene Nuklearmächte am 16. September im usbekischen Samarkand nicht ausdrücklich klar gemacht haben. Deshalb übergeht er in der Mobilisierungsrede wohlweislich seine Vernichtungsdrohungen aus dem Februar 2022 und inszeniert stattdessen eine Reaktion auf westliche Warnungen danach. Gegen die habe er eigene „Zerstörungsmittel mit überlegenen Komponenten“, mit denen er nicht bluffe. Sein Bluff besteht jedoch im Schweigen darüber, dass die Nato ihm ausdrücklich eine rote Linie gegen Atomwaffeneinsatz gezogen hat, auf deren Überschreitung sie reagieren wird. Und eben dafür reicht ihre vielfache konventionelle Überlegenheit. Putin und sein Militär sind extrem vorsichtig, weil sie der weltweit einzigen Macht gegenüberstehen, die beim – zu Recht gefürchteten – nuklearen Hochschaukeln nicht mitmachen muss und trotzdem siegen kann.

Gunnar Heinsohn (*1943) hat von 1993 bis 2009 an der Universität Bremen Europas erstes Institut für vergleichende Völkermordforschung geleitet. 2011 hat er am NATO Defense College (NDC Rom) das Fach Kriegsdemographie eingeführt und bis 2020 gelehrt.


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Kommentare ( 89 )

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Albert Pflueger
2 Monate her

Denkt eigentlich noch jemand an die Menschen, die dieser Sch…krieg umbringt? Atomschlag, konventioneller Gegenschlag als „Deeskalation“(!). Den Opfern ist es sicherlich völlig egal, ob der Feuersturm zusätzlich auch noch radioaktiv ist, der sie verdampfen läßt- Asche wird nicht strahlenkrank! Angeblich sind schon 50.000 russische Soldaten gefallen. Die meisten von ihnen sicherlich junge Männer, die noch ein langes Leben vor sich gehabt hätten. Auf ukrainischer Seite wird es wohl kaum besser aussehen. Das ist kein Fußballspiel, bei dem man seiner Mannschaft die Daumen drückt, das ist ein Blutbad! Und es ist bisher „konventionell“ geblieben- man möge nicht so tun, als sei… Mehr

Harald Kampffmeyer
2 Monate her

„Russland behielte das Stigma des nuklearen Erstschlägers“
Erst müßte der Putin tatsächlich die Große Bombe werfen.
Damit würde er aber noch lange nicht ‚das Stigma des nuklearen Erstschlägers‘ erwerben, denn dieses Stigma haftet unveräußerlich seit Hiroschima und Nagasaki an dem Haupt- und Generalpächter sämtlicher demokratischer westlicher Werte, den USA.
Warum dürfte der Putin nicht, was der Truman doch durfte?

Konradin
2 Monate her

Verfolge die i.d.R. kompetenten und interessanten Beiträge von Prof. Heinsohn seit vielen Jahren – meist von Anfang bis Ende. Bei diesem Artikel jedoch musste ich die Lektüre bereits nach dem ersten Absatz abbrechen. „Grausam bin ich und gefährlich, will Putin der Welt beweisen. Wie aber soll das gehen? Was seine Einsatzgruppen mit Folter, Verstümmelung und dann erst Ermordung in der Ukraine praktizieren, geht ohnehin als Putin-Methode in die Genozid-Annalen ein. Doch womit will er militärisch Eindruck machen? Mit iranischen Dohnen oder nordkoreanischen Patronen? Mit den fahrbaren Särgen seiner Panzerdivisionen? Mit 300.000 Zwangsrekrutrierten, von denen sicher nur ist, dass sie die… Mehr

Ralf Poehling
2 Monate her

Auf Welt und Spiegel geht gerade die Meldung um, dass Nordstream 1 und 2 offensichtlich bewusst durch einen militärischen Sabotageakt in Höhe Bornholm zwischen Schweden und Polen zerschossen worden sind. Derweil geht das Gerücht um, dass die NATO in der Nähe ein Manöver abgehalten hat. Sollte sich herausstellen, dass die NATO hier in voller Absicht die Gasversorgung eines ihrer Mitglieder zerstört hat, in Deutschland werden die Rufe nach der Öffnung von NS2 ja derzeit lauter, stellt sich mir offen die Frage, welche Narren in der NATO derzeit das Sagen haben. Erst der Unfug mit dem krampfhaften Festhalten an der Türkei… Mehr

Kassandra
2 Monate her
Antworten an  Ralf Poehling

Ich kann mir schon vorstellen, dass es bei den Grünen wie vorgelagerten NGOs welche geben könnte, die sich zum Hand anlegen an der Energieversorgung der Deutschen/der EU (Deutschland ist/war größter Gasexporteur!) nicht zu schade sind. Schrieb nicht der Herr Herles am Samstag in eine solche Richtung? Lang sagt ja ganz deutlich: “ Es geht um einen kompletten ökonomischen Bruch… Wenn einmal kein russisches Gas mehr fließt, dann soll nie wieder russisches Gas fließen…“ Aber perspektivisch, auch keins aus Katar, auch keins aus den USA. Es geht um nichts weniger als um den Komplettausstieg aus fossilen Energieträgern.“ https://mobile.twitter.com/DrLuetke/status/1573720614988398595/video/1 . Dass die… Mehr

Ralf Poehling
2 Monate her
Antworten an  Kassandra

Die Pipelines liegen meines Wissens etwa zwischen 70 und 100 Metern unter der Erde. Das ist für einen Haufen von „Zivilgesellschaftlern“ zu tief für einen Sabotageakt. Es sei denn, da hat jemand viel Geld in professionelle Kräfte investiert. Auf deutsch: Söldner gekauft.
Da glaube ich aber eher an ein durch irrlaufende Politik in die falsche Richtung gesteuertes Militär.

Hannibal Murkle
2 Monate her
Antworten an  Kassandra

Den Willen hätten sie, aber nicht die Ausrüstung, was in 70 Metern Tiefe zu sprengen – bisher reicht es gerade, sich an was am Land zu kleben. Da Putin am Gashahn sitzt (damit muss nichts sprengen) und die Ostsee vom Westen intensiv beobachtet wird – welches Land käme wohl in Frage?

Sargas
2 Monate her
Antworten an  Ralf Poehling

Das glauben Sie doch nicht ernsthaft, dass dieser Sabotageakt von der NATO kam! Wenn nicht die „Letzte Generation“ oder „Extinction Rebellion“ ganz neue Fähigkeiten entwickelt haben, bleibt nur Russland als Verantwortlicher. Gründe:

  1. Angesichts der erforderlichen Fähigkeiten muss es ein staatlicher Akteur gewesen sein.
  2. Der Kreml streitet es ab.
Last edited 2 Monate her by Sargas
R.Baehr
2 Monate her

Der Autor verkennt den wahren Sachverhalt völlig und darum ist es müßig sich darüber groß aufzuregen. Aber eines bleibt: Zwangsrekrutierungen wären im Westen völlig sinnlos, in Deutschland würden sich wahrscheinlich nur Verrückte zu einem Einsatz melden gegen Russland. Was Hitler mit einem Millionenheer nicht geschafft hat gegen eine konventionelle russische Armee, was will denn der Westen tun, wenn die Ukraine ein atomares Feuer erlebt? Russland ebenfalls atomare Vergeltung androhen? Lächerlich, die Amis wissen ganz genau, das dann von der Welt nicht mehr viel übrigbleibt. Zur Not geben sie Europa auf, auch wenn das verblödete Westeuropa und die EU sowas nicht… Mehr

Wolfgang Schuckmann
2 Monate her
Antworten an  R.Baehr

Wenn hier vom Untergehen Europas erzählt wird und der Verursacher käme einfach so davon, dann sollte man mir gestatten leicht zu lächeln. Sollten die Entwicklungen am Ende ganz offiziell zu einem WK III führen, dann sollte doch keiner glauben es werde an der irischen Steilküste eine Grenze gezogen gegen Kernwaffen. Diesmal wird der Steinewerfer auch Zuhause involviert sein, womit klar sein dürfte für die Strategen im Pentagon wo vor allem bei ihnen selbst die roten Linien gezogen sind. So einfach wie bei der Teaparty wirds wohl nicht werden.

Johannes R. Brecher
2 Monate her

Mit Verlaub Herr Heinsohn, aber sie haben von „Mütterchen Russland“ und seinen Menschen nicht die geringste Ahnung.

Peter Zinga
2 Monate her

“ Was seine Einsatzgruppen mit Folter, Verstümmelung und dann erst Ermordung in der Ukraine praktizieren, geht ohnehin als Putin-Methode in die Genozid-Annalen ein.“
Und ich hielte Sie für einen gebildeten und vernünftigen Mensch…
Aber, wahrscheinlich -wenn um Russland geht, sind die meisten Deutschen -Bildung hier, Bildung her – ziemlich ….

Kassandra
2 Monate her
Antworten an  Peter Zinga

Ich habe vielfach den Verdacht, dass epigenetisch weitergegebene Traumata unserer Vorfahren einen realistischen Blick auf das, was da vor unseren Augen geschieht, verhindern.
Man müsste sich also klar werden, was für Vorurteile hinsichtlich der Protagonisten im eigenen Kanon, sicher vielfach unbewusst, vorhanden sind, um zu rationalen Einschätzungen zu kommen.
Zumal die einseitige Berichterstattung, die uns nur zugänglich sein soll, genau diese „Kerbe“ propagandistisch indoktrinierend auch noch bedient.

Rasio Brelugi
2 Monate her

Alles, was an Kriegsverbrechen der einen Seite belegt werden kann, sollte man auch auf der anderen Seite als geschehen ansehen. Der Grund dafür: Der Anteil der Psychopathen, der Feigen und der Charakterschwachen ist auf beiden Seiten gleich. Darüber hinaus gibt es allerdings noch diejenigen Greuel, die von der politischen und militärischen Obrigkeit befohlen werden und sich in Aktionen äußern, die der einzelne Soldat nicht entscheiden kann. Z.B. sind dies gezielte militärische Maßnahmen gegen die Zivilbevölkerung: Atomkraftwerk beschießen, Zivilisten bei Referenden beschießen, Bahnhöfe und Märkte beschießen … Dem militärischen Gegner Greueltaten in die Schuhe zu schieben, hat große Tradition, z.B. im… Mehr

Familienvater mit Job
2 Monate her

Das sind „beruhigende“ Gedankengänge Herr Heinsohn.
Wir müssen alle zusammenhalten. Alleine aus Eigennutz. Russland ist der Agressor der uns bedroht.
Ich verstehe auch einfach viele hier im Forum nicht. So sehr ich unsere Politiker oft kritisiere manche sogar verabscheue. Man muss nur kurz überlegen, in welcher Welt ist es besser zu leben, in unserer oder in Putins Welt? Wir sehen doch gerade was in Russland los ist.
Russland hat einen schlimmen Fehler gemacht. Weltweit gehasst, wirtschaftlich im Abseits, militärisch entzaubert und am Ende, demokratisch am Tiefpunkt.

Turnvater
2 Monate her

Wir sehen doch gerade was in Russland los ist.“

Was ist denn da los?

Werden dort Rentner bei Demonstrationen von Bereitschaftspolizei angegangen und zu Tode gebracht, weil sie gegen Coronamaßnahmen demonstrieren?

Oder werden dort Menschen für sechs Monate ins Gefängnis gesteckt, weil sie den Rundfunkbeitrag nicht zahlen wollen?

Oder werden dort verbale Hetzjagden gegen Ungeimpfte durchgeführt?

Oder … oder … oder …

Familienvater mit Job
2 Monate her
Antworten an  Turnvater

Das kann nicht ihr ernst sein. Alles was Sie in D kritisieren geschieht in Russland um den Faktor 100 schlimmer.
Ganz aktuell wird jeder Protest gegen den Krieg niedergeknüppelt und man verschwindet in einem Bus und vielleicht für länger oder immer. Viele ungeklärte Tote in der letzten Zeit. Jede halbwegs unabhängige Zeitung wurde gesperrt.

Leander
2 Monate her

Ein „Daumen hoch“ hilft Ihrer schlechten Bewertung nicht wirklich, deshalb ein kurzes Wort: hier, in diesem Kommentariat, ballen sich Putinbeführworter überdurchschnittlich zusammen und diese Leute vertreten teilweise schräge, ,unlogische bis ehrlose Meinungen. Schwer zu sagen, aus welcher politischen Richtung die kommen. Sie haben Recht, Russland ist der Aggressor, spricht einem Nachbarland das Existenzrecht ab und beginnt einen Angriffskrieg. Man kann nun die USA wegen ihrer üblen Machenschaften in der Welt total ablehnen und als Quell vieler idiotischer Strömungen bezeichnen, man kann unsere Regierung eine Idiokratie des Grünismus nennen, trotzdem kann man Putin diesen Krieg nicht gewinnen lassen. Wenn man ein… Mehr

Kassandra
2 Monate her
Antworten an  Leander

Krieg ist dort, seit die Referenden 2014 das Votum für eine Unabhängigkeit der Oblasten Lugansk wie Donesk bestätigten. Bis zum Eingriff der Russen wurden im Donbass 14.000 Tote gezählt, es gab Verletzte und Schäden an Hab und Gut. Man kann natürlich den Blick kürzer richten und auch nicht darauf schauen, dass Selenksyj auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz bereits die Stationierung von Atomwaffen auf ukrainischem Staatsgebiet forderte. Wohlgemerkt – ohne dafür das nötige Kleingeld in der Tasche zu haben. Ich frage mich halt, um welche Interessen es dort tatsächlich geht – und weshalb man sich so einseitig auf eine Seite schlägt,… Mehr

Leander
2 Monate her
Antworten an  Kassandra

Wenn Putin seine „militärische Spezialoperation“ von Anfang an nur auf Lugansk und Donezk ausgerichtet und kommuniziert hätte, wäre alles eine andere Diskussion und er wäre wahrscheinlich schon längst relativ folgenlos für Russland am Ziel.

Sein Ziel und seine Motivation sind aber etwas ganz anderes. Das hat er schon lange und ausführlich kommuniziert. Deshalb ist mit der Unterstützung der Ukraine mit Waffen die russische Armee daran zu hindern bis an die Grenze zu Polen vorzudringen und gleichzeitig zu verhindern, dass das Land Ukraine von der Landkarte verschwindet. Je schneller Putin nun gestoppt wird, umso weniger humanitäre Hilfe ist nötig.

Steve Acker
2 Monate her

Russland ist nur im Westen gehasst. Der Rest der Welt, ca. 80% , hat keine Probleme mit Russland. Wirtschaftlich auch nicht im Abseits. dank der hohen Gas und Ölpreise machen sie Rekordgewinne.
Wir hingegen zerstören unsere Wirtschaft in rasantem Tempo, insbesondere durch die sanktionen.
Ob sie militärisch am ende sind, da habe ich so meine Zweifel. Man erzählt uns sowas schon seit März. Sie halten nach wie vor ca. 1 fünftel der Ukraine unter Kontrolle.
Russland war nie wirklich eine Demokratie, sowie viele andere Länder auch, mit denen wir gute Beziehungen pflegen.

Dreiklang
2 Monate her

Atomaren Provokationen konventionell begegnen: Das ist der Punkt. NATO/USA bleiben unter der Eskalation. Es muss immer klar sein, wer eskaliert: Wenn, dann Putin. Das hebelt Putins Drohung aus, Leute, die im „Westen“ mit diffusen Atomängsten arbeiten wie Schwarzer und Precht, sind damit auch widerlegt. Was die strategischen Waffen anbelangt: Die nuklearen Kompetenzträger der russ. Streitkräfte sind, wie die auf der Gegenseite (USA) auch, darauf festgelegt, eine Eskalation mit strategischen A-Waffen unbedingt zu vermeiden. Wenn Putin den Befehl gäbe: Sie würden diesem nicht folgen. Daher ist die Drohung mit dem atomaren Weltuntergang eine zwar schreckliche, aber dennoch stumpfe Drohung. Sollte Putin… Mehr