Pro Israel hat in den USA und Deutschland verschiedene Wurzeln

Fünfzehn Jahre nach Merkels Staatsräson-Rede ist das Entsetzen im politischen Deutschland groß, dass Pro-Palästina-Demonstrationen nicht mehr kontrolliert oder kaum von der Polizei eingedämmt werden können. In den USA hat die Solidarität mit Israel eine Reihe anderer Grundlagen. Von Wolfgang Sachsenröder

IMAGO / SOPA Images

Für den Bundespräsidenten, die Bundesregierung und die große Mehrheit im Parlament und in der Bevölkerung gilt die Solidarität mit Israel als selbstverständlich. Angela Merkels Versicherung, 2008 in einer Rede vor der Knesset, dass die Sicherheit Israels ein Teil der deutschen Staatsräson sei, wurde nicht nur akzeptiert, sondern auch immer wieder zitiert. Im Original sagte sie: „Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar.“

Das war keine neue Politik, denn seit der Gründung des Staates Israel hatten alle vorhergehenden Bundesregierungen seit Konrad Adenauer für eine enge Zusammenarbeit, finanzielle Wiedergutmachung und auch Militärhilfe gesorgt. In den USA ist das Ausmaß der Solidarisierung ähnlich groß – aber aus anderen Gründen.

Fünfzehn Jahre nach Merkels Staatsräson-Rede ist das Entsetzen im politischen Deutschland groß, dass Pro-Palästina-Demonstrationen in den Städten, auch wenn sie verboten werden, nicht mehr kontrolliert oder kaum noch von der Polizei eingedämmt werden können.

Die Kritik der jüdischen Organisationen, dass die persönliche Sicherheit ihrer Mitglieder und die der Synagogen auf dem Spiel stehen, trifft uns ins Mark, auch weil uns jetzt bewusst wird, dass die unkontrollierte Migration dieses Ausmaß der Demonstrationen erst ermöglicht hat. In einem der im Internet kursierenden Videos war ein Schild zu sehen: „Free Palestine from German guilt“. Das trifft einen wichtigen Punkt in unserem Selbstverständnis und für die Einordnung dessen, was sich da gerade in Deutschland, in Europa und auch in den USA verändert.

Für uns ist Antisemitismus inakzeptabel, für die große Mehrheit der ebenfalls semitischen Araber und der Muslime weltweit ist er dagegen irgendetwas zwischen selbstverständlich und am extremen Rand sogar religiöse Pflicht. Wobei allerdings zu unterscheiden ist, ob es sich um rassistischen Antisemitismus als Judenhass handelt oder ob die Empörung mehr auf einer Solidarität mit den Palästinensern und Kritik an ihrer Unterdrückung durch die zionistischen Elemente in den israelischen Regierungen beruht.

Letzteres scheint inzwischen weltweit in den Medien und besonders in den sozialen Medien vorzuherrschen. Dabei kann man vermutlich unterstellen, dass die Informationen über die prekären Lebensumstände der Palästinenser in Gaza und die Einengung ihrer Wohngebiete im Westjordanland durch den ständigen Ausbau der israelischen Siedlungen und Militärstützpunkte in der arabisch-muslimischen Welt intensiver kommuniziert werden als in Deutschland.

Die Vereinigten Staaten und Israel

Die Solidarität mit Israel hat dagegen in den USA eine Reihe anderer Grundlagen. Ein wichtiges Element ist der große jüdische Bevölkerungsanteil von rund sechs Millionen amerikanischen Juden gegenüber sieben Millionen jüdischen Israelis. Obwohl es unter den amerikanischen Juden deutlich weniger Orthodoxe gibt, mehr liberale Reformströmungen und weniger Beachtung der religiösen Traditionen und Gebote, ist das Gefühl einer schicksalhaften Verbundenheit groß. Daraus ergibt sich eine erhebliche Spendenbereitschaft zur Unterstützung Israels.

Nach Angaben karitativer Organisationen in Israel liegt das jährliche Spendenaufkommen aus der gesamten Diaspora bei zwei Milliarden US-Dollar, die Hälfte davon aus den USA.

Das politische Gewicht der jüdischen Amerikaner und ihr Einfluss auf die Wahlen haben Solidarität mit und politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung für Israel nach der Staatsgründung 1948 und in den vielen Krisen mit den arabischen Nachbarn erheblich verstärkt. Der gerade verstorbene Henry Kissinger war einer der prominentesten und einflussreichsten politischen und diplomatischen Unterstützer. Die USA wenden pro Jahr drei Milliarden Dollar für die militärische Rüstung Israels auf.

Die sehr offene Praxis der Wahlkampfspenden durch Political Action Committees (PACs) erleichtert die Lobbyarbeit im Kongress und im Senat erheblich. Der Washington Report on Middle East Affairs listet die Spenden der Pro-Israel PACs für alle Abgeordneten mit Namen, Bundesstaat und Betrag detailliert auf. Für die Jahre 2021 und 2022 kamen bei Kongressabgeordneten 8.603.247 Dollar zusammen und bei Senatoren 3.542.984 Dollar. Auf der gleichen Webseite findet sich auch ein Artikel aus dem Jahr 2003, der die gesamte finanzielle Bürde des amerikanischen Steuerzahlers für den Nahostkonflikt auf enorme drei Billionen Dollar hochrechnet, weit mehr als für den Vietnamkrieg.

Aber Amerikaner mit jüdischen Wurzeln sind nicht die einzige Gruppierung, die sich um Israel Sorgen macht und erhebliche Geldmittel bereitstellt. Seit Jahrzehnten sind es die evangelikalen christlichen Gemeinden, was nicht immer so war. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren die USA ein betont christliches, ganz überwiegend protestantisches Land, das die historischen Vorurteile gegen das Judentum von Europa übernommen hatte. Der Judaismus hatte Jesus nicht als den Messias anerkannt und daraus folgte politisch, dass sogar nach der sogenannten Reichskristallnacht 1938 vielen jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland und Österreich die Aufnahme verweigert wurde.

Die amerikanischen Evangelikalen und Israel

Die amerikanischen Evangelikalen sind bis heute nicht unbedingt die besten Freunde Israels, aber das Gelobte Land spielt in ihrem Glauben an das Jüngste Gericht und die davor prophezeite kriegerische Endzeit des Armageddon eine zentrale Rolle. Für die Wiederkehr Christi müssen Juden im Heiligen Land leben, deshalb wird auch viel Geld für die Siedlungen im Westjordanland gespendet.

Wikipedia zitiert eine Studie von 2010, nach der 40 Prozent der Amerikaner an die Wiederkehr Christi bis spätestens 2050 glauben, unter den Evangelikalen mit 58 Prozent noch deutlich mehr. Dieser Glaube an die Wiederkehr breitete sich in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus und war auch die Grundlage für den christlichen Fundamentalismus der 1920er Jahre. In Deutschland ist dagegen die Entchristianisierung so weit fortgeschritten, dass sich auch kirchentreue Gläubige solche Endzeit-Szenarien kaum vorstellen können.

Um den Unterschied besser zu verstehen, muss man einmal in amerikanischen Gottesdiensten verschiedener Denominationen die inbrünstige Gläubigkeit und das Gemeinschaftsgefühl in den Gemeinden miterlebt haben. Dann überrascht den deutschen Beobachter auch nicht ein Artikel des US-Magazins The Nation vom 2. November 2023. Durchaus kritisch beleuchtet der Beitrag die Verbindungen zwischen einem der einflussreichsten religiösen Wortführer, dem texanischen Evangelisten John Hagee und dem israelischen Ministerpräsidenten Benyamin Netanyahu.

Hagee ist der Gründer der nach eigenen Angaben zehn Millionen Mitglieder starken Pro-Israel-Gruppe „Christians United for Israel“ (CUFI), die nur Stunden nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober auf X einen Aufruf zur Unterstützung Israels postete. In einer anschließenden Predigt in seiner Kirche in San Antonio verlangte Hagee von den USA die Vernichtung des Iran, weil dieser gegen Israel agiere und weil die Existenz Israels unabdingbare Voraussetzung für die Endzeit-Prophezeiungen der Bibel, Armageddon, das Jüngste Gericht und die Wiederkehr Christi sei. Popularisiert wurde der Endzeitglaube seit 1970 auch durch den Bestseller „The Late Great Planet Earth“ von Hal Lindsay, der eine ganze Literaturgattung begründete.

Für den Politiker Netanyahu spielen die alttestamentarischen Prophezeiungen vermutlich keine Rolle, wohl aber der Einfluss der evangelikalen Partner im Kongress und Senat in Washington.

Der Wahlsieg von Donald Trump 2016 hatte die Evangelikalen noch einmal ein entscheidendes Stück näher an die Republikanische Partei herangerückt und trug zu mehr als symbolischen politischen Entscheidungen bei. Darunter waren die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem und die Abraham-Abkommen von 2020, für die Trump seinen jüdischen Schwiegersohn Jared Kushner als Berater einsetzte.

Die israelischen Erwartungen und Hoffnungen könnten durch langfristige Entwicklungen unter den Evangelikalen allerdings gedämpft und in Zukunft weniger verlässlich werden. Eine von der University of North Carolina in Pembroke in Auftrag gegebene Umfrage hat festgestellt, dass der Anteil von Unterstützern Israels unter den jüngeren Evangelikalen zwischen 2018 und 2021 von 75 auf 34 Prozent gefallen ist. Die New York Times bestätigte am 5. Dezember 2023, dass dieser neue Generationenkonflikt bis in jüdische Familien in den USA und in Israel reicht. Aber so schnell wird das die politische Situation nicht verändern.

Der erst kürzlich neu ins Amt gewählte Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, ist ein tiefreligiöser Republikaner und hat vor kurzem in einem Vortrag vor der „Republican Jewish Coalition“ in Las Vegas seine Ablehnung des Waffenstillstands in Gaza damit begründet, dass Gott die Nationen segnen wird, die Israel segnen, und dass, wer Israel verflucht, selbst vom Fluch getroffen wird. So steht es im Ersten Buch Moses, 12,3 und 27,29 und einer Reihe weiterer Bibelstellen.


Dr. Wolfgang Sachsenröder war fast 25 Jahre als Politikberater international tätig. Seit 2009 lebt er wieder in Singapur und forscht und publiziert über viele Themen.

Der Beitrag ist zuerst bei manova.news erschienen.

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Kommentare ( 26 )

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bkkopp
1 Monat her

Trotz allem scheint es der Macht der arabischen Propaganda seit Jahrzehnten, und der Macht der medialen Berichterstattung über die Bombardierungen Gazas gelungen zu sein, nicht nur in der jungen Generation der USA insgesamt, sondern sogar in bis zu einem Drittel der Jugend aus jüdischen Familien ( 18-25-Jährige) große Zweifel an der politischen und moralischen Berechtigung für das militärische Vorgehen Israels gegen Hamas/Gaza zu sähen, und emotional die Sympathien für die “ Palästinenser “ zu verstärken. Sehr viel davon scheint auf mangelndem Geschichtswissen zu beruhen. Die Leute wissen viel zu wenig über die Geschichte des Antisemitismus in Europa seit der Mitte… Mehr

Ralf Poehling
1 Monat her

Ein absoluter Volltreffer. Herr Sachsenröder, Sie sind in der Analyse so nah dran, wie niemand zuvor. Während der Support der USA für Israel zuvorderst religiöser Natur ist, so ist der Support für Israel aus Deutschland zuvorderst weltlicher Natur. Ich weiß, das klingt im ersten Moment krank, aber Deutschland war quasi Geburtshelfer Israels. Es war sicherlich eine blutige Zangengeburt mit Kaiserschnitt und damit kein Akt der Liebe, wie es bei den Evangelikalen in den USA der Fall ist. Aber nationales Recht ist eben weltliches Recht, was sich dann nicht in spiritueller Art in den Kirchen zeigt, sondern auf den Schlachtfeldern. Inwiefern… Mehr

IDa1
1 Monat her

„Für den Bundespräsidenten, die Bundesregierung und die große Mehrheit im Parlament und in der Bevölkerung gilt die Solidarität mit Israel als selbstverständlich.“
Eine glaubwürdige und ehrlich gemeinte Unterstützung Israels kann ich nicht erkennen.
Wie ist das deutsche Totalversagen den Stimmenthaltungen in der UN sonst zu erklären, wenn die deutsche Regierung nicht die Haltung „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ vertreten würde
Verbale Zustimmung des Existenzrechts Israels medienwirksam präsentieren und im gleichen Augenblick hunderte Millionen an die Hamas „regierten“ Palästinenser überweisen und anti jüdische Massendemos tolerieren.
Hier zeigt sich eine heuchlerische und nicht ehrliche Solidarität unserer Regierung mit Israel.

Radler
1 Monat her

„Unterdrückung (der Palästinenser) durch die zionistischen Elemente in den israelischen Regierungen“ … „Dabei kann man vermutlich unterstellen, dass die Informationen über die prekären Lebensumstände der Palästinenser in Gaza und die Einengung ihrer Wohngebiete im Westjordanland durch den ständigen Ausbau der israelischen Siedlungen und Militärstützpunkte in der arabisch-muslimischen Welt intensiver kommuniziert werden als in Deutschland.“ Wie bitte? Die präkären Lebensumstände im Gazastreifen sind durch Israelische Siedlungen und Militärstützpunkte verursacht? Haben Sie schon mal auf die Landkarte geschaut? Hat Israel Tunnel und Waffenlager im Gazastreifen gebaut? Wer hat Israel am 7.10. mörderisch angegriffen? Das wird in der arabisch- muslimischen Welt ausgeblendet oder… Mehr

Moses
1 Monat her
Antworten an  Radler

Im Internet kann man schon veralteten Videos über Gaza finden, wo man schöne Gebäude, Luxushotels, Villa entlang der Meer und Golfklubs sehen kann. Das Einkommen in Gaza, für das sie nicht arbeiten sollen, entspricht etwa dem Niveau in umgebenden arabischen Staaten.
Ich gebe aber zu, dass es ihnen einiges (unseres) Geld kostete, Hunderte Kilometer von Tunnels in Beton einzuhüllen.

Radler
1 Monat her
Antworten an  Moses

Gaza hat denselben Traumstrand, wie Tel Aviv und mit Frieden mit Israel könnte Gaza zu einem Singapur werden. Doch der islamistische Hass und ausländische Mächte wissen das zu verhindern.

prague
1 Monat her

Wo ist bitte das Ensetzen in politischem D.? Abstimmungen bei der UN? Import weiteren Judenhasser, Verbot Demonstrattionen bei der Corona, aber Demos, wo Juden in Gas geschrien wird, sind seit Jahren erlaubt. Seit Jahren werden die Hamas mit dem Geld der Steuerzahler gefüttert. Ist das Entsezen? Nein ist das nicht, es soll Israel zerstören, die einzige Demokratie in Nahen Osten, aber wir behaupten, dass die Ukraine und vorher Afganistan für unsere Demokratie kämpfen.

elly
1 Monat her

pro Israel – der Papst tut sich schwer damit.
Hier gute beschrieben: „Der Vatikan und speziell Franziskus fanden, während an Weihnachten auf dem Petersplatz palästinensische Flaggen geschwenkt wurden, noch immer keine klaren Worte gegen die Rufe angeblicher Friedensdemonstranten nach einer Auslöschung Israels. Liegt das am unklaren Verhältnis seiner Kirche zu den Juden? Anders ist kaum zu verstehen, dass Franziskus es wochenlang vermied, Familien jüdischer Geiseln im Vatikan zu empfangen. „
Franziskus, der als erster Papst enge Beziehungen zu religiösen Führern des Islams pflegt, ….“
https://www.zeit.de/2024/01/papst-franziskus-israel-hamas-frieden

Vati5672
1 Monat her

„Die Kritik der jüdischen Organisationen, dass die persönliche Sicherheit ihrer Mitglieder und die der Synagogen auf dem Spiel stehen, trifft uns ins Mark, auch weil uns jetzt bewusst wird, dass die unkontrollierte Migration dieses Ausmaß der Demonstrationen erst ermöglicht hat.“ Ende Zitat !!!NEIN!!! Das war lange vorher klar! Ich bin ein eher einfacher Mensch, eher mäßig gebildet, habe mich aber für Geschichte / Israel interessiert. Auch weil ich selbst vor Jahrzehnten mit meinem Motorrad dort war. Das die sich nicht mögen war mir schon damals (über 35 Jahre her) klar. Seitdem wurde es nicht besser. Intifada, rechts(radikale) Regierungen Okkupation von… Mehr

Vati5672
1 Monat her
Antworten an  Fritz Goergen

@Goergen Danke. 🙂 Aus dem verlinken Artikel Zitat Wolffsohns Antwort: „Ungarn ist ein autoritärer Staat, der mehr auf Sicherheit achtet. Dazu kommt die unterschiedliche Migrationspolitik.“ Sagte es und begrüßte doch im nächsten Satz den „ethisch-humanen Impetus der bundesdeutschen Migrationspolitik vor allem seit 2015“…, um im nächsten Satz wiederum zu bemerken, dass man dadurch einen „militanten Antijudaismus“ gleich mitimportiert habe.“ Ende Zitat Ein kräftiges „Sowohl als auch!“ Keine explizite Aussage von Herrn Wolffsohn. Kein „Lasst es, da liegt kein Segen drauf“ Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen. – Mathäus 5.37 Ich als… Mehr

Berlindiesel
1 Monat her

Solidarität oder Empathie, sogar Sympathie für Israel hat es in Deutschland nie gegeben. Die Gründung des jüdischen Staates hat seitens der Deutschen kaum jemanden gestört, auch die Nazis hatten bekanntlich ihre Madagaskar-Phantasien. Juden und Israel war und ist für Deutsche noch nie ein Synonym gewesen. Die von Nationalsozialismus geprägten Generationen haben ihren „Frieden“ mit den Juden nie gemacht, wobei man fairerweise sagen musste, dass die Juden das umgekehrt auch nie gewollt haben. Die deutsche Schuldkultur nach 1945 hat jede vernünftige Beschäftigung und einen Abschluss mit dem inhärenten Antisemitismus nie erlaubt. Das seit 1949 gepflegte Narrativ, Deutschland (und zwar beide Staaten)… Mehr

Berlindiesel
1 Monat her
Antworten an  Berlindiesel

Lieber Laurenz, ich kann Ihnen nicht ganz folgen. Ihren Darstellungen hinsichtlich der Geschichte des sog. II. Reiches (Sie meinen wohl das von 1871) in Bezug auf das Judentum würde ich unterstützen. Aus meiner Sicht ist es so, dass die (deutschen) Juden bis 1918 zumeist eine starke und in Europa wohl einmalige weitgehende Assimilation an das Deutschtum durchlaufen hatten, die allenfalls vor der Konvertierung zum Christentum stoppte. Juden in Israel, die vor 1933 entkamen, erzählten mir, dass es für dieses zumeist gutbürgerliche Judentum ein Schock und zugleich einer Art Inkarnation war, als ihnen im Laufe der 1920er mit dem immer stärker… Mehr

Last edited 1 Monat her by Berlindiesel
GefanzerterAloholiker
1 Monat her

Israel lebte erst mit etwas mehr Juden, als die USA 1924 die Ausreise in die USA verboten hatten. Danach wurde das Leben im sog. Nazi Deutschland etwas anders, denn die angeblichen Nazis in Deutschland, die hatte man alle umgebracht. Aber Millionen Menschen. Für die Überlebenden war Israel völliger Fremdkörper. Eine Kampagne. Aber nicht unsere. Wie denn auch? Wie soll das gehen? Die Bekenntnisse mögen von allen möglichen Regierungsstellen aus kommen. Das sind Leute, die haben die Souveränität des Landes an die EU verschleudert und die unsere Grenzen nicht schützen. Wenn sie Israel wären, würden sie auf solche Bekenntnisse etwas geben?… Mehr

Last edited 1 Monat her by GefanzerterAloholiker
Helfried Petersen
1 Monat her

Es ist politisch korrekter Antisemitismus, wenn man von unkontrollierbaren Pro-Palästina-Demonstrationen in den Städten berichtet, den Anlass aber mit keinem Wort erwähnt, jedoch Antisemitismus nur im extrem-religiösen Islam verortet, um im nächsten Atemzug Sympathien für die „Solidarität mit den Palästinensern und Kritik an ihrer Unterdrückung durch die zionistischen Elemente in den israelischen Regierungen“ auszudrücken. „Der gerade verstorbene Henry Kissinger war einer der prominentesten und einflussreichsten politischen und diplomatischen Unterstützer.“ Das ist falsch, denn Kissinger hat nur Entscheidungen getroffen, die für sein Land – die USA – Vorteile versprachen. Zufällig hat Israel manchmal davon profitiert. Kissinger hatte weder für Juden noch für… Mehr

Last edited 1 Monat her by Helfried Petersen