Die Dämmerung der Industrienationen

Ihr Schicksal ist die Demographie – Deutschland voran.

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Demographischer Wandel, demographische Krise, demographische Katastrophe – je nach beabsichtigter Effekthascherei geistern diese Begriffe durch die Medien. Der im heutigen Berliner Stadtteil Zehlendorf geborene Johann Peter Süßmilch (1707 – 1767) hätte es sich nicht träumen lassen, mit seinem 1741, also vor fast 280 Jahren erschienenen Werk „Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts“ als Gründervater der Bevölkerungswissenschaft in Deutschland all das vorweggenommen zu haben, was heute eine systematische Analyse zur Bevölkerungsstatistik ausmacht. Erstaunlich, dass Süßmilch bereits damals in einer ersten globalen Bevölkerungsprognose errechnete, bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden sei die (ökologische) Tragfähigkeit der Erde erreicht.

Inwieweit die demographische Entwicklung in Industrienationen das soziale und wirtschaftliche Gefüge bis zum Niedergang beeinflussen kann, sei im Folgenden am Beispiel Deutschland skizziert. Dass eine Bevölkerung altert, wenn die Menschen länger leben und gleichzeitig weniger Kinder geboren werden, ist eine Binsenweisheit. Kennzahlen dafür sind das Medianalter, der Altenquotient und der Jugendquotient.

  • Das Medianalter ist das Alter, das das Alter einer Bevölkerung so teilt, dass höchstens 50 Prozent jünger und höchstens 50 Prozent älter sind.
  • Der Altenquotient ist das Verhältnis Anzahl der über 65-Jährigen zur Anzahl der 20- bis unter 65-Jährigen.
  • Analog der Jungenquotient der bis 20-Jährigen.
Kernproblem: Überalterung

In Deutschland ist, Stand 2020, das Medianalter bei 45,7 Jahren, der Altenquotient bei 37 Prozent (UN Population Division; Statistisches Bundesamt). Einen moderaten Wanderungssaldo von 221.000 Personen und eine Geburtenrate von 1,55 Kinder/Frau vorausgesetzt, wird nach den gleichen Quellen in zehn Jahren das Medianalter 47,0 Jahre und der Altenquotient 47 Prozent betragen und in zwanzig Jahren auf 48,6 Jahre bzw. 53 Prozent gestiegen sein.

Das ist reichlich Theorie, denn es setzt ein Renten- und Berufseintrittsalter von 65 bzw. 20 Jahren voraus. Real sind es derzeit 64 bzw. 23 Jahre, wenn man nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes das Verhältnis Auszubildende/Studierende sowie Ausbildungsdauer gewichtet und das durchschnittliche Renteneintrittsalter berücksichtigt. Dann ist der Altenquotient in diesem Jahr 42, in zehn Jahren 54 und in zwanzig Jahren 59. 100 Erwerbspersonen müssen dann 100 Kinder, Jugendliche und Rentner ernähren, was nicht heißt, dass sie auch erwerbstätig sind.

Global gilt: je höher die wirtschaftliche Entwicklung bzw. das Bruttoinlandsprodukt, desto geringer die Geburtenrate und desto höher das Medianalter. Folglich wundert es nicht, dass im Afrika des Jahres 2020 im Durchschnitt das Medianalter 19,7 Jahre beträgt (UN Population Division, Median age by region, subregion and country). Konsequenz: wenn dort die Hälfte der Bevölkerung knapp unter 20 Jahre alt ist, dann ist trotz eventueller Bemühungen in der Geburtenkontrolle die weitere Bevölkerungslawine unausbleiblich und somit auch der Migrationsdruck.
Gleiches gilt für alle Länder, die unter langandauernden Kriegen respektive Bürgerkriegen leiden.

Folgeproblem: ärztliche Versorgung

Zurück zu Europa und Deutschland. Demographische Alterung geht mit einer Zunahme chronischer Krankheiten einher, von Krebserkrankungen, Diabetes, Herzkrankheiten bis hin zur Arthrose und anderen (Robert Koch-Institut, GEDA 2009). Zudem gibt es 2020 in Deutschland rund 1,8 Millionen Demenzkranke unter den insgesamt 4,3 Millionen Pflegebedürftigen. Deren Zahl wird bei dem oben angenommenen Wanderungssaldo bis 2040 auf 2,5 Millionen gestiegen sein (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.), was dann schätzungsweise 5,5 Millionen Pflegefälle bedeuten könnte. Aus all diesen Erkrankungen resultieren höherer medizinischer personeller und materieller Aufwand bis hin zur Pflegebedürftigkeit der Grade 1 – 5.

Dabei muss man sich fragen: Woher nehmen und nicht stehlen? Bei einem Durchschnittsalter von 51,5 Jahren aller Ärzte sind etwa 50 Prozent über 55 Jahre (Bundesarztregister), fast gleiches gilt für stationäre und ambulante Pflegekräfte (BG f. Gesundheitsdienst u. Wohlfahrtspflege). Also werden von den 2020 knapp 400.000 praktizierenden Ärzten (Bundesärztekammer) in den nächsten zehn Jahren 200.000 in den Ruhestand gehen. Man bräuchte also jährlich 20.000 an Nachwuchs, die wirklich praktizieren wollen und nicht in die Pharmaforschung oder sonst wohin gehen. Bei knapp 8.700 deutschen Studienanfängern 2018/19, einer Gesamtzahl von rund 83.600 deutschen Medizinstudenten, einer Abbrecherquote zwischen 13 und 25 Prozent und einer Mindestausbildungsdauer von sechs Jahren zum Assistenzarzt und weiteren fünf bis sechs Jahren zum Facharzt (Stat. Bundesamt, Bundesärztekammer, Ärzteblatt) ist das Jammertal der medizinischen Unterversorgung zwingend. Eine analoge Entwicklung findet nach den gleichen Quellen bei den Pflegeberufen statt, von den 3,6 Millionen Pflegekräften sind 37,5 Prozent über 50 Jahre.

Man wird zu Recht fragen, was das mit der Dämmerung der Industrienation Deutschland zu tun hat? Auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten sehr viel. Denn die medizinische Versorgung (Prophylaxe und Therapie) aller Beschäftigten ist essentiell für das Wohl und Wehe der Gesamtwirtschaft. Mangels Allgemein- und Fachmedizinern wird es zunehmend zu verschleppten, zu spät entdeckten und zu spät behandelten Krankheiten kommen, die wiederum die Krankheitsquote und Krankheitsdauer bis hin zur Arbeitsunfähigkeit erhöhen und somit die Funktionsfähigkeit der Betriebe mindern. Da wird auch Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 nichts kompensieren können bei über 70 Prozent Dienstleistungsanteil am Bruttoinlandsprodukt.

Folgeproblem: die Renten!

Die Staatseinnahmen werden überproportional durch das Ressort Arbeit und Soziales aufgezehrt. Betrugen die Zuschüsse des Bundes zu Rentenversicherung und Grundsicherung 2010 noch 80,7 Milliarden Euro, so waren sie 2019 auf 105 Milliarden angestiegen (Bundeshaushalt, Einzelplan 11). Anhand der oben erwähnten Daten für die Bevölkerungsvorausberechnung (Statist. Bundesamt) wird bis 2030 die Zahl der über 65-Jährigen um 3,3 Millionen gestiegen sein, 2040 um weitere 1,4 Millionen. Im gleichen Zeitraum werden die Zuschüsse zur Rentenversicherung auf 119 bzw. 132 Milliarden steigen müssen, soll der derzeitige Standard erhalten bleiben.

Gleichzeitig wird die Zahl der Erwerbspersonen um 5,6 Millionen abnehmen, die aber nicht verwechselt werden dürfen mit den tatsächlich Erwerbstätigen. Das waren 2019 bereits 5,1 Millionen weniger. Volkswirtschaftlich bedeutet das, dass immer weniger Geld für Erhalt und Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung stehen wird, die wiederum Voraussetzung für das Funktionieren des Wirtschaftsbetriebes ist. Notwendige Infrastrukturmaßnahmen wurden bereits seit Dekaden verschlafen bzw. sträflich vernachlässigt. Der staatlich induzierte Dämmerschlaf ist somit längst eingeleitet.

Folgeproblem: Lehrermangel

Zudem hängt die wirtschaftliche Zukunft eines jeden Landes von der Qualifikation der dort lebenden Menschen ab. Eine banale Bemerkung, aber grundlegend. Denn für jegliche Spitzenleistung ist die Qualität der Schulen, von Grundschule über Gymnasium und Berufsbildung bis hin zur Hochschule, das unabdingbare Fundament. Erstes Menetekel an der Bildungswand: Von den rund 780.000 Lehrkräften in Deutschland sind im Bundesdurchschnitt 48,5 Prozent 50 Jahre und älter (Statist.Bundesamt). Diese gehen im Durchschnitt mit 63,5 Jahren in den Ruhestand, so dass jährlich etwa 28.000 Stellen (alle Schularten zusammen) neu zu besetzen wären, um wenigstens den Status quo zu erhalten, der aber bereits auch nichts anderes ist als ein geleugnetes Elend. 2017 gab es rund 30.000 Studienanfänger für das Lehramt. Von denen werden knapp 20.400 das Referendariat überstehen (Das Deutsch Schulportal/Robert Bosch-Stiftung), also bleibt noch eine Lücke von 7.600/Jahr.

Das ist die Theorie, denn die Abbrecherquote bleibt im Nebel. Nach einer Studie der Uni Greifswald „verschwinden“ um die 50 Prozent der Lehramtsstudienanfänger, in Baden-Württemberg wird zumindest für die Grundschule eine Abbrecherquote von 45 Prozent veröffentlicht. Besonders schmerzlich und für ein Industrieland fatal: Für die schulischen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) kann sich nicht einmal die Hälfte der Studienanfänger erwärmen. Damit schwinden die für ein erfolgreiches Industrieland notwendigen Voraussetzungen, daran werden auch die notgedrungen favorisierten Seiteneinsteiger nichts ändern können. Denn denen fehlt häufig das „Wie sag‘ ich‘s meinem Kinde“, Fachkenntnis alleine reicht nicht.

Sage nun keiner, fehlende Fachkräfte – zumal im Bildungs- und Gesundheitswesen – könnten einfach aus dem Ausland angeworben werden, wie es manche Menschen im Deutschen Bundestag proklamieren, die sich für fachkompetent halten. Länder, aus denen Fachkräfte mit der gewünschten Qualifikation kommen könnten, unterliegen einer fast identischen demographischen Entwicklung wie Deutschland und werden diese deshalb selbst dringend brauchen. Zum Beispiel Polen, wo viele vorher in Deutschland Beschäftigte zurückkehren. Die regierungsamtlichen Mitteilungen, mittlerweile seien rund 50 Prozent aller Migranten in einem Beschäftigungsverhältnis, muss man als gezielte Faktenverzerrung werten. Denn die Rede ist hier nur von denen mit Arbeitserlaubnis ohne Unterscheidung, ob Vollzeit, Teilzeit oder in Fördermaßnahmen. So stehen denn 312.000 „Beschäftigten“ 393.000 Arbeitslose Migranten gegenüber, was zusammen mit den anderen Regelleistungsberechtigten 992.000 Migrations-Hartz-IV-Bezieher ergibt. Das sind immerhin 26 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger! (Bundesagentur f. Arbeit, Monatsbericht Jan. 2020).

Folgeproblem: wackelige Sicherheitslage

Neben den beiden tragenden Säulen Gesundheit und Bildung gibt es noch zwei Bereiche, die für innovative und erfolgreiche Unternehmen unabdingbar sind: eine effektive Staatsverwaltung und die Sicherheitslage. Denn was nützen die schönsten Baupläne und Anlagen, wenn die Genehmigungsverfahren mangels Anzahl und Qualifikation der Bearbeiter eine gefühlte Ewigkeit dauern. Ausnahmen gelten bekanntlich nur für die Großen, für Tesla etwa, deren Antragsunterlagen mindestens bis zum 5. März 2020 zwecks Einwendungen liegen müssen, aber ungeachtet dessen bereits vor einer Genehmigung 153 Hektar Wald abgeholzt werden können. Amtliche Ausrede: die Bäume hätten ohnehin bereits die Schlagreife …

31 Prozent der 4,8 Millionen in Ämtern und im öffentlichen Dienst Beschäftigten werden in den kommenden zehn Jahren ausscheiden (Deutscher Beamtenbund, Zahlen Daten Fakten 2019), von den 316.000 Polizisten in Bund, Ländern und Stadtstaaten werden mehr als 25 Prozent in den nächsten sieben Jahren den Dienst aus Altersgründen quittieren (Jahresbericht der Bundespolizei). Wenn angesichts der jüngeren Ereignisse schätzungsweise 2.800 Moscheen (Zeit-Magazin 22. Jan. 2020) und etwas über 100 Synagogen (Wikipedia) sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens Polizeischutz brauchen, dann kann man erahnen, was für die Sicherheit der Normalbürger und deren Geschäfte und Firmen bleibt. Die Nachwuchswerbung läuft auf Hochtouren, aber nicht wenige fallen durchs Qualifikationsraster, Hauptgrund mangelnde Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Womit wir wieder bei der Schulsparte sind.

Auswege?

Gäbe es einen Ausweg, aus der Dämmerung ganz optimistisch eine Morgenröte zu machen? Im Prinzip ja, wäre da nicht zusätzlich die von der GroKo verordnete und den Grünen bejubelte Deindustriealisierung Deutschlands. Siehe meinen früheren TE-Beitrag https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/wie-deutschland-die-stahl-alu-und-chemie-industrie-an-die-wand-faehrt/

Im Prinzip gäbe es einen Ausweg, wenn das Renteneintrittsalter realistisch der Lebenserwartung angepasst würde. Also nicht auf 67, sondern auf mindestens 70, besser noch 72 Jahre. Auch wenn ein Teil der Bevölkerung aufgrund zunehmender Altersdefekte wesentlich früher ausscheiden muss. Für Sozialromantiker mag das einem Sakrileg gleichkommen. Frankreichs Staatpräsident Macron kann ein Lied davon singen bei seinem Versuch, das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 zu erhöhen.

Und noch eine Utopie müsste Realität werden, die aber bereits im Elternhaus ansetzt: Die verstaubten Tugenden Fleiß, Pflichterfüllung, Anstand und Ehrlichkeit müssten aus der Gerümpelkammer der Geschichte hervorgeholt und im Elfenbeinturm in Berlin beispielgebend praktiziert werden. Zumindest hinsichtlich Fleiß und Pflichterfüllung zeigen uns die Tigerländer Südostasiens, wie erfolgreich man damit sein kann, aller Demographie zum Trotz. Bis jetzt. Denn das Medianalter zum Beispiel in Taiwan, Südkorea oder Singapur liegt nur ein paar Jahre unter dem deutschen. China hinkt 10 Jahre hinterher, gerät aber ab 2030 in eine ähnliche demografische Mausefalle.

Das heißt im Klartext, die globale Zukunft wird Ländern wie Indien, Iran, Indonesien, Vietnam und erstaunlicher Weise auch den USA gehören, deren Altersmedian selbst 2060 da liegen wird, wo sich Deutschland heute befindet. US-Präsident Donald Trump ist zwar der Bösewicht der devoten deutschen Presse und der gehorsamen Büttenredner, aber er erfüllt im Gegensatz zur deutschen Kanzlerin seinen Amtseid: „…meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden … meine Pflichten gewissenhaft erfüllen …“. Und Iranboykott hin oder her, in der Kulturwiege Persien blüht auch heute noch die Intelligenz, aller theokratischer Diktatur zum Trotz. Dieses intellektuelle Potenzial wartet nur auf Entfaltungsmöglichkeit, denn das Volk ist jung. Methusalem-Europa wird in Streit und Uneinigkeit dem Beispiel der antiken griechischen Stadtstaaten folgen und erstaunt feststellen, dass es von der übrigen Welt allenfalls als Auffanglager der Migrationskolonnen geschätzt wird.

Mag sein, diese Prognose ist zu pessimistisch. Der Optimist mag dazu sagen, es könnte noch viel schlimmer kommen. Mag auch sein, die Unwägbarkeiten der Natur wirbeln alle volkswirtschaftlichen Berechnungen durcheinander. Dafür genügen kleine Partikel von ca. 150 Nanometer Durchmesser, wie das Coronavirus Covid-19 beweist.

Nota bene: Für gender-minded people sei erwähnt, dass zu Gunsten der flüssigen Lesbarkeit das grammatikalische Geschlecht verwendet wurde, das selbstverständlich –*/:In einschließt.


Autor: Dr. rer. nat. Heinrich Zettler, ist promovierter Chemiker und Unternehmer.

Zuletzt hat Dr. Zettler bei TE beschrieben, dass auch eine billionenfache Baumpflanzung Traumtänzerei ist, weil das am CO2-Gehalt der Atmosphäre nahezu nicht ändern wird.

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Kommentare ( 45 )

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Beat.Buenzli
7 Monate her

Vielleicht sollten wir die drohende Wirtschaftskrise zum Anlass nehmen noch einmal über den globalen Handel nachzudenken. Corona in China zeigt uns, dass eine kleine Pandemie dazu ausreicht die wirtschaftlichen Versorgungsströme teilweise zum Erliegen zu bringen. Was nützt die Seidenstraße wenn ich keine Güter zum Transport habe. Was nützt die Globalisierung, wenn mir die Sub-Essemblays für meine Produktion in Deutschland fehlen? Die deutsche Lebensmittelerzeugung wurde nach Spanien, Italien, Holland oder China ausgelagert, wir hätten einen Großteil der Flächen um traditionelle Produkte in Deutschland herzustellen, aber keine Orangen, Bananen oder sonstige tropischen Früchte. In der Automobilindustrie war es üblich immer zwei Lieferanten… Mehr

WandererX
7 Monate her

Überalterung, ein Problem für alle? Nein, nur für die Eliten, weil dann der billige Service ausfällt! So holte man sich 2015 Araber.Alle 10 Jahre eine neue grosse Gruppe. Das geht so seit 60 Jahren. Ein Industrieland kennt keine Überalterung, denn die Produktion ist über Maschinen 100 mal gesteigert. Niemand muss verhungern, wenn 30% der Leute über 80 Jahre alt sind. Aber man muss ggf. seine Alten selbst pflegen. Das will man aber nicht. Deshalb holt man Pflegerinnen aus der ganzen Welt . Nur deshalb. Denn man reist derweil lieber auf einem Kreuzfahrtschiff, während das Personal Dienst zu Hause tut. Leute,… Mehr

armin wacker
7 Monate her

solange wir uns 190 Professuren für Gender leisten können, ist uns eh nicht zu helfen.

Politikmausi
7 Monate her

Der Kern des Problems wird hier leider nicht genannt. Eine schrumpfende, überalternde Gesellschaft ist nur aus zwei Gründen so problematisch für Deutschland und andere westliche Länder: zum einen aufgrund unserer Renten- und Sozialsysteme, die im Prinzip Schneeballsysteme sind, die darauf aufbauen, dass die einzahlende Basis immer breiter wird, die aber durch falsche Anreize genau das Gegenteil bewirken, nämlich ein Sinken der Geburtenrate. Zum anderen auf der Tatsache, dass wir in einem Schuldgeldsystem leben und das Wachstum, des letzten 40 Jahre ausschließlich mit Schulden finanziert haben, auf die Zinsen fällig werden, und sich schon vor Jahrzehnten alle westlichen Länder, inklusive Japan,… Mehr

Beat.Buenzli
7 Monate her
Antworten an  Politikmausi

Corona gefährdet besonders Personen mit angeschlagenem Immunsystem, Kinder werden Corona viel besser verkraften als Alte und dann kommt der natürliche Ausleseprozeß hinzu. Ich befürchte, dass Corona einen starken Einfluss auf das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung haben wird. In Italien werden Alte nur noch notdürftig versorgt. Aber, das ist die Krise die Schäuble haben wollte um mehr Europa-Wahnsinn voranzutreiben und wer glaubt. dass Europa es richten wird, der irrt. Uschi hat bei uns schon versagt, ich erwarte keine Heldentaten von ihr auf EU-Ebene.

Iso
7 Monate her

Die Demographie ist eine Pseudowissenschaft, die von der Politik zusätzlich missbraucht wird, um Monat für Monat neue Regulierungsmaßnahmen zu treffen. Fakt ist, dass es im Mittelalter nur ein paar Millionen Einwohner in Deutschland gab, und diese sich bis in den Babyboomerzeit des letzten Jahrhunderts ständig erhöht haben. Dabei waren die Zeiten nicht rosig. Heute hingegen wird immer mehr reguliert, bis hin zum gute Kita-Gesetzt, so dass auch die Frau arbeiten gehen, und Steuern zahlen kann. Den Bürgern wird mit der Regulierungswut der Atem genommen. Steuern zahlen bis nichts mehr bleibt, Lohndumping durch Einwanderung, Arbeitsplatzabbau durch Rationalisierung, und Verlagerung ganzer Industrien… Mehr

Hannibal Murkle
7 Monate her

@“Im Prinzip gäbe es einen Ausweg, wenn das Renteneintrittsalter realistisch der Lebenserwartung angepasst würde. Also nicht auf 67, sondern auf mindestens 70, besser noch 72 Jahre.“

Merz war unvorsichtig genug, es gleich zum Anfang anzusprechen – und schon gibt es heftige Debatten:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article206215627/Muss-neu-justiert-werden-Merz-will-die-Deutschen-laenger-arbeiten-lassen.html

Währenddessen prahlt Polen damit, die meisten Jobmigranten der Welt aufzunehmen – mehr als Deutschland und sogar die USA:

https://gospodarka.dziennik.pl/news/artykuly/608833,polska-swiatowy-lider-przyjmowanie-imigranci-zarobki.html

Die Grünen bevorzugen bekanntlich lieber Einwanderung in Sozialsysteme, warum auch immer diese nicht ausgelastet sein sollen.

Steffen Rascher
7 Monate her
Antworten an  Hannibal Murkle

Wir haben keinen Fachkräftemangel! Wir haben Fachkräfte wo wir sie nicht brauchen, und zwar reichlich. Das hindert uns aber nicht daran immer mehr davon auszubilden. Die ganzen Regimenter bei der Zertifizierungsarmee, Agitprop – heute politische Bildung, Energieberater und sie wissen bestimmt selbst noch mehr. Wenn es uns gelänge hier umzusteuern, könnten wir auch früher in die Rente gehen. Es braucht einen goldenen Wurf und also kompetente Leute, die Vorschläge machen können. Sollten sich diese Fachkräfte nicht außerhalb der Parteien finden lassen? Wir können auch mal in andere Länder schauen. Das war ein Vorschlag von Rot Grün im Wahlkampf, bevor sie… Mehr

Maik Lehrmanns
7 Monate her

Danke für den Aktikel. Aber, seien wir mal ehrlich. Jeder rational denkende Mensch konnte das schon vor Jahrzehnten vorhersehen. Nicht in wohlgesetzten Worten oder mit statistischen Daten hinterlegt, jedoch vom Grundgefühl her “ das kann nicht gut gehen“. Man nehme einen Luftballon und blase ihn immer weiter auf. Er wird immer größer und schöner. Bis es knallt. So ist es mit der Wirtschaft, so ist es mit Gesellschaften, so ist es mit allem. Das ist die Ordnung der Dinge. Und nebenbei, ich werd den Teufel tun und mir bis 70 den Buckel krum arbeiten, damit wir das Geld weiterhin weltweit… Mehr

armin wacker
7 Monate her
Antworten an  Maik Lehrmanns

Sie haben ja sowas von Recht. Und wenn man bedenkt, dass nur zwanzig Prozent der Beschäftigten den ganzen Wohlstand erwirtschaften, dann müssen wir doch nur ein paar von den unnützen Dienstleistern umqualifizieren.

Frank v Broeckel
7 Monate her

Die GESAMTE Familien- und Einwanderungspolitik sämtlicher europäischen Staaten ist in Wahrheit absolut kläglich gescheitert!

Bringen die Einwanderer von Anfang an nicht gleich ihre eigenen vielen Kinder in die jeweiligen Einwanderungslaender mit, passen diese sich letztendlich den jeweiligen Verhältnissen in diesen Ländern an, und bekommen dann selbst auch KEINE eigenen Kinder mehr!

Daher mein Gesamtfazit:
Der Kapitalismus ist an der demographischen Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaften SELBST dauerhaft gescheitert!

Nicht mehr und nicht weniger!

Steuerzahler
7 Monate her

Lieber Herr Zettler, ich hoffe, dass hier nicht so viele gender-minded people mitlesen. 😉 Gestern im Auto hatte ich nach langer Zeit mal wieder das Radio an und DLF drin und war ziemlich irritiert, von „Forschenden“ und ausschließlich „Forscherinnen“ zu hören. Bis mir dann klar wurde, ich muss dieses unsägliche Binnen-I hinzudenken, um Forscherinnen zu interpretieren. Was für ein unsäglicher Blödsinn! Sagt eine Frau…

thinkSelf
7 Monate her

Steigt die Lebenserwartung, steigt der Median Wert. Werden Kinder später geboren ziehen sich die Generationen auseinander was ebenfalls den Medianwert nach oben treibt. Das an sich stellt aber gar kein Problem da. Auch die Zunahme der Gesundheitskosten ist in weiten Bereichen gar nicht so dramatisch wir hier angenommen. Denn 80% seiner Gesundheitskosten verursacht der Mensch nämlich in den letzten zwei Jahren seines Lebens. Und zwar egal wie in welchem Alter er stirbt. Bei einer kurzen Lebenserwartung ist das Verhältnis zwischen produktiver und unproduktiver Phase sogar ungünstiger. Nehmen wir an jede Generation ersetzt sich genau selbst und der zivilisatorische Stand ist… Mehr