Für die einen regnet’s – für das ZDF „trocknet Deutschland aus“

Die Meteorologen sagen voraus: Der August wird kalt und verregnet. Doch halb so schlimm. Das ZDF bietet den geplagten Zuschauern ein wenig Abwechslung mit dem Themenschwerpunkt: „Die Welt im Dürrestress“.

Screenprint: ZDF Mediathek / ZDFinfo Doku
Die neue Heißzeit: Pflanzen und Tiere, ZDF-Sendung vom 17.07.2022 (Symbolbild)

Deutschland im August 2023. Der Regen prasselt an die Scheiben. Aber das ist nicht schlimm. Man kann es sich drinnen gemütlich machen: eine Wolldecke um den Körper schmiegen, einen heißen Tee trinken und dabei ZDF schauen. Im Zweiten läuft das Kontrastprogramm zu diesem Sommer: „Die Welt im Dürrestress“. Ein Themenschwerpunkt, der zum Handeln aufruft. Dazu ermahnen uns schon die Klimaexperten von der ZDF-Pressestelle.

„Wie kostbar Trinkwasser ist, führen Dürresommer dramatisch vor Augen“, schreiben sie. Die Plan-b-Dokumentation „Steter Tropfen – Wasser sparen und bewahren“ zeige am Samstag, 19. August, „wie ein sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser im eigenen Haushalt, in Kommunen, Industrie und Landwirtschaft möglich ist“. Für den durchschnittlichen ZDF-Zuschauer bedeutet das ein Umdenken, hat er doch normalerweise eher mit dem Wasserlassen zu kämpfen.

Rekordsommer?
Italiener beschweren sich über deutsche Hitzepropaganda
Nun mag das ein wenig bizarr wirken, vor dem Dürresommer zu warnen, während es draußen regnet – doch dazu muss man als ZDF-Zuschauer wissen: Hitze und Dürre sind Klima, Regen und Kälte Wetter. Der Unterschied lässt sich recht einfach selbst rausfinden: Dient etwas als Argument, den Lehren grüner Vordenker wie Robert „Märchenbuch“ Habeck oder Ricarda „Studienabbruch“ Lang zu folgen, dann ist es Klima, und wer nicht folgt, wird als „Klimaleugner“ geächtet und ausgegrenzt.

Außerdem wissen ZDF-Wetterfrösche schon längst: Wenn die Sonne sich weigert, in Deutschland entsprechend der grünen Staatsräson zu brennen, kann man ja ins Ausland ausweichen – Italien, Südspanien oder ins kalifornische Death Valley. Dass Karl Lauterbach dorthin unterwegs sei, um Plakate aufzuhängen, die ans ausreichende Trinken erinnern, ist indes mutwillig erfunden.

Alkoholiker können der Logik des Dürrereports durchaus folgen. Sie wissen schon lange: Irgendwo ist es immer dunkel. Für „Die Welt im Dürrestress“ gilt analog: Irgendwo ist immer zu heiß. Die ZDF-Korrespondenten wollen daher zeigen, wie Wüstenstädte den Wassermangel lösen. Berliner kennen das Problem, nur dass es sich ihnen anders stellt: In der Hauptstadt gibt es ausreichend öffentliche Wasserspender – die Kunst ist es eher, den Drogensüchtigen dort zu vertreiben.

Davon abgesehen waren die ZDF-Reporter für ihre Beiträge in Frankreich, am chinesischen Yangtse und am amerikanischen Colorado. Wenn es um den „Klimaschutz“ geht, nehmen ZDF-Reporter jeden Flug auf sich. Zumal, wenn es eine Dienstreise ist, stößt das Flugzeug kein CO2 aus – zumindest muss man die Reise nicht selber bezahlen. Wir als Zuschauer erfahren dadurch, „wie sich in China die Kommunistische Partei auf die Dürre vorbereitet“. Und im ZDF hat uns Habeck ja schon gesagt, dass der Umgang der chinesischen KP mit dem Klimawandel ein Vorbild für ihn sei.

Die Hitzepanik geht weiter
Die Hitzeschutz-Lobby und das gekochte Ei
Dramatisch wird es aber auch: „Deutschland, Trockenland – Wenn das Wasser knapp wird“, heißt der reißerische Titel einer ZDF-Reportage. Eine andere Dokumentation geht der Frage nach „Trocknet Deutschland aus?“ Der „Wissenschaftsjournalist Kai Kupferschmidt ist dafür nach Sachsen-Anhalt und Südbaden gefahren – einer muss ja in der Dienstreisen-Lotterie verlieren.
Von der grünen Mission lässt sich im ZDF keiner abbringen. Der Wissenschaftsjournalist ebenso wenig wie der sechsstellig verdienende Abteilungsleiter oder die Klimaexperten von der Pressestelle. Das Zweite weiß, „welche Wettersituationen auf Deutschland zukommen werden und wie dringend ein Handeln in der Politik ist, um das Alltagsleben an die neuen Umstände anpassen zu können“. Da lassen sich die Mainzelmännchen auch von ein bisschen Wetter nicht abhalten.

Der September wird ohnehin entspannter. Dann läuft auf ZDF Neo die Show „Glow Up – Deutschlands nächster Make-up-Star“ an. Schminkartisten zeigen einer Jury ihr Talent. So müssen sie zum Beispiel ein „wasserfestes Make-up für die deutsche Nationalmannschaft im Synchronschwimmen“ herbeizaubern. Wie zynisch. Da doch Deutschland im September längst ausgetrocknet ist – und wir das Synchronschwimmen an Land verlegen müssen.

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Kommentare ( 92 )

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Phil
11 Monate her

Wie Thomas Sowell sagte: „Rhetoric is no substitute for reality.“ Wenn ich mir im Sommer die Jacke und lange Hosen anziehen muss, um nicht an den Hintern zu frieren, so liegt es vielleicht nicht am Klimawandel dass ich plötzlich „gefühlt“ zu warm habe, wenn die Sonne unüblicherweise trotzdem mal kurz scheint. Bei Ideologen geht es aber sowieso nie um den Realitätsbezug, sondern um ihre eigene geistige Unzurechnungsfähigkeit, welche es verunmöglicht das eigene Weltbild, oder die eigene Wahrnehmung an die Realität zu adaptieren. Dabei spielt einem meist die Angst vor der eigenen imaginären Zukunft einen Streich. Wie die Hirnforschung bewiesen hat,… Mehr

Nevada Schmidt
11 Monate her

Erinnert mich an eine Arbeitskollegin, die vermutlich durch mediales Trommelfeuer sturmreif geschossen wurde, und mich mit dem Hinweis auf Wassermangel in Spanien ermahnt hat in Norddeutschland sparsam mit Wasser umzugehen.

Emil Tischbein
11 Monate her

„Trocknet Deutschland aus?“
Selbstverständlich!
Denn wenn man die Böden durch nachgewiesen sinnlose Sonnenkollektorfelder, durch ebenso sinnbefreite Windräderparks mit gigantischen Fundamenten und weiterhin zubetonierten Städten immer mehr versiegelt sieht’s für das regenerative Wasser zu Lande und aus der Luft ziemlich mau aus.

Paul S.
11 Monate her

Es gibt also neben dem Klima auch noch Wetter. Das ist erfreulich. Geradezu köstlich ist die hier veröffentlichte Definition beider Begriffe.

chloegrace1312
11 Monate her

Man darf das alles nicht überbewerten. Ich vermute mal, dass diese Sendung höchstwahrscheinlich nicht einmal 100.000 Menschen gesehen haben. Also hat sie schlichtweg nicht statt gefunden.

lange00c
11 Monate her

Neben der Darstellung „Dumm gelaufen“ für die Medien die Realität abzubilden, kann man auch eine bewusste Öffnung der Schere „Erzählung versus Wirklichkeit“ unterstellen. Ich empfehle jedem den auch cineastisch sehenswerten Film „Gaslighting“ mit Ingrid Bergman. Diese wird hier als reiche Ehefrau von ihrem habgierigen Ehegatten in die Irre getrieben, mit dem Ziel sie zu entmündigen und gleichzeitig in der Nervenheilanstalt zu „entsorgen“. Dieses gelingt ihm, in dem er der häufig allein im Hause sich aufhaltenden Gattin „Spuk-Ereignisse“ präsentiert (Geräusche, Gegenstände die zunächst vermisst und anderswo wieder auftauchen, Lichteffekte die nicht zu erklären sind) . Auf die Reaktionen seiner verängstigten Partnerin… Mehr

Frau U.
11 Monate her
Antworten an  lange00c

Sehr wichtiges Thema. Gaslighting nimmt vor allem die eigene Entscheidungsfreiheit und Zweifel an den eigenen Sinnen.
Es wird eine Matrix geschaffen, zB durch die Medien, die nicht mehr der Realität entsprechen. Es ist heiss draussen (rote Wetterkarte) obwohl nur 20 Grad.
Je weniger widersprechen, umso mehr passt man sich an.

Juergen P. Schneider
11 Monate her

Laut einer Mitteilung des Umweltbundesamtes vom April 2023 ist die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland seit 1881 um 7% gestiegen. Wobei es ein Ungleichgewicht zwischen Sommer- und Winterhalbjahr gibt. Wir haben etwas trockenere Sommer und dafür feuchtere Winter. Außerdem werden von der Niederschlagsmenge nur 15 bis 20% tatsächlich genutzt. Dennoch gibt es immer wieder an einzelnen Orten im Land kurzzeitigen Wassermangel, der jedoch durch örtliche Besonderheiten der Wassergewinnung (Uferfiltrat, Tiefbrunnen etc.) bedingt ist. Man muss sich nur ein wenig genauer aus öffentlich zugänglichen Quellen informieren, um die bewussten Fehlinformationen unseres links-grünen Regierungsfunks und seiner Pseudojournalisten zu entlarven. Die Probleme im… Mehr

Peter Meyer
11 Monate her

Ein sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser? Ist doch ganz einfach. Keine Millionen Tonnen Wasser für die Gewinnung von Rohstoffen für die E-Auto Batterien in Südamerika mehr verschwenden.

Enrico Stiller
11 Monate her

Wie vor ein paar Tagen in der Berliner Zeitung zu lesen war, ist die Zustimmung zum Klimaschutz in Deutschland – quer durch alle sozialen Schichten – in den letzten 2 Jahren um rund die Hälfte (!) gefallen. Von 68% auf 34% (grosses Sample des Instituts ‚moreincommon‘).
Irgendwann wird jede inhaltlich absurde Propaganda wirkungslos und perlt nur noch am Rezipienten ab. Wissen wir ja aus der DDR. Bei uns scheint es sogar schneller zu gehen als dort. Eigentlich müssten wir uns bei den ÖRR-Machern dafür bedanken, dass sie so dämlich vorgehen.

AlexR
11 Monate her

Sicher wird auch vom ZDF gemeldet, dass es sich beim August 2023 um den heißesten August seit 150000 Jahren handelt. War im Juli doch auch schon so. Und der Michel glaubt es noch. Leider wird nie gesagt, wo es am heißesten war und die Aufzeichnung von vor 148000 Jahren würde ich gerne mal sehen. Gibt es nicht, denn die Behauptung stammt ja von grünen „Experten“ und dem ÖRR.

Nevada Schmidt
11 Monate her
Antworten an  AlexR

Ich denke, dass sich die Zahlen nicht so ohne weiteres vergleichen lassen, da nicht bekannt ist in welcher Höhe vor 148000 Jahren die Temperatur gemessen wurde ;-). Aber da können Lesch und Hirschhausen sicher weiterhelfen.