Der NDR lässt sich von Autobahnblockierern der „Letzten Generation“ instrumentalisieren

Ein NDR-Kamerateam begleitete eine illegale und gefährliche Autobahnblockade der "letzten Generation". Dabei übernahmen die Journalisten nicht nur das Framing der Blockierer, sondern nahmen sich selbst heraus, was sie bei anderen Autofahrern gleichzeitig kritisierten.

IMAGO / imagebroker

Der NDR berichtete am 1. Oktober 2022 über eine Blockade-Aktion der „Letzten Generation“ auf einer Autobahn. Aus den Bildern wird deutlich, dass die öffentlich-rechtlichen Reporter in einer Art von „embedded journalism“ die Blockierer begleiteten. Die Blockade wird in der Eingangsmoderation der Sendung „Hallo Niedersachsen“ als „erzwungenes Tempolimit“ bezeichnet. Damit übernimmt der NDR-Beitrag das Framing der radikalen Aktivisten. Der Moderator stellt die Reporterin als „Augenzeuge“ vor, so dass das Naheliegende verschleiert wird, nämlich dass der NDR ganz offensichtlich von der „Letzten Generation“ vorab zu der Aktion eingeladen war, so dass ein Kamerateam des Senders im eigenen Auto dabei sein konnte.

Der Moderator erwähnt zwar viele „brenzlige“ Situationen als Folge der illegalen Aktion. Aber die Journalisten, die aus ihrem im künstlich erzeugten „Tempolimit“ mitfahrenden Auto heraus filmten, erzeugen sogar selbst eine solche, indem sie dem Polizeiwagen, der durch die Rettungsgasse voranfährt, einfach folgen. Solche Rettungsgassen sind selbstverständlich eigentlich nur für Polizei und Rettungskräfte gedacht. Die Journalisten legen an sich selbst also andere Maßstäbe als an die Fahrer, die an den Blockierern vorbeizukommen versuchen und dafür vom NDR als „Drängelt“ kritisiert werden.

— ÖRR Blog. (@OERRBlog) February 12, 2023

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