Hart aber fair: Viel Banales vom Floskelminister Hubertus Heil

Eine Plauderstunde ‘Andrea-Nahles-hat-irgendwie-Murks-gebaut-jetzt-macht-Hubertus-alles-besser‘ bis ‘Arme-Leute-haben’s-schwer‘ – Mann, oh Mann!

Screenprint: ARD/hart aber fair

Merkwürdiges Thema. Merkwürdige Sendung. Wirtschaftsboom aufgrund der niedrigen Zinsen (bis zum Euro-Zahltag in Berlin) – das hätte Sinn gemacht. Scheinwirtschaftsboom durch Massenmigration auf Kosten der Allgemeinheit – ok. Aber Wirtschaftsboom auf Kosten der Ärmsten? Grundsätzlich Nonsense. Daher gehen wir zu einem irgendwie vertretbaren Einzelfall. Der Vertrag von Orry Mittenmeyer, einem farbigen jungen Kurierfahrer, der in Köln für irgendeinen coolen Lieferdienst Pizza und Pommes ausfährt, wurde entlassen, weil er Gewerkschafter ist, und plaudert aus dem Nähkästchen. Mindestlohn? Genug zu einem guten Leben? Bätschi-Nahles-Pustekuchen.

Ja, sagt Herr Lindner von der FDP, da sehen Sie, was ich immer sage: „Diese Jobs machen überwiegend junge Männer, mit denen Sie kein Wort wechseln können (außer in arabisch, farsi, etc. fügen wir hinzu). Diese jungen Männer müssen sich qualifizieren, um aus der Mindestlohnfalle zu entkommen.“ Das hat Orry Mittenmeyer, der übrigens akzentfrei deutsch spricht, längst kapiert: Orry will jetzt Politik studieren! Müsste er gar nicht. Er könnte direkt in die Politik gehen. In keinem Job kann er so viel Kohle machen, selbst wenn er dumm wie Toastbrot wäre, was er nicht ist.

Hartz IV - reformieren oder abschaffen?
Anne Will - die letzten Tage von Hartz IV kommen vor denen der SPD
Annette Dowideit ist eine forsche junge Frau, arbeitet in einer dieser neumodischen Investigationsgemeinschaften einer Verlagsgruppe, und war mit dem Zoll unterwegs. Wg. Schwarzarbeit. Ihre Erkenntnisse: Das Baugewerbe ist ein El Dorado für kriminelle Banden, Aufträge werden wie an einer Kette entlang an acht Subunternehmer durchgereicht, und am Ende der Kette fällt ein Rumäne vom Dach. „Das kann doch nicht sein!“, sagt die junge Frau mit Blick auf ihren Nachbarn Hubertus Heil. Der Arbeitsminister hangelt sich von Floskel „Ich sag nur mal nach vorne gerichtet“ zu Floskel, „Ich will Ihnen eine ganz andere Antwort geben“, zu Floskel „Ich finde, das ist ganz klar“. Dabei wäre die Antwort ganz einfach. Das Phänomen der Subunternehmer ist so uralt wie die SPD, die seit Jahrzehnten nichts, aber auch gar nichts an den Zuständen ändern konnte – wahrscheinlich fehlt ihr schlicht die Qualifikation.

In einem Film wurden dann die Tricks und Tipps zum Unterlaufen des Mindestlohngesetztes aufgezeigt (Zum Mitschreiben übrigens beim WDR-Faktencheck!), und als ein Sünder die Deutsche Post enttarnt. „Die ist zum Teil im Staatsbesitz“, empörte sich der Oppositionelle Lindner. Hubertus Heil will mit der Post reden. Und er will die Gewerkschaften stärken. Weiß er nicht, dass die ihren Tätigkeitsbereich auf den Kampf gegen Rechts verlagert haben?

Eigentlich ging es die meiste Zeit um Nahles‘ Erschaffung des Mindestlohns, und wie er unterlaufen wird, wie kluge Leute vorausgesagt hatten. Clemens Fuest vom ifo-Institut rechnete vor, dass der Mindestlohn bereits 50.000 Jobs gekostet hat, und der wahre Test erst beim Abschwung (demnächst in diesem Theater) bevorsteht. Bislang, dämpfte er den klassenkämpferischen Elan, sei der Missbrauch kein flächendeckendes Problem und auf bestimmte Branchen fokussiert. Fuests Grundregel: „Wenn die Politik in die Tarifautonomie eingreift, hat das immer negative Konsequenzen.“

Mit Berichten über sich selbst Geld verdienen
Einmal Bundespräsident, SPD-Medienholding ddvg, Madsack Mediengruppe und zurück
Erwin Helmer, Diözesanpräses der Katholischen Arbeiterbewegung Augsburg, der fromme Mann trug sichtbar ein kleines Kreuz am Revers (weiß das Marx? Nicht Karl, der Kardinal?), beklagte, dass die sündigen Unternehmen kaum bestraft würden, und wir glauben verstanden zu haben, dass er sagte, Andrea Nahles sei auch nicht hilfreich gewesen. Lindner konnte sich nicht verkneifen, auf das besondere Verhältnis der SPD zur Gerechtigkeit zu verweisen, wenn es sie selber betrifft. Denn für Zeitungszusteller gibt es keinen Mindestlohn, das wäre den Medienkonzern ddvg – der Laden gehört zur SPD – teuer zu stehen gekommen.

Irgendwie waberte das Gespräch von ‘Andrea-Nahles-hat-Murks-gebaut-jetzt-macht-Hubertus-alles-besser‘ über ‘Arme-Leute-haben’s-schwer‘ bis zu ‘Qualifizieren-Qualifizieren-Qualifizieren’. Ganz schön zynisch. Wohl wissend, dass eine Ausbildung das A und O der gesellschaftlichen wie persönlichen Zukunft ist (ausgenommen C. Roth, KGE und ähnliche Leuchten der Politik), lassen sie Millionen ungelernte und großenteils unwillige Einwanderer ins Land, ohne einen Mucks zu tun. Natürlich ist niemand zynischer als das öffentlich-rechtliche TV! Einer Straßenbefragung in Darmstadt entnahmen wir, dass kaum einer der Befragten, die nach Augenschein schon länger hier leben, jemanden kannte, der arbeitslos ist. Und wenn, wg. Faulheit.

Eine Brigitte verkündete schließlich „die Zuschauer ließen uns nun reinschauen in ihre kleine Realität“ und zeigte allerhand Mumpitz aus Facebook und Gästebuch. Erwin schimpfte noch auf die Leiharbeit und Hubertus brachte wieder die traurige Geschichte seiner Kindheit zum Besten, die wir aber schon alle kennen. Dann freuten sich alle wie die Schnitzel auf die lustige Abschlussfrage, wer mit wem Pizza ausliefern würde. Uns interessierte viel mehr: Kriegen die Klatschhasen vom Hubertus eigentlich Mindestlohn?

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Kommentare ( 29 )

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was soll das Geschwätz von der Bildung und Qualifikation? Die Jobs für Minderqualifizierte wird es weiterhin geben. Was nützt es, wenn die Klofrau einen Doktortitel hat? Auch minder qualifizierte Jobs müssen ein auskömmliches Einkommen generieren. Diese Erkenntnis hat sich bei unseren Ökonomen noch nicht so richtig durchgesetzt. Die Tätigkeiten die dadurch erledigt werden müssen gehen durch die ansteigende Qualifikation doch nicht verloren. Die Drecksarbeit muß nach wie vor erledigt werden. Dass dadurch zu erzielende Einkommen ist das Maß aller Dinge, nicht der Bildungsgrad. Diese Erkenntnis fehlt unseren hochgebildeten Ökonomen. Also ist Bildung doch nicht alles.

Beukottiert die AfD die Quasselrunden oder ist es umgekehrt?

Schauen sie auf die Wahlergebnisse – und die Frage ist beantwortet.
Ich gehe mal davon aus das sie wahrheitsgemäß erstellt wurden ; obwohl ……?!

Eine Runde voller Inkompetenz…bis auf Clemens Fuest, der die ökonomische Seite beleuchtet hat. Keine Regierung kann bei offenen Grenzen einen hohen Mindestlohn einführen, im Gegenteil, sie ist zum Zusehen verurteilt. Was die Politik tatsächlich kann, ist die Absicherung der Arbeitnehmer vor Krankheit und Altersarmut sicher zustellen. Das wäre einfach, so wie in Holland, wo die Mindestrente jeder bekommt, der 50 Jahre im Land gelebt hat. Mehr geht nicht, denn die Löhne richten sich nach der Wirtschaftlichkeit des Arbeitsplatzes. Jeder hier kann selbst ausrechnen, wie hoch der Mindestlohn sein müsste, damit eine auskömmliche Rente erreicht wird. Es wird so kommen, wie… Mehr
Politik nach Plan. Warum keiner auf den Punkt kommt und die taktische Politik der letzten 12 Jahre enttarnt. Sie wäre sofort entlarvt als die schlimmste Antidemokratie! Minijobs und Zeitarbeit, Hartz bis es knarzt, für alle Aufstocker und Grundsicherungs-Bedürftige die grosse Not. Es war alles willkommenes Beiwerk einer taktischen bauernschlauen Politik, die immer erst den Nachweis geschaffen hat, dann kam die Alternativlosigkeit und dann die Einschnitte für die Menschen. So auch in der Europapolitik, denn damit haben sie die Souveränität der einzelnen Länder und ihrer Demokratien ausgehebelt. Eine über den Demokratien stehende Rechtssprechung geschaffen, die immer dann einsetzte wenn im Globalisierungswahn… Mehr
Gedanken zum Tag der Arbeit Warum sollte irgend jemand etwas ändern, wenn selbst die Betroffenen von prekären Beschäftigungsverhältnissen und schlecht bezahlter Arbeit anderen“ Vergnügen“ nachgehen??? Ohne sichtbaren Widerstand und das gilt für alle Missstände, werden sich die Dinge wohl eher noch verschlechtern! Die Mehrheit der Menschen sind so gepolt, dass sie erst aufwachen, wenn es zu spät ist und die ganzen Blasen die von Politikern und ihnen genehmen Medien geplatzt sind. Die Geschichte lehrt uns, das wird für Viele ein böses Erwachen der Schlafschafe werden. So werden Sie erst aufwachen, wenn der persönliche Schaden vorhanden ist und den Mahnern wird… Mehr
Ohne sichtbaren Widerstand und das gilt für alle Missstände, werden sich die Dinge wohl eher noch verschlechtern! Die Mehrheit der Menschen sind so gepolt, dass sie erst aufwachen, wenn es zu spät ist und die ganzen Blasen die von Politikern und ihnen genehmen Medien geplatzt sind. > Zitat Ende Zitat Zitat Ende < …historisch geleugnet , bewußt gewählte , durchaus gewinnbringende Weisheit für lange Zeiten auf Kind/und Kindeskinder ausweiten zu wollen/können. Die Geschichte befähigt doch lieber ihre "vermeintlichen Helden" mit Epos zu überhäufen! Wie ausschlaggebend es da doch ist – zukunftsorientierte , wertorientierte , kluge Köpfe zur Führung einer Nation… Mehr
Unter Kaiser u. Gröfaz ging die Sache nach außen los. Jetzt geht es nach innen los und ich frage mich, was für diesen Staat schlimmer sein kann als diese Perspektive. Der Sprensatz ist gelegt, die Zündschnur schon angeklemmt. Fehlt nur noch einer, der glaubt an der Kurbel drehen zu müssen. Wenn aus diesem Selbstbedienungsladen auch nur eine Schraube zum falschen Zeitpunkt herausfällt, ist das Desaster perfekt. Diese Situation ist, wenn ich mich nicht total täusche, momentan im werden. Sollten die handelspolitischen Felle den Atlantik nicht überqueren können, sondern, irgendwie geartet, davonschwimmen, wird es eng werden, sehr eng sogar. Und dann… Mehr

Gibt es keine Möglichkeit diese GEZ Medien wegen illegaler Parteienfinanzierung zu belangen, für diese völlig einseitige Dauerwerbesendung politischer Vollversager des etablierten Parteienkartells :-/
GEZ… Gesinnungsterror Effizient Zwangsfinanziert

Großartig, danke!! 🙂

Aber, aber Herr Paetow, nun beleidigen Sie mal das Toastbrot nicht. Ich glaube Toastbrot könnte schlauer sein als mancher Politiker.

Je nun, es sind die Ärmsten der Armen, die meinen Ruhestand finanzieren. Oder sind es doch die Sozial-Nomaden?
Finde den Fehler.

Wieder einmal schön vorgeführt – die ‚TV chattering class‘.

die Klatschasen von Heil fielen auf die rührseelige Geschichte der alleinerziehenden Mutti rein. Andrea Nahles geht zur Zeit damit auf Tingeltangel Tour. Kein Interview ohne dass sie betont, eine alleinerziehende Mutter zu sein. Sie ist das beste Beispiel, daß Alleinerziehende nicht per se in Armut darben müssen. Nahles verschweigt derzeit ganz gerne, dass sie in ihrer Hartz IV Reform, gerade den tatsächlich armen Alleinerziehenden das Geld um die Tage kürzen wollte, an denen die Kinder beim anderen Elternteile verweilen. Der öffentliche Aufschrei war wohl zu groß. Mitleid hatte sie nicht, wohl aber politisches Kalkül. Umgeschalten hatte ich, als Plasberg wieder… Mehr
“ rührseelige Geschichte der alleinerziehenden Mutti“ Früher wurde regelmässig die „Krankenschwester“ vor die Kamera gezerrt. Nachdem aber Linke und SPD den jeweiligen Kassenstand ihres Krankenhauses gesehen hatten, wurde die Krankenschwester wieder bis zur nächsten Wahl entsorgt (oder bei den Gewerkschaften befördert, damit die nicht noch während der laufenden Legislaturperiode Forderungen stellt). Da die Krankenschwester ausstirbt und wegen der direkten Konfrontation mit den Neubürgern am Arbeitsplatz nicht mehr verlässlicher Partner der SPD ist, sucht man sich jetzt ein neues Maskottchen. Die Muttis werden dann erst in fünf Jahren merken, dass man die neu gebauten Wohnungen nicht für sie, sondern gegen das… Mehr

Alleinerziehende Mutter Nahles ???

Nein, es gibt eine alleinerziende OmaNahles !!!

Und Mutter Nahles guckt alle 2 bis 3 Wochen bei Oma Nahles vorbei, um das Ergebnis der Oma-Erziehung zu begutachten.

Okay, für das Kind ist es so garantiert besser „““

Zwei Fragen: 1. Woher haben Sie diese Information? Bunte? Bild der Frau? Nicht dass ich es nicht glaube, aber für einen Faktencheck ist es sinnvoll, das zu wissen.
2. Wieso sollte die Omaerziehung für das Enkelkind besser sein? Beim Kind hat es doch offensichtlich nichts gebracht.