Geht Deutschland und Europa durch Vandalismus und geistige Amnesie das kulturelle Erbe des Christentums verloren? Und welche Bedeutung hat das für unsere Gesellschaft?
picture alliance / KNA | Alexander Brüggemann
In den letzten Jahren häufen sich Meldungen über Akte des Vandalismus in Kirchen. Kunstwerke werden zerstört, die Einrichtung ramponiert, Wände mit irgendwelchen Parolen beschmiert. Im Februar war im deutschen Südwesten zum Beispiel eine Kirche in Böblingen betroffen. Der Täter ließ sich in der Kirche einschließen, verwüstete das Inventar, um sich dann an die Orgel zu setzen, an der er spielte, als die Polizei eintraf. Dies mag ein besonders skurriler Fall sein, aber insgesamt kam es allein in Baden-Württemberg 2024 nach Medienberichten zu über 200 Fällen von Vandalismus in Kirchen.
Dazu kommt dann wie in anderen europäischen Ländern eine sich in bestimmten gesellschaftlichen Milieus ausbreitende blinde Zerstörungswut, ein Vandalismus, der nicht wirklich ideologisch oder politisch motiviert ist, aber mit Freude gerade das vernichtet, was anderen heilig ist.
Schließlich dürfte ein Teil der Täter, auch wenn es sich nur um eine Minderheit handelt, dem islamistischen Milieu zuzurechnen sein. Es handelt sich um Menschen, die persönlich durch die Kultur von Ländern geprägt sind, die so etwas wie vollständige Religionsfreiheit für vermeintliche „Ungläubige“ nicht kennen – und das gilt für die meisten mehrheitlich muslimischen Länder – und in denen Christen, soweit sie überhaupt in der Lage sind, ihren Glauben sichtbar zu leben, in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig zum Ziel von Angriffen wurden. Für diese Menschen ist es offenbar eine unerträgliche Provokation, dass ihre eigene Religion, der Islam, in Europa einstweilen keine beherrschende Position einnimmt. Zahlenmäßig dürfte dieser Täterkreis aber eher nicht dominieren, so bedenklich der sich hier manifestierende religiöse Fanatismus auch sein mag.
Kulturblinde Zeit
Für viele dürften Kirchen heute nicht mehr sein als Orte eines exotischen, langsam absterbenden Kultes, mit einer Botschaft, die nicht nur religiös, sondern auch ästhetisch als befremdlich empfunden wird. Hat sich eine solche Einstellung in einer Gesellschaft einmal ausgebreitet, schwindet natürlich auch der Respekt vor Kirchen als sakralen Orten. Das führt nicht direkt zu Akten des Vandalismus, bereitet ihnen aber doch den Boden und senkt die Hemmschwelle bei den Tätern.
Die Folgen der radikalen, nunmehr auch
kulturellen Säkularisierung der Gesellschaft
lassen sich noch nicht wirklich abschätzen
Sicher kann man auch Gegenbewegungen feststellen. In Frankreich etwa hat in letzter Zeit – ausgehend freilich von einem recht niedrigen Niveau – die Zahl der Taufen von Jugendlichen und Erwachsenen deutlich zugenommen. Ähnliche Tendenzen lassen sich in den USA mit Blick auf die dortige katholische Kirche beobachten, wie die Washington Post zu berichten wusste. Auch in Großbritannien scheinen evangelikale protestantische und traditionell orientierte römisch-katholische sowie anglo-katholische Gemeinden (letztere innerhalb der Church of England) wieder mehr Zulauf zu bekommen, während umgekehrt der linksliberal geprägte, theologisch verwaschene Mainstream der Anglikanischen Kirche, für den Religion vor allem eine erbauliche Form des Moralismus bedeutet, sich in einer sich kontinuierlich verschärfenden Dauerkrise befindet, so wie die protestantischen Amtskirchen in Deutschland, die sich politisch meist als Filiale von SPD und Grünen sehen, auch.
Das ist politisch durchaus relevant, denn in der jüngeren Vergangenheit boten die christliche Überlieferung und ein christlich geprägtes Ethos für die Mehrzahl einschließlich zahlreicher Agnostiker oder religiös eher indifferenter Menschen doch immer noch einen gemeinsamen Referenzpunkt und Orientierungshorizont; das galt selbst für schon lange stark säkularisierte Gesellschaften wie die französische. Dieser Orientierungshorizont fällt jetzt zunehmend fort; ein Problem, das durch die Zuwanderung von Menschen aus dem islamischen Kulturkreis noch massiv verschärft wird, auch wenn hier die Migration aus den christlichen Regionen Afrikas zum Teil kompensatorisch wirkt.
Gesellschaft ohne Gemeinsames
Dabei stellt sich freilich die Frage, ob eine liberale politische und soziale Ordnung, die unendlich viel Raum für Individualismus lässt, ganz ohne einen solchen gemeinsamen Werthorizont auskommt. Der Umstand, dass die Politik heute zunehmend auf die Einschränkung von Meinungsfreiheit im Namen des Kampfes gegen vermeintlichen „Hass“ setzt, deutet eher darauf hin, dass in einer Gesellschaft, in der ein gemeinsamer kultureller Nenner zunehmend fehlt, am Ende das Strafrecht und bürokratische Reglementierungen an die Stelle stillschweigend beachteter sozialer Konventionen treten.
Es gilt das kulturelle Erbe des Christentums in widrigen Zeiten zu bewahren,
auch wenn manche Privilegien der bisherigen Volkskirchen
obsolet geworden sind
Umso wichtiger wäre es, dass die Bildungspolitik sich bemüht, das Bewusstsein dafür wach zu halten, dass das Christentum ein wesentliches Fundament der westlichen Kultur und damit letztlich auch des modernen liberalen Verfassungsstaates darstellt. Natürlich muss der Staat konfessionell Neutralität wahren, aber die Erinnerung an die Wurzeln unserer Kultur zu pflegen, gehört durchaus zu den öffentlichen Aufgaben. Das setzt aber eine Geschichtspolitik voraus, für die Geschichte nicht erst mit dem Ersten Weltkrieg beginnt, sondern die auch die älteren Epochen angemessen würdigt und dabei auch den Mut zu einem gewissen Eurozentrismus hat, so unpopulär das in maßgeblichen akademischen Kreisen auch sein mag.
Denn die Geschichte Europas ist nun einmal unsere eigene Geschichte, und wenn wir nicht mehr wagen, uns zu dieser Geschichte zu bekennen, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn Kirchen verwüstet werden. Überdies kann man auch Menschen aus anderen Kulturen, wenn sie sich hier niederlassen, durchaus eine Auseinandersetzung mit den hiesigen Traditionen und deren Kenntnis zumuten.
Einerseits befinden sich die traditionellen Volkskirchen im Niedergang, andererseits hat man es mit ganz anderen Religionsgemeinschaften zu tun, die zum Teil durch theokratische Tendenzen und durch Vorstellungen sakraler Reinheit und Unreinheit geprägt sind und die sicherlich nicht von den Selbstzweifeln angekränkelt sind, wie sie die christlichen Kirchen im Konfliktfall heute stets tolerant und konzessionsbereit machen.
Schweizer Beispiel
Der französische Laizismus, das Gegenmodell zum deutschen Kirchenrecht bringt seine eigenen Nachteile mit sich und ist als Vorbild für Deutschland, wenn überhaupt nur sehr begrenzt geeignet, aber vielleicht könnte man einen Blick auf die Schweiz werfen, wo der Staat nach 1848 im Namen einer liberalen Verfassungsordnung selten gezögert hat, Glaubensgemeinschaften – früher der katholischen Kirche, heute dem Islam – klare Grenzen aufzuzeigen. Manches mag daran überzogen gewesen sein und ist es auch heute noch wie etwa das Schweizer Minarettverbot, aber umgekehrt hat die deutsche Rechtsprechung oft eine fatale Tendenz, den Schutz religiösen Lebens grundsätzlich über andere Anliegen und Werte der Verfassungsordnung zu stellen, und das ganz unabhängig von der Frage, ob die jeweilige Glaubensgemeinschaft selbst verfassungskonformes Verhalten erwarten lässt.
So wichtig der Beitrag des Christentums zur europäischen und westlichen Kultur war und so bedeutsam es bleibt, dieses Erbe gegen nackten Vandalismus ebenso wie gegen den heute üblichen westlichen Selbsthass zu verteidigen, am Ende gilt aus christlicher Perspektive doch: Dominium non fundatur in gratia – keine weltliche Ordnung ist gegründet auf die Gnade, und deren ganz andere Hierarchie der Werte.








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Nirgendwo ist zu lesen, dass die Christen sich wehren.
Da rächt sich, dass das Christentum eine Religion zur Ruhigstellung der Massen ist, „Opium fürs Volk“ hat mal einer gesagt.
Im Libanon schänden israelische Soldaten derzeit Christusstatuen, die Bilder gehen um die Welt. Selbst die IDF musste deren Authentizität bestätigen. Nur zur Diversifizierung der antichristlichen Gruppierungen.
Tja, Herr Asch, jetzt rächen sich eben nach langer Zeit die Untaten des Unheiligen Bonifatius, als Synonym der Kultur vernichtenden christlichen Mission. Wenn heute die Musels die Dreckarbeit machen, sei’s drum.
Alte offene Rechnungen jetzt begleichen? Besser nicht, zumal das originäre Christentum viel näher am Heidentum steht als die jetzigen Amtskirchen, welche längst zu Erfüllungsgehilfen regierungsamtlicher Politik herabgesunken sind.
Wenn Sie schon historisch werden wollen, dann doch richtig. Die hebräische Urgemeinde war mit dem Scheitern des Bar-Kochba-Aufstands spätestens tot. Der folgende Katholizismus war & ist eine Kunst-Religion. Ihr Heidentum infiltrierte die Kirche erst, also Lorenzo di Medici auf dem Papst-Thron putschte. Durch diese Rückkehr an Kultur & Bildung in unser Leben wurde erst offensichtlich, um was es sich bei diesem antiken Stalinismus eigentlich drehte, ein brutales Desaster. Natürlich versuchte man dann zu eskalieren & erst die Fürsten der Aufklärung setzten dem Unfug ein Ende. Seitdem ist diese Religion nur noch ein Popanz.
Wie sagte einst Peter Scholl-Latour? ihn sorge nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Christentum.
Spengler hat das in seinem „Untergang des Abendlandes“ so beschrieben, das am Ende einer Hochkultur/Zivilisation die Menschen sich von ihrem Glauben ab und anderen Göttern wie Konsum, Zerstreuung, Abartigkeiten etc zuwenden.
Das hat System. Den Leuten zu verbieten sich gegenseitig „Frohe Weihnachten“ zu wünschen oder „ Frohe Ostern“ aber dann im Gegenzug „frohes Fastenbrechen“ als interkulturelles Highlight feiert, ist nichts anderes als ein Versuch die Menschen von ihren Bräuchen und Werten zu trennen und zu entwurzeln, das Band zwischen den Menschen zu zerschneiden eine Gesellschaft kulturlos und somit gesichtslos zu machen, das ist der tiefere Plan! Die Begründung kommt in einer Kiste die immer hübsch humanistisch aussieht, doch im inneren eine Bombe trägt. So ist es gewollt, dass sich daraus Gewalt und Zerstörung entwickelt, unsinniger Natur und die wahren Brandstifter waschen… Mehr
Zitat 1: „Schließlich dürfte ein Teil der Täter, auch wenn es sich nur um eine Minderheit handelt, dem islamistischen Milieu zuzurechnen sein. Es handelt sich um Menschen, die persönlich durch die Kultur von Ländern geprägt sind, die so etwas wie vollständige Religionsfreiheit für vermeintliche „Ungläubige“ nicht kennen – und die…….“ > Ähm, nur mal so gefragt: Die obigen Zeilen hier, die sollen doch wohl hoffentlich nicht ausdrücken, dass wir hier schon länger lebenden nun Verständnis für diese -mal milde ausgedrückt- muslimische Klientel haben und zeigen sollten?? – …..ich meine ja nur mal. WAS mich auch bei diesen -auch randalierenden- Allah-Fanatikern,… Mehr
Davor: „… Dazu kommt dann wie in anderen europäischen Ländern eine sich in bestimmten gesellschaftlichen Milieus ausbreitende blinde Zerstörungswut, ein Vandalismus, der nicht wirklich ideologisch oder politisch motiviert ist, aber mit Freude gerade das vernichtet, was anderen heilig ist. …“
Das hat nicht gerade mit dem Islam was zu tun, sondern mit dem Untergang westlicher „Zivilisation“. Diese würde sogar ohne eines einzigen Muslim untergehen, wenn sie sich selbst überdrüssig ist.
Wie einer mal sagte: Zivilisationen werden nicht getötet, sie begehen Selbstmord.
Nicht durch Vandalismus geht das christliche Erbe verloren, sondern durch Nicht-Glauben von sogenannten Christen. Wie kann man sich als Christ bezeichnen, wenn man nicht glaubt was Christus gesagt hat?
Nach 2k Jahren Lügen & antik-sozialistischem Versagen ist es auch mal gut mit dem glücklosen Wanderprediger als Marvel-Held.
Dass es viele Lügen gab mag sein. Sozialismus hat immer den Staat als Helfer/ als Verantwortlichen gesehen. Jesus hat immer die Verantwortung des einzelnen gesehen. Deshalb sollten wir auch nicht die Verantwortung bei anderen/dem Vandalismus suchen, sondern bei uns.
Jesus hat selbst gelogen, bis sich im Tempel die Balken bogen. Er versprach seine kurzfristige Rückkehr (die Apokalypse). Die Christen warten bis zum Sankt Nimmerleinstag, völlig lächerlich, dieser antike Pinicchio.
Ein Trainer z. B. einer Fußballmannschaft, muß sich gewisser Kritik stellen, wenn seine Mannschaft immer deutlicher schlecht performt. So auch diese Kritik: Sämtliche Symbole in Kirchen sind nicht christlich. Christus lehrte seine Lehre ohne sie mit Symbolen zu ummauern. Denn Symbole sind Sachen des Antichristen! Ja, die Kirchen an sich sind unchristlich. Oder lehrte Jesus seine Jünger Kinder zu missbrauchen, Wähler falscher Parteien zu diffamieren oder Leprakranke wie Coronapositive vom Gottesdienst auszuschließen? Also liebe Kirchen, was jammert Ihr? Ihr wart die ersten, die Eure Symbole selbst in den Staub Jerusalems getreten habt, mit der Kreuzniederlegung dort. Nun wundert Ihr Euch,… Mehr
Das Christentum ist am meisten verfolgte Religion. So ist es.
Und was sagen unsere Kirchenfüsten und der Papst dazu. —-Nichts. Die Kirchen unterstützen lieber den Islam, die Islamisierung und die Linken. Das liegt wohl daran, daß die meisten „Kleriker“ und der Papst selbst Linke/Grüne sind. Wen wundert es da, wenn die christliche Kirche so unter Druck gerät.
Wenn es die am meisten verfolgte Religion ist, dann liegt es doch am Christentum selbst, wenigstens zum Teil. Früher wurde das Christentum gegenüber den „Ungläubigen“ mit dem Schwert verteidigt. Dann sollte das nicht mehr sein und man hing der Vorstellung nach, dass man auch die andere Wange hinhalten solle. Heute lädt man die Ungläubigen ins Land ein.
Wenn nun die Kirchen und Friedhöfe geplündert und malträtiert werden, dann frage man doch mal die Bischöfe, was sie dagegen zu tun gedenken.
Das habe ich ja im Kommentar bereits angemahnt. Es ist die Unterwerfung unter den Islam.
Jetzt läuft es halt mal andersrum. Über 1k Jahre lebte unsereins unter der Pfaffen-Knute.
O-Ton eines Klassenkameraden, der in der ostdeutschen Provinz lebt: „Erst hatten wir die Parteisekretäre am Hals, kaum waren die weg, haben die Pfaffen die wieder ersetzt. Und die Leut katzbuckeln genau weiter wie zuvor.“
Schaut man sich die Lösungsansätze für aktuelle Probleme der Menschheit an, so glaubt man, der gemeinsame politische Werthorizont ist Geld.
„Geld“ in all seinen Ausprägungen ist immer nur ein Vehikel für das eigentlich Angestrebte.